Solenostemon, Coleus, Buntnessel

Buntnesseln haben das spektakulärste Laub in Farben und Farbkombinationen, die keine andere Pflanzenart zu bieten hat. Die einzigartigen Farbmuster der Blätter ziehen so manchen Gärtner in ihren Bann. Dabei sind die Pflanzen sehr pflegeleicht und können nicht nur als Zimmerpflanze kultiviert, sondern auch in Kübeln oder Balkonkästen, Hängeampeln oder im Beet gepflanzt werden. Diese Pflege-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie alles richtig machen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Unterfamilie: Nepetoideae
  • Gattung: Buntnesseln (Solenostemon)
  • Art: Buntnessel (Solenostemon scutellarioides)
  • Synonyme: Plectranthus scutellarioides, ehemals Coleus blumei
  • Herkunft: Südostasien und Malaysia
  • ausdauernde, krautige Pflanze
  • Stängel verholzen von unten
  • Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
  • Blütezeit von Juni bis Oktober
  • unscheinbare Blütendolde mit bläulichen Blüten
  • Blattschmuckpflanze

Buntnesseln gehören zu den prächtigsten Blattschmuckpflanzen, die das Pflanzenreich zu bieten hat. Es gibt unzählige Arten von Buntnesseln, allerdings wird nur eine, Solenostemon scutellarioides (früher Coleus blumei), als Zimmerpflanze bei uns kultiviert. Die Buntnesseln kommen ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum.

Zwar bilden Buntnesseln auch Blüten, ihre wahre Schönheit liegt jedoch in den weichen, samtartigen Blättern, die je nach Art oder Sorte in Form und Farbe variieren. Die Schattierungen reichen von grün, rot, braun, violett, gelb, pink sowie Mischvariationen dieser Farben.

Pflege

Die Buntnessel entpuppt sich bei näherer Betrachtung als erstaunlich anspruchslose und robuste Pflanze, die nur wenige Pflegemaßnahmen benötigt. Wer die folgenden Tipps zum Standort und Pflege der farbenfrohen Blattschmuckpflanze beherzigt, wird viel Freude an der Buntnessel haben.

Solenostemon, Coleus, Buntnessel als Gartenpflanze

Standort

Die Buntnessel benötigt einen sehr hellen Standort, denn nur hier kann sich die volle Farbenpracht ihres Laubes entfalten. Dieser Standort darf gerne auch direkte Sonneneinstrahlung bieten, lediglich während der Mittagsstunden empfiehlt sich etwas Beschattung.

Steht die Buntnessel zu dunkel, verliert sie schnell ihre kräftige, charakteristische Färbung und das Laub wird grün. Zudem wächst die Pflanze ohne ausreichend Sonneneinstrahlung sparrig und beginnt zu vergeilen.

  • Lichtbedarf: sonnig
  • wenn möglich, mehrere Stunden Sonne pro Tag
  • Lichtmangel führt zu spindeligem Wachstum und verblassen

Temperatur

Buntnesseln sind kälteempfindlich und benötigen deshalb ganzjährig Temperaturen über 18 Grad. Deshalb eignen sie sich besonders gut als Zimmerpflanzen, insofern keine zugigen Stellen als Standort ausgewählt werden. Die Pflanzen tolerieren Hitze gut, zeigen allerdings ab 14 Grad erste Ausfälle. Sinken die Temperaturen unter 7 Grad, stirbt die Buntnessel ab.

Bodenbeschaffenheit und Substrat

Damit die spektakuläre Blattschmuckpflanze schön kompakt und buschig wachsen kann, ist sie auf ein Substrat angewiesen, das die kräftigen Wurzeln gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Egal, ob die Buntnessel als Zimmerpflanze oder im Freiland kultiviert wird, sie benötigt ein Substrat mit folgenden Eigenschaften.

  • humos und nährstoffreich
  • gute Wasserspeicherkapazität
  • gut durchlässig für Luft und Wasser
  • pH-Wert: neutral oder leicht sauer

Pflanzzeit

Die Buntnessel ist nicht winterhart und verträgt auch kühle Temperaturen nicht unbeschadet. Deshalb sollte sie erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland oder auf den Balkon gepflanzt werden. Im Haus ist eine Pflanzung ganzjährig möglich. Bester Zeitpunkt ist das Frühjahr.

Pflanzen im Beet

Normalerweise werden Buntnesseln als Zimmerpflanze gehalten. Grundsätzlich spricht aber auch nichts dagegen, die Pflanze im Sommerbeet im Garten zu kultivieren.

  • Pflanzabstand: halbe Wuchshöhe (20-30 cm)
  • Pflanzloch: doppelte Ballengröße
  • an der Sohle ein paar Zentimeter hoch Sand oder Splitt als Drainage einfüllen
  • so tief wie vorher einpflanzen
  • mit humosem Boden und etwas Kompost auffüllen
  • Erde leicht andrücken
  • mit Wasser leicht einschlämmen

Pflanzen im Topf

Die Buntnessel (Solenostemon scutellarioides) wird meist ganzjährig in der Wohnung kultiviert. Dazu kann sie problemlos in ein Gefäß aus Kunststoff oder Ton gepflanzt werden. Wichtig ist, dass das Gefäß Drainagelöcher im Boden hat, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Als Substrat kann jede normale Pflanzenerde auf Kompostbasis verwendet werden. Um eine gute Durchlässigkeit für Wasser und Luft zu gewährleisten, empfiehlt sich das Untermengen einer kleinen Menge Sand oder Splitt.

Umtopfen

Da eine Buntnessel auseichend Platz für die Entwicklung ihrer Wurzeln benötigt, darf das Pflanzgefäß ruhig etwas zu groß ausfallen. Ob die Blattschmuckpflanze einen größeren Topf benötigt, ist leicht zu erkennen, wenn sie vorsichtig aus dem Pflanzgefäß gezogen wird. Sind die feinen weißen Wurzeln bereits am Ballenrand zu erkennen, bedarf es eines größeren Gefäßes.

Solenostemon ist eine Blattschmuckpflanze

  • junge Pflanzen etwa alle zwei Monate umtopfen
  • lieber zu große als zu kleine Gefäße verwenden

Gießen

Coleus blumei gedeiht am besten, wenn das Substrat gleichmäßig feucht gehalten wird. Es gilt die Regel: Mäßig aber regelmäßig gießen. Das Substrat darf aber niemals zu nass sein. Die pflegeleichte Buntnessel verträgt weder anhaltende Staunässe langfristige Trockenheit besonders gut.

Zur Prüfung, ob die Pflanze erneut gewässert werden muss, eignet sich der Daumentest. Ein paar Minuten nach dem Wässern sollte überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf entfernt werden, damit sich keine Staunässe entwickeln kann.

Ist das Substrat auch nur für kurze Zeit zu trocken, kollabieren die Blätter der Solenostemon scutellarioides und werden abgeworfen. Und obwohl sich die Pflanze nach dem Gießen vollständig zu erholen scheint, werden wahrscheinlich die unteren Blätter abfallen. Im Winter wird etwas verhaltener gegossen, austrocknen darf der Wurzelballen aber niemals.

Düngen

Wird die Solenostemon jährlich umgetopft oder zumindest mit etwas frischem Substrat versorgt, benötigt sie keine zusätzlichen Düngergaben. Ansonsten kann von April bis August einmal im Monat ein Blühpflanzendünger in Flüssigform über das Gießwasser verabreicht werden.

Auch Langzeitdünger in Form von Düngestäbchen eignen sich zur Nährstoffversorgung, allerdings sollten diese Dünger nur in halber Konzentration eingesetzt werden. Ab Ende August wird die Düngung über den Winter komplett eingestellt.

Freilandpflanzen kommen mit einer Gabe Kompost oder Hornspänen, die im Frühjahr unter die Erde gemischt werden, bis zum Ende der Vegetationszeit aus, ohne nachdüngen zu müssen.

Schneiden

Um das Laub farbenfroh zu erhalten, werden die Blüten zeitnah herausgebrochen. Bei mehrjähriger Kultivierung, kann die Buntnessel mit zunehmendem Alter etwas aus der Form geraten. Die Zimmerpflanze kann generell ganzjährig ausgelichtet oder auch je nach Bedarf stärker zurückgeschnitten werden. Sie treibt nach einigen Tagen zuverlässig wieder aus. Das regelmäßige Ausbrechen der Triebspitzen fördert ein buschiges Wachstum der Pflanze.

  • Zeitpunkt: ganzjährig
  • Triebspitzen herausbrechen
  • zu lange oder wenig belaubte Triebe stärker einkürzen
  • immer kurz über einem Blattpaar kürzen
  • mehrjährige Kultivierung: im späten Winter oder Anfang des Frühlings schneiden
  • auf etwa ein Drittel der ursprünglichen Größe zurückschneiden

Frische, weiche Triebe können einfach mit den Fingernägeln abgezwickt werden. Verholzte Zweige werden mit einer scharfen, sauberen Schere geschnitten, damit die Pflanze so wenig wie möglich beschädigt wird.

Überwintern

Die krautige Pflanze stammt aus den ganzjährig warmen Gebieten Südostasiens, deshalb reagiert sie sehr empfindlich auf kühle Temperaturen. Fallen diese unter 12 bis 14 Grad Celsius, stellt die Buntnessel ihr Wachstum ein und es drohen erste Schäden. Unter sieben Grad stirbt die Pflanze ab. Im Freiland wird die Buntnessel deshalb als einjährige Pflanze kultiviert. Als Zimmerpflanze übersteht sie problemlos auch die kalte Jahreszeit, insofern sie hell und warm steht.

  • Freilandpflanzen nach dem Verwelken herausnehmen
  • können auch im Boden bleiben und im Frühjahr untergeharkt werden
  • Balkonpflanzen im Haus überwintern
  • hell und warm (über 16 Grad) aufstellen
  • zwei Drittel der Triebe einkürzen
  • Ballen leicht feucht halten
  • ab Anfang Mai langsam wieder an die Sonne gewöhnen
  • tagsüber bei warmen Temperaturen ans Freiland gewöhnen
  • nachts bis Mitte Mai wieder ins Haus holen

Buntnessel wächst bis zu 60 Zentimeter hoch

Zimmerpflanzen werden wie gewohnt weiterkultiviert. Das Düngen wird zwischen September und März eingestellt und die Pflanze lediglich etwas weniger gegossen.

Vermehren

Am einfachsten ist die Vermehrung der Buntnessel durch Stecklinge. Sie kann aber auch aus Samen gezogen werden. Wer jedoch bestimmte Farben oder Formen vorzieht, tut sich mit letztgenannter Methode, da die meisten Buntnesselsamen in Mischungen erhältlich sind. Auch die eigenen Nachkommen aus Samen unterscheiden sich oft stark von der Mutterpflanze.

Stecklinge

Wählen Sie einen gesunden, kräftigen Trieb aus, der keine Blüten trägt. Der Trieb sollte außerdem nicht zu frisch sein, eine Vermehrung gelingt mit etwas robusteren Trieben besser. Der Trieb sollte mindestens zwei bis drei Blattpaare aufweisen, die besonders charakteristisch gefärbt sind. Junge, frisch verwurzelte Buntnesseln überwintern besser als ältere Pflanzen.

Deshalb sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie im Herbst eine Stecklingsvermehrung starten. Wer keinen Platz hat, all seine Balkonpflanzen im Haus zu überwintern, kann ein paar Stecklinge für die kommende Saison schneiden. Bis zum Frühjahr haben sich aus ihnen bereits ansehnliche Pflanzen entwickelt, die nach einer kurzen Eingewöhnung dann ins Freiland oder in den Balkonkasten gepflanzt werden können.

  • Zeitpunkt: früher Herbst
  • Länge des Stecklings: etwa 10 cm
  • gesunden, kräftige Trieb auswählen
  • der Trieb sollte keine Blüten habe
  • zwei bis drei Blattpaare
  • unteres Blattpaar entfernen
  • Substrat: Anzuchterde, Kakteenerde, Torf-Sand-Gemisch
  • Steckling zwei bis drei Zentimeter tief in feuchtes Substrat stecken
  • kein Abdecken notwendig
  • alternativ in ein Glas mit Wasser stelle
  • Standort: hell, ohne direkte Mittagssonne
  • Temperatur: 20 bis 24 Grad

In Wasser bewurzelte Stecklinge werden vorsichtig in Einheitserde, die mit etwas Sand vermengt wurde, gepflanzt, wenn die Wurzeln etwa fünf Zentimeter lang sind. Bei in Substrat gezogenen Stecklingen erkennt man die Wurzelbildung daran, dass sich am Trieb neue Knospen und Blätter bilden. Ab jetzt kann die Buntnessel wie eine ausgewachsene Pflanze gepflegt werden.

Samen

Buntnesseln können auch aus Samen gezogen werden. Das ist jedoch im Gegensatz zur Stecklingsvermehrung eine recht langwierige Angelegenheit. Bestimmte Farben und Formen aus Samen zu ziehen, ist oft nicht kalkulierbar, sondern Glücksache.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Samen mit etwas feinem Sand mischen und in Pflanzschale aussäen
  • Substrat: sterile Anzuchterde oder Kakteenerde
  • Substrat anfeuchten
  • Samen-Sand-Gemisch aufstreuen
  • nicht mit Substrat bedecken (Lichtkeimer)
  • in ein Minigewächshaus stellen
  • alternativ mit einem Gefrierbeutel abdecken
  • Keimtemperatur: mindestens 20 Grad
  • hell aufstellen (ohne direkte Sonne)
  • Keimdauer: 14-21 Tage
  • sobald sich die ersten Keimblätter zeigen, in einzelne Töpfe pflanzen

Als Jungpflanzen ähneln sich alle Sorten der Buntnessel stark. Erst nach dem fünften Blattpaar zeigt sich die charakteristische Färbung.

Solenostemon mit spektakulärem Laub

Sorten

Die Auswahl an unterschiedlichen Hybriden der Buntnessel ist schier unendlich. Zu den populärsten Exemplaren gehören Folgende.

‚Brillancy‘

  • kaminrotes Laub mit gelbem Rand

‚Crimson Ruffles‘

  • dunkelviolett und pink

‚Golden Bedder‘

  • goldgelbe Blätter

‚Fishnet Stocking‘

hellgelbes Laub mit violetter Äderung

‚Royal Scott‘

  • weinrote Blätter mit hellgrünem Rand

‚Ruffles Copper‘

  • rötliches, stark gewelltes Laub mit grünem Rand

‚Schwarzer Drache‘

  • dunkelviolettes Laub mit rötlichen Schattierungen

Krankheiten

Krankheiten sind bei der robusten Pflanze eher selten anzutreffen. Kränkelt die Buntnessel, sind meist Pflegefehler schuld, wie beispielsweise ein zu nasser oder trockener Wurzelballen oder kalte Zugluft.

Blattabwurf

  • schlechte Lichtverhältnisse oder trockener Wurzelballen

lange, dünne Triebe

  • zu dunkler Standort oder Triebspitzen nicht regelmäßig entfernt

Schädlinge

Rote Spinne

Buntnesseln neigen zu einem Befall mit der roten Spinne. Diese kommen besonders häufig an Pflanzen vor, die sehr warm und bei niedriger Luftfeuchtigkeit (im Winter über der Heizung) kultiviert werden. Die rote Spinne ist an einem feinen Gespinst an den Blättern erkennbar. Sieht man genauer hin, finden sich kleine gelbliche Flecken auf den Blättern. Bei stärkerem Befall verfärben sich die Blätter komplett gelb und sterben ab.

Buntnessel für Kübel, Balkonkästen, Hängeampeln oder im Beet

Vorbeugend können Schalen mit Wasser neben die Buntnessel gestellt werden, um die Luftfeuchtigkeit lokal zu erhöhen. Alternativ kann die Zimmerpflanze auch auf einen mit Steinen und Wasser gefüllten Untersetzer gestellt werden. Bei einem Befall spült man die Pflanze täglich unter der Brause mit lauwarmem Wasser ab.

Schmierläuse

Auch Schmierläuse können bei der farbenfrohen Pflanze beobachtet werden, wenn diese geschwächt ist. Diese sind an den an Wattebäusche erinnernden Gespinsten zu erkennen. Vorbeugung und Bekämpfung entsprechen einem Befall mit der roten Spinne.