Der Zierlauch, Allium ist ein Blickfang in jedem Beet: Viele kleine Blüten in leuchtenden Farben ballen sich auf einem kräftigen Stiel zu einem großen runden Blütenstand zusammen, der an ein explodierendes Feuerwerk erinnert. Der Allium ist ein anspruchsloses Gewächs, das mit der richtigen Pflege prächtig aufblüht. Welche Sorten es gibt und wie diese optimal gepflegt werden, erfahren Sie in der Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Gattung: Lauch (Allium)
  • Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
  • Herkunft: Asien (vor allem Türkei und Iran) und Europa (vor allem Mittelmeerraum)
  • mehrjähriges Zwiebelgewächs
  • ausdauernde, krautige Pflanze
  • Wuchshöhe: 5 bis 200 cm
  • Blütezeit Anfang: April bis Mai
  • Blütezeit Ende: je nach Sorte zwischen Juni und September
  • meist zwittrige Blüten
  • mögliche Farben der Blütenblätter: Weiß, Gelb, Hellrosa, Rot, Magenta, Violett, Blau
  • rund 800 Sorten

Zur Gattung Lauch gehören neben den beliebten Speisepflanzen und Gewürzen auch zahlreiche attraktive Zierpflanzen, die mit ihren imposanten kugelförmigen Blütenständen begeistern. Diese setzen sich meist aus vielen kleinen sternförmigen Blüten zusammen, die beispielsweise Weiß, Gelb, Magenta oder Blau gefärbt sein können.

Die Pflanzen haben eine kurze Vegetationsperiode und sind vergleichsweise pflegeleicht. Bei guten Bedingungen wachsen sie rasant. Die Pflege-Anleitung zeigt, wie Sie den Zierlauch optimal pflegen und welche besonderen Anforderungen die verschiedenen Sorten an den Gärtner stellen.

Zierlauch, Allium
Allium, Zierlauch

Der Zierlauch ist eng mit Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch und Bärlauch verwandt. Viele Sorten verströmen einen ähnlich scharfen Geruch, wenn die Pflanzenstiele verletzt werden. In seiner wilden Form stammen die Lauchgewächse vor allem aus Asien, haben sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte bis nach Europa und Nordafrika ausgebreitet. Der kultivierte Zierlauch schmückt heute besonders in Mitteleuropa viele Beete.

Pflege

Der Allium gedeiht im Beet, Kübel oder Topf. Bei guten Bedingungen wächst er bereits mit wenig Pflege zu einer wunderschönen Pflanze heran.

Standort

Der Zierlauch verträgt viel Sonne und wächst besonders gut und üppig an sonnigen bis vollsonnigen Standorten.

Substrat

Im nährstoffreichen, lockeren und wasserdurchlässigen Substrat gedeiht der Allium am besten. In seiner wilden Form wächst der Zierlauch in humusreichen Mischwaldböden – je näher die Erde im Beet oder Kübel dem kommt, desto besser entwickelt sich die Pflanze und desto schneller vermehrt sie sich.

Pflanzen

Der winterharte Zierlauch wird im Herbst gepflanzt, am besten zwischen September und November, da er ein Kaltkeimer ist. Die Pflanze keimt bei kälteren Temperaturen und blüht im folgenden Frühling. Nicht winterharte Sorten werden erst im Frühling gepflanzt.

Beim Pflanzen sollte Folgendes beachtet werden:

  • die Zwiebel legt man in ein Loch, das dreimal so tief ist wie sie selbst
  • das Loch sollte zuvor mit einer flachen Drainageschicht ausgekleidet werden, dafür eignet sich zum Beispiel etwas Sand, dies ist besonders wichtig bei lehmigen, wasserundurchlässigeren Böden
  • die Zwiebel kann anschließend mit etwas Kompost, Hornspänen oder anderem organischem Dünger bedeckt werden
  • das restliche Loch wird mit regulärer Erde befüllt
Zierlauch, Allium im Gartenbeet
Allium, Zierlauch

Bei Sorten mit größeren Blütenständen sollten die Zwiebeln im Abstand von 25 bis 40 cm voneinander gepflanzt werden, so dass sich der Zierlauch problemlos entfalten kann. Kleinere Sorten können entsprechen näher beieinander gesetzt werden.

Gießen

Der Allium muss nur mäßig gegossen werden, schließlich stammt er hauptsächlich aus eher trockenen Regionen. Feuchter Boden und Staunässe sollten auf jeden Fall vermieden werden. Deshalb ist wasserdurchlässiges Substrat wichtig. Auch im Topf oder Kübel muss überschüssiges Wasser leicht abfließen können. Das meiste Wasser benötigt der Zierlauch im Frühling.

Düngen

Der Zierlauch benötigt im Frühling bis zum Beginn der Blühte viele Nährstoffe. Daher sollte er erstmals gedüngt werden, sobald der Winter vorbei ist. Dafür eignet sich vor allem organischer Volldünger, der in den Boden eingeharkt wird. Die Pflanze sollte in regelmäßigen Abständen mit einer Handvoll Dünger versorgt werden. Alternativ kann die Erde, in der der Allium wächst, auch mit Kompost vermischt werden.

Schneiden

Die wachsende Pflanze sollte auf keinen Fall beschnitten werden. Einige Sorten neigen dazu, dass ihre Blätter bereits vor der Blütezeit anfangen zu vergilben. Trotzdem dürfen sie nicht entfernt werden. Wen das stört, der kann zwischen den hochstieligen Zierlauch flache, bodenbedeckende Pflanzen setzen.

Dafür eignen sich zum Beispiel:

  • Lavendel
  • Salbei
  • kleinere Ziergräser
  • Fetthenne
  • Frauenmantel
  • Katzenminze

So werden die welken Blätter des Allium kaschiert. Auch die verwelkenden Blüten dürfen nicht sofort abgeschnitten werden. Der Lauch transportiert Nährstoffe aus der Blüte in die Zwiebel, wo diese gespeichert werden. Das Entfernen der welkenden Blüte würde diesen wichtigen Prozess unterbrechen.

Zierlauch mit weißen Blütenknospen
Allium, Zierlauch – mit weißen Blütenknospen

Da auch die trocknen Blütenstände oft noch attraktiv aussehen, sollte das kein Problem sein. Erst wenn alle über der Erde sichtbaren Bestandteile der Pflanze verwelkt sind, dürfen diese vorsichtig entfernt werden.

Unkraut

Unkraut entzieht dem Boden wichtige Nährstoffe, die der Zierlauch benötigt. Es sollte daher regelmäßig gejätet werden.

Überwintern

Die Zwiebeln der winterharten Sorten können den Winter draußen im Beet oder im Kübel verbringen. Sinnvoll ist es, sie mit etwas Reisig abzudecken, um sie vor Regen und Schnee abzuschirmen. So wird zu viel Feuchtigkeit und daraus resultierende Fäule vermieden. Nicht winterharter Zierlauch wird vor dem ersten Frost aus dem Boden entnommen und drinnen kühl und trocken gelagert.

Allium, der in kleineren Töpfen wächst, zieht in ein geschütztes Winterquartier um. Zu Beginn des Frühlings können die Zwiebeln wieder eingepflanzt und die Töpfe wieder nach draußen gestellt werden.

Vermehren

Der wuchsfreudige Zierlauch vermehrt sich schnell und oft unkontrolliert.

So können Sie eingreifen:

Samen

Der Allium bildet Kapselfrüchte, in denen die kugelförmigen, schwarzen Samen heranreifen. Nach der Blütezeit platzen diese auf, so dass die Samen auf den Boden fallen. Auf diese Weise vermehrt sich der Zierlauch unkontrolliert von selbst. Wer das vermeiden möchte, schneidet einfach die Kapselfrüchte vor der Reife ab. Die Samen lassen sich in diesem Fall allerdings nicht mehr zur Zucht verwenden.

Brutzwiebeln

Wer seinen Zierlauch gezielt vermehren möchte, sollte das über kleine Brutzwiebeln tun. Diese bilden sich am Rand der Mutterzwiebel und können vorsichtig entfernt werden. Dazu muss die Mutterzwiebel zunächst ausgegraben werden. Die kleinen Tochterzwiebeln werden dann getrennt eingepflanzt, um ihnen Raum zum Entwickeln zu geben. Es dauert meist zwei bis drei Jahre, bis die junge Pflanze zum ersten Mal blüht.

Allium - eine Zwiebelpflanze
Allium, Zierlauch

Schädlinge

Da der Zierlauch sehr widerstandsfähig ist, wird er fast ausschließlich bei schlechter Pflege von Schädlingen befallen. Besonders empfindlich reagiert die Pflanze auf zu viel Wasser, da die Zwiebeln anfangen zu faulen. Geschwächter Allium zieht typische Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken an.

Blattläuse

Die kleinen Insekten, die mit bloßem Auge erkennbar sind und sich durch Honigtau bemerkbar machen, sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Dazu eignet sich eine Seifenlösung aus Wasser und einem Esslöffel Kernseife. Die befallene Pflanze wird damit gründlich eingesprüht. Die Behandlung sollte im Abstand von wenigen Tagen mehrmals wiederholt werden, bis alle Läuse verschwunden sind.

Schnecken

Schnecken können zunächst mit der Hand abgesammelt werden. Wenn sie trotz verbesserter Pflege der Pflanze wiederkommen, hilft ein Schädlingsbekämpfungsmittel.

Allium senescens
Allium senescens, Berglauch

Sorten

Der Allium glänzt mit seiner Vielfalt: Rund 800 Sorten des Zierlauchs sind heute bekannt. Neue Züchtungen und Kreuzungen kommen ständig dazu. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich vor allem in ihrer Größe sowie der Farbe und Form ihrer Blüten, weshalb sie sich auf Beeten gut kombinieren lassen. Hier finden Sie eine Übersicht der attraktivsten und beliebtesten Sorten sowie deren Besonderheiten:

Allium Globemaster

Mit besonders großen Blütenständen protzt der Allium Globemaster. Sie erreichen einen Durchmesser von 20 bis 25 cm und wachsen auf Stielen, die bis zu 100 cm hoch werden. Die dekorative Pflanze blüht von Juni bis Juli in intensivem, dunklem Violett. Der Allium Globemaster ist winterhart.

Allium Ambassador

Noch größer als der Globemaster kann der Allium Ambassador werden: Er erreicht eine Höhe von bis zu 130 cm und hat dichte Blütenstände mit einem Durchmesser von etwa 20 cm. Die Blüten drängen sich dicht aneinander und sind im leuchtenden Violett gefärbt. Im Gegensatz zu vielen anderen Sorten welkt das Laub des winterharten Allium Ambassador erst später in der Blütezeit, die von Mai bis Juni dauert.

Allium Giganteum

Bis zu 150 cm groß kann der Allium Giganteum werden, weshalb die äußerst beliebte Sorte den Spitznamen Riesenlauch trägt. Die pinkfarbenen Blütenstände dieser winterharten Zierlauchsorte werden im Durchmesser rund 20 cm groß. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli, zuvor verwelkt das Laub komplett.

Allium Aflatunense

Jedes Jahr im Mai entfaltet der Allium Aflatunense, der auch als Purple Sensation oder Iranlauch bezeichnet wird, seine volle Pracht und blüht im intensiven Purpur. Die kugelförmigen Blütenstände erreichen einen Durchmesser von 10 bis 12 cm, während die winterharte Pflanze bis zu 90 cm hoch wächst. Sie blüht zwischen Mai und Juni.

Allium Triquetrum

Der Allium Triquetrum unterscheidet sich nicht nur optisch, sondern auch in der Pflege von anderen Zierlauchsorten. Er gedeiht am besten an einem halbschattigen bis schattigen Standort, der feucht und frisch gehalten wird. Auf Grund seiner weißen Blüten, die wie Glocken oder Trichter geformt sind, trägt der Allium Triquetrum den Spitznamen Glöckchen-Lauch. Er formt keine großen Blütenstände, stattdessen erblühen im Mai an jeder Pflanze nur vereinzelte Blüten. Das Erscheinungsbild des winterharten Allium Triquetrum erinnert an seinen Verwandten, das Schneeglöckchen. Er erreicht eine Wuchshöhe von rund 30 cm.

Allium Christophii

Mit seinen schmalen, sternförmig angeordneten Blütenblättern, die in einem hellen Violett metallisch glänzen, formt der Sternkugel-Lauch einen zarten, luftigen Blütenstand. Er kann im Durchmesser bis zu 30 cm groß werden. Die einzelnen Blüten, die sich im Juni und Juli öffnen, stehen nicht so nah beieinander wie bei anderen Sorten. Insgesamt erreicht der Allium Christophii eine Höhe von bis zu 50 cm.

Allium Schubertii

Ein ungewöhnliches Erscheinungsbild gibt der Allium Schubertii ab, der bereits im April blüht. Die schlanken Stiele seiner violetten Blüten sind unterschiedlich lang, so dass diese in mehreren kugelförmigen Ebenen angeordnet sind. Insgesamt erreicht der Blütenstand dadurch einen Durchmesser von maximal 30 cm, der auf bis zu 40 cm langen Stielen wächst. Zudem kennzeichnen besonders breite Blätter diese Sorte. Schuberts Zierlauch ist nicht winterhart.

Allium Caeruleum

Wer eine himmelblau blühende Sorte sucht, dem ist der hübsche Allium Caeruleum zu empfehlen. Der Blau-Lauch oder Flieder-Lauch entwickelt kleinere Blütenkugeln mit einem Durchmesser von rund vier Zentimetern, die im Juni und Juli erblühen. Der Zierlauch wird bis zu 40 cm groß und kann draußen überwintern.

Allium Moly

Zu den kleineren Zierlauchsorten gehört der Gold-Lauch mit einer Höhe von 15 bis 25 cm. Die kleinen gelben Blüten zeigen sich im Mai und Juni. Dichte Blätter, die lange grün bleiben, vervollständigen diese attraktive, winterharte Pflanze. Sie kommt am besten im Steingarten oder am Rand eines Beetes zur Geltung.

Allium Mount Everest

Mit seiner lieblich weißen Blüte erinnert der winterharte Allium Mount Everest an einen schneebedeckten Berg. Er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm und blüht von Mai bis Juli. Der Blütenstand mit einem Durchmesser von 15 cm wirkt elegant. Während der Blüte schimmern die grünen Stiele und Samenstände hindurch. Nachdem die Blüten verwelkt sind, färben sich die Samenkapseln goldgelb.

Allium Spirale

Der Allium Spirale gehört zu den neueren Zuchtformen, die erst im Spätsommer und Herbst blühen. Auch seine Blätter bleiben länger grün. Der sogenannte Korkenzieher-Lauch zeichnet sich zudem durch violett- bis rosafarbene Blüten aus, die einen kleinen kugelförmigen Blütenstand formen. Die krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm und ist winterhart.