Aspidistra elatior, Schusterpalme, Schildblume, Eisenpflanze

Die Schusterpalme ist eine attraktive und opulente Blattschmuckpflanze, wobei Aspidistra elatior die einzige Aspidistra-Art ist, die als Zimmerpflanze gehalten wird. Mit echten Palmen hat sie allerdings nichts zu tun. Ihr ganzer Schmuck sind die dunkelgrünen, gestielten und glänzenden Blätter, die sie gekonnt in Szene setzt. Sie ist bekannt für ihre Anspruchslosigkeit und nimmt den einen oder anderen Pflegefehler nicht übel.

Steckbrief

  • Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Gattung: Schusterpalmen
  • Herkunft: China und Japan
  • wissenschaftlicher Name: Aspidistra elatior
  • deutsche Namen: Schusterpalme, Metzgerpalme, Schildblume, Eisenpflanze
  • Wuchs: langsam wüchsig, immergrün, mehrjährig, ausdauernd, krautig
  • Wuchshöhe: 50 – 70 cm
  • Blatt: dunkelgrün, teils mit hellen Längsstreifen, länglich, gestielt, bis 70 cm lang
  • Blütezeit: Herbst
  • Blüte: bräunlich-violett, bodennah, eher selten

Die auch als Metzgerpalme oder Schildblume bekannte Schusterpalme kommt ursprünglich aus den Wäldern Chinas und Japans. Ihre Gattung umfasst mehr als 100 Arten, die größtenteils im Freiland kultiviert werden. Hierzulande ziert Aspidistra elatior als immergrüne Zimmerpflanze viele Wohn- und Büroräume.

Neben rein grünen gibt es auch buntblättrige Sorten der Art Aspidistra elatior mit weißen oder cremefarbenen Längsstreifen. Mit etwas Glück und entsprechender Pflege können ältere Exemplare auch Blüten hervorbringen, die sehr exotisch anmuten. Sie sind bräunlich-violett und sitzen direkt auf dem Boden.

Aspidistra elatior, Schusterpalme blüht im Herbst

Pflege

Nur wenige Pflanzenarten sind so genügsam und anspruchslos wie die Schusterpalme. Sie kommt mit Standorten und Bedingungen zurecht, die für andere Pflanzen problematisch werden könnten. Dennoch ist diese Zimmerpflanze für eine gute Pflege dankbar und revanchiert sich mit einem stattlichen Wuchs, saftig grünen Blättern und vielleicht sogar Blüten.

Standort

Den Namen Schusterpalme verdankt diese Pflanze der Tatsache, dass sie in der Vergangenheit häufig in eher lichtarmen Schusterwerkstätten ihr Dasein fristete. Das zeigt, dass sie bei der Standortwahl relativ variabel ist. Sie lässt sich bei verschiedensten Licht- und Temperaturverhältnissen optimal in Szene setzen. Am besten gedeiht sie jedoch an halbschattigen bis schattigen Standorten. Ein zu sonniger Platz bzw. einer in direkter Sonne sollte jedoch vermieden werden. Das gilt besonders für die buntlaubigen Sorten.

Dennoch benötigen gerade die buntlaubigen Exemplare etwas mehr Licht als die rein grünen. Nur so können sich die hellen Streifen auf den Blättern bilden. Direkte Sonne kann aber auch hier zu  Verbrennungen der Blätter führen. Was die Temperatur angeht, kann der betreffende Raum sowohl warm als auch kühl sein.

Vom Frühjahr bis zum Herbst kann die Schusterpalme Aspidistra elatior auch an einem geschützten Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon stehen, sollte aber vor den ersten Frösten wieder ins Haus. Im Freien ist zudem ein Regenschutz empfehlenswert bzw. ein vor Regen geschützter Platz.

Boden

Die Beschaffenheit des Bodens trägt entscheidend zu einem gesunden und prächtigen Wuchs der Schusterpalme bei. Sehr gut eignen sich auf Kompost basierende Blumenerden sowie spezielle Palmenerde mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. In der Regel ist der jeweilige pH-Wert auf der Verpackung angegeben. Um optimale Wuchsbedingungen für diese Pflanze zu schaffen, kann man ein geeignetes Substrat auch selbst herstellen.

Aspidistra elatior wird auch Schildblume genannt

Dazu mischt man 4 Teile handelsübliche Blumen- oder Einheitserde, mit 2 Teilen tonhaltiger Ackererde, 1 Teil Quarzsand und 1-2 Teilen Blähton oder Lavagranulat. Sicherheitshalber kann man im Anschluss mit einem Teststreifen den pH-Wert noch mal kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Sollte der Wert über 6,5 liegen, kann man ihn durch die Zugabe von Torf oder Lauberde absenken.

Pflanzen/Umtopfen

Am besten gedeiht die Schusterpalme, wenn sie ungestört wachsen kann. Trotz allem muss auch sie  von Zeit zu Zeit umgetopft werden. Das sollte etwa alle 4-5 Jahre passieren oder sobald der Topf zu klein geworden ist und die Wurzeln bereits über den Topfrand wachsen.

  • bester Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr
  • Pflanzgefäß sollte geräumig sein, der Wurzelballen ist relativ mächtig
  • erste Lage ist eine Drainageschicht aus Tonscherben oder grobem Kies
  • Drainage soll einen guten Wasserablauf gewährleisten und Staunässe vermeiden
  • anschließend den Topf etwa bis zu einem Drittel mit der jeweiligen Substratmischung füllen
  • die Pflanze aus dem alten Topf nehmen und die ausgelaugte Erde vorsichtig abschütteln
  • sitzt die alte Erde sehr fest an der Wurzel, kann man sie kurz in Wasser tauchen
  • dann sollte sich die Erde lösen lassen
  • nun kann die Schusterpalme in den neuen Topf eingesetzt werden
  • anschließend mit dem restlichen Substrat bis etwa zwei Zentimeter unter den Rand auffüllen
  • die Pflanztiefe sollte präzise der im alten Topf entsprechen
  • zu guter Letzt das Substrat leicht andrücken und möglichst mit weichem Wasser angießen

Gießen

Die Schusterpalme Aspidistra elatior möchte weder in staubtrockener Erde stehen noch staunass. Deshalb ist regelmäßiges aber mäßiges Gießen empfehlenswert. An licht ärmeren Standorten, an denen sich auch die Schusterpalme am wohlsten fühlt, benötigen Grünpflanzen in der Regel etwas weniger Wasser.

Man sollte keinesfalls zu viel gießen, denn dann faulen die Wurzeln und die Pflanze geht schlimmstenfalls ein. Aus diesem Grunde lässt man die obersten zwei Drittel des Substrats zwischen den einzelnen Wassergaben gut abtrocknen. Am besten prüft man anhand der Fingerprobe, ob die Erde noch feucht ist. Sie darf allerdings auch nicht vollständig austrocknen.

Zum Gießen sollte möglichst nur weiches, idealerweise Regenwasser, verwendet werden. Ist das nicht möglich, tut es auch abgestandenes Leitungswasser, wobei die Betonung auf ‚abgestanden‘ liegt. Überschüssiges Wasser, welches sich etwa eine halbe Stunde nach dem Gießen noch im Untersetzer befindet, muss entfernt werden.

Aspidistra elatior mit dunkelgrünen Blättern teils mit Längsstreifen

Bei relativ trockener Raumluft ist es ratsam, die Pflanze zusätzlich ab und zu mit zimmerwarmem Wasser zu besprühen. Darüber hinaus ist sie dankbar, wenn man den Staub auf den Blättern ab und zu mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abwischt. Oder man braust sie einfach ab, sodass sie wieder durchatmen kann.

Düngen

Um die Schusterpalme optimal mit Nährstoffen zu versorgen, düngt man von April bis Oktober in regelmäßigen Abständen. Ausgezeichnet bewährt hat sich dabei die 14-tägige Gabe eines Flüssigdüngers über die gesamte Vegetationsperiode. Sehr gut geeignet sind handelsübliche Palmendünger in flüssiger Form, die über das Gießwasser ausgebracht werden. Bei der Verwendung solcher Flüssigdünger sollte man sich bei der Dosierung präzise an die Vorgaben des Herstellers  halten.

Des Weiteren ist unbedingt darauf zu achten, den Dünger nicht direkt auf das trockene Substrat zu geben, das könnte dazu führen, dass die Wurzeln verbrennen. Am besten düngt man immer nach dem Gießen oder man befeuchtet die Erde vorher mit klarem Wasser. Ab Oktober wird das Düngen eingestellt. Darüber hinaus sollte man in dem Jahr, in dem die Schusterpalme umgetopft oder geteilt wurde, aufs Düngen komplett verzichten.

Schneiden

  • ein herkömmlicher Rückschnitt ist nicht erforderlich aber auch nicht möglich
  • denn die Schusterpalme besitzt nur einen einzigen sogenannten Vegetationspunkt
  • dieser befindet sich in der Pflanzenspitze
  • die würde bei einem Rückschnitt entfernt werden und die Schulterpalme ihr Wachstum einstellen
  • lediglich eingetrocknete Blätter sollten abgeschnitten werden
  • zuvor muss das betreffende Blatt komplett verwelkt sein
  • erst dann schneidet man den Blattstiel bis auf etwa 3 cm über dem Boden ab
  • Schere oder Messer vorher und anschließend mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren
  • damit soll das Eindringen von Viren, Pilzsporen oder Schädlingen verhindert werden

Überwintern

Sollte die Schusterpalme Aspidistra elatior den Sommer über draußen gestanden haben, muss sie noch vor dem ersten Frost ins Haus. Hier legt sie von November bis März eine Ruhephase ein. Die Überwinterung im Haus kann bei normalen Zimmertemperaturen erfolgen. Auch kühlere Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad sind unproblematisch. Am besten bekommt sie einen halbschattigen Platz an einem Nordfenster. Ein unbeheizter Wintergarten, eine frostfreie Garage oder ein kühles Treppenhaus sind für die Überwinterung ebenso geeignet.

Schusterpalme, Schusterpalme stammt aus China und Japan

Direkte Sonne sollte auch im Winter vermieden werden. Zudem wird die Wasserversorgung auf ein Minimum reduziert, ohne dass der Boden ganz austrocknet. Dabei gilt, je kühler die Temperaturen, desto weniger wird gegossen. Bei niedrigen Temperaturen trocknet das Substrat nicht so schnell aus, es hält die Feuchtigkeit länger, sodass es schnell zu Fäulnisbildung kommen kann. Das Düngen wird im Winter komplett eingestellt.

Vermehren

Die Metzgerpalme lässt sich problemlos durch Teilung der Rhizome vermehren. Samen findet man im Handel nicht. Auch die Blüten, sofern die Pflanze überhaupt Blüten entwickelt, enthalten meist nur einen Samen, der jedoch aufgrund fehlender Bestäubung nicht keimfähig ist.

Teilung

Für eine Teilung wählt man am besten das zeitige Frühjahr. Soll sie sowieso umgetopft werden, ist das die beste Gelegenheit sie gleichzeitig zu teilen. Man nimmt die jeweilige Pflanze zunächst aus dem Topf und schüttelt die lose Erde ab. Anschließend teilt man das Rhizom mit einem scharfen und möglichst sauberen Messer in mehrere Teilstücke, indem man die Wurzelstränge so trennt, dass jedes einzelne Teilstück über mindestens zwei Blätter bzw. ein schlafendes Auge verfügt.

Die neu gewonnenen Pflanzen können einzeln oder in kleinen Gruppen in einen Topf gepflanzt werden. Pflanzt man mehrere Exemplare in einen Topf, wachsen die recht schnell zusammen und wirken üppiger. Das Substrat sollte jetzt vorzugsweise leicht sauer, mager und gut durchlässig sein. Nach dem Einpflanzen wird das Substrat angedrückt und angegossen. An einem halbschattigen, warmen und zugluftfreien Platz werden sie jetzt wie erwachsene Pflanzen weiter kultiviert.

Schildblume, Eisenpflanze ist immergrün und mehrjährig

Nur gedüngt wird zu diesem Zeitpunkt noch nicht, Dünger würde das Einwurzeln behindern. Sobald die jungen Pflanzen ihren Topf gut durchwurzelt haben, werden sie in Palmenerde oder eine eigene Substratmischung umgepflanzt und entsprechend weiter gepflegt.

Krankheiten

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit äußert sich in unterschiedlich geformten, braunen bis schwarzen Flecken, die sich im weiteren Verlauf vergrößern. Die Blätter fallen schließlich ab. Verursacher sind verschiedene Pilze, die vor allem bereits geschwächte Pflanzen befallen. Blätter die einen Befall aufweisen, müssen entfernt werden. Danach sollte das Schnittwerkzeug desinfiziert werden, um eine Übertragung auf andere Pflanzen zu vermeiden. Da es sich um unterschiedliche Pilze handelt, ist die Bekämpfung mit einem Breitbandfungizid empfehlenswert.

Aspidistra elatior, Schusterpalme mit braun verfärbten Blättern

Schädlinge

Schmier- und Wollläuse

Schmier- oder Wollläuse schädigen die Pflanzen, indem sie ihnen Pflanzensaft entziehen, was das Wachstum hemmt und sie letztendlich absterben lassen. Die etwa 5 mm kleinen Schädlinge sind an kleinen weißen, watteähnlichen und schmierigen Gespinsten zu erkennen, die bei einem fortgeschrittenen Befall die ganze Pflanze überziehen.

Sie sind mit einer wachsartigen Schicht bedeckt, die sie vor Fressfeinden schützen soll. Ursachen für einen Befall sind meist ungünstige Standortbedingungen und trockene Heizungsluft. Teilweise schleppt man ihn auch mit neuen Pflanzen ein.

Zur Bekämpfung isoliert man zunächst die befallenen Pflanzen von den gesunden. Dann kann man sie mit einem in Brennspiritus getränkten Tuch abwischen und das Ganze noch mehrere Tage wiederholen. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit niemölhaltigen Präparaten aus dem Fachhandel. Vorbeugend sollte auf den richtigen Standort geachtet und für ausreichend Luftfeuchtigkeit gesorgt werden, vor allem im Winter.

Schildläuse

Ein Schildlausbefall zeigt sich an klebrigen Honigtau auf der Pflanze und den kleinen, gewölbten, bräunlichen Schildchen der Schildläuse. Die Blätter verkrüppeln, werden braun und fallen ab.  Ursachen für einen Befall sind denen bei Woll- und Schmierläusen sehr ähnlich. Eine Bekämpfung mit Nützlingen wie Schlupfwespen oder Marienkäfern kann den Befall dezimieren, ist im Haus aber schwierig. Da der Schildpanzer diese Schädlinge schützt, macht in diesem Falle die Bekämpfung mit systemisch wirkenden Mitteln Sinn.

Spinnmilben (Rote Spinne)

Spinnmilben bilden die typischen Gespinste, die besonders an den Blattachseln und gebuchteten Blatträndern zu sehen sind.  Auch sie treten vor allem bei trockener Luft bei gleichzeitig hohen Temperaturen auf.

Die Blätter betroffener Pflanzen weisen stellenweise einen silbrigen Schimmer auf, sie werden gelb und vertrocknen. Stellt man einen Befall fest, braust man die Pflanze kräftig ab, sodass ein Großteil der Schädlinge weggeschwemmt wird. Zuvor sollte jedoch der Ballen mit Folie abgedeckt werden. Darüber hinaus bietet sich der Einsatz von Raubmilben an.

Sorten

Aspidistra elatior ‚Ashahi‘

  • die Blätter dieser aus Japan stammenden Sorte sind anfangs dunkelgrün
  • mit zunehmendem Alter sind die Blattspitzen nach unten hin verjüngend weiß gefärbt

Aspidistra elatior ‚Variegata‘

  • charakteristisch für die Sorte ‚Variegata‘ sind die weißlichen und gelblichen Längsstreifen auf den sonst grünen Blättern
  • einzelne Blätter können auch komplett grün sein

Aspidistra elatior ‚Lennon`s Song‘

  • hier verfügen die Blätter in der Blattmitte über hellgrüne bis gelbliche Längsstreifen
  • auch bei dieser Sorte können vereinzelt rein dunkelgrüne Blätter vorkommen