Anthurium andreanum, Anthurie, Flamingoblume

Wohl jeder kennt sie, die leuchtend rote Flamingoblume. Mit satten grünen Blättern und den wunderschönen roten Hochblättern setzt sie Akzente im privaten Heim oder auch in Geschäftsräumen. Wie Anthurien gepflegt werden, denn so heißen diese ursprünglich tropischen Pflanzen, erklären wir in unserer speziellen Pflege-Anleitung für die Flamingoblume.

Im Alltag wird die Flamingoblume häufig schlicht als Anthurie bezeichnet. Mit der Zugehörigkeit zu den Aronstabgewächsen gehört sie zu einer der artenreichsten. Unter den Hunderten von Sorten sind bei uns insbesondere zwei Sorten zur Zimmerhaltung bekannt: Die Große und die Kleine Flamingoblume.

Als immergrüne, ausdauernde Pflanze ziert sie jeden Raum und ganz besonders, wenn sie ihre wundervollen Hochblätter entwickelt. Diese rot leuchtenden Hochblätter werden fälschlicherweise als Blüten bezeichnet, dennoch genießt jeder Pflanzenfreund ihr Erscheinungsbild. Wir beschreiben detailliert die Pflege und Vermehrung der Anthurie.

Pflege

Mit guter Pflege, die Standort, Bodenbeschaffenheit und Bewässerung beinhaltet, gedeiht die Flamingoblume über viele Jahre hinweg. Der erfahrene Pflanzenfreund wird sich sogar an der Vermehrung der Anthurie erfreuen können. Daher ist es von Anfang an wichtig, die optimalen Bedingungen zu schaffen, die mit dem Standort in den Innenräumen beginnt.

Standort

Ihr ursprünglicher Lebensraum sind die Tropen. Das macht das Finden des geeigneten Standortes nicht einfach. Die Tropen sind von dichten Pflanzen und einem fast geschlossenen Blätterdach gekennzeichnet. So mag sie auch im Haus keine direkte Sonneneinstrahlung, auch wenn sie das Licht bevorzugt.

Es gilt also einen Standort zu finden, der halbschattig ist. Gleichzeitig verträgt sie weder Zugluft noch trockene Heizungsluft. Bei einer oder beiden Komponenten wird sie sichtlich leiden und eventuell verkümmern. Ausstrahlende Heizkörper sollten sich demnach keineswegs in der Nähe befinden. Insgesamt sollte die Raumtemperatur 18 bis 25 °C betragen.

Anthurium andreanum, Anthurie als Zimmerpflanze

Somit kann die Anthurie gern auch im Schlafzimmer stehen, das bei vielen Menschen etwas kühlere Temperaturen hat als die übrigen Räume. Auch das Badezimmer eignet sich sehr gut. Die Luftfeuchtigkeit bekommt der Flamingoblume sehr gut.

Keine extremen Temperaturverhältnisse für die Anthurie

Diese tropische Pflanze mag ein harmonisches Klima. Das bedeutet, dass sie auch in keinem Raum von Temperaturen von weniger als 15 °C umgeben sein sollte. Leider gilt dies auch für die Sommermonate, in denen sie auf keinen Fall auf die Terrasse oder den Garten gestellt wird. Vermeiden Sie in jedem Falle direktes Sonnenlicht!

Bodenbedingungen für die Anthurie

In jedem Falle sollte der Boden leicht, locker und durchlässig sein. Hier eignet sich ein sehr durchlässiges Substrat, wie es auch für Orchideen verwendet wird. Auch kleine Kügelchen aus Styropor sorgen dafür, dass die Erde luft- und wasserdurchlässig bleibt. Sie hören es bereits heraus: Die Flamingoblume darf keine Staunässe haben. Auch gute Garten- oder Blumenerde kann hier bereits zu schwer sein, da sie zu lange die Feuchtigkeit behält.

Flamingoblume braucht lockeres Substrat

Auf einen hohen Kalkgehalt sollte verzichtet werden. Die ursprünglich als Aufsitzer lebende Pflanze bevorzugt nährstoffarme Substrate. Im Regenwald sucht sie sich beispielsweise einen Platz zwischen den Gehölzen, die der Regenwald auf dem Boden bietet.

Tipp: Wenn die Flamingoblume regelmäßig Blüten bildet, hat sie den idealen Standort und den richtigen Boden. Produziert sie jedoch keine der roten Hochblätter, ist der Standort zu dunkel und sollte gewechselt werden.

Möglich ist auch ein Substrat, bestehend aus:

  • Torf, Sand und Komposterde
  • Orchideenerde

Gießen

Basis der Flamingoblume ist ein dicker Wurzelstock. Von hier aus wird die Pflanze nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nährstoffen versorgt. Daher wird man bei der Anthurie vergeblich einen ausgiebigen Wurzelballen finden. Das bedeutet gleichzeitig, dass sie nicht austrocknen darf. Die wenigen, dünnen Wurzeln können nur sehr wenig Feuchtigkeit speichern, weshalb ein harmonisches Verhältnis von hoher Luftfeuchtigkeit und Gießwasser ideal ist.

Dass die Pflanze zu wenig Wasser hat, zeigt sie mit dem Abwerfen ihrer Blüten. Daher sollte sie ein- oder zweimal in der Woche gut gegossen werden. Ideal ist Regenwasser oder abgestandenes Wasser, das wenigstens zwei Tage in der Gießkanne gestanden hat. In den Wintermonaten benötigt sie etwas weniger Wasser.

Um die Anthurie zum Blühen zu bringen, wird sie in nur geringer Konzentration gedüngt. Verwenden Sie einen guten Orchideendünger. Orchideen und Anthurien kommen aus demselben Lebensraum und gedeihen auf ähnliche Weise als Aufsitzerpflanzen. Daher kommt für die Flamingoblume auch ein Dünger mit gleichen Nährstoffen in Frage.

Anthurie, Flamingoblume

Gießen und Düngen im Überblick:

  • ein bis zweimal wöchentlich gießen
  • im Winter etwas weniger
  • gedüngt wird nur zwischen Frühjahr und Herbst
  • es eignet sich ein Orchideendünger in sehr geringer Konzentration

Im Winter darf die Oberfläche des Substrats zuweilen austrocknen. Doch noch mehr fehlende Flüssigkeit sollte ihr nicht zugemutet werden. Leitungswasser kann dauerhaft für eine Verkalkung des Bodens sorgen.

Daher ist ein jährliches Umtopfen zu empfehlen, bei dem das Substrat komplett erneuert wird, um jegliche Kalkanteile zu entfernen. Auf Dauer gesehen, kann sich sammelnder Kalk die zarten Wurzeln schädigen, und selbst abgestandenes Leitungswasser enthält noch immer einen geringen Anteil an Kalk.

Daher also:

  • Die Flamingoblume einmal jährlich umtopfen!

Für das Umtopfen ist im Fall der Flamingoblume kein größerer Topf notwendig. Hierbei handelt es sich ausschließlich um den Austausch des mittlerweile verkalkten Substrats. Wird jedoch Regenwasser zum Gießen verwendet, ist ein Umtopfen eventuell nicht notwendig. Richtiger Zeitpunkt zum Umtopfen ist der Frühling. Sollten sich hier viele, lange Wurzeln gebildet haben, wird erst der Topf an allen geknetet, um die Wurzeln vorsichtig zu lösen.

Flamingoblume verträgt kein direktes Sonnenlicht

Dann das Wurzelwerk so weit wie möglich von alter Erde befreien. Der Topf sollte bereits vorbereitet und zu einem Drittel mit Substrat befüllt sein. Dann kommt die Pflanze hinein und wird mit weiterem Substrat aufgefüllt und gut angedrückt. Anschließend gut wässern und überflüssiges Wasser abtropfen lassen.

Schnitt

Dabei werden zuerst kräftige Triebe ausgewählt, die im unteren Bereich über kleine Knoten verfügen. Bei diesen Knoten handelt es sich um Wurzelansätze, die sich ausgebildet sind und sich dennoch sehr gut für die Vermehrung eignen. Mit einem scharfen Messer wird der Trieb unterhalb des Wurzelansatzes leicht schräg durchgeschnitten. Dann kommt der Steckling in ein Glas mit abgestandenem Wasser oder Regenwasser.

Wählen Sie hierfür einen hellen Standort aus, der die Pflanze mit einer Temperatur von 20 – 25 °C verwöhnt. Von nun an können einige Wochen vergehen, bis sich die ersten Wurzeln bilden. Je nach Qualität des Wassers kann ein Wechsel notwendig sein. Achten Sie auch beim Wasserwechsel darauf, nährstoffreiches Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser zu verwenden.

Anthurie sollte jährlich umgetopft werden

Wenn sich endlich lange und feste Wurzeln gebildet haben, kann die neue Flamingoblume eingepflanzt werden. Warten Sie lieber einige Tage, denn zu kurze Wurzeln werden nicht ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgt, was ein Absterben der Pflanze zur Folge hätte.

Vermehrung

Bei dieser guten Pflege wird die Anthurie wachsen und gedeihen. Zum geeigneten Zeitpunkt im Frühjahr kann die Vermehrung der Pflanze erfolgen. Dies geschieht am besten durch die Teilung. Auch der Austausch des Substrats kann in einem Arbeitsgang erledigt werden.

Teilung

Für die Teilung wird die Pflanze aus dem Topf gehoben und mit einem scharfen Messer ganz vorsichtig in zwei oder mehrere Stücke geschnitten. Achten Sie darauf, dass jedes einzelne Teilstück ausreichend Faserwurzeln enthält und ein kleiner Wurzelstock vorhanden ist.

Der Topf sollte bereits einen Anteil von Substrat enthalten, dann werden die geschnittenen Pflanzenteile jeweils in einen Pflanztopf gesetzt. Danach wird der Topf mit weiterem Substrat aufgefüllt und großzügig angegossen. Wichtig ist als abschließender Teil das Abtropfen des Wassers, damit die Wurzeln nicht im Wasser stehen.

Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge verlangt in erster Linie eines: Geduld. Doch die Freude an der Vermehrung lässt sich der Pflanzenfreund nicht nehmen und probiert alle möglichen Optionen. So auch die Vermehrung von Stecklingen, die sehr lange dauern kann.

Die Teilung der Flamingoblume im Überblick:

  • Triebe mit einem Knoten unterhalb des Wurzelansatzes abschneiden
  • die Triebe in ein Glas mit Regenwasser stellen
  • alternativ nehmen Sie abgestandenes Leitungswasser
  • an einen hellen Ort mit einer Temperatur zwischen 20 – 25 °C stellen
  • die Wurzelbildung dauert einige Woche
  • erst nachdem die Wurzeln lang genug sind, wird die neue Pflanze in einen Topf gesetzt

Aussaat

Die Vermehrung mit Samen ist eine Glückssache, kann jedoch gelingen. Voraussetzung dafür ist die Befruchtung der Blüte. Dabei bilden sich kleine, etwas durchscheinende Früchte, die zur Aussaat verwendet werden. Diesen Zeitpunkt sollten Sie nicht verpassen, denn die Samen der Flamingoblume sind zeitlich begrenzt keimfähig und müssen möglichst schnell in die Erde.

Öffnen Sie die kleinen Beeren und nehmen Sie die Samen heraus. Danach muss das Fruchtfleisch ausgewaschen werden, da es die Keimung der Samen hemmt.

Hinweis: Die Samen der Anthurien sind Lichtkeimer, daher werden Sie bei der Aussaat kaum mit Substrat oder Erde bedeckt.

Ausgelegt werden die Samen in eine Anzuchtschale, die mit einem Substrat aus Torf oder Sand befüllt ist. Vor dem Auslegen wird die Oberfläche gut angedrückt, um ein Einsinken der Samen in den Sand zu verhindern. Anstelle einer Anzuchtschale können Sie auch einen Pflanztopf verwenden, der im Anschluss mit einer Plastikfolie oder einem Glas überzogen wird.

Nachdem die Samen auf der Anzuchterde liegen, wird mittels eines Wassersprühers die Erde regelmäßig feucht gehalten. Der Topf sollte an einem hellen Standort stehen, an dem Temperaturen von ca. 20 – 25 °C herrschen. Je nach den gegebenen Bedingungen wird der Anzuchttopf alle zwei bis drei Tage belüftet und mit Wasser besprüht. Die Keimung der Samen erfolgt nach rund zehn bis zwölf Tagen.

Sobald die Keimlinge groß genug sind, um sie mit den Fingern herausnehmen zu können, werden sie vereinzelt. Dabei sollten auch die Wurzeln eine angemessene Größe haben. Ideal ist für die erste Zeit Anzuchterde, die mit den richtigen Nährstoffen ausgestattet ist, um aus den kleinen Jungpflanzen hübsche Flamingoblumen gedeihen zu lassen.

Pflegefehler

Gegenüber anderen, heimischen Pflanzen kann die Pflege der Flamingoblume hin und wieder herausfordernd sein. Das richtige Verhältnis von Luftfeuchtigkeit und Bewässerung ist nicht immer leicht. Einerseits dürfen die Wurzeln nicht zu viel bewässert werden, andererseits verlangen die Pflanzen nach hoher Luftfeuchtigkeit. Bei zu hoher Bewässerung verfaulen die Wurzeln, dann ist schnelles Handeln gefragt, bevor die Anthurien absterben.

Erste Zeichen für zu viel Wasser sind vergilbte Blätter oder das verfrühte Absterben der wunderschönen roten Blüten. In gleichem Atemzug wird sie anfällig gegenüber Schädlingen wie Milben. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Überbewässerung.

Anthurium andreanum mit zweifarbiger Blüte

Schädlinge

Bei einem Befall von Spinnmilben, den Roten Spinnen oder Mehltau muss sehr umsichtig vorgegangen werden. Anthurien reagieren sehr sensibel auf chemische Mittel. Entweder sollten Hausmittel wie Seifenlauge vorsichtig angewendet werden oder die Pflanzen erhalten eine Dusche, bei der sie kopfüber gehalten wird.

Mit dieser Maßnahme sollen die Schädlinge abgebraust werden, ohne dass chemische Pestizide zum Einsatz kommen. Sollte dies dennoch notwendig sein, ist eine Probesprühung an ein oder zwei Blättern vorerst empfohlen. Reagiert die Anthurie positiv, kann nach und nach auch die gesamte Pflanze behandelt werden.