Blaukorn

Blaukorn ist wohl eine der beliebtesten Düngerarten für unsere Gärten und den Rasen. Das chemische Mittel hilft den Pflanzen bei der Nährstoffversorgung, wodurch das Wachstum gefördert wird. Die Verwendung von Blaukorn ist jedoch strittig, da es sich hierbei um einen Industriedünger handelt und dieser somit in einem ökologischen Garten nichts verloren hat. Vor allem Gärten, die von Kindern oder auch Haustieren durchstreift werden, sollten nicht mit dem nitrathaltigen Stoff gedüngt werden. Doch woraus besteht Blaukorn überhaupt? Wie wird es für das Düngen auf dem Rasen eingesetzt und ist es tatsächlich giftig? Wir geben die wichtigen Antworten in unserem Artikel zum Thema.

Blaukorn

Blaukorn als Allheilmittel

Blaukorn bewirkt Wachstum und ist aus diesem Grund ein wichtiger Helfer für den Hobbygärtner. Viele Böden in unseren Gefilden können den Pflanzen nicht genügend Nährstoffe für ein üppiges Wachstum liefern. Aus diesem Grund wird vielerorts mit Dünger nachgeholfen und die Pflanzen direkt mit Nährstoffen versorgt.

Blaukorn ist eine beliebte Düngeart

Ob Blaukorn notwendig ist, muss jeder Gärtner für sich selbst entscheiden, da dies stark von der Bodenbeschaffenheit abhängt. Bestehen keine Probleme mit Ausbildung von Blüten und sattem Grün der Pflanzen, so ist eine Düngung eigentlich gar nicht nötig. In einem solchen Fall kann auf die Chemiekeule im Sinne der Umwelt verzichtet werden.

Im Idealfall wird eine Bodenprobe entnommen und an ein Labor geschickt:

  • Bodenprobe im Herbst entnehmen
  • Löcher an ungefähr Stellen im Rasen buddeln
  • Tiefe bis zum Wurzelwerk
  • Proben entnehmen, in Eimer geben und mischen
  • 500 g abfüllen und an Labor schicken
  • Infos zum Versand bei der Landwirtschaftskammer einholen

Das Labor prüft den Boden hinsichtlich seines Nährstoffgehaltes, sodass der Hobbygärtner im Anschluss weiß, ob er mit Blaukorn unterstützen muss oder nicht.

Eignung

Besondere Eignung für immergrüne Pflanzen

Sollte der Garten jedoch eher in blassen Tönen und ohne Blüten daher kommen, so kann Blaukorn diesem entgegenwirken. Der Dünger enthält Mineralien und Spurenelemente, die von den Pflanzen über die Wurzeln direkt aufgenommen werden. Durch die hohe Konzentration der Nährstoffe ist Blaukorn ausschließlich im Freilandbereich zu verwenden.

Ein Einsatz im Haus an Topfpflanzen ist nur in Ausnahmefällen nötig und möglich, da die hohe Dosierung das empfindliche Wurzelwerk der Topfpflanzen zerstören würde. Im Gartenbereich wirkt der Industriedünger jedoch wahre Wunder beim Wachstum und der Robustheit. Insbesondere immergrüne Pflanzen profitieren durch die Nährstoffe, was vor allem auf den Rasen zutrifft.

Rasen im saftigen Grün

Folgende Pflanzen zählen zu den Immergrünen:

  • Rhododendron
  • Buchsbaum
  • Lorbeer
  • Eibe

Rasen

Der Rasen im Fokus

Da dieser Artikel insbesondere von der Behandlung des Rasens mit Blaukorn handelt, betrachten wir das satte Grün an dieser Stelle etwas genauer. Ein Rasen wird in unseren Regionen als schön bezeichnet, wenn dieser in einem üppigen Grün erstrahlt und frei ist von kahlen braunen Stellen.

bevor Blaukorn eingesetzt wird, eine Bodenprobe nehmen

Außerdem sollte Moos und Unkraut keine Chance haben, die feinen Grashalme beim Wachstum zu stören. Für all diese Eigenschaften ist Blaukorn der perfekte Dünger direkt aus dem Labor. Die Herstellung ist preiswert und die Wirkung setzt bereits nach wenigen Tagen ein, sodass der Gärtner nicht lange auf die guten Ergebnisse warten muss.

Bodeneigenschaft nicht beeinflussen

Es muss allerdings auf eine korrekte Anwendung geachtet werden, da bei einer zu langen Behandlung der Boden seine Eigenschaften komplett ändert. In einem solchen Fall ist das Düngen eher schädlich, da dann Unkraut auf dem nährstoffeinseitigen Boden perfekt gedeihen kann.

Doch eine Überdüngung wäre auch mit organischem Dünger problematisch: Auf einem Quadratmeter überdüngtem Rasen mit organischem Dünger können sich schnell bis zu 400 Regenwürmer tummeln, die sich von den Pflanzenresten im Dünger perfekt ernähren und anschließend die Rasenwurzeln zerstören. Beim Blaukorn gilt ganz klar die Devise „Weniger ist mehr“ wie wir im Abschnitt der korrekten Anwendung noch im Detail beschreiben.

ein Rasen mit braunen Stellen

Dünger

Dünger aus dem Labor

Beim Dünger wird zwischen mineralisch und organisch unterschieden. Beim Blaukorn handelt es sich eindeutig um einen mineralischen Dünger, da dieser im Labor hergestellt wird und keinerlei pflanzliche Stoffe enthält. Industriedünger hat den Vorteil, dass die Konzentration von Nährstoffen sehr hoch ist und somit schnell Ergebnisse erzielt werden können. Nachteilig ist hingegen die Dosierung.

Bei einer zu starken Düngung schadet es dem Rasen eher, als dass ihm geholfen wird. Blaukorn wird im Labor produziert und weist eine bläuliche Färbung vor, wodurch der Name entstanden ist. Zur Hälfte besteht es aus reinen Nährstoffen, wodurch die konzentrierte Zusammensetzung nochmals unterstrichen wird. Zu kaufen ist der Dünger in Säcken nach Kilopreis.

Die Kosten für das Produkt lassen sich wie folgt staffeln:

  • 3 Kilogramm: 5 bis 7 EUR
  • 15 Kilogramm: 20 bis 30 EUR
  • billige No-Name-Produkte für unter 1 EUR pro Kilogramm

Zusammensetzung

Das Blaukorn wird auch als NPK-Dünger bezeichnet.

Blaukorn wird auch als NPK-Dünger bezeichnet

Dies liegt an den Inhaltsstoffen des Düngers:

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • im Bedarfsfall Magnesium (Mg) und Schwefel (S)

Die Zusammensetzung der jeweiligen Nährstoffe ist jedoch je nach Anbieter und Variante unterschiedlich. Das Standardprodukt kommt in der Variante 12% Stickstoff (als Nitratstickstoff und Ammoniumstickstoff), 12% Phosphat und 17% Kalium daher. Zusätzlich gehören 2% Magnesium zur Mischung.

Andere Kombinationen werden im Verhältnis 14+7+17+2 oder 21+5+10+3+6 daher. Das letztgenannte Produkt besitzt eine Beimischung von Schwefel zu 6%. Je nach Bodenbeschaffenheit sollte sich der Hobbygärtner für eine der Varianten entscheiden, um somit den perfekten Zusatzdünger für den Rasen zu finden.

Wirkung

Nährstoffeinwirkung auf den Rasen

Hobbygärtner werden sich die Frage stellen, wofür die drei Hauptbestandteile Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) eigentlich stehen. Jedes dieser Nährstoffe hat eine ganz eigene Wirkung auf den Rasen. Stickstoff beispielsweise dient als Wachstumsmotor und lässt somit das Gras stärker wachsen. Außerdem ist es für eine satte grüne Färbung zuständig.

Für den äußeren Schein und eine schnelle äußerliche Genesung ist Stickstoff der wichtigste Stoff. Der Phosphor hingegen sorgt sich um das Wurzelwerk des Rasens. Das Wachstum und die Verflechtung der Wurzeln werden durch den Phosphor gefördert und er liefert Energie für den Rasen. Das Kalium als dritter Nährstoff stärkt den Rasen. Er macht die Grashalme belastbarer und stärkt sie gegen Krankheiten, Kälte oder Trockenheit.

Düngezeit

Die beste Zeit fürs Düngen

Die mögliche Zeit fürs Düngen erstreckt sich über einen Zeitraum von März bis Oktober. Es ist jedoch sinnvoll, insbesondere im Frühling den Rasen mit Nährstoffen zu versorgen.

  • Rasen von März bis Mitte Mai düngen
  • auf gemäßigtes Wetter achten
  • nicht in der Hitze düngen
  • Regen trägt Nährstoffe in den Boden

Sollte der Rasen im Sommer oder Herbst Dünger benötigen, so sollte auf jeden Fall auf eine sonnenarme Woche gewartet werden, da der Rasen ansonsten verbrennen würde. Außerdem sind die Abendstunden in dieser Zeit sinnvoll gewählt und ein ausreichendes Wässern im Anschluss ist wichtig.

Dünger ausbringen

Wir kommen zurück auf den Leitspruch „Weniger ist mehr“. Bei der starken Konzentration vom Blaukorn muss auf eine gesunde Dosierung beim Ausbringen geachtet werden. Aufgrund des hohen Salzanteils ist es schnell passiert, dass der Boden übersäuert und die Wurzeln vom Rasen absterben. Damit eine passende Dosierung problemlos gelingt, können unerfahrene Gärtner auf einen Streuwagen zurückgreifen.

Dieser kann so eingestellt werden, dass er das Düngemittel in gleichmäßigen Abständen auf den Rasen aufträgt. Die Menge hängt vom jeweiligen Produkt ab und sollte der Verpackung entnommen werden. Wichtig ist, dass das Düngen auf trockenem Rasen erfolgt, der jedoch nicht ausgetrocknet sein darf. Anschließend sollte auf Regen oder eine alternative Bewässerung geachtet werden, sodass das Blaukorn sich langsam auflöst und in den Boden einsickern kann.

Blaukorn flüssig

Wer keinen Streuwagen zur Hand hat und sich ein manuelles Düngen nicht zutraut, dem sei das flüssige Blaukorn zu empfehlen. Dieses Mittel aus der Flasche wird mit Wasser verdünnt, damit es verwendet werden kann. Die Mischungsverhältnisse sind der jeweiligen Produktbeschreibung zu entnehmen. Das flüssige Blaukorn hat gegenüber dem Granulat Vor- aber auch Nachteile.

Vorteile:

  • bessere Dosierung
  • kleinere Lagerfläche
  • kann nicht von Vögeln aufgepickt werden

Nachteile:

  • vor Gebrauch mischen
  • sickert sehr schnell ein
  • teurer

Das schnelle Einsickern ist sicherlich das größte Problem. Es ist kann vorkommen, dass die wichtigen Nährstoffe im Grundwasser verschwinden, ohne dass das Wurzelwerk des Rasens davon profitieren konnte. Dies ist der gleiche Grund, warum das Granulat nicht auf nassen Rasen oder bei starkem Regen ausgebracht werden sollte. Zu viel Nässe kann zu Problemen führen.

Rasenfilz entfernen

Ein sinnvolles Düngen kann nur erfolgen, wenn der Rasen vollständig vom Rasenfilz befreit wurde. Rasenfilz ist eine Schicht aus abgestorbenen Grashalmen oder altem Schnittgut. Diese Schicht kann mehrere Zentimeter hoch sein und verhindert es, dass der Dünger in den Boden einsickern kann. Neben dem Dünger können durch die Filzschicht ebenfalls keine Luft und nur wenig Wasser eindringen.

vor Düngen mit Blaukorn Rasenfilz entfernen

Es ist daher wichtig, dass der Rasenfilz entfernt wird. Dies geschieht durch das Vertikutieren. Einmal pro Jahr im März oder April sollte diese Arbeit vorgenommen werden. Ein Vertikutierer schneidet den Filz aus dem Boden, es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Grasnarbe selbst nicht angegriffen wird. Der Vertikutierer lässt sich problemlos im Baumarkt entleihen.

Dem Rasen Gutes tun

Neben dem Düngen mit Blaukorn kann der Hobbygärtner seinem Rasen auch auf andere Art und Weise Gutes tun. Die Alternativen seien hier kurz aufgezeigt. Die einfachste Form ist das Wässern. Rasengras besteht zu 90% aus Wasser und deshalb ist dieses lebensnotwendig. Gärtner achten auf eine ausreichende Nässe rund um das Wurzelwerk.

Dazu den Rasen in heißen und trockenen Phasen regelmäßig morgens und abends bewässern. Eine andere Möglichkeit ist das Belüften. Bestimmte Geräte kämmen hierbei die Grashalme durch und sorgen so dafür, dass diese sich nicht untereinander verhaken. Eine dritte Möglichkeit ist das regelmäßige Entfernen von Unkraut. Hobbygärtner tun ihrem Rasen einen Gefallen, wenn sie Unkraut ständig entfernen, sobald dieses sich ausbreiten will.

Blaukorn ist giftig

Blaukorn ist giftig

Gefahr für den Menschen?

Zuletzt müssen wir uns mit einem Aspekt beschäftigen, den Kritiker vom Blaukorn zu Recht immer wieder ansprechen: Ist der Dünger aus dem Chemielabor giftig oder nicht? Kurz gesagt handelt es sich beim Blaukorn um eine Chemiekeule, die keine natürlichen Substanzen enthält. Sie besteht aus Nährstoffen in hoher Dosis, die der menschliche Körper nicht benötigt.

  • Nitratstickstoff führt im Körper zu einer Reizung von Magen und Darm
  • Erbrechen und Durchfall sind die Folgen
  • Nitrat kann in Nitrit umgewandelt werden
  • durch Nitrit wird weniger Sauerstoff an den roten Blutkörperchen gebunden, wodurch der ganze Körper unterversorgt ist

Letztendlich ist jedoch immer nur die Menge entscheidend. Ein Korn vom Granulat wird noch längst nicht die oben beschriebenen Symptome verursachen. Probleme können aber auch bei kleinen Mengen entstehen und sollten beobachtet werden.

Kinder und Haustiere schützen

Da Kinder und Haustiere einen deutlich kleineren Körperbau haben, sind bei ihnen geringere Mengen bereits gefährlich. Blaukorn sollte daher auf keinen Fall in die Nähe dieser Schutzbedürftigen gelangen. Auf eine Verwendung im Garten sollte verzichtet werden, wenn sich dort Kinder und Haustiere aufhalten. Nehmen diese Blaukorn zu sich, so sollte im Notfall ein Arzt aufgesucht werden.

Die Probleme, die durch eine Nitritvergiftung entstehen können, sind nicht zu unterschätzen. Auch die Umwelt kann unter Blaukorn leiden, da Böden hierdurch übersäuert werden. Es ist daher darauf zu achten, dass nicht zu viel Dünger verwendet wird. Ein saurer Boden lässt Pflanzen verbrennen und zerstört die Vegetation.