Rubus sectio Rubus, Brombeeren

Ihre blau-schwarze Farbe verleiht Brombeeren eine magische Aura. Ihr fruchtiges Aroma und verführerischer Duft erzählen von unbeschwerten Sommertagen in Großmutters Garten. Höchste Zeit, die leckeren Brombeeren selbst anzubauen. Moderne Sorten sind weder kratzbürstig noch anspruchsvoll, sofern Sie sich mit der Materie ein wenig näher befassen. Erkunden Sie hier Infos zu empfehlenswerten Sorten, fachgerechter Pflege und zum richtigen Schneiden.

Steckbrief

  • Gattung innerhalb der Familie der Rosengewächse
  • Bezeichnung der Sektion: Brombeeren (Rubus sectio Rubus)
  • beheimatet in Europa, Nordafrika bis Nordamerika
  • krautige bis verholzende, laubabwerfenden Beerensträucher
  • kletternde Ranken als Spreizklimmer mit und ohne Stacheln
  • starkwüchsig mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 100 cm
  • Wuchslängen und -höhen in Kultur von 50 bis 300 cm, in freier Natur darüber hinaus
  • wechselständige, grüne Fiederblätter mit dunkelroter Herbstfärbung
  • zwittrige, weiße oder rosafarbene Blüten von Mai bis August
  • schwarz-blaue Beerenfrüchte (Sammelsteinfrüchte) von Juli bis Oktober
  • Trivialnamen: Dornbeere, Dorngebüschbeere

Wenn Sie im Hochsommer im eigenen Garten von fruchtig-saftigen, sonnenwarmen Brombeeren direkt vom Strauch naschen, haben Sie im Anbau alles richtig gemacht. Auf dem Weg dorthin haben Sie Ihre persönliche Lieblingssorte ausgewählt, den idealen Standort gefunden und die Sträucher perfekt gepflanzt und gepflegt.

Pflege

Alle wichtigen Informationen für einen erfolgreichen Anbau von Brombeeren haben wir hier für Sie zusammengetragen. Erkunden Sie eine Selektion der besten Sorten. Die Pflegeanleitung beleuchtet alle relevanten Aspekte vom richtigen Gießen und Düngen bis hin zum gekonnten Schneiden der heimischen Beerensträucher.

Brombeer-Sträucher blühen und fruchten stets an den zweijährigen Trieben. Diese tragen einmalig Beeren und sterben dann ab. Zu dieser Zeit bringt der Strauch bereits zahlreiche neue Ruten hervor, an denen im darauf folgenden Jahr Blüten und Früchte gedeihen.

Rubus sectio Rubus aus eigenem Anbau

Sorten

Im Anbau von Brombeeren profitieren Sie von einem großen Erfahrungsschatz, der sich im Angebot bewährter Sorten niederschlägt. Darüber hinaus stehen innovative Neuzüchtungen für Sie bereit, die mit vitaler Ertragskraft begeistern und auf die lästigen Dornen verzichten. Die folgende Selektion stellt Ihnen empfehlenswerte Sorten näher vor.

Theodor Reimers

  • die historische Sorte übertrumpft nach wie vor die meisten Neulinge in der Brombeeren Sortenfamilie hinsichtlich Wuchskraft und Ertrag
  • von Ende Juli bis Ende September beschert Ihnen der Klassiker eine reiche Ernte aromatischer, zucker-süßer Früchte
  • Besonderheit: ideal für den Frischverzehr

Lubera Navaho

  • die dornenlose Sorte bringt ab Mitte Juli große Brombeeren hervor, die Ihren Gaumen mit einem ausdrucksvollen Aroma verwöhnen
  • neben ihrer hohen Ertragskraft, punktet die innovative Züchtung mit einer respektablen Resistenz gegen Mehltau
  • Besonderheit: benötigt nicht zwingend ein Spalier

Loch Ness

  • Brombeer-Experten und Liebhaber sind sich einig, dass diese Sorte zu den bester Züchtungserfolgen zählt
  • ab Anfang August ernten Sie voluminöse Brombeeren von hervorragendem Geschmack, ohne das Dornen Ihre Arbeit behindern
  • über die frühe Blütezeit ab April freuen sich Bienen und Schmetterlinge gleichermaßen, da hier eine üppige Ausbeute an Nektar bereitsteht
  • Besonderheit: wenig anfällig für Fruchtfäule

Arkansas Navaho

  • im kleinen Garten müssen Sie auf fruchtig-frischen Brombeer-Genuss nicht verzichten
  • diese dornenlose Säulen-Brombeere lädt ab Juli ein, von ihren aromatischen Früchten zu naschen
  • der schlanke Wuchs ist weit weniger raumgreifend als bei den mächtigen Artgenosse
  • Besonderheit: geeignet für den Anbau im Kübel

Anbau

Brombeeren zählen seit Generationen zum festen Bestandteil im Bauern- und Nutzgarten, weil sie robust und unkompliziert beschaffen sind. Damit Sie alljährlich eine reiche Beerenernte einfahren können, sind dennoch verschiedene wichtige Details zu beachten. Mit der Wahl der idealen Sorte als Pflanzgut in bester Qualität, stellen Sie bereits im Vorfeld die Weichen.

Eine umsichtige Bodenvorbereitung am adäquaten Standort, in Verbindung mit der fachgerechten Pflanztechnik ebnen vor Ort den Weg zum fruchtig-frischen Beerengenuss. Im Folgenden vermitteln wir Ihnen das gärtnerische Rüstzeug, um Brombeeren erfolgreich anzubauen.

Qualität

Kriterien bester Pflanzgut-Qualität

Haben Sie Ihre Sorten-Favoriten ausfindig gemacht, rückt die Qualität der Jungpflanzen in den Fokus. Baumschulen und Gartencenter offerieren Brombeeren vornehmlich mit Topfballen, da diese nahezu ganzjährig gepflanzt werden kann. Unterziehen Sie das Pflanzgut vor dem Kauf einer Prüfung nach diesen Kriterien, stellen Sie sicher, dass Brombeerpflanzen in bester Qualität Einzug halten in Ihrem Garten.

  • mindestens 3 sattgrüne, gesunde Grundtriebe
  • keine verletzte oder eingetrocknete Rinde
  • gut durchwurzelter Topfballen, ohne lange Drehwurzeln am Ballengrund
  • beim Austopfen fällt kein oder nur sehr wenig Substrat herunter

Scheuen Sie sich nicht, beim Kauf die Brombeerpflanze aus dem Topf zu holen, um den Wurzelballen nach den genannten Kriterien in Augenschein zu nehmen. Eine vitale und kräftige Jungpflanze verfügt bei richtiger Pflege immerhin über die Lebenskraft für viele Jahre, sodass es sich lohnt, genau hinzuschauen.

Pflanzzeit

Im Container vorgezogene Dornbeeren können während der gesamten Vegetationsperiode in die Erde gesetzt werden, solange diese nicht gefroren ist. Dennoch empfehlen wir als Pflanzzeit das Frühjahr. Wenn sich im März und April der Boden unter dem Einfluss der Frühlingssonne erwärmt und vom Winter noch durchfeuchtet ist, schreitet die Verwurzelung besonders zügig voran.

Standort

Standort und Boden

Ihre anspruchslose Toleranz stellen Brombeeren in erster Linie hinsichtlich der geeigneten Standortbedingungen unter Beweis.

In diesen Lagen gedeihen die Beerensträucher wunschgemäß:

  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • gerne warm und windgeschützt vor einer Hauswand
  • mittelschwere, humose Erde, frisch-feucht und gut durchlässig
  • idealerweise mit einem pH-Wert von 4,5 bis 6,0

Lockern Sie das Erdreich zur Vorbereitung der Pflanzung tiefgründig auf. Sofern der Boden nicht die Prämissen für einen ertragreichen Anbau erfüllt, geben Sie Laubkompost oder Moorbeeterde hinzu und harken das Material oberflächlich ein.

Brombeeren im heimischen Garten

Pflanzen

Bevor ein Brombeerstrauch seinen Platz im Beet einnimmt, tränken Sie den Wurzelballen einige Minuten in Schachtelhalmbrühe. Sofern der Topfballen sehr trocken ist, stellen Sie ihn für 20 bis 30 Minuten in weiches Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

So pflanzen Sie das Beerengehölz richtig:

  • eine Pflanzgrube entspricht dem doppelten Volumen des Topfballens
  • der Pflanzabstand beträgt 100-150 cm für schwachwüchsige respektive 300-400 cm für wuchsstarke Sorten
  • die ausgehobene Erde anreichern mit gesiebtem Laubkompost

Setzen Sie eine ausgetopfte Jungpflanze so tief ein, dass die Oberfläche des Wurzelballens 5 cm unter dem Bodenniveau liegt. Drücken Sie das Substrat gut an und gießen mit weichem Wasser großzügig, ohne Staunässe zu verursachen. Im letzten Arbeitsschritt breiten Sie eine 4-5 cm hohe Schicht aus Rindenmulch oder Kompost aus, die den Boden vor Austrocknung bewahrt und warm hält.

Das richtige Spalier

Der sachgemäße Anbau von Brombeeren erfordert – bis auf wenige Ausnahmen – die Fixierung der Ranken an einem Spalier. Dieser zusätzliche Aufwand wird gleich mehrfach belohnt: Selbst bei starkwüchsigen Brombeer-Sorten herrscht übersichtliche Ordnung im Beet und entsteht kein undurchdringlicher Ranken-Dschungel, der lediglich durch einen radikalen Schnitt unter Kontrolle zu bringen ist.

Darüber hinaus gehen alle Pflegearbeiten sowie der Rückschnitt einfacher von der Hand. Die Konstruktion erfordert keine besonderen handwerklichen Fähigkeiten und ist im Handumdrehen installiert.

So geht es:

  • an beiden Enden des Brombeer-Beets einen mannshohen Holzpflock in die Erde schlagen
  • in einer Höhe von 50 cm über dem Boden einen ersten Draht spannen
  • im Abstand von 30-40 cm weitere Drähte befestigen

Stimmen Sie die Größe der Rankhilfe ab auf die gepflanzten Sorten. Eine mächtige, bewehrte Theodor-Reimer-Brombeere erfordert ein größeres Spalier, als eine wenig rankende, stachellose Navaho.

Wo die Rahmenbedingungen am Standort den Wünschen einer Brombeere entsprechen, erweist sich der Pflegeaufwand als gering.

So umsorgen Sie Ihre Beerensträucher richtig:

  • Brombeeren bei Trockenheit gießen
  • vorzugsweise mit gesammeltem Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser wässern
  • im April düngen mit Laubkompost, verrottetem Pferdedung oder Rindenhumus
  • alternativ einen speziellen Beerendünger ausstreuen und leicht einharken

Die Dornbeere verfügt über eine robuste Winterhärte, die sich allerdings erst im Laufe der ersten Standjahre entwickelt. Im Pflanzjahr empfehlen wir daher, die Beetstelle mit Herbstlaub und Nadelreisig vor Frost zu schützen. Die jungen Ruten sind für eine Schutzwand aus Bastmatten dankbar. Alternativ stecken Sie rundherum Reisig bei.

Schneiden

Schneiden am Spalier

An einem Brombeerstrauch gehen Schnitt und Erziehung Hand in Hand. Zu diesem Zweck binden Sie die jungen Ruten proportional zum Fortschritt des Wachstums am Spalier empor. Für schwachwüchsige Sorten hat sich die Fächererziehung bewährt. Kraftvoll wachsende Brombeer-Sorten gedeihen optimal, indem die Ranken zu Palmetten an den Drähten erzogen werden. Beim Rückschnitt schenken Sie dieser Vorgehensweise bitte Ihre Aufmerksamkeit.

  • im ersten Sommer 4 bis 5 kräftige Ruten am Spalier befestigen
  • alle anderen Triebe bodennah abschneiden
  • im Herbst oder Spätwinter die abgetragenen Fruchttriebe losbinden und an der Basis abschneiden
  • die Seitenäste der jungen Ruten einkürzen bis auf 20 oder 30 cm respektive 2 bis 3 Knospen
  • hierbei den Schnitt 1 cm oberhalb einer Knospe ansetzen
  • die beschnittenen Ruten wieder am Draht locker festbinden
  • pro Pflanzstelle nicht mehr als 2 bis 3, maximal 5 Ruten pflegen, um die übrigen bis zu Boden zu kappen

Diese Schnittführung impliziert, dass Sie alte und junge Ranken eindeutig voneinander unterscheiden können. Dies ist nicht immer zweifelsfrei möglich, sodass Sie sich mit diesem Kniff eine Brücke bauen: Die Ruten werden getrennt voneinander am Erziehungssystem fixiert.

Brombeerpflanze mit Blüte

In einem Jahr befinden sich die fruchtenden Ruten auf der rechten Seite und die jungen Ranken auf der linken Seite. Während im weiteren Verlauf die linksseitigen Ruten Beeren hervorbringen, erziehen Sie die nächste Generation auf der rechten Seite.

Säulen-Brombeeren schneiden

Die innovativen, aufrecht wachsenden Brombeer-Sorten bereichern den kleinen Garten mit ihrer Blüten- und Beerenpracht, da sie maximal einen Quadratmeter Anbaufläche beanspruchen. Hier werden 2 bis 3 der kräftigsten, jungen Ruten an einem Bambusstab angebunden und senkrecht empor geleitet. Alle anderen Triebe müssen weichen.

So schneiden Sie Säulen-Brombeeren vorbildlich:

  • Ende Februar/Anfang März alle Seitentriebe an den Ruten einkürzen bis auf 2 Augen
  • daraus entsprießen die diesjährigen Fruchttriebe, die an den Enden blühen und fruchten
  • im September, nach der Ernte, die abgetragenen Ruten bis auf 10 cm abschneiden
  • die diesjährigen Ranken wiederum am Bambus empor leiten

Wachsen Ihnen die Ruten im Verlauf des Sommers über den Kopf, raten die Experten von einem Rückschnitt ab. Ein Schnitt inmitten der Vegetationsperiode animiert den Brombeerenstrauch dazu, erneut Seitentriebe wachsen zu lassen, was mit einem unnötigen Kraftaufwand verbunden ist. Erst im Februar kürzen Sie das Beerengehölz daher auf die gewünschte Höhe ein.

Vermehren

Ihr unkompliziertes Gemüt demonstriert die Brombeere in Punkto Vermehrung wiederum eindrucksvoll. Als praxistauglich haben sich insbesondere zwei Methoden der vegetativen Nachzucht herausgestellt, die wir Ihnen im Folgenden näher erläutern.

Stecklinge

Zum Steckling geeignet sind Teilstücke von einjährigen Ranken, also denjenigen Ruten, die in diesem Jahr nicht blühen und nicht fruchten. Schneiden Sie hierzu im Frühsommer 10 cm lange Kopfstecklinge ab, die über 2 bis 3 schlafende Augen verfügen. Andere Triebstücke sind ebenfalls geeignet, verfügen indes nicht über die Wuchskraft von Kopfstecklingen.

So gelingt die Stecklingsvermehrung reibungslos:

  • jeden Steckling bis auf ein Blattpaar entlauben
  • in einen Topf mit feuchter Torf-Sand oder Anzuchterde zu zwei Drittel einsetze
  • unter einer Plastiktüte oder im Gewächshaus konstant leicht feucht halten

Innerhalb von 3 bis 4 Wochen entwickelt sich ein neues Wurzelsystem, woraufhin frische Blättchen sprießen. Eine Haube kann jetzt entfernt oder das Gewächshaus wieder verlassen werden, da frische Luft und Sonnenschein das Wachstum vorantreiben. Gießen Sie weiterhin regelmäßig mit weichem Wasser, ohne Dünger zu verabreichen.

Hat ein Steckling seinen Anzuchttopf vollständig durchwurzelt, topfen Sie ihn bitte um in einen größeren Kübel mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Substrat. Nach weiteren 4 Wochen am sonnigen, warmen Platz im Garten, hat sich der Steckling in eine vitale Jungpflanze verwandelt und kann im Herbst ausgepflanzt werden.

Absenker

Die biegsamen Ranken einer Brombeere ermöglichen die Vermehrung durch Absenker. Zu diesem Zweck wählen Sie im März oder September einen diesjährigen Trieb aus und ziehen ihn zu Boden. Die Triebspitze stecken Sie in ein 6 cm tiefes Loch, dass Sie mit einem Holzstab vorgebohrt haben. Drücken Sie die Erde fest und fixieren die Rute mit einem Drahthaken, sofern sie wieder emporschnellen will.

Rubus sectio Rubus auch Dornbeere genannt

Innerhalb weniger Wochen entwickelt sich am Absenker ein neues Wurzelsystem, da die Mutterpflanze den Nachwuchs weiterhin mit Nährstoffen versorgt. Spüren Sie auf Zug einen stabilen Widerstand, graben Sie die Jungpflanze aus und trennen sie mit einem scharfen Schnitt von der Mutterpflanze. Am sonnigen bis halbschattigen Standort pflanzen Sie die neue Brombeere in die nährstoffreiche Erde, kürzen den Trieb auf 20-30 cm ein und gießen an.