Sommerflieder, Buddleja

Während die Blütezeit vieler Ziersträucher dem Ende zugeht oder bereits vorbei ist, ist dieses hübsche und sehr wüchsige Blütengehölz von unzähligen Blütenrispen übersät. Von Juli bis in den Herbst hinein bringt der auch als Schmetterlingsflieder bekannte Sommerflieder seine weißen, gelben, rosafarbenen, violetten oder bläulichen Blüten hervor, die eine Vielzahl nicht minder farbenprächtiger Schmetterlinge in den Garten locken, eine Wohltat fürs Auge.

Steckbrief

  • Gattung: Sommerflieder
  • Familie: Braunwurzgewächse
  • Herkunft: tropische und subtropische Gebiete Amerikas, Afrikas und Asiens
  • Wuchs: strauchförmig, als Baum oder Liane, leicht oder stark überhängend
  • Wuchshöhe: je nach Art 200 bis 500 cm
  • Laub: Laub abwerfend, länglich, gezahnt, mattgrün
  • Blütezeit: davidii Mai/Juni, alternifolia Juni bis September/Oktober
  • Blüte: traubige Blütenstände, bis zu 30 cm lang und 2-5 cm breit
  • Blütenfarbe: Weiß, gelb, rosafarben, Purpurrot, hell- oder dunkelviolett
  • Verwendung: Solitär, Blütenhecke, Unterpflanzung

Sommerflieder Buddleja ist ein dankbarer Sommerblüher, der als Strauch oder Halbstrauch, seltener als Baum oder Liane wächst. Er ähnelt stark dem normalen Flieder, der bereits im Mai blüht. Beide verströmen einen unwiderstehlichen Duft. Sommerflieder kann Wuchshöhen bis 500 cm erreichen und aufgrund seiner Verzweigung bis 300 cm in die Breite wachsen.

Die bekannteste Art ist Buddleja davidii, wobei auch der wechselständige Sommerflieder Buddleja alternifolia erwähnenswert ist, der vor allem beim jährlichen Schnitt eine Sonderstellung unter den Sommerfliedern einnimmt.

Sommerflieder lockt Schmetterlinge in den Garten

Schmetterlingsflieder ist nicht mit dem im Frühjahr blühenden Flieder zu verwechseln, der einer ganz anderen Gattung angehört. Die beiden überwiegend in heimischen Gärten vorkommenden Arten Budleja davidii und der schmalblättrige Sommerflieder Buddleja alternifolia unterscheiden sich in ihrem Wuchs- und Blühverhalten. Während davidii bis in den Herbst hinein mit Blüten besetzt ist, blüht der Schmalblättrige bereits Ende Mai/Anfang Juni.

Im Gegensatz zu davidii, der an diesjährigen Trieben blüht, erscheinen die Blüten hier am Vorjahrestrieb, was besonders beim Schnitt eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus blüht Buddleja alternifolia üppiger, dafür aber nur im Frühsommer. Er wächst dichter und kaskadenförmiger als Buddleja davidii.

Pflege

Beim Kauf sollte man sich vorzugsweise für bereits blühende Exemplare mit möglichst vielen Trieben entscheiden, so kann man sich schon mal sicher sein, was die Farbe angeht. Schwachtriebige Pflanzen mit nackten Wurzeln sind nicht empfehlenswert. Ansonsten sind die Ansprüche relativ gering, dennoch sind besonders beim Schnitt einige Dinge zu beachten.

Standort

Sommerflieder liebt warme und sonnige Standorte, toleriert aber auch Halbschatten. Schmalblättriger Sommerflieder setzt man in Einzelstellung am besten in Szene. Er lässt sich aber auch gut mit Rosen oder farblich passenden Stauden kombinieren. Buddleja davidii dagegen kann sich seinen Standort sehr gut mit anderen Blütengehölzen teilen. Um die kahlen Stellen im unteren Bereich des Sommerflieders zu kaschieren, kann sich auch eine Pflanzung mit Blühpflanzen wie Astern, Cosmeen oder Levkojen lohnen.

Boden

  • Schmetterlingsflieder gedeiht auf unterschiedlichen Böden
  • dennoch bevorzugt er leichte, durchlässige mit Kompost angereicherte
  • nicht so gut eignen sich dauerhaft feuchte und schwere Böden
  • schwere Lehmböden lassen sich mit Kies oder Sand durchlässiger machen
  • Torf, hochwertige Pflanzerde oder Kompost können Speicherfähigkeit von Sandböden verbessern
  • zu nährstoffreiche Substrate fördern vor allem das Trieb- und Blattwachstum
  • die Blütenbildung fällt dann deutlich geringer aus

Sommerflieder - Wuchshöhen bis zu 500 cm

Auch bei einer Kultur im Kübel sollte auf lockeres und durchlässiges Substrat geachtet werden. Kübelpflanzenerde ist in der Regel gut geeignet. Soll handelsübliche Balkonpflanzenerde verwendet werden, muss diese durch die Zugabe von gleichen Teilen grobem Sand abgemagert und durchlässiger gemacht werden. Neben Sand eigenen sich auch Splitt oder Blähton als Beimischung.

Pflanzen

Pflanzung im Garten

Beste Pflanzzeit für Sommerflieder ist im Frühjahr und Sommer, wobei auch eine Pflanzung im Herbst infrage kommt, dann aber ein entsprechender Winterschutz unverzichtbar ist. Vor dem Pflanzen wässert man den Wurzelballen gründlich. In der Zwischenzeit hebt man ein etwa 60 x 60 cm breites und tiefes Pflanzloch aus. Der Boden in der Pflanzgrube wird gründlich aufgelockert. Für optimale Startbedingungen reichert man den Erdaushub mit reichlich Kompost an.

Nun können die Pflanzen eingesetzt und mit Erdaushub aufgefüllt werden. Sie sollten genauso tief in der Erde stehen wie zuvor im Topf. Die Erde wird angedrückt und reichlich gewässert. Damit das Gießwasser da bleibt, wo es benötigt wird, bietet sich das Anlegen eines Gießrandes an. Eine Mulchschicht auf dem Wurzelbereich schützt den Boden vor zu starker Austrocknung. Zu anderen Pflanzen oder Gehölzen sind Pflanzabstände von etwa 150 cm empfehlenswert.

Kübelpflanzung

Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit und der langen Blütezeit ist Schmetterlingsflieder eine hervorragende Wahl für eine Kübelhaltung. Allerdings ist Buddleja alternafolia wegen seines breiten und stark überhängenden Wuchses dafür eher ungeeignet. Besser eignen sich  kleinwüchsige, kompaktere Sorten der Art Buddleja davidii.

Eine kleinwüchsige Sorte, die geradezu prädestiniert ist für eine Kübelhaltung, ist Buddleja davidii ‚Nanhoensis‘. Die klassischen Gartensorten sollte man möglichst nicht im Kübel pflanzen. Grund hierfür ist ihr tief gehendes Wurzelwerk, was sehr große Pflanzgefäße erfordert.

Wichtig bei einer Kübelpflanzung sind ein ausreichend großer Pflanzkübel mit einem Durchmesser und einer Höhe von mindestens 40 cm und Abzugslöchern. Des Weiteren ist eine gute Drainage am Topfboden wichtig. Auf die Drainage kommt ein Teil des Substrats und mittig darauf der Sommerflieder. Anschließend den Topf bis 2 cm unter den Rand mit Erde auffüllen, die Erde andrücken und gründlich wässern.

Buddleja gibt es in vielen Farbvarianten

Gießen

  • junge oder frisch gepflanzte Exemplare gießt man anfangs noch regelmäßig
  • der Boden darf dennoch nicht staunass sein
  • ältere Pflanzen nur noch bei länger andauernder Trockenheit gießen
  • Kübelpflanzen müssen etwas häufiger gegossen werden, das Substrat trocknet schneller aus
  • Staunässe ist auch bei Kübelpflanzen zu vermeiden
  • überschüssiges Wasser im Untersetzer muss entfernt werden
  • zum Gießen vorzugsweise kalkhaltiges Wasser verwenden

Düngen

Wurde bei der Pflanzung Kompost eingearbeitet, muss in der Regel nicht mehr gedüngt werden. Lediglich nach dem Rückschnitt ist es ratsam, etwas Kompost zu verabreichen, um die Bildung neuer Triebe anzukurbeln. Später wird etwa alle 14 Tage ein Kübelpflanzen- oder Balkonblumendünger verabreicht, im Kübel laugt das Substrat schneller und stärker aus als im Garten.

Der Dünger sollte nur wenig Stickstoff aber ausreichend Phosphor enthalten. Am besten verabreicht man ihn über das Gießwasser. Vor dem Düngen sollte gegossen werden, damit der Dünger nicht die Wurzeln schädigt.

Schneiden

Buddleja davidii

Buddleja davidii blüht wie nahezu alle Sommer blühenden Gehölze am diesjährigen Holz, was den Schnitt erleichtert. Bester Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist ein frostfreier und nicht zu sonniger Tag im Spätwinter, bis spätestens Mitte Februar. Notfalls kann der Rückschnitt auch noch im April erfolgen, dann verschiebt sich allerdings auch die Blüte.

Je später man schneidet, umso später setzt die Blüte ein. Ein regelmäßiger Schnitt zur richtigen Zeit und mit entsprechender Intensität steigert die Blütenfülle, der Flieder treibt kräftiger wieder aus und bildet viele neue Triebe mit großen Blütenrispen.

  • wenn kein Starkfrost droht, abgeblühte Triebe stark einkürzen
  • zu dicht stehende, Konkurrenztriebe mit einer Astschere direkt am Ansatz entfernen
  • ein Rückschnitt auf Astring verhindert, dass der Ast an dieser Stelle wieder austreibt
  • alle Blütentriebe aus dem Vorjahr kräftig zurückschneiden
  • dabei oberhalb zweier gegenständiger Blattansätze schneiden
  • hier bilden sich neue Triebknospen, die im Frühjahr austreiben und im Sommer blühen
  • sehr dünne Zweige und einjährige Triebe, die andere behindern oder sich kreuzen, entfernen
  • nach dem Rückschnitt bleibt ein Grundgerüst übrig
  • der neue Austrieb aus den schlafenden Augen kostet die Pflanze viel Kraft
  • demzufolge setzt die Blüte etwas später ein
  • deshalb sollte der Rückschnitt bis spätestens Mitte Februar abgeschlossen sein
  • bis zum Sommer ist der Flieder wieder mannshoch und trägt viele farbenprächtige Blütenrispen

Sommerflieder, Buddleja - hat unzählige Blütenrispen

Auch bei einer Kübelhaltung sollten abgeblühte Rispen laufend entfernt werden. Schneidet man bis spätestens Ende Juli/Anfang August, treibt der Sommerflieder wieder Blüten nach. Im Spätwinter, wenn die starken Fröste vorbei sind, schneidet man die kompakt wachsenden Kübelpflanzen stark zurück, das kann fast bodennah sein. Von den alten Trieben lässt man pro Trieb zwei Blattknospen stehen. Daraufhin treiben sie kräftig aus und etwa im Juli zeigen sich die ersten Blüten.

Buddleja alternifolia

Im Gegensatz zu Buddleja davidii bildet der wechselständige Sommerflieder seine Blüten in den Blattachseln der vorjährigen Triebe. Bei einem Rückschnitt im Frühjahr würden die Blütenknospen mit entfernt und die Blüte im nächsten Jahr ausbleiben. Demzufolge sollte diese Art nur minimal oder gar nicht verschnitten werden. Lediglich wenn sie zu dicht geworden ist oder die Blüte nachlässt, kann man sie nach der Blüte etwas auslichten.

Notfalls verträgt er auch einen stärkeren Rückschnitt bis ins alte Holz, beispielsweise um ihn zu verjüngen. Dann muss man aber im nächsten Jahr auf Blüten verzichten. Bei dichten Hecken können zwischen März und September herausragende Neutriebe eingekürzt werden. Dabei sollten unbedingt die Brutzeiten der Vögel berücksichtigt werden.

Überwintern

Junger, im Garten ausgepflanzter Schmetterlingsflieder ist nur bedingt winterhart und benötigt einen entsprechenden Winterschutz. Teilweise ist die Winterhärte auch sortenabhängig. Durch eine Abdeckung des Wurzelbereichs mit Stroh oder Reisig ist er ausreichend geschützt.

Ältere Exemplare sind meist gut winterhart, sodass sie keinen Schutz benötigen. Dennoch kann es passieren, dass der eine oder andere Strauch teilweise oder ganz zurück friert. In der Regel treiben sie im Frühjahr aber wieder aus. Einen zusätzlichen Schutz können niedrige, bodendeckende Unterpflanzungen bieten.

Sommerflieder im Kübel können, sofern sie trocken und geschützt stehen problemlos im Freien überwintern. Gut ist ein vor Sonne und Wind geschützter Platz vor einer Hauswand oder unter einer Überdachung. Dazu stellt man den Pflanzkübel vom Boden weg, auf Styropor oder eine Holzpalette.

Dann umwickelt man den Topf mit Jute, Blasenfolie oder Vlies oder man stellt ihn in eine Holzkiste und füllt die Zwischenräume mit trockenem Laub Stroh oder Rindenmulch auf. Gut verpackt und mit gelegentlichen Wassergaben kommt Schmetterlingsflieder so auch im Kübel gut über den Winter.

Buddleja eine recht anspruchslose Gartenpflanze

Vermehren

In puncto Vermehren sollte man wissen, dass Sommerflieder ein sogenannter invasiver Neophyt ist. Das sind Pflanzen, die sich in Gebieten ausbreiten, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren, wie der Sommerflieder. Er kann sich stark ausbreiten und andere Pflanzen in ihrem Wuchs bedrängen.

Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam verwelkte Blütenstände fortlaufend zu entfernen, bevor die Samen ausfallen können. Neben der Selbstaussaat kann man Sommerflieder bei Bedarf über Stecklinge und durch Absenkern vermehren.

Stecklinge

  • zwischen Juni und Mitte August 15-20 cm lange, blütenlose Triebspitzen schneiden
  • Triebspitzen werden von einjährigen Trieben geschnitten
  • bis auf die obersten 2-3 Blätter werden alle anderen entfernt
  • die Verbleibenden halbieren, um die Verdunstung so gering wie möglich zu halten
  • anschließend die Stecklinge in kleine Töpfe pflanzen
  • dazu ein Gemisch aus zwei Dritteln Vermehrungserde und einem Drittel Sand verwenden
  • das Substrat befeuchten und die Stecklinge mit einer lichtdurchlässigen Plastiktüte abdecken
  • die Folie darf die Blätter des Stecklings nicht berühren, sonst droht Fäulnis
  • Folie täglich für kurze Zeit entfernen um Schimmelbildung und Fäulnis zu vermeiden
  • Bewurzelung im Wasserglas ist ebenfalls möglich
  • haben sich Wurzeln gebildet, werden die Stecklinge eingepflanzt

Absenkern

Zum Absenkern wählt man im Spätsommer zunächst einen nicht verholzten Trieb aus und biegt diesen behutsam zu Boden. Der Teil des Triebes, der auf dem Boden aufliegt, wird mit einem Messer auf einer Länge von etwa 15 cm leicht angeritzt, um die Wurzelbildung zu erleichtern.

Dann bedeckt man genau diesen Teil mit Erde und fixiert den Zweig mit gebogenen Drähten, Heringen oder Ähnlichem, im Boden. Die Erde sollte ab jetzt leicht feucht gehalten werden. Bis zum nächsten Frühjahr haben sich Wurzeln gebildet, der Setzling kann von der Mutterpflanze abgetrennt und an seinem endgültigen Standort eingepflanzt werden.

Krankheiten

Schmalblättrigkeit

Die sogenannte Schmalblättrigkeit wird von Viren verursacht und ist an gekräuselten Blättern mit gelblichen mosaikähnlichen Zeichnungen zu erkennen. Häufig ist eine Überdüngung mit Stickstoff die Ursache. Meist bleibt nur, die betroffenen Pflanzen komplett zu entfernen. Vorbeugend sollte eine zu stickstoffbetonte Düngung vermieden werden.

Sommerflieder mit gelben Blattverfärbungen

Schädlinge

Blattwanzen

Ein Befall mit Blattwanzen äußert sich u. a. an bräunlich-gelblichen Saugstellen der Käfer an den Blättern, die dann absterben sowie an missgebildeten Blüten und Triebspitzen. Zur Bekämpfung kann man diesen kältestarren Schädling am frühen Morgen auf eine Unterlage abschütteln und betroffene Pflanzen zusätzlich mit Schmierseifenlösung einsprühen oder mit geeigneten Präparaten aus dem Fachhandel behandeln.

Nematoden

Nematoden (Fadenwürmer) kennt man meist nur als Nützlinge. Sie können aber auch das Pflanzengewebe schädigen. Auf den Blättern zeigen sich gelbe Flecken, die sich später bräunlich einfärben, die Blätter fallen schließlich ab. Auch hier ist meist eine Stickstoffüberdüngung die Ursache. Betroffene Pflanzen sind meist nicht zu retten und müssen vernichtet werden. Vorbeugend sollte man auf eine gute Bodenbeschaffenheit achten und eine zu stickstoffbetonte Düngung vermeiden.