Coffea arabica, Kaffeepflanze

Die Kaffeepflanze Coffea arabica, auch Java-oder Bergkaffee genannt, gehört in den eigenen vier Wänden eher zu den exotischen Schönheiten. In der Regel kennt man Kaffee nur gemahlen oder als geröstete Bohnen. Die dazugehörigen roten Früchte bekommt man eigentlich nur zu Gesicht, wenn man eine Kaffeepflanze sein eigen nennt. Damit diese Pflanzen überhaupt Früchte hervorbringen, ist die richtige Pflege das A und O.

Steckbrief

  • Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
  • wissenschaftlicher Name: Coffea
  • Art: Arabica-Kaffee
  • Herkunft: Äthiopien
  • Wuchs: immergrüner Strauch, überhängend
  • Wuchshöhe: 80 bis 150 cm
  • Blätter: junge Blätter hellgrün und glänzend, später dunkelgrün
  • Blütezeit: Sommer
  • Blüten: weiß, sternförmig
  • Früchte: rote Kaffeekirschen mit jeweils zwei Samen

Der ursprünglich aus dem südwestlichen Äthiopien stammende Coffea arabica ist von etwa 60 Arten die wirtschaftlich bedeutendste. Er wächst als junge Pflanze einstämmig und wird mit zunehmendem Alter und entsprechendem Schnitt buschiger. Als Topfpflanzen kann sie unter optimalen Bedingungen Wuchshöhen von bis zu 150 cm erreichen. Sie gehört zu den immergrünen Pflanzen mit überhängendem Wuchs. Ihre sternförmigen, reinweißen und dezent duftenden Blüten bilden sich in den Blattachseln der Seitentriebe. Mit der ersten Blüte kann man bei entsprechender Pflege nach 4-8 Jahren rechnen.

Coffea arabica ist eine exotische Schönheit

Pflege

Nach gelungener Anzucht kommt es auf die richtige Pflege an. Selbst angebauten Kaffee kann man nur ernten, wenn man die Pflanzen zum Blühen bringt und sich die roten Kaffeekirschen entwickeln. Das wiederum gelingt nur mit der entsprechenden Pflege.

Standort

Die Kaffeepflanze Coffea arabica gedeiht vorzugsweise an hellen bis halbschattigen und luftigen Standorten, bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Direktes Sonnenlicht, besonders während der Mittagszeit, sollte vermieden werden, sie könnte die Blätter verbrennen. Im Winter kann es auch etwas kühler sein. Um sich rundum wohlzufühlen, benötigt die Kaffeepflanze zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das lässt sich durch tägliches Besprühen realisieren. Im Sommer fühlt sich diese Pflanze im Freien besonders wohl.

Bodenansprüche

Das Substrat sollte durchlässig, luftig und vor allem leicht säuerlich sein mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Einige Hobbyzüchter empfehlen, den Boden in regelmäßigen Abständen mit Zitronensaft zu beträufeln. Ansonsten bieten sich Blumenerden auf Kompostbasis oder handelsübliche Rhododendronerde an. Um zu verhindern, dass sich Staunässe bildet, sollte auf eine gute Drainage geachtet werden. Zusätzlich kann man dem Substrat feinen Kies, Blähton oder Lavagranulat untermischen.

Anzucht von Pflanzen

Basis für die Ernte von selbst angebautem Kaffee sind gesunde und kräftige Pflanzen. Ausschlaggebend für eine entsprechende Anzucht ist die Frische der Samen, denn etwa 4 Wochen nach der Ernte geht ihre Keimfähigkeit in der Regel verloren.

Kaffeepflanze ist eine immergrüne Pflanze

Aussaat

Zunächst müssen die eigentlichen Samen freigelegt werden. Dazu knackt man die Samenhüllen der roten Beeren auf. Um die Samen herum befindet sich ein kleines silbernes Häutchen, das entfernt werden muss. Dann legt man sie für einige Stunden, gegebenenfalls über Nacht in 25-30 Grad warmes Wasser. Damit das Wasser nicht zu stark abkühlt, kann man beispielsweise eine Thermoskanne zum Vorquellen nutzen oder man deckt das Wasserglas ab und stellt es über Nacht auf die Heizung. Nun kann ausgesät werden.

  • die Samen auf Aussaaterde oder ein Torf-Sand-Gemisch drücken
  • dann etwa 1 cm dick mit Erde bedecken
  • die Erde anfeuchten und während der kompletten Keimdauer gleichmäßig feucht halten
  • immer kalkfreies oder zumindest kalkarmes Gießwasser verwenden
  • optimale Keimtemperatur liegt zwischen 25 und 30 Grad
  • an einen halbschattigen, vor Mittagssonne geschützten Platz stellen
  • bei Zimmertemperaturen kann es bis zur Keimung bis zu 2 Monate dauern
  • die Blätter der jungen Keimlinge regelmäßig besprühen
  • sind die Pflänzchen kräftig genug, können sie in kleine Töpfe umgepflanzt werden

Gießen

Kaffeesträucher werden vom Frühjahr bis zum Herbst reichlich gegossen, wobei der Wasserbedarf von Jungpflanzen höher ist als der von älteren Exemplaren. Der Erdballen sollte möglichst immer leicht feucht sein und nicht komplett austrocknen. Vor jedem erneuten Gießen ist es ratsam, die oberste Substratschicht antrocknen zu lassen. Diese Pflanze mag weder Staunässe noch Ballentrockenheit. Im Sommer ist gegebenenfalls etwas häufiger und reichlicher zu gießen. Wasser im Untersetzer sollte eine halbe Stunde nach dem Gießen entfernt werden. Zum Gießen verwendet man am besten kalkfreies oder kalkarmes Wasser.

Düngen

Von März/April bis September möchte die Kaffeepflanze etwa alle 14 Tage gedüngt werden. Dazu  empfiehlt sich die Verwendung eines organischen Voll- oder Flüssigdüngers. Organische Dünger haben gegenüber mineralischen den Vorteil, dass sie das Substrat nicht versalzen. Neu gekaufte oder frisch umgetopfte Pflanzen sollten im ersten Jahr nicht gedüngt werden.

Kaffeepflanze wächst bis zu 150 Zentimeter hoch

Umtopfen

Kaffeesträucher neigen zu starker Wurzelbildung und sind auch sonst relativ wuchs freudig. Folglich müssen sie regelmäßig in größere Gefäße umgetopft werden. Bester Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr.

  • man nimmt die Pflanze aus dem Topf
  • dann schüttelt man lose Erde vorsichtig ab
  • kranke und abgestorbene Wurzelteile werden entfernt
  • in das neue Pflanzgefäß gibt man eine Drainageschicht aus grobem Kies
  • dann füllt man den Topf bis zur Hälfte mit Erde auf
  • die Pflanze wird mittig eingesetzt und der Topf mit Erde aufgefüllt
  • abschließend die Erde leicht andrücken und angießen

Schneiden

Auch wenn ein Rückschnitt nicht zwingend notwendig ist, kann ein regelmäßiger Schnitt einen zu ausufernden Wuchs und ein Verkahlen vermeiden. Bester Zeitpunkt für jegliche Schnittmaßnahmen ist das zeitige Frühjahr. Einen buschigeren Wuchs erzielt man durch das Einkürzen der Triebspitzen. Ist die Pflanze mittlerweile zu groß geworden, bietet sich ein gezielter stärkerer Rückschnitt an. Auch Triebe, die bereits stark verkahlt sind, sollten radikal zurückgeschnitten werden. Am besten schneidet man immer so, dass rundum ausreichend Licht an die Pflanze gelangen kann.

Überwintern

Sobald es draußen kühler wird, holt man den Kaffeestrauch ins Haus. Von Oktober bis März befindet er sich einer Ruhephase, selbst dann, wenn er ganzjährig in Zimmerkultur gehalten wird. In der kalten Jahreszeit wird weniger gegossen. Dennoch sollte eine gleichmäßige Bodenfeuchte beibehalten und die Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Das kann einem Schädlingsbefall während der Überwinterung entgegenzuwirken.

Mit 12-20 Grad können im Winter die Temperaturen etwas niedriger sein. Die Gießmengen sind den vorherrschenden Umgebungstemperaturen anzupassen. Je niedriger sie sind, desto weniger gießt man. Der Standort sollte weiterhin hell sein, allerdings nicht unmittelbar vor einer Heizung bzw. einer Heizquelle. Nach der Überwinterung ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückschnitt.

Coffea arabica dunkelgrünen, glänzenden Blättern

Vermehren

Wer bereits eine oder mehrere Kaffeepflanzen besitzt, kann diese über Stecklinge vermehren. Für eine gerade Wuchsform der neuen Pflanzen, ist es sinnvoll, die Stecklinge entweder vom Gipfeltrieb oder einem Mitteltrieb zu entnehmen. Schneidet man sie von einem Seitentrieb, behält dieser in der Regel seine seitliche Wuchsrichtung bei.

  • bester Zeitpunkt zum Schneiden der Stecklinge ist im Frühsommer
  • die Stecklinge sollten 20-25 cm lang sein
  • bis auf das oberste Blattpaar sind alle Blätter zu entfernen
  • jeden Steckling in einen kleinen Topf mit Anzuchterde stecken
  • bis zu drei Vierteln in die Erde stecken
  • mit kalkfreiem Wasser angießen
  • für optimale Luftfeuchte lichtdurchlässige Folie über die Stecklinge bzw. Töpfe stülpen
  • bis zur Bewurzelung an einen warmen und halbschattigen Platz stellen

Bis die Stecklinge bewurzeln, dauert es in der Regel mehrere Wochen, vorausgesetzt das Substrat trocknet nicht aus. Allerdings sollte es auch zu keiner Zeit tropfnass sein.

Sorten

Im Handel findet man ausschließlich Pflanzen der Sorte Coffea Arabica ‚Nana‘. Diese kleinwüchsige Form ist dank ihres buschigen Wuchses und der glänzenden hell- bis dunkelgrünen Blätter eine äußerst attraktive Zimmerpflanze. Bei entsprechender Pflege und Haltung kann sie nach einigen Jahren blühen und Früchte ausbilden. Die strahlend weißen, sternförmigen Blüten zeigen sich im Sommer oder im Herbst. Sie verströmen einen dezenten Duft von Vanille. Die Pflanze ist selbst bestäubend, sodass kein weiteres Exemplar benötigt wird.

Krankheiten

Blattfall

Verliert die Kaffeepflanze hin und wieder ein Blatt, ist das völlig normal. Fallen aber deutlich mehr Blätter kann das u.a. an einem ungünstigen Standort liegen. So reagiert sie beispielsweise auf Zugluft und starke Temperaturschwankungen mit Abwurf der Blätter. Eine weitere Ursache kann Staunässe bzw. ein dauerhaft zu nasses Substrat sein.

Blattflecken und Verfärbungen

Bräunliche Blattflecken sind häufig die Folge von zu viel Sonne, was zu Verbrennungen der Blätter führen kann. Hellgelbe Verfärbungen können auf einen Eisen- oder Manganmangel hindeuten. Dann sollte ein entsprechender Dünger verabreicht werden. Bei Unklarheiten zu einem geeigneten Dünger lässt man sich diesbezüglich am besten im Fachhandel beraten.

Coffea arabica, Kaffeepflanze stammt aus Äthiopien

Schädlinge

Schildläuse

Die Kaffeepflanze Coffea arabica ist im Grunde nicht besonders anfällig für einen Schädlingsbefall. Dennoch kann es unter ungünstigen Bedingungen, wie einem zu warmen oder zu kalten Standort bei gleichzeitiger Luft- und Bodentrockenheit zu einem Befall kommen. Er tritt vorzugsweise in den Wintermonaten auf und ist an kleinen bräunlichen Schildchen bzw. Höckern und klebrigem Honigtau, den Ausscheidungen dieser Schädlinge, zu erkennen.

Um die Schildläuse effektiv zu bekämpfen, kann man sie täglich mit einer Lösung aus Schmierseife, Wasser und Alkohol bestreichen, bis die Pflanzen befallsfrei sind. Darüber hinaus bietet der Fachhandel lebende Nützlinge zur Bekämpfung an. Gegen Schildläuse können z.B. Schlupfwespen (Microterys flavus) oder die Larven des Marienkäfers eingesetzt werden.

Spinnmilben

Auch die feinen Gespinste dieses Schädlings findet man vor allem bei zu trockener und warmer Raumluft. Dabei können die Blätter ins Gelbliche übergehen. Zur Bekämpfung braust man befallene Pflanzen zunächst gründlich ab, denn Feuchtigkeit mögen Spinnmilben gar nicht. Darüber hinaus können Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) eingesetzt werden, die Spinnmilben in jedem Wachstumsstadium vertilgen. Damit sich diese Raubmilben optimal entwickeln und ausbreiten können, benötigen sie Temperaturen um 25 Grad und eine Luftfeuchte von 75 Prozent. Reicht das nicht aus, bietet der Fachhandel entsprechende Mittel auf Rapsölbasis.

Kaffee-Ernte

Unter optimalen Bedingungen blüht die Kaffeepflanze nach 4-8 Jahren das erste Mal. Aus den Fruchtkonten der Blüten entwickeln sich die grünen, leicht gräulich schattierten Beeren. Bis diese Beeren, die sogenannten Kaffeekirschen, ausgereift sind, vergehen mehrere Monate. Die grünen Beeren sind ungenießbar.

  • geerntet werden die Früchte, wenn sie leuchtend rot sind
  • man pflückt die Beeren und entfernt anschließend das rote Fruchtfleisch
  • dabei kommt pro Beere eine zweigeteilte, blassgelbe Kaffeebohne zum Vorschein
  • die Kaffeebohnen lässt man an einem warmen Ort trocknen
  • während dessen sollte man sie gelegentlich wenden
  • sind die Bohnen trocken, kann man sie rösten
  • dazu auf höchster Stufe zwischen 10 und 20 Minuten in einer Pfanne rösten
  • die Bohnen nicht unmittelbar danach mahlen, auch wenn es noch so verlockend ist
  • erst 12 bis 72 nach der Röstung mahlen
  • dann entfaltet der selbst angebaute und geerntete Kaffee seine volles Aroma
  • Experten raten sogar dazu, nach dem Rösten drei Tage mit dem Mahlen zu warten

Kauf von Kaffeepflanzen

Möchte man Kaffeepflanzen nicht selber ziehen, besteht auch die Möglichkeit sie im Handel zu erwerben. Beim Kauf einer entsprechenden Pflanze sollte man darauf achten, dass sie mindestens 20-30 cm hoch ist und der Topf, in dem sie steht, einen Durchmesser von mindestens 12 cm aufweist. Zu kleine Töpfe führen zu Missbildungen der Wurzeln, was wiederum die Pflanzen in ihren Wuchs behindert und schwächt.

Kaffeepflanze auch im Handel erhältlich

Darüber hinaus sollte man berücksichtigen, dass Kaffeepflanzen sehr buschig und ausladend wachsen und mit einer Größe von bis zu 150 cm relativ hoch werden. Dementsprechend benötigen sie ausreichend Platz. Sie sollten auf keinen Fall zu beengt stehen. Nur so und natürlich mit der richtigen Pflege können sie sich gut entwickeln und bestenfalls Früchte hervorbringen. Aber auch wenn die Kaffeepflanze keine Früchte bildet, ist diese immergrüne Zimmerpflanze äußerst dekorativ.