Cortaderia selloana, Pampasgras

Das amerikanische Pampasgras zählt zu den Ziergräsern, die sich im Garten, im Blumenkübel sowie als Trockenpflanze sehr dekorativ macht. Die Auswahl der Wedelfarbe und unterschiedliche Wachstumshöhen erlauben eine vielseitige Gestaltung von Gärten und Balkonen. Die unkomplizierte Pflege macht die Cortaderia selloana  zu einer beliebten Außenpflanze. Dennoch müssen einige Pflege-Details beachtet werden, damit das mehrjährige Ziergras prächtig gedeiht.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Süßgräser (Poaceae)
  • Gattung: Pampasgräser (Cortaderia)
  • Art: Amerikanisches Pampasgras
  • Trivialnamen: Pampa
  • Herkunft: Südamerika, insbesondere aus  Brasilien, Uruguay, Argentinien sowie Chile
  • Wuchshöhe: je nach Sorte bis zu 300 Zentimeter
  • Blütezeit von Juli bis Oktober/November
  • Blütenfarbe: Weiß oder Rosa
  • lange, eiförmige Wedel
  • krautige Pflanze
  • winterfest: teilweise

Ob als Trockenstrauß im Wohnzimmer, als stilvoller Hingucker im Blumenkübel, als dekoratives Ziergras im Garten oder zwischen Schnittblumen gesteckt, das amerikanische Pampasgras strahlt ein attraktives Erscheinungsbild aus und setzt faszinierende Akzente. Ursprünglich stammt das amerikanische Pampasgras aus der Südamerikanischen Region, wo sich Hitze und Feuchtigkeit abwechseln, weshalb es in europäischen Regionen gut zurechtkommt. Voraussetzung ist eine optimale Behandlung, die Sie in dieser professionellen sowie detaillierten Pflegeanleitung erfahren und Tipps für die Vermehrung erhalten.

Pampasgras ist ein dekoratives Ziergras

Kultviert wird die Cortaderia selloana mindestens seit Mitte des 19. Jahrhundert. Die Ausweitung auf andere Kontinente hatte zahlreiche Züchtungen zur Folge, um für jeden Anspruch ein passendes Exemplar zu schaffen.

Pflege

Einen langen Weg hat das amerikanische Pampasgras bis nach Europa hinter sich gebracht, wo es sich optimal den kühlen Wintermonaten anpassen kann, wenn bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden.

Standort

Das Pampasgras belohnt jeden Gartenfreund mit einem prächtigen Wuchs, wenn es an einem hellen Standort steht, wo auch gern eine vollsonnige Lage ausgewählt werden kann. Ein halbschattiger Standort wird toleriert, aber dies könnte das amerikanische Pampasgras in der Entwicklung reduzieren.

Ein windgeschützter Platz soll es zudem sein, damit bei starkem Wind die Blätter und Blüten nicht umknicken. Es ist empfehlenswert, Pampasgras außerhalb der Reichweite von Kindern zu positionieren. Die Blätter sind überwiegend sehr scharf und es besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. Da es das amerikanische Pampasgraskeine Staunässe verträgt, eignet sich ein Standort an Hängen optimal. Hier kann überschüssiges Wasser zuverlässig ablaufen.

Bodenbeschaffenheit

Um optimale Bedingungen für Gesundheit und Wachstum des amerikanischen Pampasgrases zu schaffen, ist eine passende Bodenbeschaffenheit Grundvoraussetzung.

  • feuchtigkeitsarmer Boden
  • sandig oder steinig
  • durchlässige Erde, ohne Risiko auf Staunässe
  • Drainage aus Quarzsand, Kies oder Tonscherben, um Staunässe zu vermeiden

Ein Boden, der durch die Umgebung feucht gehalten wird, wie das oft neben Teichen und Bächen der Fall ist, sollte vermieden werden.

Substrat

Da sich das amerikanische Pampasgras hervorragend schick und dekorativ in Blumenkübeln macht, sollte für eine optimale Basis ein Substrat bevorzugt werden, damit das Pampasgras lange Freude bereitet.

Hier ist es empfehlenswert, dass Sie auf ein hochwertiges Substrat zurückgreifen. Dieses können Sie bei Bedarf mit Kakteenerde vermischen, um die Erde schneller trocknen und Wasser zügiger ablaufen zu lassen. Für eine verbesserte Struktur sorgt ein Substrat mit Weißtorf oder Perlite-Anteilen. Umweltfreundlich zeigt sich eine Anreicherung mit Rindenmulch und Holz- oder Kokosfasern.

Cortaderia selloana für Gärten und Balkone

Pflanzen

Pflanzzeit

Das amerikanische Pampasgras übersteht in der Regel die kalte Winterzeit, aber eine robuste Winterhärte besitzt es nicht. Aus diesem Grund sollte das Pampasgras nie vor den Eisheiligen eingepflanzt werden. Der optimale Zeitpunkt zum Einpflanzen ist Mitte/Ende Mai.

Pflanzen im Beet

Für einen guten Start im heimischen Garten ist eine fachgerechte Bodenvorbereitung notwendig. Diese ist maßgeblich an der Blütenstärke sowie dem Wachstum beteiligt. Wenn Sie sich an die folgende Anleitung halten, machen Sie alles richtig.

  • ein Pflanzloch graben, das den doppelten Durchmesser und die Tiefe besitzt, als der Pflanzenballen
  • wenn Sie bei der Bodenbeschaffenheit in puncto Staunässe nicht sicher sind, füllen Sie einige Hände voll mit Quarzsand auf den Boden
  • reichern Sie die Erde entweder mit Substrat oder Kompost an
  • füllen Sie nun den Boden so weit mit Erde auf, dass der Pflanzenballen anschließend rund zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegen kann
  • setzen Sie den Ballen ein und verschließen Sie das Pflanzloch mit der restlichen Erde
  • treten Sie diese fest, damit das Pampasgras Stabilität erhält
  • zum Abschluss gießen Sie die Pflanzstelle oberhalb des Ballens, ohne dass eine Überschwemmungen entstehen

Pflanzen im Topf

Wie auch beim Einpflanzen in die Gartenerde, verhält es sich bei der Topfeinpflanzung. Hier ist das Süßgras auf die Qualität der Erde angewiesen, die sich im Garten teils aus der Natur ergibt. Deshalb sollte unbedingt ein nährstoffreiches Substrat Verwendung finden, das idealerweise mit Kakteenerde gemischt wird, um die Erde durchlässiger zu machen.

Die Größe des Topfs sollte mindestens 50 Prozent größer sein, als es der Pflanzenballen ist. Das Pampasgras wächst unter guten Bedingungen zügig und benötigt den Platz, um uneingeschränkt wachsen und gedeihen zu können.

Damit sich nicht ablaufendes Wasser unter dem Topf sammelt, empfiehlt sich einen Unterteller zu benutzen oder den Topf erhöht auf einen löchrigen Untergrund zu stellen, damit Wasser abfließen kann.

Gießen

Das amerikanische Pampasgras bevorzugt es trocken, wenngleich eine gleichmäßig und wohl dosierte Feuchte das Wachstum begünstigt. Deshalb sind ein regelmäßiges und reichliches Gießen unabdingbar. Dies setzt allerdings voraus, dass ein durchlässiger Boden sowie eine Drainage vorhanden sind, damit eine Überwässerung und Staunässe vermieden wird. Topfpflanzen müssen in der Regel öfter gegossen werden.

Den optimalen Zeitpunkt zum Gießen erkennen Sie, wenn Sie mit einem Finger in die Erde drücken. Gibt die Erde mehr als drei Zentimeter nach und es bildet sich kleine Wasserschicht auf der Druckstelle, können Sie gießen.

Düngen

In Puncto Düngen ist das amerikanische Pampasgras vor allem in der Gartenerde eingepflanzt, recht anspruchslos. Ein regelmäßiges Düngen sorgt dennoch für eine kraftvolle und gesunde Pflanzenentwicklung.

  • im 4-Wochen-Rhythmus mit Gartenkompost düngen und diesen in die Erde einharken
  • Topfpflanzen werden alle zwei Wochen ein wenig Flüssigdünger zugefügt
  • nach Neupflanzungen mit Kompost-Erde-Gemisch und Eintopfungen in Substrat, sollte mit der ersten Düngung rund sechs Wochen bei Garten Einpflanzungen und vier Wochen bei Topfpflanzen gewartet werden
  • die Düngesaison ist mit Frostbeginn beendet
  • nach jedem Düngen das Pampasgras leicht gießen

Pampasgras blüht in Weiß oder Rosa

Schneiden

Damit neue Austriebe ausreichend Platz zum Wachsen erhalten, sollten regelmäßig die alten Halme vor allem in direkter Umgebung der neuen Triebe, geschnitten werden. Das sorgt zudem für mehr Luft- und Lichtdurchlässigkeit, die das Wachstum zusätzlich fördern.

Ein Rückschnitt um circa 20 Zentimeter ist im Frühjahr angeraten. Hier ist darauf zu achten, dass bereits neue Triebe nicht beschädigt werden. Zum gleichen Zeitpunkt erhalten die Blätter einen Schnitt und Ende des Frühlings ein weiteres Mal. Bei Schneiden wird zur Vorsicht geraten, denn die Blätter sind scharf und Sie können sich tiefe Schnittwunden zufügen. Auf ein Schneiden ohne Handschuhe und Augenschutz sollte entsprechend vermieden werden.

Überwintern

Das amerikanische Pampasgras ist zwar winterhart, wenn es um kalte Temperaturen geht, aber die Feuchtigkeit durch Dauerregen und Schnee sowie hohe Luftfeuchtigkeit, machen dem Süßgras zu schaffen.

Aus diesem Grund sollten Sie für eine optimale Überwinterung den Bodenbereich nach der Blütezeit im November weitflächig mit Laubblättern, Reisig oder Stroh auslegen. Achten Sie darauf, dass auch die Zwischenräume der Halme erreicht werden. Zusätzlich sind die Halme zusammenzubinden. Hier eignet sich ein natürliches Kokosband ideal. Achten Sie darauf, dass das Band nicht zu stramm gezogen wird und eventuell die Halme einschneidet werden.

Alternativ kann das amerikanische Pampasgras auch im unbeheizten Keller oder einem Gewächshaus in einem Blumengefäß überwintern. Die Temperatur sollte nicht mehr als 10 Grad Celsius betragen. Auf hohe Temperaturschwankungen zwischen dem Innen- und Außenbereich ist bei dem Umstellen zu verzichten. Deshalb sollte das amerikanische Pampasgras spätestens ab dem ersten Bodenfrost zur Überwinterung aus dem Freien geholt werden. Die Überwinterung dauert circa von November bis Mitte/Ende Mai.

Vermehren

Das amerikanische Pampasgras ist verhältnismäßig teuer in der Anschaffung, weshalb sich eine Vermehrung besonders lohnt.

Teilung

Wenn im Herbst die Blütenbildung abgeschlossen ist, ist es der richtige Moment zur Wurzelteilung des amerikanischen Pampasgrases. Wer im Frühjahr die Teilung vornimmt, den erwartet in der Regel eine verspätete Blütezeit.

Für die Teilung wird der Ballen ausgegraben und mithilfe eines Spatens in zwei oder mehrere Hälften geteilt. Die Wurzelteile sind im Anschluss in die Erde beziehungsweise in einen Topf zu pflanzen, wie oben beschrieben. Eine spezielle Düngung ist nicht erforderlich, da sich das amerikanische Pampasgras nun auf die Überwinterung vorbereitet. Kompost schadet allerdings nicht. Im Frühjahr sollten sich die Wurzelstöcke erholt haben und bereit für die bevorstehende Blüh- und Wachstumsphase sein.

Aussaat

Für die Aussaat sollten die Samen von männlichen und weiblichen Pampasgräsern gemischt werden. Die Weiblichen unterscheiden sich durch große Blüten und Halmendichte von den männlichen Pflanzen. Die Aussaat wird im Frühjahr vorgenommen, wenn sich die Temperaturen um 20 Grad Celsius bewegen. Auch in der Nacht sollten eher warme Temperaturen vorhanden sein.

Hier gehen Sie wie folgt vor:

  • lockern Sie den Garten- oder Topfboden mindestens acht Zentimeter auf und fügen der Erde Kompost hinzu
  • der Samen wird so eingelegt, dass er nur rund zwei Zentimeter mit Erde bedeckt wird
  • Erde leicht andrücken
  • Erde besprühen, nicht gießen und gleichmäßig feucht halten
  • mit einem Glas oder Klarsichtfolie das Saatgut abdecken – auf ausreichend Raum für das Wachstum achten
  • Standort: hell, sonnig
  • Keimtemperatur: 20 Grad Celsius bis 25 Grad Celsius
  • Keimdauer: circa 10 bis 12 Tage

Wird die Saat in einen Topf eingelegt, gehen Sie genau so vor, wie in Gartenerde. Hier sollten Sie allerdings hochwertige Aufzuchterde verwenden, die eine Keimung begünstigen.

Cortaderia selloana ist eine teilweise winterfeste Pflanze

Krankheiten

Wurzelfäule

Das amerikanische Pampasgras ist sehr robust gegen Krankheiten. Nur viel konstante Nässe kann eine Wurzelfäulnis hervorrufen. Diese ist an den Halmen zu erkennen, die zunehmend instabiler und weicher werden. Zudem nimmt die Pflanze in der Dichte ab, Halme knicken um und die Pflanzendichte nimmt ab.

Hier hilft nur, rechtzeitig zu handeln:

  • heben Sie den Wurzelballen aus der Erde
  • schneiden Sie faule Wurzeln ab und legen den Ballen im Anschluss für einige Stunden zum Trocknen
  • suchen Sie einen trocknen Standort oder wählen Sie ein Topfeinpflanzung mit frischer, trockener Erde
  • nach dem Einpflanzen wird nur noch mäßig für rund zwei bis drei Wochen gegossen
  • halten Sie sich strikt an die Düngeempfehlungen
  • zusätzlich kann Mineraldünger nach dem Pflanzortwechsel gegeben werden

Pilzbefall

Durch zu viel Nässe droht dem amerikanischen Pampasgras auch ein Pilzbefall. Sind Sporen auf der Erdoberfläche oder an den Halmen zu sehen, gehen Sie hier genauso vor, wie bei der Wurzelnässe. Zusätzlich werden die Halme von Pilzsporen befreit. Ein spezielles Anti-Pilz-Produkt für Pflanzen stoppt den Pilzbefall. Diese sind umfangreich im Garten-Fachhandel erhältlich.

Schädlinge

Schädlinge finden in der Regel kein Interesse an einem amerikanischen Pampasgras. In den Sommermonaten kann es vorkommen, dass sich Insekten in das Ziergras einnisten. Da es sich hier meist um nützliche Tiere handelt, die jeden Garten bereichern, ist eine Schädlingsbekämpfung nicht notwendig.

Sorten

Die Auswahl der Pampasgrassorten beziehungsweise -arten erstreckt sich von kleinen Pflanzen mit Wuchshöhen ab 50 Zentimeter, wie zum Beispiel das Pampasgras „Pumila“. Hohe Ausführungen finden Sie unter anderem bei dem weißen sowie rosa Pampasgras, die Höhen zwischen 180 Zentimeter und 250 Zentimeter erreichen.

Weitere beliebte Sorten sind das bunt-blättrige Pampasgras „Aureolineata“ oder das schlanke Pampasgras „Sunningdale Silver“. Das kleinwüchsige Pampasgras „Compacta“ eignet sich hervorragend für Steingärten.