Aquilegia, Akeleien

Eine der ältesten heute noch vorkommenden Blühpflanzen sind die Akeleien. Dieser Pflanze mit herausragender Eleganz und den futuristisch anmutenden Blüten hat man in der Menschheitsgeschichte zahlreiche Namen gegeben: Elfenschuh, Gotteshut oder auch Narrenkappe, um nur ein paar zu nennen. Wie Sie die pflegeleichten Akeleien in Ihrem eigenen Garten kultivieren, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Gattung: Aquilegia
  • etwa 70 Arten und zahlreiche Hybriden
  • Trivialnamen: Elfenschuh, Narrenkappe, Glockenblume, Zigeunerglocke, Teufelsglocke, Gotteshut
  • Herkunft: gemäßigte Breitengrade der Nordhalbkugel
  • krautige, meist drei- bis fünfjährige Pflanze
  • Wuchshöhe: 15 bis 90 cm (sortenabhängig)
  • Blütezeit: je nach Art zwischen Mai und Juli
  • Blüte: ein- oder mehrfarbig, gefüllt oder ungefüllt
  • sommergrün

Aquilegia, Akeleien

Akeleien gehören zu den winterharten Staudenpflanzen, die im Frühsommer in den unterschiedlichsten Farben blühen. Die Akelei ist eine mehrjährige Pflanze, aber in der Regel recht kurzlebig. Selten wird die elfenhafte Staude älter als vier bis fünf Jahre. Allerdings vermag die Akelei durch die leichte Selbstaussaat über einen sehr langen Zeitraum einen Standort zu bewachsen. Den Winter übersteht die verdickte Wurzel im Erdreich. Alle oberirdischen Pflanzenteile sterben daher ab. Im Frühjahr schieben sich kleine, kugelige Blattknospen aus dem Boden, die sich zu meist dreilappigen Blättern entrollen und einen dichten Habitus bilden.

Die Pflanzengattung Aquilegia aus der Familie der Hahnenfußgewächse ist damit in allen gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel heimisch. Einige Arten stammen dabei auch aus dem nördlichen Afrika. Heutzutage ist die Akelei insbesondere in vielen Gärten und Parkanlagen zu finden, aber leider nicht mehr überall in der Natur. In vielen Regionen Norddeutschlands ist sie inzwischen fast ausgestorben. Daher steht die ungewöhnliche Staude unter Naturschutz und darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden.

Aquilegia, Akeleien

Pflege

Hinter der der bezaubernden Staude verbirgt sich deshalb ein nahezu unendliches Repertoire an Blühpflanzen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Da die einzelnen Arten leicht unterschiedliche Standortansprüche haben, ist es einfach, die passende Pflanze für den eigenen Garten zu finden.

Standort

Dabei ist die farbenfrohe Staude für die Pflanzung romantisch gestalteter Gärten prädestiniert. Zusammen mit Glockenblumen (Campanula), Rosen oder auch Nelken bilden sie wunderbar ästhetische Kombinationen. Dabei bevorzugen Akeleien sonnige Standorte, die im wandernden Schatten hoher Bäume oder einer Mauer stehen. Besonders widerstandsfähig gilt die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), die Zwergakelei (Aquilegia flabellata) und die Rocky Mountain Akelei (Aquilegia caerulea). Diese Universalarten tolerieren auch sehr sonnige und trockene Stellen im Garten problemlos und zeichnen sich zudem als besonders kälteresistent aus.

  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
  • am besten durch andere Stauden teilbeschattet
  • durchgehende, pralle Sonne vermeiden
  • je dunkler der Standort, umso geringer die Wuchshöhe

Gegen starke Wurzelkonkurrenten kann sich die Akelei nur unzureichend durchsetzen. Deshalb empfehlen sich als Nachbarbepflanzung im Beet keine starkwüchsigen Pflanzen mit ausgeprägtem Wurzelwachstum. Ideale Nachbarn sind Bodendecker wie der Phlox oder Kissennelken, aber auch Funkien und das Tränende Herz machen sich ausgezeichnet in Kombination mit der Akelei.

Aquilegia, Akeleien

Bodenbeschaffenheit

Deutlich anspruchsvoller zeigt sich die filigrane Akelei bezüglich der Bodenverhältnisse. Bis auf wenige Ausnahmen lieben die Stauden ein gut durchlässiges Substrat, das dennoch die Feuchtigkeit gut speichern kann.

  • mäßig feucht
  • humos
  • sandhaltig
  • durchlässig und nährstoffreich
  • pH-Wert: stark artenabhängig
  • Steingartensorten gedeihen in kiesig-sandiger Erde
  • im Kübel eignet sich Blumenerde mit Sand oder Splitt gemischt

Vermeiden Sie alle Plätze, an denen die Aquilegia von Staunässe bedroht ist. Keine der Akeleiarten mag nasse Füße. Es gibt aber spezielle Arten, die auch mit den trockenen und sonnigen Bedingungen im Steingarten gut zurechtkommen.

Pflanzzeit

Topfpflanzen sind dazu meist nur im Frühjahr in Gartencentern oder im Fachhandel erhältlich. Diese können direkt nach dem Kauf an den entsprechend vorbereiteten Platz im Garten gepflanzt werden, insofern keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Das ist zudem ab etwa Mitte Mai der Fall. Sehr viel häufiger sind die Samen der Akelei erhältlich, manchmal auch Knollen.

Aquilegia, Akeleien

Pflanzen im Beet

Zudem die Akelei zu den mehrjährigen Stauden gehört, lohnt es sich, vor der Pflanzung den Boden optimal vorzubereiten, um gleich für die optimalen Startbedingungen zu sorgen. Harken Sie dazu die Pflanzstelle gründlich durch, um den Boden aufzulockern, und entfernen Sie alle alten Wurzeln, große Steine und Unkraut. Um den Boden gut wasserdurchlässig zu machen und den Nährstoffgehalt zu erhöhen, mischen Sie ein paar Hände voll groben Sand und Kompost unter. Stauden wie die Akelei sehen deshalb besonders attraktiv aus, wenn sie in Gruppen von 5 bis 10 Exemplaren derselben Sorte gepflanzt werden.

  • Pflanzabstand: halbe Wuchshöhe (je nach Sorte 20 bis 40 cm)
  • mindestens drei Pflanzen derselben Sorte zusammenpflanzen
  • Wurzelballen im Topf gut wässern
  • Pflanzloch: zweifache Größe des Pflanzgefäßes
  • an feuchten Standorten Drainage aus Splitt anlegen

Setzen Sie die Akelei auf gleichem Niveau wie vorher ein und füllen das Loch mit humoser Erde auf. Diese darf nur leicht angedrückt werden, da die Wurzeln sehr fein und empfindlich sind. Damit die Akelei danach gut einwachsen kann, bekommt sie abschließend eine gut dosierte Menge Wasser.

Aquilegia, Akeleien im Gartenbeet

Anzucht

Anzucht aus Samen

Sobald der Boden im Frühjahr frostfrei ist und bearbeitet werden kann, ist eine Aussaat direkt ins Freiland möglich. Wer seinen Pflanzen einen Vorsprung verschaffen möchte, kann sie auch schon ab Februar auf der Fensterbank oder ab März im Frühbeet vorziehen. Selbst gezogene Elfenblumen haben den Nachteil, dass der Gärtner im ersten Jahr oft vergeblich auf eine üppige Blütenfülle wartet. Lediglich Schnittblumen werden anschließend großflächig ins Beet gesät. In allen anderen Fällen ist es sinnvoll, die Samen der Akelei in Reihen auszusäen, damit sie später besser herausgenommen und verpflanzt werden können.

  • Freiland: Mitte Mai
  • Vorzucht im Frühbeet: ab März
  • Vorzucht im Haus: Februar bis April
  • Samen mit feinem Sand mischen
  • entlang einer feinen Linie auf die feinkrümelige Erde streuen
  • dünn mit Sand bedecken und vorsichtig angießen
  • Keimdauer: 5 bis 6 Wochen

Während der Keimung sollten die Samen konstant feucht gehalten werden. Zeigen sich die ersten richtigen Blätter nach den Keimblättern, werden die Jungpflanzen an ihren endgültigen Standort versetzt. Dabei ist je nach Sorte ein Abstand zwischen etwa 20 und 40 cm einzuhalten, was in etwa der halben Wuchshöhe der Akelei entspricht.

Stratifizieren

Einige wenige Arten der Akelei wie die Aquilegia chrysantha benötigen eine Kälteperiode vor der Keimung. Hierzu muss der Samen für einige Wochen bei Temperaturen unter 5 Grad feucht gelagert werden, um die Keimhemmung aufzuheben. Die Samen können dazu entweder vier Wochen früher ins Freiland gesät werden (an einem frostfreien Tag) oder in einer Tüte mit feuchtem Sand im Kühlschrank gelagert werden.

Aquilegia, Akeleien gibt es mit verschiedenen Blütenfarben

Gießen

Die unterschiedlichen Aquilegia-Arten wachsen im Allgemeinen am besten auf leicht feuchtem Substrat. Eingewachsene Exemplare überstehen auch trockene Phasen meist gut, auch wenn die Dauer der Blüte dadurch etwas nachlässt. Steingarten-Akeleien, wie die Zwerg-Akelei (Aquilegia flabellata), zeigen sich insgesamt toleranter gegenüber Trockenheit. Zu den trockenresistenten Akeleien gehören fast alle Wildarten, da sie in der Natur in Höhenlagen von 500 bis 4000 Metern vorkommen und damit an karge Böden und Trockenheit adaptiert sind. Anhaltende Staunässe verträgt keine der Pflanzen.

Düngen

Wuchskraft und Blühwilligkeit der elfenhaften Blume können durch eine Düngergabe im Frühjahr unterstützt werden. Dazu eignet sich reifer Kompost, der vorsichtig unter die Gartenerde gemengt wird. Als Alternative sind Hornspäne, Hornmehl oder ein Langzeituniversaldünger für Stauden zu empfehlen. Stallmist, Dung und mineralische Dünger hingegen verbrennen die feinen Wurzeln der Akelei, sodass von deren Verwendung abzusehen ist.

Akeleien im Steingarten gedeihen in Anlagen mit neutralen oder basischen Bodenverhältnissen langfristig besser. Gezielte Gaben von Kalk heben daher den pH-Wert an und machen auch weniger geeignete Standorte passabel für die schöne Blume. Um Fehler auszuschließen, sollte sich der Gärtner in diesen Fällen nicht auf sein Gefühl verlassen. Im Handel sind Teststreifen erhältlich, die ein zuverlässigeres Ergebnis liefern.

Aquilegia, Akeleien

Schneiden

Schneiden Sie verwelkte Blüten heraus, wenn Sie eine Selbstaussaat verhindert möchten. Dies empfiehlt sich vor allem bei den mehrfarbigen Edelsorten, denn die vitalen Nachkommen bilden sich wieder zur einfarbigen Naturform zurück. Wird die Staude nach der Blüte bodennah eingekürzt, bewirkt das in vielen Fällen eine zweite, wenn auch deutlich verkürzte Blüte. Es empfiehlt sich, beim Schnitt der als Giftpflanze eingestuften Staude Handschuhe zu tragen und Hautkontakt zu vermeiden.

Überwintern

Bereits im Spätsommer nimmt das Laub eine rötliche Färbung an, bevor sich die Pflanze völlig in die Erde zurückzieht. Alle Arten der Aquilegia sind in unseren Breitengraden als sehr gut winterhart einzustufen. Ihre Frostresistenz liegt je nach Sorte zwischen -20 und teilweise -40 Grad, sodass selbst kälteste Winter der Staude nichts anhaben können. Aus diesem Grund benötigt die Akelei keinerlei Winterschutz.

Vermehren

Eine Akelei vermehrt sich leicht durch Selbstaussaat. Oft ist das nicht erwünscht, da sich die Nachkommen einiger Zuchtarten mit zweifarbigen Blüten wieder zur einfarbigen Variante zurückentwickeln. Zudem kann sich die Staude auch derart ausbreiten, dass sie zur regelrechten Plage wird. Neben der Anzucht aus Samen kann die Akelei auch durch Teilung vermehrt werden.

Aquilegia, Akeleien mit grünen Blättern

Samen

Idealerweise werden die Samen der Akelei im Frühjahr ausgesät. So haben die jungen Stauden ausreichend Zeit, sich vor dem Winter an ihrem Standort zu etablieren. Selbst gesammelte Samen sind damit allerdings bei Züchtungen der Akelei nicht sortenrein. Wer diese also aussät, kann sich auf eine Überraschung einstellen, was die Wuchshöhe sowie die Farbe und Form der Blüte angeht.

  • Zeitpunkt: Frühjahr (Februar bis Ende April)
  • die Samen der meisten Sorten müssen nicht vorbehandelt werden
  • Substrat: Kakteenerde, Aussaaterde, Anzuchterde
  • Keimtemperatur: 17 bis 20 Grad
  • Standort: halbschattig
  • Substrat leicht anfeuchten
  • Samen aufstreuen
  • nicht zu nah aussäen
  • Zimmergewächshaus verwenden
  • alternativ einen durchsichtigen Plastikbeutel überstülpen
  • Keimdauer: etwa 4 bis 5 Wochen
  • ab 5 cm Wuchshöhe in einzelne Töpfe pikieren
  • ab Mitte Mai ins Freiland pflanzen

Aquilegia, Akeleien

Ausnahmen bilden hier die wenigen Kaltkeimer wie die Aquilegia chrysantha. Diese benötigen eine etwa vierwöchige Kälteperiode. Die Samen entweder in einen Beutel mit feuchtem Sand legen oder auch die Anzuchtgefäße ins Gemüsefach des Kühlschranks stellen.

Teilung

Bei größeren Stauden ist es zudem möglich, diese im Sommer, direkt nach der Blüte durch Teilung des Wurzelstocks zu vermehren. Dieses Unterfangen ist bei der Akelei etwas riskant, da der Wurzelhals sehr filigran ist.

  • Zeitpunkt: direkt nach der Blüte
  • Pflanze vorsichtig ausgraben
  • Erde aus der Wurzel schütteln
  • mit einem scharfen Messer das Rhizom durchtrennen
  • von oben nach unten schneiden
  • maximal drei Teile produzieren
  • Blattwerk auf die Hälfte reduzieren
  • sofort wieder eingraben und angießen
  • auf die richtige Lage im Boden achten

Damit die neuen Pflanzen nicht mit der Versorgung des Laubes überfordert sind – schließlich müssen sie zunächst neue Wurzeln bilden – sollte vor dem Einpflanzen etwa die Hälfte der Blätter entfernt werden. Nach wenigen Wochen hat sich die Pflanze erholt und bildet neue Blätter.

Krankheiten

Es gibt keine speziellen Krankheiten, die bei der alten Kulturpflanze auftreten. Wird die Akelei dabei beispielsweise von Mehltau befallen, lässt das auf einen Standort- oder Pflegefehler schließen. Möglicherweise ist der Boden damit zu feucht oder schwer.

Aquilegia, Akeleien

Schädlinge

Wollläuse

Akeleien sind anfällig für einen Befall mit Wollläusen, die an nahezu allen Pflanzenteilen – vor allem aber an den Blättern – saugen und somit die Pflanze schwächen. Wollläuse sind an einem feinen, wollartigen Gespinst zu erkennen, das sich über das Laub zieht. Um die Parasiten zu entfernen, werden zunächst stark befallene Pflanzenteile abgeschnitten. Zudem können die Blätter vorsichtig mit Wasser abgeduscht werden, auch an der Unterseite der Blätter.

Akelei-Gallmücken

Mitunter können damit auch Gallmücken die zarten Knospen der Aquilegia befallen. Die winzigen Insekten sind mit ihrer Körpergröße von etwa zwei Millimetern kaum auf der Pflanze erkennbar. Dafür kennen viele Gärtner ihre Larven, die rötlich gefärbt sind. Es reicht in der Regel aus, befallene Knospen herauszubrechen und diese im Hausmüll zu entsorgen.