Asparagus, Zierspargel

Mit einer majestätischen Statur und dichtem, filigranem Blätterkleid, dominiert der prachtvolle Asparagus, Zierspargel in Wohnräumen das Erscheinungsbild. Der enge Verwandte des edlen Gemüsespargels trumpft auf mit dekorativen, kletternden oder hängenden Ranken und bis zu 150 cm Wuchshöhe. Damit die immergrüne Charaktergestalt Asparagus zu voller Schönheit aufläuft, kommt es auf die richtige Pflege an. Diese Anleitung erläutert detailliert, wie Sie einen Asparagus erfolgreich kultivieren.

Steckbrief

  • Gattung: Spargel (Asparagus)
  • Bezeichnung der Art: Zier-Spargel (Asparagus densiflorus ssp.)
  • kletternder, immergrüner Halbstrauch
  • beheimatet in Südafrika
  • Temperaturminimum: 10 Grad Celsius
  • Wuchshöhen von 80 bis 150 cm
  • kräftige, knollenartige Wurzeln
  • Ranken oder schmale Wedel sind besetzt mit nadelartigen Scheinblättern
  • unscheinbare, duftende Blüten im Juni und August
  • rote oder orangefarbene, giftige Beeren im Herbst

Mit seinen nadelartig beblätterten Ranken und Wedeln setzt sich Zierspargel in Wohnräumen als immergrünes Kunstwerk in Positur. Arrangiert am Rankgitter oder im innovativen Hanging Basket, fungiert die majestätische Blattschmuckpflanze als florales Gestaltungselement, ohne nach umfangreichem Pflegeaufwand zu verlangen.

Im Gegensatz zu seinem engen Verwandten, dem köstlichen Speise-Spargel, verträgt der südafrikanische Zier-Spargel keine Kälte, sodass er die Herzen der Hobbygärtner als dominante Zimmerpflanze erobert hat. Diese Pflege-Anleitung beleuchtet alle Aspekte einer gelungenen Kultivierung detailliert und praxisorientiert.

Asparagus densiflorus
Asparagus densiflorus

Pflege

Explizit als Zierspargel bezeichnen Botaniker die Art Asparagus densiflorus. Weitere Arten überzeugen mit einem ähnlich dekorativen Habitus, wie Sicheldorn-Spargel (Asparagus falcatus) oder Federspargel (Asparagus setaceus), die aus Sicht des Gärtners allesamt dem Zierspargel zugeordnet werden. Die folgende Pflege-Anleitung umfasst daher alle Asparagus-Arten, die sich für die Kultivierung als Zimmerpflanze einen Namen gemacht haben.

Standort

Standort in Wohnräumen

Alle Arten von Zierspargel favorisieren einen hellen Standort, der nicht unter direkte Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit geraten kann. Ebenso flexibel erweist sich ein Asparagus hinsichtlich der idealen Temperaturen. Solange die Quecksilbersäule die 10-Grad-Marke übersteigt, ist alles im grünen Bereich.

Diese Anforderungen eröffnen Ihnen eine Vielzahl an Optionen, um Ihre Zimmerpflanze in die Wohnraumgestaltung zu integrieren:

  • am Westfenster mit viel Licht den ganzen Tag hindurch und milder Sonneneinstrahlung am Nachmittag
  • am Ostfenster mit ganztägig hellen Lichtverhältnissen, ergänzt durch direkte Morgensonne
  • am Südfenster, sofern eine Gardine die Intensität der Mittagssonne dämpft

Pralle Sonnenstrahlen sind für einen Zierspargel deshalb von Nachteil, weil die zarten Ranken und Fiederblätter innerhalb kurzer Zeit vergilben. Zu geringer Lichteinfall, wie er am Nordfenster herrscht, verursacht demgegenüber lange, unbeblätterte Geiltriebe.

Asparagus, Zierspargel im Gartenbeet
Asparagus, Zierspargel

Standort im Freien

Sofern die nächtlichen Temperaturen nicht mehr unter 10 Grad Celsius fallen, nimmt Zierspargel einen Platz unter freiem Himmel dankbar an. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie die imposante Blattschmuckpflanze von Mitte Mai bis Anfang September auf den Balkon oder die Terrasse umsiedeln.

Wählen Sie hier bitte eine halbschattige Lage, geschützt vor Wind und Regen. Kreative Hobbygärtner integrieren die opulente Grünpflanze inmitten absonniger Blumenbeete, wo die zartgrünen, dichten Ranken wunderbar kontrastieren mit den leuchtenden Blütenfarben. Hierzu setzen Sie einen Asparagus kurzerhand mit Topf und eventuellem Rankgitter in die Erde, damit die Pflanze vor dem Winter problemlos eingeräumt werden kann.

Luftfeuchtigkeit

Beheimatet in den tropischen Regionen Afrikas, präferiert Zier-Spargel eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent und höher. Gerne wird die Blattschönheit daher verwendet, um Räumlichkeiten mit einer hohen Luftfeuchte zu dekorieren. Platzieren Sie die Pflanze beispielsweise im Badezimmer, im Hallenbad, in der Nähe der Sauna oder in anderen Spa-Räumen mit ausreichenden Lichtverhältnissen.

Nimmt ein Asparagus hingegen im Wohnzimmer einen Logenplatz ein, gleichen Sie die geringe Luftfeuchtigkeit bitte aus mithilfe von Luftbefeuchtern, einem Zimmerbrunnen oder einem Aquarium. Sie erzeugen ein feuchtes Mikro-Klima in unmittelbarer Umgebung der Pflanze, wenn Sie den Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser füllen. Stellen Sie dabei sicher, dass kein Wasser über die Bodenöffnung ins Substrat aufsteigen kann.

Asparagus densiflorus
Asparagus densiflorus

Sprühen Sie den Einwanderer aus tropischen Savannen täglich mit weichem Wasser ein, läuft er zu seiner vollen Schönheit auf. Das gilt zumindest während der zentralen Vegetationsphase von April bis Oktober.

Gießen

Der Wasserbedarf des tropischen Halbstrauchs befindet sich während der Wachstumsperiode auf hohem Niveau, um dann spürbar abzusinken.

So regulieren Sie den Wasserhaushalt richtig:

  • von April bis September/Oktober reichlich gießen mit kalkfreiem Wasser, ohne Staunässe zu verursachen
  • immer dann wässern, wenn die Oberfläche des Substrats angetrocknet ist
  • das weiche, zimmerwarme Wasser langsam auf die Erde laufen lassen, bis sich der Untersetzer füllt
  • nach 20 Minuten das überschüssige Wasser ausgießen, sofern der Untersetzer nicht mit Kiesel gefüllt ist
  • von November bis März nur noch so viel gießen, dass die Pflanzenerde nicht austrocknet

Dieser Gieß-Rhythmus geht konform mit den klimatischen Bedingungen im natürlichen Habitat von Asparagus. Im Verlauf der schwül-warmen Regenzeit fallen dort mehr als 80 Prozent des gesamten jährlichen Regenaufkommens. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich auf die kühlere Trockenzeit.

Asparagus densiflorus
Asparagus densiflorus

Düngen

Seine unkomplizierten Ansprüche an die Pflege stellt der Zierspargel dabei in Punkto Nährstoffversorgung unter Beweis. Kleine bis mittelgroße Exemplare düngen Sie von April bis September alle 2 Wochen mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen. Einen majestätischen Asparagus mit mehr als 100 cm Wuchshöhe verwöhnen Sie hingegen wöchentlich mit zusätzlicher Nahrung. Zwischen Oktober und März stellen Sie die Nährstoffzufuhr ein.

Schneiden

Dank ihrer genügsamen Schnittverträglichkeit, halten Sie die exotische Blattschmuckpflanze problemlos in Form. Zu lange Triebe können daher jederzeit eingekürzt werden. Sofern die Pflanze in ihrer Gesamtheit die gewünschten Dimensionen sprengt, erhält sie einen radikalen Rückschnitt.

Für diese eingreifende Pflege-Maßnahme empfehlen wir einen Termin am Ende der winterlichen Ruhephase im März. Bei älteren Exemplaren achten Sie bitte auf eventuelle Dornen, die sich im verholzenden Teil einer Ranke bilden können. Im fortgeschrittenen Alter überrascht ein Zierspargel ab und zu mit einer duftenden, weißen Blüte. Schneiden Sie die verwelkten Blütenstände nicht zurück, da sich daraus dekorative, kleine Beeren entwickeln.

Asparagus, Zierspargel - eine immergrüne Charaktergestalt
Asparagus, Zierspargel

Überwintern

Wie diese Pflege-Anleitung bereits aufzeigte, richtet sich die Kultivierung nach den beiden tropischen Vegetationszyklen mit feucht-warmer Regenzeit und kühler Trockenzeit.

So geleiten Sie einen Zier-Spargel unbeschadet durch die Winterzeit:

  • die Pflanze an einen hellen, kühlen Standort verbringen mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius
  • die Gießmenge so reduzieren, dass die Erde nur leicht feucht ist und nicht vollkommen austrocknet
  • lediglich ein bis zwei Mal pro Woche einsprühen
  • von Oktober bis März keinen Dünger verabreichen

Eine durchgängige Pflege bei Zimmertemperaturen ist möglich, wirkt sich hingegen negativ auf die Haltbarkeit des tropischen Kletterkünstlers aus. Als problematisch erweist sich während der kalten Jahreszeit die trockene Heizungsluft in Wohnräumen. Vermeiden Sie daher einen Standort in der Nähe eines aktiven Heizkörpers und setzen das tägliche Einsprühen konsequent fort.

Umtopfen

In zeitlichen Intervallen von 2 bis 3 Jahren haben die kräftigen Rhizome den Kulturtopf vollständig vereinnahmt. Wachsen die ersten Wurzelstränge aus der Bodenöffnung heraus, wird das Pflegeprogramm erweitert um den Tagesordnungspunkt ‚Umtopfen‘. Ein guter Termin für diese Maßnahme ist im März, kurz vor Beginn der neuen Vegetationsperiode.

Substrat

Schenken Sie der Qualität des Substrats bitte Ihre besondere Beachtung. Da ein Zierspargel darin über mehrere Jahre seine kräftigen Wurzeln ausstreckt, kommt eine gängige Blumenerde vom Discounter nicht in Betracht. Der darin befindliche hohe Anteil von Torf führt auf Dauer zu einer extremen Verdichtung, was zulasten der Wasserspeicherung und Durchlässigkeit erfolgt.

Asparagus plumosus nanus
Asparagus plumosus nanus

Greifen Sie stattdessen zu einer strukturstabilen Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis mit wenig oder keinem Torf. Eine gute Wahl sind hochwertige Tonsubstrate mit Naturton, Rindenhumus, Kokosfasern und Perlite. Bestens bewährt hat sich für Zierspargel die torffreie Einheitserde CL T Classic mit Kokopeat, Holzfasern und Substratkompost.

Pflanzgefäß

Charakteristisch für Asparagus ist dabei das kräftige Wurzelsystem mit dicken Rhizomen. Diese neigen im Verlauf des Wachstums dazu, sich nach oben zu drücken. Wählen Sie daher einen Topf, der eine ausreichende Distanz gewährleistet zwischen Substrat und Gefäßrand, damit die Wurzeln Platz finden. Fernerhin ist eine Bodenöffnung als Wasserablauf unverzichtbar, damit überschüssiges Gießwasser sich nicht staut.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Stehen frisches Substrat und ein neuer Topf griffbereit, nehmen Sie die Arbeit in dieser Abfolge in Angriff:

  • auf dem Topfboden eine Drainage anlegen mit Blähtonkugeln oder Tonscherben
  • darüber ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies legen, zum Schutz vor Verschlämmung
  • eine erste Schicht des gewählten Substrats einfüllen
  • den Zierspargel austopfen und die ausgediente Erde abschütteln
  • unter Bewahrung der bisherigen Pflanztiefe mittig in den Topf setzen
  • so mit Substrat auffüllen, dass der empfohlene Abstand zum Topfrand entsteht

Erhalten Sie im Rahmen des Umtopfens freie Sicht auf den Wurzelballen, nutzen Sie diese Gelegenheit für eine Reinigungsaktion. Faulige, kümmerliche Wurzelstränge können jetzt herausgeschnitten werden. Am Ende drücken Sie die Erde gut an und gießen reichlich bemessen an mit weichem Wasser.

Asparagus plumosus nanus
Asparagus plumosus nanus

Vermehren

Hat ein Zierspargel Sie dann mit seinen prachtvollen Attributen restlos überzeugt, ziehen Sie ganz einfach weitere Exemplare heran. Die vegetative Vermehrung durch Teilung birgt dabei den Vorteil, dass die replizierten Jungpflanzen exakt die Eigenschaften ihrer Mutterpflanze aufweisen. Da Sie im Rahmen des Umtopfens den Wurzelballen ohnehin in Händen halten, ist dies der beste Termin für die Teilung.

So machen Sie es richtig:

  • im Februar/März den Zierspargel austopfen
  • den Wurzelballen auf eine stabile Unterlage legen
  • mit einer Säge oder einem scharfen Messer in zwei oder mehr Teile zerschneiden
  • ein Segment verfügt über mindestens 2 Triebe

Jedes Teilstück topfen Sie sogleich ein in frisches, lockeres Substrat und gießen an. Wichtig zu beachten ist, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Vom Start weg pflegen Sie einen verjüngten Asparagus wie ein adultes Exemplar.

Krankheiten

Von Pflanzenkrankheiten im eigentlichen Sinn wird Zierspargel in der Regel verschont. Kommt es zu gesundheitlichen Problemen, resultieren diese häufig aus Versäumnissen in der Pflege.

Asparagus mit dichtem, filigranem Blätterkleid
Asparagus, Zierspargel

Die häufigsten Ursachen mit Tipps zu deren Behebung haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Trockenheit

  • Symptom: Abwurf der Blätter
  • Lösung: den Wurzelballen dabei in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • in der Folge regelmäßig gießen

Nährstoffmangel

  • Symptom: Gelbe Blätter
  • Lösung: von April bis September wöchentlich oder 14-tägig düngen

Lichtmangel

  • Symptom: Lange, unbeblätterte, schwache Triebe
  • Lösung: Standortwechsel an einen hellen, nicht vollsonnigen Standort

Färben sich die filigranen Blätter braun, ist dies zumeist ein Hinweis auf Staunässe und seltener auf Trockenheit. Überprüfen Sie das Substrat per Daumenprobe. Sollte es vollständig durchnässt sein, topfen Sie den leidenden Zierspargel bitte um in frische Erde und reduzieren die Menge des Gießwassers.

Asparagus plumosus nanus
Asparagus plumosus nanus

Schädlinge

Es sind vornehmlich Schildläuse, die einen Asparagus als Zimmerpflanze im Visier haben. Unabhängig davon, ob es sich um Napf-, Deckel-, Schmier- oder Wollläuse handelt; alle Unterarten dieser Insektenart verfügen über hochspezialisierte Mundwerkzeuge, mit denen sie einem Zierspargel den Lebenssaft rauben.

Da sich die Schädlinge zu Meistern der Tarnung entwickelt haben, sollte die Pflanze regelmäßig auf einen Befall untersucht werden. Erkennbar ist die Anwesenheit von Schildläusen anhand weißer Gespinste, Flecken und Höckern auf den Blättern und mit braunem Honigtau verkrusteter Triebe.

Diese Bekämpfungsmittel haben sich bewährt:

  • eine robuste Pflanze mehrfach Überkopf abbrausen
  • befallenen Zierspargel für mehrere Tage in einen luftdichten Plastiksack packen
  • wiederholt besprühen mit einem Mix aus 1 Liter Wasser und 1-2 Esslöffeln Paraffinöl
  • ein weiches Tuch mit Alkohol tränken, um die Blätter und Triebe abzuwischen

Da Schildläuse zu einer explosionsartigen Vermehrung neigen, sind andere Pflanzen ebenfalls gefährdet. Es ist daher sinnvoll, einen infizierten Zier-Spargel unter Quarantäne zu stellen. Wählen Sie hierzu einem hellen, kühlen Raum mit Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius, da die Plagegeister derartige Rahmenbedingungen als äußerst ungemütlich empfinden und abwandern.

Sofern die empfohlenen Hausmittel keinen durchschlagenden Erfolg erzielen, rücken systemische Insektizide in den Fokus. Für die Anwendung in Wohnräumen haben sich Bekämpfungsmittel in Stäbchenform als effektiv herausgestellt, da sie ins Substrat gegeben werden und über die Pflanzenbahnen gegen die Schildläuse wirken.

Asparagus plumosus nanus
Asparagus plumosus nanus