Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß

Mit seinem extravaganten Erscheinungsbild steht der Elefantenfuß hoch im Kurs als eindrucksvolle Zimmerpflanze. Über seinem verdickten Stammfuß erhebt sich ein schlanker Stamm, über dem ein dichter Blattschopf als Krone thront. Da der exotische Sukkulent seine Wasservorräte selbst einteilt und nur selten nach Aufmerksamkeit verlangt, hat sich der Flaschenbaum als Anfängerpflanze einen Namen gemacht. Lesen Sie hier alle Informationen rund um die richtige Pflege.

Steckbrief

  • zugehörig zur Pflanzenfamilie der Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • populärste Art innerhalb der Gattung Beaucarnea
  • gängige Bezeichnungen: Elefantenfuß, Flaschenbaum, Elefantenbaum
  • beheimatet in Südamerika, vornehmlich Mexiko
  • sukkulenter Baum mit verdicktem Caudex und schlankem Stamm
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur 80 bis 150 cm
  • schopfartige Krone mit grünen, linealen Blättern bis 90 cm Länge und 2 cm Breite
  • weiße, cremegelbe oder gelbe Rispenblüten
  • Temperaturminimum liegt bei 5-8 Grad Celsius
  • sehr langsames Wachstum
  • hohe Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren

Mit seinem kugelig-dicken Caudex, schlank geformtem Stamm und üppig beblättertem Kronenschopf beherrscht der Elefantenfuß die Szene auf der Fensterbank und dem sommerlichen Balkon. Die exotische Charaktergestalt aus den sonnendurchfluteten Regionen Südamerikas reguliert als Sukkulent den Wasserhaushalt eigenständig.

Pflege

Somit hat sich der Flaschenbaum als Anfängerpflanze einen Namen gemacht, da der heikelste Aspekt in der Kultivierung von Zimmerpflanzen neutralisiert ist. Was darüber hinaus erforderlich ist, damit ein Elefantenbaum zu voller Schönheit aufläuft, vermittelt Ihnen die folgende Anleitung zur Pflege.

Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß als Zimmerpflanze

Im subtropischen Klima seiner Heimatregion erreicht der Elefantenfuß im Laufe der Jahrzehnte eine Wuchshöhe von 9 Metern. Unter den dortigen Idealbedingungen zeigen sich fernerhin im fortgeschrittenen Alter die hübschen Blütenrispen, die in Zimmerkultur nur selten zu bewundern sind.

Standort

Dank seiner extravaganten Silhouette hat der Elefantenfuß einen Logenplatz verdient auf der Fensterbank. Damit sich der sukkulente Baum hier von seiner besten Seite zeigt, sollten die Rahmenbedingungen möglichst nahe an die subtropischen Licht- und Temperaturverhältnisse seiner Heimat heranreichen.

Weisen Sie Ihrem Flaschenbaum daher einen Platz zu mit diesen Konditionen:

  • sonniger Standort am West- oder Ostfenster
  • am Südfenster mit Beschattung bei praller Mittagssonne
  • während der Vegetationsperiode warme Temperaturen von 20 bis 25 Grad Celsius
  • im Verlauf der winterlichen Ruhepause hell und kühl bei 10 bis 12 Grad Celsius

Von Mai bis September fühlt sich ein Elefantenbaum auf dem sonnigen Balkon sehr gut aufgehoben, wenn er einen warmen, wind- und regengeschützten Standort vorfindet. Damit sich der schlanke Stamm kerzengerade entwickelt, sollte das Licht gleichmäßig auf einen Beaucarnea fallen. Wo diese Prämisse nicht erfüllt wird, drehen Sie den Baum bitte alle 14 Tage um 90 Grad, damit sich der Stamm nicht dem Licht zuneigt.

Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß mit verdicktem Caudex

Substrat

Die weitläufige Verwandtschaft mit Palmen, schlägt sich nieder in den Anforderungen an die beste Pflanzenerde für einen Flaschenbaum. Pflegen Sie das exotische Gehölz in einem lockeren, gut durchlässigen und mageren Substrat. Der Fachhandel hält spezielle Palmenerde oder Sukkulentenerde für Sie bereit, die allerdings mit vergleichsweise hohen Preisen zu Buche schlagen.

Günstiger und ebenso gut geeignet sind selbst hergestellte Mischungen. Geben Sie auf 2 Teile Einheitserde je 1 Teil Perlite und Kokosfasern. Adäquate Zuschlagstoffe sind überdies Quarzsand, Lavagranulat, Blähton und Vermiculite. Ein hoher Torfanteil gilt in diesem Zusammenhang als Qualitäts-mindernd, da er auf Dauer zu einer Verdichtung des Substrats beiträgt.

Elefantenfuß ist ein sukkulenter Baum

Gießen

In seiner rund geformten Stammbasis – dem Caudex – speichert ein Elefantenfuß seine Wasservorräte. Diese befinden sich während der Vegetationsphase vom Frühling bis zum Herbst auf dem höchsten Stand. Folglich ist zu dieser Zeit regelmäßiges Gießen erforderlich, um den Verbrauch auszugleichen. Während des Winters reduziert sich der Gießbedarf demgegenüber deutlich.

So machen Sie es richtig:

  • den Flaschenbaum von März bis September regelmäßig gießen
  • im Untersetzer kein Wasser über längere Zeit stehen lassen
  • das Substrat zwischen den Wassergaben gut antrocknen lassen
  • von Oktober bis Februar nur schlückchenweise gießen, wenn die Erde nahezu ausgetrocknet ist
  • als Gießwasser vornehmlich gefiltertes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden

Wird das Gießen während der Frühlings- und Sommerzeit einmal versäumt, greift der Elefantenbaum über längere Zeit auf seine Vorräte zurück. Erkennbar ist dieser Prozess daran, dass sich der Caudex nicht mehr so prall anfühlt. Sobald Sie das Manko bemerken, beheben Sie den Mangel, indem Sie den Topf kurz in weiches Wasser tauchen. Zur Gewohnheit werden sollte dieser Notfallplan allerdings nicht.

Düngen

Die Nährstoffversorgung beschränkt sich auf die Wachstumsperiode. Von April bis September geben Sie bitte alle 2 bis 3 Wochen einen flüssigen Kakteendünger ins Gießwasser. Von Oktober bis März stellen Sie die Nährstoffzufuhr ein. Sofern Sie den Flaschenbaum im Frühjahr umtopfen, setzt die Gabe von Dünger frühestens nach 8 Wochen ein, wenn die Vorräte im vorgedüngten Substrat aufgezehrt sind.

Beaucarnea recurvata mit schopfartiger Krone

Schneiden

Erfährt der Elefantenfuß eine liebevolle Pflege, entwickelt sich als sichtbares Zeichen ein prachtvoller Blattschopf in der Krone. Dabei reichen die eleganten, linealen Blätter schon einmal bis zum Boden. Greifen Sie jetzt nicht zur Schere, um die Blätter einzukürzen. An den Schnittstellen bildet sich braunes Wundgewebe, das die Optik erheblich beeinträchtigt.

Schneiden Sie die braunen Stellen ab, bildet sich erneut Wundgewebe, bis der prachtvolle Flaschenbaum am Ende mit einer grünen Meckifrisur dasteht. Besser ist, Sie stellen den Elefantenbaum auf ein kleines Podest, wo er mit seiner üppigen Blättertracht prahlen kann.

Wächst Ihnen der Baum zu sehr in die Höhe, können Sie den Stamm verkürzen. Setzen Sie die Schere oder Säge mindestens 30 cm oberhalb des Caudex an. Die Schnittwunde wird mit Holzkohleasche ein wenig bestäubt. Die Verwendung von Wundverschlussmitteln ist nicht erforderlich. Innerhalb weniger Wochen treibt ein Beaucarnea erneut wieder aus.

Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß wächst sehr langsam

Überwintern

Die Pflanzenphysiologie eines Flaschenbaumes ist ausgerichtet auf eine warme, regenreiche Wachstumsphase und eine kühle, trockene Ruhephase. Im Herbst stimmen Sie die Pflege daher auf die geänderten Anforderungen ab.

So einfach geht es:

  • den Flaschenbaum von Oktober bis Februar einräumen in einen hellen, kühlen Raum
  • ideal ist ein Fensterplatz bei Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius
  • nur sehr wenig gießen und nicht düngen

Mit trockener Heizungsluft sollte ein ruhender Beaucarnea nicht in Kontakt kommen. Sehr niedrige Luftfeuchtigkeit ruft im Winter Schädlinge auf den Plan, wie Woll- und Schmierläuse. Platzieren Sie den Elefantenfuß daher im ungeheizten Schlafzimmer oder Treppenhaus.

Umtopfen

Mit Blick auf das gemächliche Wachstum, steht für einen Flaschenbaum alle 4 bis 5 Jahre der Wechsel in ein größeres Gefäß auf dem Plan. Die unorthodoxe Wuchsform verlangt nach einem ebenso ausgefallenen Topf. Um dem mächtigen Stammfuß einen adäquaten Lebensraum zu bieten, sollte das Pflanzgefäß deutlich mehr in die Breite als in die Höhe gehen.

Beaucarnea recurvata mit linealen Blättern bis 90 Zentimeter Länge

Für einen 100 cm hohen Flaschenbaum kommt daher eine 30-35 cm breite Pflanzschale infrage, die lediglich 10-15 cm hoch ist. Im geringen Substratvolumen findet der Elefantenbaum als Flachwurzler die idealen Lebensbedingungen vor für ein vitales und gesundes Wachstum, zumal Staunässe sich kaum bilden kann.

So topfen Sie einen Beaucarnea richtig um:

  • bester Zeitpunkt ist Ende Februar oder Anfang März
  • der neue Topf bietet dem sukkulenten Stammfuß rundherum 2 cm Freiraum
  • über der Bodenöffnung fungieren Tonscherben oder Blähtonkugeln als Drainage
  • darüber eine Schicht Sukkulentenerde einfüllen und andrücken

Topfen Sie den Flaschenbaum aus und entfernen möglichst alles Substrat. Bei dieser Gelegenheit können vertrocknete, leblose und verfaulte Wurzeln herausgeschnitten werden. Pflanzen Sie den Elefantenfuß im neuen Kübel so ein, dass der Wurzelballen maximal 2-3 cm hoch mit Erde bedeckt wird. Gießen Sie zum guten Schluss mäßig an mit weichem Wasser. Frühestens nach 2 Monaten nehmen Sie die Nährstoffzufuhr wieder auf.

Vermehren

Stecklinge

Ein gut entwickelter Elefantenbaum bringt in seiner schopfartigen Krone Seitensprosse hervor, die sich ausgezeichnet zum Steckling eignen. Wahlweise schneiden oder brechen Sie einen oder mehrere Nebensprosse unmittelbar vom Stamm ab. Füllen Sie daraufhin einen Topf mit Anzuchterde oder einem Mix aus Torf und Sand.

Darin pflanzen Sie jeweils einen Steckling ein und gießen an mit weichem Wasser. Stülpen Sie eine transparente Haube darüber, um ein feucht-warmes Mikroklima zu erzeugen. Sofern Sie sich für eine Plastiktüte entscheiden, dienen 2 Holzstäbchen als Abstandshalter, damit das Material die Blätter nicht tangiert. Am halbschattigen, warmen Fensterplatz halten Sie das Substrat leicht feucht und lüften die Abdeckung mehrmals täglich.

Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß wird auch Flaschenbaum genannt

Zeigt sich ein frischer Austrieb, kann die Haube entfernt werden. Gießen Sie weiterhin regelmäßig, ohne Staunässe zu verursachen. Hat der kleine Flaschenbaum seinen Anzuchttopf vollständig durchwurzelt, pflanzen Sie ihn um in eine Pflanzschale und pflegen ihn wie einen adulten Beaucarnea.

Samen

Da ein Elefantenfuß in Zimmerkultur nur äußerst selten zur Blüte kommt, bietet der Fachhandel zertifiziertes Saatgut für die generative Vermehrung an. Diese Variante hat den Vorteil, dass sich der Stammfuß besser zum sukkulenten Caudex entwickeln kann, als dies bei Stecklingen der Fall ist. Freilich ist die Samen-Vermehrung behaftet mit einer hohen Ausfallquote. Erfahrungswerte zeigen auf, dass aus durchschnittlich 5 ausgesäten Samen 1 neuer Elefantenfuß entsteht.

In dieser Abfolge gelingt die Aussaat:

  • einen flachen Anzuchttopf mit Saaterde oder Kokosfasersubstrat füllen und anfeuchten
  • darauf 4 bis 5 der Samen im Abstand von 5 cm auf die Erde legen und andrücken
  • das Saatgefäß mit einer Plastiktüte abdecken oder in ein Zimmergewächshaus verbringen

Unter dem Einfluss einer konstanten Wärme von 23 bis 25 Grad Celsius, gießen Sie regelmäßig. Die Keimung kann sich selbst unter idealen Bedingungen mehrere Wochen und Monate hinziehen. Erst wenn die ersten Keimblätter sprießen, kann die Haube entfernt werden oder die Töpfe vom Zimmergewächshaus auf die halbschattige Fensterbank umsiedeln. Vereinzeln Sie die Sämlinge spätestens dann, wenn im Anzuchtgefäß drangvolle Enge herrscht.

Giftig für Tiere

Ein Elefantenbaum birgt einen hohen Gehalt an Saponinen. Diese Inhaltsstoffe gelten als tiergiftig. Für einen Haushalt mit Katzen und jungen Hunden ist der Flaschenbaum somit nicht als Zimmerpflanze geeignet. Für Menschen geht keine gesundheitliche Gefahr von dem exotischen Gehölz aus.

Beaucarnea recurvata, Elefantenfuß auch Elefantenbaum genannt

Krankheiten

Von typischen Krankheiten an Zimmerpflanzen bleibt der Elefantenfuß in der Regel verschont. Kommt es zu Beeinträchtigungen, sind diese auf Versäumnisse in der Pflege zurückzuführen. Häufige Symptome und Tipps für deren Behebung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Braune Blattspitzen

  • signalisieren zu nasses Substrat: Umtopfen in trockenes Substrat und weniger gießen

Braun verfärbtes Laub

  • deutet auf zu niedrige Temperaturen hin: Den Flaschenbaum bei 20 bis 25 Grad Celsius platzieren

Schrumpeliger Caudex

  • resultiert aus Wassermangel: Den Topf mit dem vertrockneten Substrat in Wasser tauchen

Färben sich die Blätter im unteren Kronenbereich braun und fallen ab, handelt es sich um einen natürlichen Vorgang. Parallel dazu sprießen in der Kronenspitze neue Blätter.

Beaucarnea recurvata mit langen, dünnen, grünen Blättern

Woll- und Schmierläuse

Zu Problemen mit Schädlingen kommt es häufig unter Einfluss trockener Heizungsluft im Winter. Winzige, weiße Wattebäusche machen auf einen Befall mit Woll- und Schmierläusen aufmerksam. Unter dem Schutz des flauschigen Wachspanzers saugen die Läuse den Pflanzensaft aus dem Laub. Verkrüppelte Triebe und verformte Blätter sind die Folge. Werden keine Gegenmaßnahmen getroffen, stirbt der gesamte Blattschopf auf lange Sicht ab.

So gehen Sie gegen die Läuse vor:

  • den infizierten Flaschenbaum in einem hellen, kühlen Raum unter Quarantäne stellen
  • die Woll- und Schmierläuse von den Blätter abwischen mit einem alkoholgetränkten Tuch
  • besprühen mit einem Mix aus 1 Liter Wasser und 1 Esslöffel Paraffinöl sowie 1-2 Tropfen Spülmittel als Emulgator
  • den Elefantenfuß für 4-5 Tage in einen luftdichten Plastiksack packen

Im frühen Befallsstadium brausen Sie den Blattschopf der Krone kopfüber mit möglichst kräftigem Wasserstrahl ab. Anschließend beobachten Sie unter Quarantäne-Bedingungen, ob die Plage ein Ende genommen hat. Vorbeugend wirkt gegen die Schädlinge, wenn Sie die Blätter regelmäßig mit lauwarmem, kalkfreiem Wasser einsprühen.