Kamelien, Camellia japonica

Faszinierend und exotisch – mit diesen beiden Worten lässt sich Camellia japonica beschreiben. Die aus Asien stammenden Kamelien erfreuen sich seit Jahrzehnten einer großen Beliebtheit unter passionierten Hobbygärtnern. Vollkommen zu Unrecht wird den Teestrauchgewächsen eine aufwendige und schwierige Pflege nachgesagt. Mit den richtigen Tipps und Geduld gelingt es mühelos, die aparten Gewächse zu kultivieren und im Winter ihre Blüte zu fördern.

Steckbrief

  • Familie: Teestrauchgewächse
  • Herkunft: Südostasien
  • Wuchshöhe: 1 bis 7 m
  • Blätter: dunkelgrüne Oberseite, hellgrüne Unterseite, elliptisch geformt
  • Blütezeit: Dezember bis März
  • Blütenfarbe: Weiß, Rot bis Rosa

Pflege

Kamelien sind kälteempfindlich, lang anhaltende Minustemperaturen können das Gewächs schädigen. Das Problem: Erst Kälte regt die Pflanze zu einer üppigen und lang haltenden Blüte an. Aus diesem Grund ist es wichtig, das richtige Mittelmaß zu finden. In winterharten Regionen ist es nicht empfehlenswert, Camellia japonica dauerhaft in das Zierbeet einzusetzen.

Hier sollte man auf die Kultivierung in stabilen Gefäßen setzen. Der Vorteil: Bei Bedarf können die fernöstlichen Pflanzen schnell in einen frostsicheren Raum umsiedeln. Ein heller, kühler Wintergarten ist gut dafür geeignet, dass sich die Kamelien in ihrer vollen Blütenpracht zeigen können. Bei Temperaturen zwischen 12° bis 15° C kann sich die Blütezeit über knapp 5 Wochen erstrecken.

Kamelien, Camellia japonica - eine exotische Pflanze

Ein niedriger ph-Wert des Bodens fördert das Wachstum der aus Asien stammenden Ziergewächse. Mit Staunässe kommen die Pflanzen nicht zurecht. Im Garten lockern feine Kieselsteine das Substrat auf und verhindern eine Verdichtung des Bodens. Im Kübel sorgt eine Drainage dafür, dass überschüssiges Gieß- und Regenwasser zügig abfließt. Azaleen- und Rhododendronerde aus dem Fachhandel erfüllt die Bedürfnisse von Camellia japonica. Alternativ können Sie das Substrat mit folgenden Komponenten selbst mischen.

  • Lehm
  • Kompost
  • Torf
  • Blumenerde

Anstelle von Torf kann man auf „Nadelerde“ zurückgreifen. Diese lässt sich, wie der Name verrät, unter großwüchsigen Nadelbäumen bzw. -wäldern vorfinden.

Standort

Die vielfach verzweigten, immergrünen Kamelien sind üppig blühende Pflanzen. Vorausgesetzt, ihre Anforderungen an den Standort werden richtig erfüllt. In unserer Klimazone bringt das für passionierte Hobbygärtner einiges an Aufwand mit sich. Die Blütezeit der asiatischen Schönheit liegt zwischen Dezember bis Januar. Ein heller Standort bietet die optimale Voraussetzung zur Ausbildung der Blütenknospen.

  • im Sommer vertragen ältere Pflanzen direktes Sonnenlicht
  • ein heller Standort im lichten Halbschatten ist ideal
  • bei Frost im Winter kann die UV-Strahlung die Blätter schädigen
  • einen warmen, windgeschützten Ort wählen

Kamelien sind aus chinesischen und japanischen Gärten kaum wegzudenken. Hier können die immergrünen Teestrauchgewächse eine imposante Höhe von 7 m erreichen. In unseren Breitengraden sind die bekannten Pflanzenarten fast nur im Kübel anzutreffen. Durch die eingeschränkte Winterhärte macht es schwierig, Camellia japonica ganzjährig im Garten zu kultivieren.

Kamelien, Camellia japonica mit geschlossener Blüte

Mit der richtigen Vorbereitung und Technik gelingt es, Kamelien ab Dezember zu einer faszinierenden und lang andauernden Blütenpracht anzuregen. Die fernöstlichen Schönheiten stellen spezielle Anforderungen an den Gärtner, sind aber leicht zu kultivieren.

Gießen

Nach der Blütezeit im Winter ist die Vegetationsphase der Camellia japonica nicht vorbei. Jetzt beginnt das eigentliche Wachstum der Pflanze. Wie bei allen immergrünen Gewächsen gilt: Der Wurzelballen der Kamelie darf nicht austrocknen, man sollte ihn gleichmäßig feucht halten.

Folgende Tipps haben sich bewährt:

  • abgestandenes Leitungs- bzw. Regenwasser verwenden
  • ein hoher Kalkgehalt kann der Pflanze keinen Schaden zufügen
  • wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist, wird nachgegossen
  • ab Oktober die Gießmenge reduzieren und erst in der Blütezeit erhöhen

Sind die Wurzeln der Zierpflanze über einen längeren Zeitraum hinweg stehender Nässe ausgesetzt, kann das einen Befall mit Wurzelfäule begünstigen. Abhilfe kann zuverlässig eine Drainage schaffen. Im Freiland sollte regelmäßig der Boden gemulcht werden. Gegossen wird in den frühen Morgen- und Abendstunden. Eine dicke Schicht aus Rindenmulch kann verhindern, dass die wertvolle Feuchtigkeit zu schnell verdunstet. Gegen das regelmäßige Besprühen der Blätter mit einem Wasserzerstäuber an trockenen Sommertagen hat die Pflanze nichts einzuwenden.

Düngen

Um das Wachstum und eine üppige Blüte zu fördern, benötigen Kamelien die richtige Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen. Gedüngt wird von Februar bis Anfang Juni. Weniger ist mehr – dieser Leitspruch hat sich bei den Zierpflanzen bewährt.

  • einen flüssigen Gründünger verwenden
  • Kamelien brauchen große Mengen an Stickstoff
  • der Dünger wird über das Gießwasser verabreicht

Beim Thema „Düngen“ reagieren die Pflanzen empfindlich auf Veränderungen. Fehler können sich unmittelbar auf die Blüte auswirken. Wird beispielsweise im Sommer gedüngt, regt das die Kamelien zur Ausbildung neuer Seitentriebe an. Die Pflanze würde ihre Kraft jedoch für die Blüte benötigen, die in diesem Fall ausbleiben kann.

Schwarze Blätterspitzen und -ränder können ein Hinweis auf eine zu hohe Menge von Nährsalzen sein. Die asiatischen Gewächse reagieren feinfühlig darauf. Um die Pflanzen vor weiteren Schaden zu bewahren, sollte das Substrat komplett ausgewechselt werden. Bis sich die Kamelien erholt haben, wird nur mit einer reduzierten Gabe von Nährstoffen gedüngt.

Kamelien blühen von Dezember bis März

Aussaat und Anzucht

Fruchttragende Kamelien sind durch die frühe Blütezeit selten anzutreffen. Wer seine Zierpflanzen durch Samen selbst ziehen möchte, sollte auf Saatgut aus dem Fachhandel zurückgreifen – oder die bereits vorhandenen Pflanzen zur Fruchtausbildung anregen. Mit einem Pinsel fährt man mehrmals über die Blütenstempel der Kamelien.

War die künstliche Besamung erfolgreich, bilden die Gewächse nach der Blütezeit die 1 bis 6 cm großen, grünen Früchte aus. Unmittelbar nach der Reife bricht der Fruchtkörper auf und gibt 3 bis 12 dunkelbraune Samen frei.

Camellia japonica zählt zu den Kaltkeimern. Um die Keimhemmung der Samen zu brechen, müssen diese für ein paar Wochen der Kälte ausgesetzt sein. Künstlich kann man dies erreichen, indem man das Saatgut für ungefähr 28 Tage in das untere Fach des Kühlschranks legt. Die Samenkörner der Kamelie verlieren schnell ihre Keimfähigkeit. Aus diesem Grund ist es nicht ratsam, die Samenkörner zu trocknen und über einen längeren Zeitraum hinweg einzulagern.

  • magere Erde in ein flaches Gefäß füllen
  • die Samen ausstreuen und nur minimal mit Substrat bedecken
  • mit einem Wasserzerstäuber den Boden anfeuchten
  • Staunässe vermeiden
  • ein kühler, heller Standort ist ideal
  • direktes Sonnenlicht meiden

Die aus Asien stammenden Pflanzen keimen schnell. Meist zeigen sich die ersten grünen Triebspitzen schon nach 2 Wochen. Weil nicht jeder Samen zuverlässig austreibt, sollte so viel Saatgut wie möglich ausgebracht werden. Wenn die Keimlinge eine Höhe von ca. 8 cm erreicht haben, können sie pikiert und in ein separates Gefäß umziehen. Ein Löffel hat sich bei dieser Maßnahme bewährt.

Damit vermeidet man Schäden an der Wurzel, der Stress für die junge Pflanze fällt geringer aus. Ein kleiner Wermutstropfen, der unmittelbar mit der Aussaat verbunden ist: Aus Samen gezogene Gewächse blühen spät. Von einigen Exemplaren ist bekannt, dass sie erst nach 10 Jahren ihre Blütenpracht gezeigt haben.

Pflanzen

Die Wurzeln von Kamelien sind flach und verlaufen nur wenige Zentimeter tief unterhalb des Bodens. Bei der Wahl des Kübels sollte man dies berücksichtigen. In breiten Gefäßen können sich die Pflanzen ausbreiten und leicht Wasser- und Nährstoffe aufnehmen. Um nicht unnötig ein Wachstum der unterirdischen Pflanzenteile anzuregen, sollte das Gefäß nur maximal 5 cm Zentimeter größer sein als der Wurzelballen. Das Material des Kübels ist zweitrangig. Plastiktöpfe werden mit der Zeit spröde, sind aber leicht und ohne Aufwand zu transportieren.

Bevor die Pflanze eingesetzt wird, sollte man eine Drainage am Kübelboden anlegen. Diese besteht aus porösen, nicht verrottenden Materialien, wie beispielsweise Lavasplitt, Tonscheren und Kieselsteine. Damit die Schicht ihre Funktion entfalten kann, sollte sie eine Höhe von ca. 4 cm aufweisen. Unmittelbar darüber wird die Drainage mit 5 cm Substrat abgedeckt.

  • die Wurzeln der Kamelie behutsam von altem Substrat befreien
  • gönnen Sie der Pflanze für 15 Minuten ein Bad in lauwarmem Wasser
  • das Gewächs in das neue Gefäß einsetzen
  • Hohlräume mit frischer Erde auffüllen
  • kräftig angießen

Camellia japonica mit zarter, rosa Blütenfarbe

Eine pauschale Aussage, wann Kamelien umgetopft werden sollten, gibt es nicht. Es lohnt sich, alle 2 bis 3 Jahre das Substrat komplett auszuwechseln. Bei dieser Maßnahme können Sie die Wurzeln der Camellia japonica leicht einkürzen. Der Pflanze entsteht dadurch kein Schaden.

Die Pflanzung im Freiland erfolgt ähnlich. Das Loch sollte den doppelten Umfang aufweisen als der Wurzelballen. Umliegendes Erdreich leicht lockern und die Pflanzen einsetzen. Unter günstigen klimatischen Bedingungen entwickeln sich die Kamelien zu aparten Sträuchern. Ein Mindestabstand von ungefähr 50 cm hat sich zwischen den einzelnen Gewächsen bewährt. Für eine Kultivierung in Hydrokultur sind Kamelien nur bedingt geeignet.

Vermehren

In den warmen Sommermonaten lassen sich Kamelien leicht durch Stecklinge vermehren. Die Ruhephase der Pflanze beginnt Anfang Juli. Um die Wurzelbildung zu beschleunigen, wählt man einen leicht verholzten Trieb. Ältere Pflanzenteile sind „eigenwilliger“, nicht immer lässt sich aus diesen zuverlässig eine neue Pflanze ziehen.

  • mit einem scharfen Messer Kopfstecklinge von 5 bis 8 cm Länge abtrennen
  • die unteren Blätter komplett entfernen
  • den unteren Teil mit einem Bewurzelungspulver benetzen
  • die Stecklinge in magere Erde einsetzen
  • das Substrat gleichmäßig feucht halten
  • Standort sollte hell und warm sein

Die Stecklinge der Kamelien bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Vorliebe lässt sich durch Mini-Treibhäuser für die Fensterbank leicht erfüllen. Alternativ kann man auf eine perforierte Folie zurückgreifen, die über das Gefäß gestülpt wird. Schaschlikspieße bzw. Zahnstocher verhindern, dass das Material direkten Kontakt mit dem Substrat hat.

Die Folie muss täglich für mindestens eine halbe Stunde entfernt werden. Durch eine ausreichende Luftzirkulation wird die Gefahr von Schimmel reduziert. Das richtige Substrat ist bei der Anzucht von Kamelien ein wichtiger Faktor und kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Bewährt hat sich beispielsweise eine Mischung aus Blumenerde, Torf und Sand.

Ob und wann die Ausbildung der Wurzeln erfolgreich war, lässt sich an dem Wachstum neuer Blätter und Triebe erkennen. Die jungen Kamelien sollten noch einige Zeit im Anzuchttopf verbleiben. Durch ihre Empfindlichkeit reagieren die Stecklinge anfällig auf Veränderungen. Im Frühjahr ist es relevant, die Pflanzen langsam an das Sonnenlicht und kühle Temperaturen zu gewöhnen.

Kamelien sind sehr kälteempfindlich

Überwintern

Trotz der winterlichen Blütezeit sind Kamelien frostempfindlich. Ältere Pflanzen vertragen Temperaturen von bis zu -8° C, bei jüngeren Gewächsen ist es erheblich weniger. Damit Camellia japonica kein Opfer der kalten Jahreszeit wird, muss Vorsorge getroffen werden. Es ist riskant, auf einen milden Winter zu hoffen und die Pflanzen im Freiland zu belassen.

Ein warmer Standort an der Südmauer des Hauses und ein mit Rindenmulch oder Reisig abgedecktes Substrat reichen nicht aus, wenn die Temperaturen dauerhaft unter -5° C rutschen. Ein frostfreies Gewächshaus oder das helle Treppenhaus ist zur Überwinterung von Camellia japonica geeignet.

  • Zugluft beim Überwintern meiden
  • aktive Heizquellen sollten sich nicht in der Nähe befinden
  • sparsam gießen, Staunässe vermeiden
  • nicht düngen
  • für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, beispielsweise in Form von mit Wasser gefüllten Behältern
  • alternativ die Pflanzen alle 2 bis 3 Tage mit einem Wasserzerstäuber besprühen

Vor Beginn der Blütezeit muss die Umgebungstemperatur auf 10° bis 15° C erhöht werden. Sobald kein Spätfrost mehr droht, kann die Kamelie ihren Standort im Garten wieder beziehen. Trotz jahrelanger Zucht und neuen Hybridsorten ist es noch nicht gelungen, eine winterharte Sorte

Krankheiten

Die asiatischen Pflanzen sind robust, aber nicht komplett vor schadhaften Insekten und Krankheiten gefeit. Schildläuse lieben den schmackhaften Zellsaft von Kamelien. Die unliebsamen Tiere können eine Resistenz gegen Insektizide entwickeln. Aus diesem Grund sollten chemische Mittel aus dem Fachhandel umsichtig eingesetzt werden.

  • sammeln Sie die Insekten mit der Hand ab
  • regelmäßig Brennnessel-Sud sprühen und gießen
  • die Schalen nicht mit einem Messer entfernen
  • Nematoden, Spulwürmer, sind effiziente Fressfeinde

Welke Blätter und Blütenfäule sind bei Camellia japonica nicht immer auf einen Pflegefehler zurückzuführen. Wenn die Blüten und Knospen von innen heraus verfaulen, ist dies in vielen Fällen auf die „Kamelien-Pest“ zurückzuführen. Diese Krankheit kursiert seit einigen Jahren in Europa. Um einen Befall einzudämmen, sollte man die befallenen Pflanzenteile sofort abschneiden und über den Hausmüll entsorgen.

Kamelien sind immergrüne, üppig blühende Pflanzen

Sorten

Wer Kamelien sucht, wird im gut sortierten Gartenfachgeschäft eine große Auswahl verschiedener Sorten vorfinden. Die Pflanzen stellen die gleichen Anforderungen hinsichtlich der Pflege und Standortbedingungen. Der Unterschied liegt in ihrer Blütenfarbe und Wuchshöhe.

Camellia japonica ‚Flame‘

  • leuchtend rot stechen die Blüten dieser Sorte hervor
  • die Blütezeit beginnt ab Januar

Camellia japonica ‚William Barlett‘

  • spät blühende Kamelien, die ab Februar durch ihre rosa-weiß gesprengelte Blüten auffallen

Camellia japonica ‚Hagoromo‘

  • zart rosafarbene Blüten und leuchtend gelbe Blütenstempel sind das Markenzeichen dieser Sorte

Camellia japonica ‚Margaret Davis‘

  • die Blütezeit dieser Kamelienschönheit beginnt im Januar
  • durch ihre weißen Blütenblätter mit den rosafarbenen Rändern ist diese Art ein interessanter Farbtupfer im Wintergarten

Camellia japonica ‚Yuris Yellow‘

  • markant sind die reinweißen Blütenblätter und die stark gekräuselte, gelbe Mitte