Mit ihrer leuchtenden Blütenpracht ist die Alcea rosea eine Zierde für jeden Garten. Zum Hingucker wird die Stockrose durch ihre Höhe.  Mit ihren übergroßen Blüten in den unterschiedlichsten Farben erregt die Staude Aufmerksamkeit. Bekannt ist sie auch unter den Namen Bauernrose oder Pappelmalve. Im Sommerbeet adelt die Sonnenanbeterin jede Begleitpflanze. Mit dieser Pflege-Anleitung erfahren Sie, worauf Sie besonders achten sollten.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Malvengewächse (Malvaceae)
  • Gattung: Stockrosen (Alcea)
  • Art: gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea)
  • Trivialnamen: Stockrose, Stockmalve, Bauernrose
  • Herkunft: Balkan, Süd-, Südosteuropa, Orient
  • Ausdauernde, krautige Pflanze
  • Wuchshöhe: 100 bis 200 cm, selten bis 300 cm
  • Blütezeit von Mai bis September, je nach Standort
  • vielfarbige von weiß bis dunkel violette, schalenförmige, große Blüten
  • Sommergrüne, rundliche, gezähnte, raue, fein behaarte Blätter
  • zweijährige, zwittrige, selbst aussäende Pflanze

Wie eine Kerze streckt sie sich in den Sommerhimmel. Die  schalenförmigen Blüten der Alcea rosea sorgen für eine phantastische Fernwirkung. Schön anzusehen ist sie in Bauerngärten. Auch als Einzelpflanze setzt sich die zwei- bis mehrjährige, winterharte Stockrose in Szene. Ihre Blütezeit reicht bis zum September.

Alcea rosea

Alcea rosea beginnt als kleine Pflanze mit tiefgrünen Blättern, um bis zu zwei Meter hoch zu wachsen. Brechen ihre Blüten auf, erstrahlt sie in voller Pracht. Mit dieser Pflege-Anleitung erfahren Sie, wie Sie alles aus dieser Pflanze herausholen.

Die Stockrose stammt aus Ost- und Südeuropa sowie dem Orient. Im Jahr 1753 wurde die Gattung Alcea von Carl von Linné in Species Plantarum erstmalig veröffentlicht. Albert Spear Hitchcock und Jesse Robinson Green legten Alcea rosea 1929 als Lectotypusart in Standard-species of Linnaean Genera of Phaneogams fest.

Kultiviert werden die Sorten einiger Arten in allen subtropischen und in gemäßigten Gebieten der Erde. Allerdings ist die Abgrenzung oft unklar. Deshalb fallen häufig auch andere kultivierte Arten unter die Bezeichnung Alcea rosea.

Pflege

Die prächtige Staude ist relativ anspruchslos. Als zweijährige Pflanze entwickelt sie ihre prächtigen Blüten erst im zweiten Jahr. Halten Sie sich an die Pflege-Anleitung und erfüllen Sie sich Ihren Wunsch nach voller Blütenpracht.

Standort

Die Stockrose mag es sonnig, um gesund und kräftig hoch zu wachsen. Sie findet sich auch an halbschattigen Standorten zurecht. Gern mag sie es windgeschützt. Wegen ihrer Höhe braucht sie sichere Deckung. Sehr hoch wachsende Pflanzen sollten Sie fixieren. In geschützten Beeten und an der Südseite oder an Hauswände wachsen Stockrosen üppig und mit reicher Blütenfülle.

Bodenbeschaffenheit

Für den Boden wünschen sich die imposanten Pflanzen:

  • wasserdurchlässige, nährstoffreiche Erde
  • Frisch-feucht
  • locker
  • pH-Wert von 6,5 bis 7,2

Achten Sie auf einen Platz, an dem der Boden nicht zu stark austrocknet. Mit der Beimischung von Mulch vermeiden Sie, dass die Erde zu fest wird.  Außerdem hält Mulch die Nährstoffe im Boden. Sorgen Sie für regelmäßige Feuchtigkeit, achten Sie aber auf Staunässe, die der Blütenpracht schadet.

Substrat

Wollen Sie die Stockrosen selbst pflanzen, eignet sich dafür beinahe jeder Boden. Achten Sie aber darauf, dass er etwas Humus aufweist. Beim Pflanzen können Sie diesen auch in Form von Kompost- oder Blumenerde einarbeiten. Als Substrat eignet sich sehr gut handelsübliche hochwertige Blumenerde. Gelegentliches Gießen der Pflanzen mit Teichwasser komplettiert Nährstoffe. Stickstoff ist das Beste für die Pflanze.

Alcea rosea

Pflanzzeit

Die Pflanzzeit für die Stockrose reicht vom Frühjahr bis in den Herbst. Haben sich Ihre Stauden im Garten festgesetzt, können Sie diese einfach vermehren. Nach dem Abblühen lassen Sie die Blütenstände stehen und einfach austrocknen. Reiben Sie die trockenen Blütenstände mit den Händen auf, streuen Sie die Samen ins Beet und harken Sie diese unter.

Bis zum Frühjahr entwickeln sich genügend kleine Stockrosen, die Sie dann nach Wunsch vereinzeln können. Dem Gärtner bereitet die Vermehrung der Stockmalve also wenig Sorge.

Pflanzen

Pflanzen im Beet

Wollen Sie Stockrosen selbst pflanzen, tun Sie das am besten im Frühjahr. Obwohl Alcea rosea keinen großen Anspruch an den Boden stellt, sollten Sie die Erde gut vorbereiten. Dazu gehört es, das Staudenbeet, in das die Stockrosen eingepflanzt werden sollen, gründlich umzugraben. Das hilft dabei, den Boden gut aufzulockern und durchzulüften.

Stockrosen bilden Pfahlwurzeln, die leicht in den Boden eindringen wollen. Außerdem sollten Sie Wildkräuter, vertrocknete  Wurzeln und Steine entfernen. Arbeiten Sie gleichzeitig Komposterde oder gute Blumenerde ein und geben Sie gegebenenfalls etwas Kies dazu, um den Boden vor der Pflanzung feinkrümeliger durchlässiger zu machen.

Der Abstand für die Pflanzen richtet sich nach der Wuchshöhe. Ideal ist ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern. Recht große Exemplare wollen als Solitärstaude, also allein, stehen.

So gehen Sie beim Pflanzen vor:

  • im Abstand von mindestens 50 cm bis 90 cm Pflanzgruben graben
  • bei zu schwerem Boden eine Schicht Pflanzerde und etwas Kies einbringen
  • Stockrose so einpflanzen, dass die kleinen Wurzelfädchen nicht geknickt werden

Die Erde nur leicht mit den Händen andrücken. Zum Angießen eignet sich abgestandenes Wasser. Ein paar Hornspäne auf der Pflanzstelle halten das Erdreich zusätzlich locker.

Pflanzen im Topf

Beim Pflanzen im Topf sollten Sie auf ein ausreichend großes Pflanzgefäß achten. Die Stockrose wächst sehr hoch und sollte im Topf als Solitär stehen. Für die Drainage kommen paar Tonscherben über die Öffnung im Topfboden. Im Topf oder Blumenkasten sollte ausreichend Platz für eine Stütze der Pflanze, etwa ein Spalier, sein. Ziehen Sie die Stütze ein, wenn die Pflanze etwa einen Meter hoch ist. Beachten Sie, dass eine Stockrose erst im zweiten Jahr Blüten entwickelt.

Gießen

Die Stockrose mag keine trockenen Böden. In warmen und trockenen Sommermonaten braucht sie täglich Wasser. Geben Sie das Wasser von unten an die Stockrose, um den großen Blüten nicht zu schaden. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Gießwasser gut abfließt, die Staude also nicht unnötig in staunassem Boden steht. Steht Alcea rosea im Topf, sollten Sie zehn Minuten warten, bis Wasser durch die Erde in den Untersetzer gelaufen ist.  Gießen Sie das Wasser ab. Wässern Sie, bevor die obere Schicht Erde trocken wird.

Alcea rosea, Stockrose im Gartenbeet

Düngen

In der Zeit vom Frühjahr bis zur voll ausgeprägten Blütenpracht braucht Alcea rosea Dünger. Ihr Lebenselixier ist Stickstoff. Geeignet zur anfänglichen Düngung sind verrotteter Mist oder Flüssigdünger im Gießwasser. Wann, wie oft und welchen Dünger Sie nutzen, hängt vom Standort ab.

Setzen Sie die Düngung folgendermaßen fort:

  • im nährstoffreichen Boden braucht Alcea rosea wenige Nährstoffe
  • nach Kompost oder Harnsäure im Frühjahr reicht eine zweite Gabe im Herbst
  • Pflanzen im Kübel sollten Sie regelmäßig düngen
  • empfehlenswert ist Dünger aller zwei Wochen
  • das gilt auch für Alcea rosea auf magerem Boden

Ab September braucht die Stockrose, wie übrigens viele Stauden, keinen Dünger mehr.

Schneiden

Die Steckrose können Sie direkt nach der Blüte zurückschneiden. In der Praxis sorgt das für eine längere Lebensdauer der Pflanze. Denn im Folgejahr blüht die Stockrose dann üppiger und zeigt zahlreiche neue Blüten. Die Blütezeit endet im September / Oktober.

  • kürzen Sie beim Rückschnitt die Stängel einzeln bis auf etwa 10 Zentimeter ein
  • Sie können die Pflanze auch komplett einkürzen
  • wollen Sie Ihre Stockrose vermehren, dürfen Sie erst nach der Samenreife schneiden
  • möglich ist es auch, erst im zeitigen Frühjahr zu schneiden

Wichtig ist die Benutzung eines scharfen Messers oder einer scharfen Gartenschere. Unsaubere Schnitte mit ungeeignetem Werkzeug sorgen für Pflanzenwunden. Das schwächt die Pflanze. Am besten eignen sich keine Astscheren oder Rosenscheren. Wollen Sie überreiches Aussamen verhindern, entfernen Sie trockene Blütenstände regelmäßig.

Überwintern

Für die Überwinterung Ihrer Stockrosen müssen Sie in normalen mitteleuropäischen Wintern keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Alcea rosea ist frost- und winterhart. Die Staude kann aus diesem Grund direkt im Garten im Staudenbeet überwintern. Das schaffen sogar junge Stockrosen, die recht problemlos und ohne Schwierigkeiten über die kälteren Winterwochen kommen.

Achten Sie auf Ihre Stockrosen im Kübel. Hier muss das Gefäß unbedingt frostfest sein. Lassen Sie den Ballen der Staude während des Winters auf keinen Fall austrocknen. Bei konstant gehaltenen Temperaturen über 0 Grad Celsius sollte regelmäßig gewässert werden.

Kleine Pflänzchen, die im Haus gezogen und im Herbst ausgepflanzt wurden, sollten Sie mit Reisig abdecken. Das schützt sie vor der Kälte.

Alcea rosea auch Stockrose, Stockmalve

Vermehren

Stockrosen im Garten können auf ganz einfache Weise vermehrt werden. Lässt man die Blütenstände stehen und kümmert sich nicht weiter darum, säen sie sich selbst aus und bilden zahlreiche Ableger. Außerdem kann man Alcea rosea auf ganz einfache Weise vermehren:

Aussaat

Lassen Sie die Blütenstände, das sind die unscheinbaren Kapseln, die nach der Blüte stehen bleiben, an Ort und Stelle und knipsen Sie diese nicht ab. An der Pflanze trocknen die Blütenstände aus. Im Herbst drehen Sie die Kapseln, die den Samen beinhalten, einfach ab. Dann reiben Sie diese mit ihren Händen auf und verstreuen den Samen auf dem Staudenbeet oder an einer Stelle, an der Sie im kommenden Frühjahr Stockrosen wünschen. Harken Sie alles leicht unter. An Ort und Stelle erscheinen im Frühjahr viele kleine Steckrosen. Diese können Sie vereinzeln, etwa auf eine Pflanze aller 50 Zentimeter.

Achten Sie auf Folgendes:

  • im ersten Jahr gibt es keine Blüten. Die neuen Pflanzen bilden nur Blattrosetten aus
  • im Folgejahr nach dem Frost erscheinen Blütenstängel und traumhafte Malvenblüten
  • bleiben alte Fruchtstände nach Verblühen stehen, sät sich Alcea rosea wieder aus
  • jedes Jahr gibt es dann neue Pflanzen

Stecklinge

Durch die Aussaat im Herbst erhalten Sie im Frühjahr etwa 25 Stockrosen Keimlinge pro Quadratmeter. Die Stecklinge können sie im März bis April an die Orte setzen, wo Sie in Zukunft Alcea rosea haben wollen. Dazu graben Sie die Stecklinge vorsichtig aus und setzen sie in Pflanzlöcher, die Sie im Abstand von 50 bis 90 Zentimeter abgelegt haben. Es ist bei der Stockrose übrigens kein Problem, die Stecklinge gleich in das Beet zu pflanzen.

Sie können Samen auch über den Winter in Töpfen im Haus vorziehen. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, weil es die Stockrosen auch direkt im Beet schaffen. Entscheiden Sie sich dennoch dafür, dann können Sie die Stecklinge im Frühjahr, spätestens im Mai, wie gewohnt aussetzen.

Alcea rosea

Krankheiten

Alcea rosea ist anfällig gegen Malvenrost. Das ist eine Pilzkrankheit, mit rot-braunen Pusteln auf der Blätter-Unterseite. Oben auf den Blättern bilden sich kleine gelbe Flecken. Der Pilz tritt im Frühjahr auf und kann in der Pflanze selbst überwintern. Befallene Blätter sollten Sie im Frühjahr entfernen. Herab und zurück geschnittene Teile der Pflanzen gehören im Herbst in den Restmüll. Pilz im Anfangsstadium lässt sich mit zugelassenen Antipilzmitteln (Fungiziden) bekämpfen.

Schädlinge

Läuse oder Raupen

Sie können einfach abgelesen, die geschädigten Blätter entfernt werden. Bei zu großem Befall helfen Insektenvernichtungsmittel.

Malven-Erdfloh

Den erkennen Sie an den kleinen Fraßlöchern in der Blattmitte bei unversehrter Blattrippe. Der Käfer selbst ist Schwarz, Blau oder Grün mit roten Beinen. Auflockern der Erde hilft als Gegenmaßnahme ist das Auflockern der Erde und Gießen.

Schnecken

Schnecken fressen besonders die jungen Blätter ab. Bringen Sie im zeitigen Frühjahr Schneckenkorn aus.

Blattläuse

Hier hilft Brennesseljauche. Frische Brennesselblätter zerkleinern, im großen Behälter mit Regenwasser aufgießen. Bei täglichem Umrühren ein paar Tage in die Sonne stellen. In der Verdünnung von 1:10 morgens auf die Blätter der Pflanze aufsprühen. Alternativ hilft eine Seifenlauge aus Kernseife. Hier kommt 1 Esslöffel flüssige Kernseife auf 1 Liter Wasser. Ebenfalls morgens auf die Blätter sprühen.