Ein guter Freund des Gärtners ist dabei der Cornus, Hartriegel, auch als Roter oder Blumenhartriegel bekannt. Er fehlt zudem meist in keinem Garten und macht sich auch gut in Parkanlagen oder an Wegrändern.

Bis in den späten Herbst hinein erfreut er das Auge mit seinem Blätterkleid, im Frühjahr mit den schönen Blütenständen und im Winter mit der auffällig gefärbten Rinde. Bei optimaler Pflege und Standort ist er ein genügsames Gewächs, das daher wenig Aufwand bedarf und am besten als Solitärpflanze gedeiht.

Steckbrief

  • Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae); auch Hornstrauch gennant.
  • Gattung: Cornus
  • Trivialnamen: Roter Hartriegel, Blumenhartriegel
  • Herkunft: Asien, Amerika und subtropische Gebiete. Er ist jedoch vorwiegend auf der Nordhalbkugel heimisch.
  • Wuchshöhe: Erst nach vielen Jahren erreichen sie ihre volle Höhe von 5 bis 7 Metern.
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Blüten: Genaugenommen sind es dolden- oder rispenförmige Hochblätter und keine Blumen, sonden sogenannte Brakteen.
  • Die eiförmigen und glattrandigen Blätter sind sommergrün und verfärben sich im Herbst von orange- bis weinrot.
  • Früchte: Steinfrüchte
  • Geschlecht: zwittrig;  Selbstbestäubung

Die jungen Triebe des Hartriegels sind dabei blutrot, daher hat der Strauch seinen Namen. Gemeinhin ist er als Roter Hartriegel in Mitteleuropa weit verbreitet. Er gilt zumal mehr als Zierstrauch, denn als Fruchtbaum, auch wenn seine Früchte essbar sind.

Sie ähneln daher Kirschen, ebenfalls die herbe Kornelkirsche zählt zu den Hartriegeln. Das wichtigste bei der Anpflanzung des Hartriegels ist der richtige Standort, ansonsten erfreut er dabei den Gärtner durch seine Robustheit und eine schöne Blütenpracht im Frühjahr. Wir geben hierzu ausführliche Tipps zur richtigen Pflege und Vermehrung.

Arten

Weltweit gibt es über 50 verschiedene Arten des Hartriegels. Er kommt sowohl in Wildform als auch in Züchtungen vor. Am bekanntesten in Mitteleuropa ist daher der Rote Hartriegel (cornus sanguinea) und die Kornelkirsche (cornus mas). Dabei handelt es sich ausserdem meist um Solitärpflanzen, die gerne frei stehen.

Er wird dabei oft in Vorgärten als Strauch gepflanzt, in Innenhöfen oder in Parks. Optimal macht er sich zumal dann auch vor Hecken oder größeren Bäumen und Gehölzen. Insbesondere vor einem zudem etwas dunkleren Hintergrund kommt er wunderbar zur Geltung. Bei Heckenanpflanzungen gilt er mitunter als Pionierpflanze.

Vögel ernähren sich hingegen im Herbst und Winter von den leuchtend roten Früchten der Vitamin C-haltigen Kornelkirsche.

Cornus, Hartriegel, Blumenhartriegel mit weißen Blüten

Weitere Arten und Sorten des Blumenhartriegels sind:

  • Schwedischer Hartriegel (cornus suecica)
  • Asiatische Kornelkirsche (cornus officinalis)
  • Chinesische Kornelkirsche (cornus chinensis wangerin). Hiervon gibt es mehrere Arten.
  • Asiatischer Blütenhartriegel (cornus kousa) in 5 Arten.
  • Chinesischer Blumenhartriegel (cornus kousa chinensis)
  • Kanadischer Hartriegel (cornus canadensis) auch als Teppich-Hartriegel bekannt, da bodendeckend.
  • Roter Blumenhartriegel (cornus florida ‚Rubra‘) aus als Amerikanischer Blumenhartriegel bezeichnet
  • Weißer Hartriegel (cornus alba)
  • Gelbholz-Hartriegel (cornus sericea ‚Flaviramea‘)
  • Pagoden-Hartriegel (subgenus mesomora raf.) in zwei Arten mit dunkelblauen Früchten. Ein beliebter Zierstrauch im Garten.

Beliebte Sorten sind:

Japanischer Blumen-Hartriegel Satomi:

  • mit einer aufrechten Wuchshöhe von 2 – 3 Metern. Er zeigt ausladend weiße, oft ins rosafarbene gehende Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 9 Zentimetern.

Chinesischer Blumenhartriegel:

  •  mit einer Wuchshöhe von bis zu 5 Metern und strahlend weißen Blüten, die später himbeerartige Früchte hervorbringen. Die Blätter zeigen im Herbst ein leuchtendes Rot.

Amerikanischer Blumen-Hartriegel Cherokee:

  • Er wird nur bis zu maximal 3 Meter hoch, zeigt aber bereits im April eine rosa Blütenpracht. Im Herbst spendet er scharlachrote Früchte, die in einem imposanten Kontrast zum violettfarbigen Laub stehen.

Sibirischer Hartriegel (cornua alba ‚Sibirica‘):

  • mit leuchtend roten Trieben im Winter.

Cornus, Hartriegel, Blumenhartriegel mit rosafarbenen Blüten

Tipp: Ist die Anpflanzung der Cornus kousa ‚Teutonia‘, deren fruchtig-beerige Früchte im Herbst geerntet und eingemacht werden können. Es handelt sich dabei um eine Pflanzung aus der Gattung des Japanischen Blumenhartriegels, der von Mai bis Juni eine auffallende weiße Blütenpracht zeigt.

Pflege

Wer sich dabei einmal für eine Sorte entschieden hat, sollte deshalb vor allem auf einen optimalen Standort und Bodenbeschaffenheit achten, damit der Hartriegel gut anwächst und schöne Blüten sowie Früchte bringt. Seine Beliebtheit verdankt er aber auch der wunderschönen Blattfärbung im Herbst.

Der Zierstrauch macht sich dabei gut als Solitärplanze in Hecken, in Beeten oder frei stehend im Rasen. Er harmoniert zudem mit Nadelbäumen oder mit Gehölzen wie der Hunds-Rose, der Schlehe, dem Liguster, dem Rhododendron oder dem Wolligen Schneeball. Auch zu üppig blühenden Stauden wie Lupinen, Rittersporn, Taglilien oder Sonnenbraut bildet er eine ebenfalls dekorative Pflanzengesellschaft.

Standort

Der Standort sollte sorgfältig ausgesucht werden, denn der Zierstrauch wächst langsam und braucht optimale Bedingungen, um sich behaupten zu können. Ein heller, nicht zu sonniger Standort ist zu bevorzugen, am besten mit Halb- oder Wanderschatten. Er zieht dabei ein gemäßigtes Klima vor und verträgt einen Standortwechsel im Allgemeinen nicht.

Cornus, Hartriegel - Standort

Bodenbeschaffenheit

Die Erde muss daher humusreich sein und eine leicht saure bis neutrale Beschaffenheit haben. Dabei darf der Boden nicht zu schwer sein und muss unbedingt eine hohe Durchlässigkeit aufweisen. Ansonsten mit Sand mischen, dabei aber auf eine hohe Nährstoffdichte achten. Zu kalkhaltig darf der Boden auch nicht sein.

Der Hartriegel liebt dafür ein harmonisches, ausgeglichenes Bodenklima. Für Beigaben von reifem Kompost ist der Hartriegel dankbar. Immer daran denken, dass der Boden schön locker bleibt und nicht verdichtet.

Heimische Arten wie der Rote Hartriegel oder die Kornelkirsche sind daher allerdings besser an lehmige, feuchte Gartenerde mit hohem Nährstoff- und Kalkgehalt angepasst. Der exotische Blumenhartriegel liebt hingegen eher sandige und trockene Böden.

Gießen

Gießen und Düngen

Der Blumenhartriegel liebt daher weder anhaltende Trockenheit, noch Staunässe. Deshalb sollte er bei trockenen Hitzeperioden durch Wassergaben unterstützt werden. Dabei auf weiches Wasser mit wenig Kalk achten. Am besten Regenwasser aus der Tonne  bei zu starker Hitze zum Wässern nehmen. Optimal ist es, den Hartriegel mit Rinden- oder Grasschnitt zu mulchen, um den Boden feucht und locker zu halten. Gleichzeitig versorgt dies den Strauch mit Nährstoffen.

Zum Düngen reichen dabei von Zeit zu Zeit Gaben reifen Komposts, die oberflächlich mit der Kralle vorsichtig in den Boden eingearbeitet werden. Auch reifer Mist oder hochwertiger Fertigdünger kann vor der Blütezeit verabreicht werden.

Zu beachten ist aber zudem, dass der Hartriegel auf zu hohe Nährstoffgaben empfindlich reagiert, weniger ist hier mehr. Ein Gärtner mit dem ‚Grünen Daumen‘ wird an Blüte und Blatt erkennen, ob der Hartriegel mehr oder weniger an Dünger benötigt.

Einpflanzen

Ein Blumenhartriegel sollte daher immer im Frühjahr eingepflanzt werden, damit sich sein Wurzelwerk den Sommer über gut entfalten kann und er den Winter bestens übersteht.

Es empfiehlt sich, dabei folgendermaßen vorzugehen:

  • den Wurzelballen dabei in einen Eimer mit wohltemperiertem Wasser stellen bis er sich vollgesogen hat.
  • ein Pflanzloch in dreifacher Größe des Wurzelballens ausheben und mit Substrat (je nach Sorte eher lehmig oder eher sandig) anfüllen.
  • Reifer Kompost oder verrotteter Mist kann beigegeben werden.
  • in den ersten Jahren angießen,  danach ist der Hartriegel meist ein genügsamer Selbstversorger.

Cornus im Garten

Schneiden

Ein jährlicher Rückschnitt und das Auslichten einzelner Triebe liegen im Ermessen des Gärtners. Im Allgemeinen benötigt dies der Hartriegel nicht, denn er bildet eine natürlich schöne Krone. Im Einzelfall und bei einigen Sorten kann dies jedoch sinnvoll sein.

  • vertrocknete Zweige dabei von März bis Mai entfernen.
  • die stark wachsende Hybride ‚Venus‘ sollte ab und an gestutzt werden.
  • im Frühjahr benötigen die Sorten des Weißen Hartriegels einen Rückschnitt, damit die intensive Färbung der jungen Triebe besser zur Geltung kommt.
  • ältere Exemplare erholen sich nach einem Rückschnitt oft wieder und zeigen eine schönere Form.
  • bei jungen Pflanzen vorsichtig vorgehen und wenig schneiden.

Eine Ausnahme bildet dabei der Amerikanische Blumenhartriegel (cornua florida) der nur im Winter geschnitten werden darf.

Überwintern

Alle Hartriegelarten überstehen zudem problemlos Temperaturen von bis zu -20°C. Wer allerdings auf einen Hartriegel als Kübelpflanze nicht verzichten möchte, muss den Baum in einem kühlen und trockenen Raum überwintern lassen und dabei auch gelegentlich gießen.

Vermehrung

Der Blumenhartriegel kann dabei durch vier verschiedene Methoden vermehrt werden:

  • mit Hilfe von Absenker
  • durch Stecklinge (insbesondere beim Weißen und dem Gelbholz-Hartriegel)
  • durch eine gezielte Aussaat (wird oft bei den heimischen Arten vorgenommen)
  • durch Teilung

Bei der Aussaat wird folgendermaßen vorgegangen:

  • dabei einfach von der Frucht im Herbst oder im Winter den Samen (Stein) nehmen und danach im Haus in einen Topf mit Anzuchterde stecken. Die Erde kann aus ganz normaler Gartenerde bestehen.
  • der Platz sollte darum halbschattig und warm sein.
  • die Erde muss feucht gehalten werden.

Ab einer Pflanzenhöhe von etwa 20 Zentimetern kann der junge Strauch zudem ins Freiland ausgepflanzt werden. Dabei sollte jedoch behutsam vorgegangen werden, um etwaige Kälteschocks zu vermeiden.

Wer möchte, kann die Samen daher aber auch gleich an Ort und Stelle in die Erde legen und abwarten.

Vermehrung durch Stecklinge

  • beim Rückschnitt im Frühjahr ca. 15 Zentimeter lange Kopfstecklinge zur Vermehrung nehmen
  • diese unten schräg anschneiden und danach die unteren Blätter entfernen
  • ebenfalls in einen Topf mit Anzuchterde stecken und ständig feucht halten
  • das Gefäß muss zudem warm und hell stehen und sobald sich neue Blätter zeigen, hat der Steckling auch Wurzeln ausgebildet
  • im Frühjahr kann der Steckling dann an einen geschützten Ort im Freien eingepflanzt werden

Vermehrung über Ausläufer als Teilung

Eine bewährte und einfache Methode ist es, die jungen Triebe, die sich daher rund um die Mutterpflanze zeigen, einfach abzutrennen und an anderer Stelle in den Boden zu stecken. Danach müssen diese Triebe lediglich gut angegossen werden, damit sie auch ohne die Mutterpflanze Wurzeln schlagen.

Vermehrung durch Absenker

Dafür werden im zeitigen Frühjahr einzelne lange Seitenäste des Strauches auf den Boden gebogen und etwa 15 bis 20 Zentimeter vor der Spitze in den Boden gesteckt. Dabei am besten mit einem Stein beschweren, damit der Ast nicht hochschnellt.

Eventuell der Triebspitze dabei eine Kletterhilfe zur Verfügung stellen. Nach 6- 8 Wochen sollte der Absenker Wurzeln gebildet haben. Einfach von der Mutterpflanze abtrennen und am neuen Standort einpflanzen.

Blumenhartriegel ein besonderes Gewächs für den Garten

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Im Allgemeinen sind heimische Arten sehr robust. Der Amerikanische und der Chinesische Blumenhartriegel  werden mitunter jedoch von einem Gefäßpilz (Anthracnose) befallen. Dagegen helfen folgende Maßnahmen:

  • Befallene Zweige sofort herausschneiden
  • Herabfallendes Laub entfernen.

Vorbeugend hilft es, den Boden zudem gut feucht zu halten und gegebenenfalls zu mulchen. Verletzungen am Wurzelballen sind stets zu vermeiden. Wichtig ist jedoch eine gute Bodenauflockerung

Hartriegel-Blattbräune

  • zeigen sich auf den Blättern braune Flecken handelt es sich beim Befall höchstwahrscheinlich um die Hartriegel-Blattbräune, hier hilft deshalb nur die Vernichtung der gesamten Pflanze, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen

Echte Mehltau

  • auch er befällt zuweilen die Sträucher und kann dabei durch das Entfernen der betroffenen Stellen und gegebenenfalls Fungizide wirkungsvoll bekämpft werden

Schädlinge

Zu den Schädlingen der Hartriegel zählen:

Wacholder-Minimiermotte

  • diese wird man daher nur durch das Herausschneiden der befallenen Zweige oder den gezielten Einsatz von Insektiziden los

Schmierläuse

  • diese sind daher einfacher zu entfernen. Zum Beispiel durch den Einsatz biologischer Pflanzenschutzmittel wie Schlupfwespen oder das Einsprühen des Strauches mit Pflanzenöl.

Relativ robuste Arten die gegen Krankheiten und Schädlinge weitestgehend resistent sind, sind zudem der Rote Hartriegel sowie die beiden Arten des Weißen Hartriegel.

  • Tartarischer Hartriegel
  • Seidiger Hartriegel