Astern, Aster, Herbstaster

Die zahlreichen kleinen Blüten mit ihren bunten, strahlenförmig angeordneten Blütenblättern sind dafür verantwortlich, dass die Herbstaster zu den attraktivsten Spätblühern in Mitteleuropa gehört. Im Spätsommer und Herbst überziehen viele Blüten den üppigen grünen Strauch. Die Wahl des richtigen Standorts sowie eine gute Pflege entsprechend der folgenden Anleitung sorgen dafür, dass Sie sich mehrere Monate lang an den Blüten erfreuen können.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung: Astern (Astern)
  • Herkunft: Europa, Asien, Afrika
  • winterharte, meist buschig wachsende Staude
  • Wuchshöhe: je nach Sorte 20 cm bis 150 cm
  • ausdauernde, mehrjährige Pflanze
  • Blütezeit: August bis Oktober, selten bis November
  • Blütenfarbe: weiß, gelb, orange, rosa, rot, lila, blau

Erst wenn die meisten Zierpflanzen schon verblüht sind, hat die farbenfrohe Herbstaster ihren großen Auftritt. Auf den kleinen Stauden öffnen sich zwischen August und Oktober zahlreiche bunte und dicht wachsende Blüten, die die Pflanze mit einem Blütenmeer zu einem echten Blickfang machen. Astern wirken sowohl im Beet, als auch im Steingarten oder Kübel sehr gut. Auch als Schnittblume in Herbststräußen sind sie beliebt. Damit Sie lange Freude an dem farbenprächtigen, winterharten Gewächs haben, sollten Sie die Pflege-Anleitung genau befolgen.

Neben dem Betrachter freuen sich auch Insekten über die Blütenpracht: Die spät blühenden Astern dienen beispielsweise Bienen und Schmetterlingen im Herbst als Nahrungsquelle.

Aster mit zahlreichen Blüten

Pflege

Herbstastern sind vergleichsweise robust, jedoch etwas anspruchsvoller als Sommerastern. Mit wenigen Maßnahmen und einer regelmäßigen Pflege lassen sich Krankheiten und Schädlinge vermeiden, so dass die Gartenpflanze viele Jahre lang gedeiht und intensiv blüht.

Standort

Ein sonniger Standort eignet sich am besten für Herbstastern. In der Vormittags- und Nachmittagssonne wachsen sie optimal und bilden besonders viele Blüten heraus. Wenn möglich sollten die Staudenpflanzen jedoch nicht in der heißen Mittagssonne stehen, da die Blüten diese nicht so gut vertragen und sich die Blütezeit daher verkürzen kann. Einige wenige Sorten können auch an einem halbschattigen Standort gepflanzt werden.

Substrat

In einem lockeren, nährstoffreichen, humosen und durchlässigen Substrat gedeiht die Herbstaster optimal. Meist reicht normale Gartenerde aus. Ist der Boden jedoch zu sandig, sollte er mit Kompost vermischt werden. Unter einen zu festen Boden können Sie Sand und/oder Kompost mischen, um ihn aufzulockern und seine Durchlässigkeit zu verbessern.

Pflanzen

Im Frühling oder Herbst werden Astern in die Erde gesetzt. Zwischen den einzelnen Stauden sollte ein Mindestabstand von 30 cm eingehalten werden. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren, was zu einem geringeren Risiko für Krankheiten und Schädlingsbefall führt. Junge Pflanzen, die noch stark wachsen, sollten etwas weiter auseinandergesetzt werden. Hier empfiehlt sich ein Abstand von 50 cm bis 80 cm.

Gießen

Dauerhafte Trockenheit verträgt die Aster nicht. Der Boden sollte stets frisch bis feucht gehalten werden, jedoch ohne dass sich Staunässe bildet. Wenn es zu wenig regnet, muss die Pflanze daher besonders im Sommer regelmäßig gegossen werden. Gießen Sie die Staude möglichst von unten und nah am Boden, so dass die Blätter nicht feucht werden. Herbstastern sind anfällig für Mehltau, der besonders gerne feuchte Blätter befällt.

Aster im Blumenbeet mit anderen Pflanzen

Düngen

Um den Wuchs anzuregen und eine üppige Blüte zu begünstigen, sollte die Aster einmalig im Frühling gedüngt werden. Dazu kann beispielsweise Kompost in den Boden geharkt werden. Alternativ eignet sich Volldünger.

Schneiden

Verwelkte Blütenköpfe können vorsichtig entfernt werden. Das begünstigt das Wachsen neuer Blüten. Ist die Pflanze komplett verblüht, kann sie im oberen Drittel zurückgeschnitten werden. Anschließend erfolgt entweder im Spätherbst oder zu Beginn des Frühlings der komplette Rückschnitt. Alle Äste und Zweige werden dabei zurückgeschnitten, so dass nur die Basis übrigbleibt.

Überwintern

Herbstastern sind winterhart und können im Beet überwintern. Um die Wurzeln vor Frost zu schützen, kann der Boden rundum die Pflanze zur Sicherheit mit einer zusätzlichen Kompostschicht bedeckt werden.

Aster wächst bis 150 Zentimeter hoch

Vermehren

Die Herbstaster lässt sich auf verschiedenen Wegen vermehren.

Teilung

Am leichtesten lassen sich Astern durch Teilung vermehren. Aller zwei bis vier Jahre sollte ein Gewächs in zwei oder mehr neue Pflanzen geteilt werden, die Sie getrennt voneinander an einem neuen Standort einpflanzen. Das führt zu einer Verjüngung, wodurch die Blühfähigkeit erhalten bleibt und die Pflanze gestärkt wird. Die Teilung sollte nach der Blüte im Spätherbst oder alternativ bei Frühlingsbeginn durchgeführt werden. Dazu wird die Aster mit einem scharfen und sauberen Messer an der Wurzel geteilt.

Stecklinge

Um Herbstastern über Stecklinge zu vermehren, schneiden Sie zunächst einen Trieb von der Mutterpflanze ab. Dieser sollte rund zehn Zentimeter lang sein. Entfernen Sie das Laub im unteren Drittel und stecken Sie den Trieb in einen Topf mit Anzuchterde oder einer Mischung aus Gartenerde und Sand. Da eine hohe Luftfeuchtigkeit das Wachstum begünstigt, sollten Sie eine Tüte oder etwas Ähnliches als Haube über den Topf stülpen.

Aussaat

Herbstastern werden draußen im Frühling ausgesät. Die Samen keimen bei Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad Celsius innerhalb von zwei bis drei Wochen. Wer Astern im Sommer, Herbst oder Winter säen möchte, sollte dies in einem Topf im Haus oder im Gewächshaus tun. Auch hier sollte auf eine Temperatur zwischen 18 und 21 Grad Celsius geachtet werden. Die vorgezogenen Pflanzen können dann später nach draußen versetzt werden.

Aster gibt es in verschiedenen Blütenfarben

Krankheiten

Asternwelke

Die häufigste Krankheit, die die Stauden befällt, ist die Asternwelke.

Folgende Symptome deuten auf einen Befall hin:

  • die Blätter hängen plötzlich schlaff herab, vertrocknen und sterben schließlich ab – unabhängig davon wie viel die Aster gegossen wird
  • die Stängel färben sich braun
  • ein rötlicher Schleim tritt auf

Ausgelöst wird die Krankheit durch den Pilz Verticillium, der die Pflanze blockiert und so verhindert, dass sie Wasser weiterleiten kann. Befallene Stauden sind nicht mehr zu retten und müssen so schnell wie möglich großzügig ausgegraben und in der Biotonne entsorgt werden. Da sich die winterfesten Pilze in der Erde einnisten, darf die kranke Pflanze nicht kompostiert werden.

Nachdem die Aster entfernt wurde, sollte die Erde mit Kalkstickstoff gemischt werden. Frühestens nach acht Jahren können an der betroffenen Stelle erneut Herbstastern gepflanzt werden. Da die Pilze nur Astern befallen, können jedoch andere Pflanzen hier eingesetzt werden.

Zudem können Sie mit diesen Maßnahmen der Asternwelke vorbeugen:

  • verwenden Sie gebeiztes Saatgut
  • pflanzen Sie die Astern in sterile Erde
  • wechseln Sie aller paar Jahre den Standort der Pflanzen
  • teilen Sie jede Aster aller drei bis vier Jahre
  • verwenden Sie resistente Züchtungen. Sie sind durch den Hinweis „welkefrei“ zu erkennen

Echter Mehltau

Pflegefehler führen häufig zu einem Befall mit echtem Mehltau. Bedroht sind vor allem Astern, die ständig feucht sind. Die Krankheit macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar.

  • auf der Blattoberseite bilden sich kleine weiße oder graue Flecken
  • aus den Flecken entwickelt sich ein mehliger Belag, der Blätter, Triebe, Blüten und Knospen überzieht
  • die befallenen Pflanzenteile werden braun und fallen ab
  • die Pflanze verkümmert immer mehr

Die Aster lässt sich retten, wenn der Befall rechtzeitig erkannt wird. Alle betroffenen Pflanzenteile müssen abgeschnitten und im Biomüll entsorgt werden. Anschließend sollte die Pflanze gründlich mit einem Fungizid, das gegen Mehltau wirkt, eingesprüht werden.

Vorbeugende Maßnahmen verringern das Risiko für einen Befall:

  • die Pflanzen sollten nah am Boden und nicht von oben gegossen werden, so dass die Blätter nicht nass werden
  • wer mehrere Herbstastern pflanzt, sollte diese nicht zu nah beieinander setzen, dadurch werden die einzelnen Pflanzen besser belüftet und Regen, Tau und Wasser aus anderen Quellen trocknet besser
  • Astern dürfen nicht zu viel gedüngt werden

Schädlinge

Astern sind vor allem von Krankheiten betroffen, weniger von Schädlingen. Macht sich doch einmal ein Schädling auf dem Gewächs breit, ist es wie bei vielen anderen Pflanzen meist die Blattlaus. Mit einer Brennnesseljauche oder einer Seifenlösung spülen Sie die kleinen Insekten ab. Die betroffene Pflanze sollte mehrmals im Abstand von zwei bis drei Tagen von allen Seiten eingesprüht werden. Sobald keine Blattläuse mehr zu erkennen sind, können Sie die Behandlung abschließen.

Aster bringt Farbe in jeden Garten

Sorten

Die Herbstaster ist eine sortenreiche Pflanze, die sich vor allem durch Größe, Farbe der Blütenblätter und Empfindlichkeit unterscheidet. Die vielen Sorten lassen sich vor allem drei unterschiedlichen Arten zuordnen.

Kissen-Aster (Aster dumosus)

Die Kissen-Aster ist die niedrigste Art und breitet sich stark zur Seite hin aus. Eine Staude wird zwischen 20 cm und 50 cm hoch, weshalb sie sich besonders für Steingärten oder als Einfassung für Beete eignet. Zudem ist sie eine beliebte Friedhofspflanze. Die Aster dumosus bildet eine besonders große Menge kleiner Blüten heraus.

Zu den bekanntesten Sorten der Kissen-Aster gehören:

  • die Sorte Augenweide blüht im intensiven Violett und wird bis zu 25 cm hoch
  • die Kissen-Aster Rosenwichtel bildet rosafarbene Blüten heraus und erreicht ebenfalls eine maximale Höhe von 25 cm
  • rosa- bis lilafarbene Blüten wachsen auf der Sorte Herbstgruß vom Bresserhof, die bis zu 40 cm groß wird
  • die kleine weiße Blüte der Sorte Schneekissen erinnert an Kamillenblüten, diese Kissen-Aster erreicht eine Höhe von maximal 20 cm

Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii)

Die Glattblatt-Aster unterscheidet sich vor allem in ihrer Größe von der Kissen-Aster: Sie erreicht eine Wuchshöhe von 50 cm bis 150 cm. Größere Pflanzen sollten gestützt werden, damit sie nicht umknicken. Wie der Name verrät, besitzt die Aster glatte Blätter. Die Aster novi-belgii ist empfindlicher gegenüber Krankheiten als ihre Verwandten. Die beliebtesten Sorten dieser Art heißen wie folgt.

  • in leuchtendem Rosa blüht die Sorte Leuchtfeuer. Sie wird bis zu 80 cm groß
  • die Glattblatt-Aster Royal Ruby weist eine volle, purpurrote Blüte auf und wächst bis zu 60 cm hoch
  • die Sorte Rosenquarz besitzt ungewöhnlich schmale Blütenblätter in zartem Rosa und wird bis zu 110 cm hoch
  • die blau-violett blühende Sorte Schöne von Dietlikon erreicht eine Größe von bis zu 150 cm

Raublatt-Aster (Aster novae-angliae)

Ebenfalls bis zu 150 cm groß können die verschiedenen Sorten der Raublatt-Aster werden. Diese Art zeichnet sich durch ihre behaarten Blätter aus. Zudem schließen sich ihre Blüten nachts und bei schlechtem Wetter. Raublatt-Astern sind resistenter gegenüber Mehltau als andere Arten. Allerdings neigen sie dazu, während der Blütezeit ihr Laub im unteren Bereich abzuwerfen. Daher wirkt die Aster novae-angliae unten oft kahl. Wer niedrigere Pflanzen um diese Art herumpflanzt, kann dies jedoch leicht kaschieren. Zu den wichtigen Raublatt-Sorten zählen die Folgenden.

  • die Sorte Purple Dome besitzt purpurviolette Blüten und erreicht eine Höhe von 70 cm
  • die Aster novae-angliae Alma Pötschke blüht rosa und wird bis zu einem Meter hoch
  • die einzig weiß blühende Raublatt-Aster ist die Sorte Herbstschnee, die bis zu 140 cm groß wird
  • Rubinschatz heißt die kräftig rubinrot blühende Sorte, die bis zu 150 cm hoch wird