Zantedeschia, Calla

Die Calla oder auch Zimmercalla ist ursprünglich in den südafrikanischen Sümpfen zu Hause. Wie ihr Name schon sagt, sollte sie in der Regel in einem Raum kultiviert werden. Doch es spricht nichts dagegen, der anmutigen Schönheit im Sommer auch die frische Luft draußen zu gönnen, wenn die entsprechende Wärme dies erlaubt. Doch mit ihren gelben, lilafarbenen, weißen oder pinken Blüte besticht sie auch auf jeder Fensterbank.

Steckbrief

  • weitere Namen: Schlangenwurz, Calla, Zantedeschia
  • Ursprungsland: trockene Sümpfe von Südamerika
  • Höhe: bis zu 80 cm
  • kelchförmige Blüten
  • Farbe: weiß, gelb, lila, pink oder orange
  • blüht zwischen Mai und August
  • jeder einzelne Trieb endet in einer solchen Blüte
  • dunkelgrüne, pfeilförmige Blätter
  • umrahmen jede einzelne Blüte
  • überwiegend Zimmerpflanze
  • nur im Kübel kultivieren
  • giftig und nur mit Vorsicht zu behandeln

Die anspruchsvolle Zimmercalla ist ursprünglich in den sommertrockenen Sümpfen Südafrikas beheimatet. Daher stellt sie auch in den hiesigen Breitengraden viele Ansprüche an den Standort. So kann Sie auf keinen Fall im Herbst und Winter draußen verbleiben und findet dann mit ihren anmutigen Blüten in vielen verschiedenen Farben besser einen Platz auf einer Fensterbank oder einem Tisch in einem nicht zu warmen Raum.

Zantedeschia, Calla im Garten

Leider ist die Pflanze in allen Teilen sehr giftig und daher mit Vorsicht zu behandeln. Den Namen Calla hat die anmutige Pflanze zu Recht, denn dieser kann mit wunderschön übersetzt werden, da er auf die griechische Göttin Kalliope zurückzuführen ist. Diese galt in den griechischen Mythen ebenfalls als wunderschön.

Der Name Zantedeschia hingegen ist ihrem Entdecker gewidmet, dem aus Italien stammenden Giovanni Zantedeschi, der als Botaniker im 18. Jahrhundert diese anmutige Zwiebelpflanze entdeckte, nach Europa brachte und hier kultivierte.

Pflege

Die anmutige Zimmercalla stellt viele Ansprüche an ihre Pflege, damit sie auch richtig gut gedeiht und jedes Jahr aufs Neue ihre prachtvollen Blüten entwickelt. Da sie keinesfalls den Winter über draußen verbringen darf, ist eine Kultivierung im Kübel zu empfehlen, damit sie je nach Witterung an den passenden Standort gesetzt werden kann. Doch Sie werden lange Freude an Ihrer Calla haben, wenn Sie die nachfolgenden Pflegehinweise beachten.

Standort

Schon bei der Wahl des Standortes zeigt die Calla ihre intensive Pflegebedürftigkeit. Denn bereits hier stellt sie viele Ansprüche.

Der ideale Standort sollte daher Idealerweise wie folgt gewählt werden:

  • hell und sonnig
  • keine direkte Mittagssonne
  • warm
  • Temperaturen zwischen 16° und 21° Celsius erwünscht
  • keine Zugluft
  • kalten Wind vermeiden
  • im Winter auf Fensterbank oder einem Tisch
  • im Sommer draußen
  • ideal in einer Terrassenecke oder geschütztem Balkon

Bodenbeschaffenheit

Da die Zimmercalla ursprünglich in den Sümpfen Südafrikas beheimatet ist, stellt sie an die Bodenbeschaffenheit keine großen Ansprüche.

Zantedeschia auch Schlangenwurz genannt

Substrat

Wenn Sie das passende Substrat für die anmutige Calla wählen möchten, dann haben Sie mehrere Möglichkeiten. So können Sie die normale Blumen- oder Kübelerde aus dem Handel nutzen. Aber auch Gartenerde stellt kein Problem für die Pflanze dar. Einzig und allein die Frische des verwendeten Substrats ist von Wichtigkeit.

Denn alte Erde kann Erreger beinhalten, die die anfällige Zimmercalla nicht verträgt. Daher ist es ratsamer, qualitativ hochwertige Erde im Handel neu zu kaufen. Zudem sollte die Erde immer leicht feucht sein und nicht austrocknen.

Pflanzzeit

Die ideale Pflanzzeit für die Calla ist das Frühjahr, in den Monaten März bis Mai, wenn die Pflanze über den Sommer im Freien steht. Die ständigen Zimmerpflanzen hingegen können durchaus auch im Herbst eingepflanzt werden.

Pflanzen im Beet

Eine Pflanzung im Gartenbeet empfiehlt sich für die Zantedeschia nicht, denn sie ist nicht winterhart und muss die kalten Monate in einem warmen Raum verbringen. Zwar gibt es auch Pflanzen aus der Gattung Calla, die über den Winter draußen verbleiben können, doch die Zimmercalla gehört keinesfalls dazu.

Pflanzen im Kübel

Der Kübel muss vor der Pflanzung vorbereitet werden, denn die Zimmercalla verträgt keinerlei Staunässe. Um dies zu vermeiden, wird über dem Abflussloch eine Drainage aus Tonscherben oder Steinen angelegt, über die Pflanzenvlies gelegt wird. So kann keine nasse Erde den Abfluss verstopfen und sich das Wasser somit auch nicht in der Erde stauen.

Nach der Anlage der Drainage wird bei der Kultivierung im Topf weiter wie folgt vorgegangen:

  • vorbereitete Erde zur Hälfte einfüllen
  • Knolle der Calla etwa fünf bis sieben Zentimeter tief einsetzen
  • restliche Erde auffüllen und leicht andrücken
  • Topf erst nach Draußen stellen, wenn es warm genug ist
  • in der Regel nach den Eisheiligen im Mai

Umtopfen

Die Zimmercalla sollte regelmäßig umgetopft werden. Auch wenn sie nicht zu groß für ihren Topf geworden ist, bietet es sich an, das Substrat jährlich auszutauschen. So erhält die Pflanze die notwendigen Nährstoffe frisch. Die frische Erde bewirkt jedoch auch, dass die anfällige Calla nicht so schnell von Krankheiten befallen wird.

Calla ist in ihren Pflanzenteilen giftig

Beim Umtopfen sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • neuen Topf, wenn nötig, vorbereiten
  • ansonsten Calla dem alten Topf vorsichtig entnehmen
  • ganze alte Erde entfernen
  • Topf gründlich reinigen
  • auch die Knolle der Pflanze mit lauwarmen Wasser spülen
  • zu lang gewordene Wurzeln abschneiden
  • dies dient der Verjüngung
  • dann weiter wie bei dem Pflanzen im Kübel verfahren

Wichtig ist, dass Sie bei allen Arbeiten, die Sie an der Pflanze durchführen, Handschuhe tragen, damit sich das Gift nicht von den Blättern auf Ihre Haut überträgt und somit das Nesselfieber auslöst.

Gießen

Da es sich bei der Calla um eine Sumpfpflanze handelt, die zwar meist in den trockenen Sumpfgebieten zu finden ist, sollte der Boden jedoch immer feucht gehalten werden. Eine längere Trockenperiode verträgt die Pflanze nicht so gut. Daher sollten Sie Ihre anmutige Pflanze auch regelmäßig, aber dennoch nicht übermäßig gießen. Sobald die Oberfläche der Erde leicht angetrocknet ist, ist sie wieder bereit für den nächsten Gießvorgang. Hierbei sollten Sie beachten, dass Staunässe unbedingt vermieden werden muss.

Düngen

Für die Düngung der Zimmercalla kann über die Frühlings- und Sommerzeit, also die Zeit der Blüte regelmäßig Flüssigdünger genutzt werden. Diesen sollten Sie regelmäßig alle zwei Wochen dem Gießwasser zugeben. Im Herbst und Winter sollten Sie auf Düngergaben ganz verzichten.

Schneiden

Bei der Zimmercalla kann auf einen aufwendigen Rückschnitt verzichtet werden. Nur wenn die Blüten verblüht sind und sich die Blätter rundherum gelb verfärben, sollten diese entfernt werden. Natürlich kann jederzeit auch eine einzige Blüte mit Stiel geschnitten werden, um diese in eine Vase zu setzen.

Calla besitzt dunkelgrüne, pfeilförmige Blätter

Auf die folgenden Punkte sollte bei einem Schnitt unbedingt geachtet werden:

  • vertrocknetes, verblühtes und vergilbtes wird geschnitten
  • Stängel hierbei dicht über der Wurzelknolle schneiden
  • niemals die grünen Blätter entfernen
  • denn hierüber erhält die Calla ihre Kraft für die nächste Blüte

Ebenso sollte die Calla vor der Winterruhe geschnitten werden. Schneiden Sie dann alle Pflanzenteile oberhalb der Knolle ab. Bei jedem Schnitt sollten Sie immer sauberes und desinfiziertes Werkzeug verwenden sowie aufgrund der Giftigkeit der Pflanze Handschuhe tragen.

Überwintern

Die Zantedeschia ist eine Calla, die nicht winterfest ist. Daher gehört sie über den Winter ins Haus, wenn sie nicht sowieso einen ständigen Standort in der Wohnung besitzt. Wurden die Pflanzen direkt ins Beet gepflanzt, was bei der Zimmercalla eigentlich nicht zu empfehlen ist, müssen die Knollen im Herbst wieder ausgegraben werden. Bei Topfpflanzen können die Knollen im Topf verbleiben und werden nach Innen verbracht.

Bei der Überwinterung sollte vor allem das Folgende beachtet werden:

  • alle verblühten und vergilbten Pflanzenteile entfernen
  • die Knolle ohne Topf in einem kühlen Raum bei etwa 10° Celsius überwintern
  • Raum sollte auch trocken und dunkel sein
  • Knollen so legen, dass sie Platz haben
  • es kann trockener Torf oder Holzwolle in die Zwischenräume gelegt werden
  • die Knolle im Topf kann ebenfalls in diesem Raum überwintert werden
  • hierbei darauf achten, dass die Erde abgetrocknet ist, wenn sie in den Raum verbracht wird

Bei einer Calla im Topf kann es durchaus sein, dass diese noch lange bis in den Herbst hinein blüht, vielleicht auch nicht alle Blätter vergilben. Dann kann der Kübel an einem hellen, trockenen und kühlen Ort, zum Beispiel auf der Fensterbank in einem Schlafzimmer oder einem Flur überwintern. Direkte Sonneneinstrahlung sollte jedoch vermieden werden.

Nach der Winterruhe

Etwa im Januar werden die ausgegrabenen Knollen wieder in einen Kübel mit Erde gepflanzt und an einen hellen, kühlen Ort gestellt. Auch die Knollen, die im Topf überwintert haben, müssen jetzt wieder vorsichtig an wärmere Temperaturen gewöhnt werden.

Die Pflanzen werden nun langsam angegossen und vorsichtig an immer höhere Temperaturen gewöhnt. Auch gedüngt wird nun wieder regelmäßig aber nicht übermäßig. Doch erst nach den Eisheiligen dürfen die Zimmercalla auch wieder nach Draußen auf Balkon oder Terrasse.

Zantedeschia in vielen verschiedenen Blütenfarben

Vermehren

Da es sich bei der Zimmercalla um eine Knollenpflanze handelt, ist die Vermehrung durch Teilung oder durch Aussaat eine Möglichkeit.

Aussaat

Bei der Aussaat der Calla kann es sich unter Umständen um ein sehr langwieriges Verfahren handeln, denn auch wenn die Pflanze ausgetrieben ist, dauert es meist mehrere Jahre, bis sie zum ersten Mal blühen wird. Daher ist die Vermehrung durch Samen eigentlich nicht zu empfehlen.

Teilung

Die Calla wird, wie alle Knollenpflanzen, in der Regel durch eine Teilung vermehrt. Denn die Mutterknollen bilden während der Wachstumszeit rundherum kleine weitere Knollen, die genutzt werden können. So kann, wenn die dekorative Pflanze im Frühjahr umgetopft wird, gleichzeitig vermehrt werden.

Knollen, die im Herbst zur Überwinterung ausgegraben werden, werden zu diesem Zeitpunkt bereits geteilt. Die Teilung erfolgt hierbei einfach durch das Abstechen mit einem scharfen, sauberen Messer der kleinen Knollen von der Mutterknolle. Diese können dann einfach eingepflanzt werden, wie die Mutterpflanze auch.

Vorsicht giftig

Leider ist die Zimmercalla giftig und sollte in der Regel nur mit Handschuhen berührt werden, denn nicht nur die Aufnahme der Pflanzenteile durch den Mund ist gefährlich. Bereits bei einer Berührung der Haut entstehen hier Irritationen. Gerade während der Blütezeit gibt die Zantedeschia über die Blätter überschüssiges Wasser ab.

  • Berührung des giftigen Wassers vermeiden
  • führt zu Nesselfieber
  • dies zeigt sich in einem stark gerötetem Ausschlag
  • steht die Pflanze sehr hell, werden die giftigen Substanzen verstärkt
  • das Nesselfieber fällt noch schlimmer aus
  • daher weder Haustiere noch Kinder in die Nähe lassen

Gerade, wenn in Ihrem Haushalt kleine Kinder oder freilaufende Haustiere leben, sollten Sie auf die Kultivierung der Zimmercalla aus gesundheitlichen Gründen besser verzichten, oder den Standort so wählen, dass weder die Kinder noch die Haustiere die Möglichkeit haben, die Pflanze zu berühren.

Zantedeschia, Calla mit kelchförmigen Blüten

Krankheiten

Leider ist die Zimmercalla eine recht anfällige Pflanze für eine Vielzahl von Krankheiten, die einen großen Schaden anrichten können, wenn sie nicht behandelt werden. Oft liegt es an zu viel Feuchtigkeit in der Erde oder auf der Pflanze, dass diese von den Krankheiten befallen wird. Auch wenn schlechte oder alte Erde genutzt wurde, kann die Calla leicht erkranken.

Pilze, Fäulnis, Viren oder Bakterien

Wurden eine oder auch gleich mehrere der Krankheiten an der dekorativen Pflanze festgestellt, muss umgehend gehandelt werden. Hausmittel helfen hier in der Regel nicht weiter, so dass Sie sich Mittel gegen die jeweilige Krankheit aus dem Handel besorgen sollten.

Zudem sollte bei einem Befall wie folgt vorgegangen werden:

  • mit speziellen Mitteln aus dem Handel nach Herstellerangaben behandeln
  • alle betroffenen Pflanzenteile entfernen
  • Pflanze dem Topf entnehmen
  • alte Erde vollständig entfernen
  • Topf gut reinigen
  • Idealerweise ebenfalls mit dem Mittel aus dem Handel
  • Erde im Hausmüll entsorgen und nicht mehr weiterverwenden

Wenn sich die Pflanze nach einigen Wochen trotz dieser Rettungsmaßnahmen nicht wieder erholt, dann ist sie bedauerlicherweise nicht mehr zu retten und sollte insgesamt entsorgt werden. Ebenso, wenn Sie bei der Entnahme aus dem Topf feststellen, dass die Knolle bereits Fäulnis angesetzt hat, können Sie diese direkt entsorgen, da sich hier keine Rettung mehr lohnt.

Schädlinge

Auch von Schädlingen kann die Calla befallen werden, dies ist meist dann der Fall, wenn die Pflanze in einem Topf überwintert wird. Dann setzen sich meist die Schädlinge auf den verbliebenen Blättern fest.

Blattläuse und Spinnmilben

Wird festgestellt, dass die dekorative Pflanze während der Überwinterung von Spinnmilben oder Blattläusen befallen ist, dann kann hier als erstes mit einem Hausmittel aus einen Spülmittel-Wasser-Gemisch die Pflanze eingesprüht werden. Hilft dies nicht, dann sollten Insektizide aus dem Handel zur Anwendung kommen. Zusätzlich sollten Sie auch alle befallenen Pflanzenteile entfernen. Ein Befall von Schädlingen ist gut zu behandeln und in der Regel kann die dekorative Zimmercalla gerettet werden.