Clivia miniata, Klivie, Riemenblatt

Zwischen den schlanken, saftig grünen Blättern des Riemenblatts ragt der üppige Blütenstand hervor, an dem zahlreiche kleine Blüten im leuchtenden Orange zu explodieren scheinen. Dank ihrer Blütenpracht gilt die dekorative, aber anspruchsvolle Clivia miniata hierzulande als eine beliebte Zimmerpflanze. Wie das exotische Gewächs richtig gepflegt wird und wie Sie es zur Blüte bringen können, erfahren Sie in der Pflege-Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Gattung: Klivien (Clivia)
  • Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
  • Art: Klivie (Clivia miniata)
  • Herkunft: Südliches Afrika
  • krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhe: 40 bis 90 cm
  • 10 bis 20 Blüten an jedem Blütenstand
  • Blütezeit von Februar bis Mai
  • ältere Pflanzen können im Sommer oder Herbst ein zweites Mal blühen
  • mögliche Blütenfarben: leuchtend gelb bis orangefarben, rot, rosa, creme
  • dunkelgrünes, grundständiges, glänzendes Laub ohne Stiele

Im zeitigen Frühling hat das Riemenblatt seinen großen Auftritt, wenn sich die prächtigen, intensiv gefärbten Blüten öffnen. Sie besitzen eine trichterförmige Gestalt, womit die Klivie an den Ritterstern erinnert. Schließlich gehören beide Zierpflanzen zur Familie der Amaryllisgewächse.

Clivia miniata, Klivie mit saftig grünen Blättern

Unter den großen Blütenständen der Clivia miniata ragen schwertförmige Blätter heraus. Eine artgerechte Kultivierung regt die Blütenbildung intensiv an und sorgt dafür, dass Sie lange Freude an der attraktiven Zimmerpflanze haben. Die Pflege-Anleitung erklärt, worauf Sie achten müssen.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Clivia miniata aus ihrer afrikanischen Heimat erstmals als Zierpflanze nach Europa. Seitdem ist sie hierzulande weit verbreitet und in vielen Zimmern und Büros zu finden.

Pflege

Der Wachstumszyklus des Riemenblatts ist durch drei Phasen geprägt, in denen die Zierpflanze unterschiedliche Pflegeansprüche stellt. Zudem bildet sie ihre attraktiven Blüten nur bei einer sorgfältigen Kultivierung heraus. Daher gilt die beliebte Zimmerpflanze als anspruchsvoll.

Standort

Einen passenden Standort für die Clivia miniata zu finden, ist eine Herausforderung: Die Anforderung daran ändern sich in den unterschiedlichen Phasen, allerdings kann die Pflanze empfindlich auf einen Ortswechsel reagieren. Beachten Sie bei der Standortwahl zudem, dass alle Pflanzenteile leicht giftig sind. Der Topf sollte daher zu keiner Zeit in Reichweite von Kleinkindern und Haustieren aufgestellt werden.

Während der Blüte (Februar bis Mai)

Das Riemenblatt wächst optimal an einem hellen und durchschnittlich temperierten Standort mit folgenden Eigenschaften.

  • die Raumtemperatur sollte zwischen 16 °C und 22 °C liegen
  • die Zierpflanze benötigt viel Licht und freut sich über einige Sonnenstunden pro Tag, besonders morgens und am späten Nachmittag
  • sie verträgt jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung durch die Mittagssonne
  • färben sich die Blätter gelb, ist die Clivia miniata zu viel Sonnenstrahlung ausgesetzt
  • die Pflanze muss umgestellt und das verbrannte Laub entfernt werden, da es sich nicht regenerieren kann
  • zu schattige Standorte hemmen oder verhindern die Blütenbildung
  • optimal ist ein Fensterplatz, der nach Osten oder Westen ausgerichtet ist

Nach der Blüte (Ende Mai oder Anfang Juni bis September)

Den Sommer kann das Riemenblatt draußen auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen. Der Standort sollte vor Regen und starkem Wind geschützt sein. Hier ist zudem eine lange und direkte Sonneneinstrahlung vor allem mittags zu vermeiden, da sonst das Laub verbrennt und abstirbt. Verändern Sie den Standort allerdings erst nach Ende der Blüte im Mai, da die Clivia miniata sonst die Blütenstände abwerfen kann. Im Büro oder in Wohnungen ohne Balkon können Sie das exotische Gewächs an ihrem Blüh-Platz stehen lassen.

Ruhephase (Oktober bis Januar)

Während der Ruhepause sollte man den Topf an einen kühlen Platz stellen, da die Klivie sonst im nächsten Jahr nicht blüht.

Diese Kriterien muss der Standort erfüllen:

  • ideal ist ein Ort mit Temperaturen zwischen 8 °C und 12 °C
  • trockene, warme Heizungsluft verträgt die Clivia miniata nicht
  • allerdings benötigt sie auch im Winter einen hellen Standort

Da die Blüte sehr empfindlich auf einen Standortwechsel reagieren kann, sollte das Riemenblatt im Winter bereits an den Standort gestellt werden, an dem sie auch in der Blühphase steht. Oftmals ist es auf Grund des Heizens nicht möglich, einen Platz zu finden, der im Winter kühl und im Frühling wärmer ist. In dem Fall muss die Zierpflanze in ein kühles, helles Winterquartier, beispielsweise ins Treppenhaus oder in einen ungeheizten Wintergarten, umziehen.

Substrat

Ein durchlässiges, nährstoffreiches Substrat schafft beste Bedingungen für ein intensives Wachstum der Clivia miniata. Verwenden Sie beispielsweise handelsübliche Blumenerde, die Sie gegebenenfalls mit Humus anreichern.

Clivia miniata, Klivie auch Riemenblatt genannt

Umtopfen

Wenig Platz im Wurzelbereich fördert die Blütenbildung. Erst wenn mehrere der fleischigen Wurzeln aus dem Topf ragen, benötigt die Clivia miniata ein neues Gefäß. In der Regel muss sie nur aller drei bis vier Jahre umgetopft werden.

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Riemenblätter werden direkt nach der Blüte umgetopft
  • wählen Sie einen neuen Topf, der ein paar Zentimeter größer als sein Vorgänger ist
  • kleiden Sie den Boden zunächst mit einer Drainageschicht aus, hierfür eignen sich beispielsweise Lavasplitt oder Tonscherben
  • füllen Sie den Topf anschließend mit passendem Substrat, lassen Sie jedoch genug Platz für den großen Wurzelballen
  • nun entnehmen Sie das Riemenblatt vorsichtig aus seinem alten Gefäß und entfernen das alte Substrat, die Wurzeln dürfen dabei nicht verletzt werden
  • setzen Sie die Zierpflanze anschließend in den neuen Topf und wässern Sie sie gründlich

Gießen

Kalkfreies Wasser, beispielsweise abgestandenes Regenwasser, verträgt die Klivie am besten.

Folgende Regeln sollten Sie beim Gießen beachten:

  • gießen Sie großzügig, so dass das ganze Substrat durchdrungen wird, die afrikanische Zierpflanze benötigt viel Wasser
  • die nächste Wasserzufuhr ist nötig, wenn das Substrat fast abgetrocknet ist, das ist meist zwei- bis dreimal pro Woche der Fall
  • vermeiden Sie unbedingt Staunässe, überschüssiges Wasser sollte aus dem Topf abfließen können und entfernt werden

Eine Ausnahme bildet die Ruhephase: Zwischen Oktober und Januar muss die Pflanze nur mäßig gegossen werden. Erst wenn das Riemenblatt beginnt, neue Blütenstängel auszubilden, können Sie die Wasserzufuhr leicht erhöhen. Halten Sie das Substrat dauerhaft etwas feucht, damit die Knospen nicht vertrocknen. Mit Beginn der Blühphase gießen Sie das Gewächs wieder regulär wie eingangs beschrieben.

Düngen

Um optimal gedeihen und viele Blüten ausbilden zu können, benötigt die Clivia miniata viele Nährstoffe. Mit Ende der Ruhephase ab Ende Januar oder Anfang Februar können Sie mit dem Düngen beginnen. Geben Sie dem Riemenblatt bis Juni einmal pro Woche eine Portion Flüssigdünger.

Zwischen Juli und Ende August reicht es, wenn Sie das Riemenblatt einmal monatlich düngen. In der Ruhephase braucht es keine zusätzliche Nährstoffzufuhr, weshalb Sie das Düngen einstellen.

Schneiden

Entfernen Sie den Blütenstand erst, wenn er komplett vertrocknet ist. So hat die Pflanze die Möglichkeit, die darin enthaltenen Nährstoffe in die Wurzeln zu ziehen und zu speichern. Wer seine Clivia miniata nicht über Samen vermehren möchte, sollte die Früchte allerdings direkt nach der Blüte abschneiden, damit das Gewächs keine Energie in die Ausbildung der Samen steckt.

Blüte

Die Blüte der Clivia miniata ist sehr empfindlich, weshalb eine korrekte Pflege entscheidend ist.

Clivia miniata mit leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten

Achten Sie besonders auf diese Aspekte:

  • zu viel Schatten und zu viel direkte Sonneneinstrahlung hemmen die Blühfähigkeit, ein ausbalancierter Standort, der alle Bedürfnisse der Clivia miniata erfüllt, ist daher entscheidend für eine üppige Blüte
  • vermeiden Sie, wenn möglich, Standortwechsel zwischen Januar und Mai, wenn Sie die Pflanze in der Ruhe- und Blühphase nicht an denselben Ort stellen können, sollte sie bereits Ende Dezember aus dem Winterquartier an ihren Blüh-Ort umziehen
  • sobald sich der Blütenstand ausbildet, dürfen Sie den Topf bis zum Ende der Blütezeit nicht mehr bewegen, bereits kleine Veränderungen wie das Drehen der Pflanze können dazu führen, dass sie die Blütenbildung einstellt oder die Blüten abwirft
  • die Klivie möchte immer dieselbe Seite dem Licht zuwenden
  • Staunässe und Trockenheit hemmen die Blütenbildung, eine regelmäßige, großzügige Wasserzufuhr ist wichtig
  • die Ruhephase muss eingehalten werden, damit die Clivia miniata genug Kraft für die nächste Blühphase sammeln kann
  • die fleischigen Wurzeln dürfen beim Umtopfen nicht verletzt werden, da die Klivie sonst im nächsten Jahr meist nicht blüht
  • sie sollte generell nur direkt nach der Blüte umgetopft werden, da die Klivie sonst nicht genug Kraft hat für die Bildung neuer Blütenstände

Vermehren

Das Riemenblatt lässt sich auf zwei Wegen vermehren: durch Wurzelteilung und durch Samen.

Wurzelteilung

Das Umtopfen ist der optimale Zeitpunkt für eine Wurzelteilung. Bevor Sie die Pflanze in ihr neues Gefäß setzen, können Sie Nebentriebe aus dem Wurzelballen mit einem Messer sauber abschneiden. Der Trieb sollte mindestens 20 cm lang sein, drei Blattpaare sowie mehrere eigene Wurzeln besitzen. So garantieren Sie, dass er kräftig genug zum Überleben ist.

Setzen Sie den Trieb in ein Gemisch aus Sand und Torf und gießen Sie mäßig. Der Topf sollte anfangs an einem hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen. Sobald größere Wurzeln aus dem Substrat hervorschauen, kann die Clivia miniata in einen Topf mit regulärer Blumenerde umgesetzt werden.

Samen

Die Vermehrung durch Samen dauert länger als durch Wurzelteilung. Die Jungpflanze blüht frühestens zwei Jahre nach Aussaat zum ersten Mal. Die zwittrige Blüte des Riemenblatts bildet runde oder ovale Früchte, in denen sich die Samen befinden. Diese Beeren der Clivia miniata brauchen bis zu einem Jahr, ehe sie reif sind. In dieser Zeit färben sie sich zunehmen rot, während die Samen  in der reifen Beere zu keimen beginnen.

Wenn die Samenhülle aufplatzt und sich die Wurzelspitze des Keimlings durchbohrt, können Sie die Beere vorsichtig von der Mutterpflanze abnehmen. Nun wird sie geöffnet und der keimende Samen entnommen.

Aussaat

Füllen Sie ein Gefäß mit Anzuchterde. Legen Sie anschließend die Samen darauf und drücken Sie sie vorsichtig an. Gießen Sie mäßig.

 Clivia miniata mit leuchtend orangefarbenen Blüten

Überwintern

Das Riemenblatt ist nicht winterhart und muss an einem geschützten Ort überwintern. (siehe Abschnitt Standort / Ruhepause)

Schädlinge

Bei mangelhafter Pflege zieht die Clivia miniata Schädlinge wie Spinnmilben und Wollläuse an, die den Pflanzensaft aus den Blättern saugen. Ein Befall kommt oft in einem zu warmen Winterquartier vor. Beachten Sie bei der Schädlingsbekämpfung, dass die Klivie sehr empfindlich auf Öl reagiert. Es verklebt die Poren der Blätter, wodurch diese absterben. Verwenden Sie daher keine ölhaltigen Mittel.

In der Regel lassen sich Spinnmilben und Wollläuse mit Hausmitteln erfolgreich bekämpfen. Hilft das nicht, können Sie chemische, systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel einsetzen.

Spinnmilben

Die Schädlinge spinnen feine Netze und sorgen für eine Verfärbung der Blätter. Entdecken Sie diese Symptome, ist schnelles Handeln wichtig, um größere Schäden an der Pflanze zu vermeiden. Da Spinnmilben keine hohe Luftfeuchtigkeit möglichen, können Sie das Riemenblatt kräftig gießen und anschließend eine durchsichtige Plastiktüte darüberstülpen. Verschließen Sie diese gut, indem Sie sie beispielsweise mit Klebeband oder Bindfaden am Topf befestigen. Die Clivia miniata erträgt das feuchte Klima problemlos mehrere Tage lang. In dieser Zeit sterben alle Spinnenmilben ab.

Wollläuse

Wenn Sie kleine weiße, watteartige Insekten und klebrigen Honigtau auf Ihrer Klivie entdecken, ist sie von Wollläusen befallen. Auch Blätter, die sich gelb färben und anschließend verschrumpeln und abfallen, deuten auf einen Befall hin. Die Schädlinge müssen so schnell wie möglich entfernt werden, da das Riemenblatt sonst absterben kann. Isolieren Sie die Pflanze zunächst, damit sich die Wollläuse nicht auf ihre Nachbarn ausbreiten.

Anschließend sprühen Sie das Gewächs rundum mit einer Seifen-Spiritus-Lösung ein. Nach zwei bis drei Tagen wiederholen Sie den Vorgang. Die Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis keine Wollläuse mehr zu finden sind.

Krankheiten

Staunässe verursacht bei der Clivia miniata schnell Wurzelfäule, die sich durch einen fauligen Geruch bemerkbar macht. Nehmen Sie die Pflanze sofort aus dem Topf, entfernen Sie das nasse Substrat und schneiden Sie verfaulte Wurzeln ab. Wenn die Wurzelfäule noch nicht den kompletten Wurzelballen befallen hat, kann sich die Pflanze wieder erholen. Setzen Sie die Klivie anschließend in einen Topf mit Drainageschicht und frischem Substrat und pflegen Sie sie entsprechend der Anleitung.

Sorten

Es gibt weltweit verschiedene Sorten und Ausprägungen der Art Clivia miniata. Am weitesten verbreitet sind hierzulande Sorten mit Blütenblättern, die in intensivem Orange leuchten. Dieses geht am Ansatz in eine gelbliche Färbung über. Es gibt zudem Sorten mit cremefarbenen, roten, gelben und rosafarbenen Blütenblättern.