Cosmos atrosanguineus, Sckokoladenblume

Ein verführerischer Duft nach Schokolade umhüllt die Cosmos atrosanguineus auch Schokoladenblume, wenn sie mit ihrer dunkelroten Blütenpracht den klassischen Stauden die Schau stiehlt.

Das florale Schmuckstück ist zwar nicht vollkommen winterhart, verfügt als Knollenblume dennoch über die Lebenskraft für eine mehrjährige Kultivierung. Ungeachtet ihres Status als Rarität, gibt sich die mexikanische Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) anspruchslos. Diese Pflege-Anleitung zeigt auf, wie Sie es richtig machen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung: Kosmeen  (Cosmos)
  • Art: Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus)
  • Trivialnamen: Schokoladenblume, Duft-Schokoladenblume, Schwarze Kosme
  • Herkunft: Mexiko
  • Krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhe: 40 bis 60 cm, selten bis 80 cm
  • Blütezeit von Juli bis September/Oktober
  • Dunkelrote bis dunkelpurpurne Zungenblüten mit Schokoladenduft
  • Sommergrüne, doppelt gefiederte, gegenständige Blätter
  • Selbststerile Knollenpflanze

Im sommerlichen Garten inszeniert sie sich als Fest für die Sinne. Die dunkelroten Samtblüten einer Cosmos atrosanguineus verströmen einen verlockenden Duft nach Schokolade. Aparte, sommergrüne Fiederblättchen ergänzen das malerische Erscheinungsbild, wenn sich die florale Rarität im Beet und Kübel in Szene setzt. Beheimatet in den warmen Regionen Mexikos, fehlt es einer Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) zwar an vollkommener Winterhärte. Wer sich auskennt, entlockt der exotischen Blütenschönheit dennoch ein mehrjähriges Wachstum. Diese Pflege-Anleitung beleuchtet alle Details rund um die fachgerechte Kultivierung dieser einzigartigen Knollenblume.

Blüte der Schokoladenblume

In freier Natur gilt die Blume bereits seit 1902 als ausgestorben. Alle weltweit kultivierten Schokoladenblumen entstammen einem einzigen Klon. Aufgrund ihrer Sterilität entwickelt die Pflanze keine Samen, sodass sie ausschließlich vegetativ zu vermehren ist. Damit das einzigartige Erbgut der Menschheit nicht verlorengeht, wird im Londoner Royal Botanic Gardens das Meristem (Bildungsgewebe) sicher aufbewahrt in Flüssigstickstoff. Nachdem in 2010 die beiden Wissenschaftler Russel Poulter und Keith Hammet in Neuseeland fruchtbare Exemplare entdeckten, darf man gespannt sein, ob in naher Zukunft wieder Saatgut zur Verfügung steht.

Pflege

Hinter der außergewöhnlichen Historie verbirgt sich eine überraschend anspruchslose Sommerblume. Wie die folgende Anleitung zur Pflege aufzeigt, sind die Wünsche einer Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) an die fachgerechte Kultivierung ohne weiteres zu erfüllen.

Standort

Am sonnigen, warmen und windgeschützten Standort erzielt die Cosmos atrosanguineus (Schokoladenblume) ihr Optimum. Das gilt sowohl für die Blütenfülle als auch für den verführerischen Duft. Ein Platz im Halbschatten wird toleriert, resultiert indes in einem weniger opulenten Erscheinungsbild.

Bodenbeschaffenheit

Im sommerlichen Blumenbeet oder als blütenreiche Ergänzung in Staudenrabatten, leistet die folgende Bodenbeschaffenheit einen maßgeblichen Beitrag zu Vitalität und Blühwilligkeit:

  • Humose, nährstoffreiche Erde
  • Frisch-feucht bis mäßig trocken
  • Sandig-lehmig, locker und gut durchlässig
  • Ein pH-Wert von 6,5 bis 7,5

Vermeiden Sie einen Platz, der von Staunässe bedroht ist. Geraten die Knollen auch nur kurzzeitig in stehendes Wasser, halten Sie nach den wunderschönen Duftblüten vergeblich Ausschau. Als Begrünung von Teich oder Bachlauf kommt eine Schwarze Kosmee folglich nicht in Betracht.

Substrat

Mit Blick auf die fehlende Winterhärte, favorisieren Gärtner mehrheitlich für eine Cosmos atrosanguineus (Schokoladenblume) die Kultivierung im Kübel. Die Knollen der edlen Blume erhalten ausgezeichnete Lebensbedingungen, wenn Sie sich für eine hochwertige Blumenerde entscheiden. Ziehen Sie Qualitätsprodukte in die engere Wahl, wie beispielsweise die Einheitserde CL Classic Perl. Komponenten, wie Naturton, Kokosfasern, Weißtorf und Perlite garantieren Strukturstabilität und eine ausgezeichnete Belüftung. Wer aus Gründen des Umweltschutzes auf Torf verzichtet, verwendet die Torf-freie Variante CL Classic T, auf der Basis von Naturton, Rindenhumus, Holzfasern und Kokopeat.

Pflanzzeit

Setzen Sie die Kälte-empfindlichen Knollen erst dann in die Erde, wenn keine verspäteten Bodenfröste mehr zu erwarten sind. Ein Termin ab Mitte Mai bietet sich an, wenn die Eisheiligen überstanden sind. Im Topf kann die Pflanzung bereits im April erfolgen, sofern sichergestellt ist, dass Ihre Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) die kühlen Nächte hinter Glas verbringen kann.

Pflanzen im Beet

Mit einer fachgerechten Bodenvorbereitung stellen Sie die Weichen für eine blütenreiche Saison. Harken Sie die Pflanzstelle gründlich durch, um Unkraut, Wurzeln und Steine sorgsam zu entfernen. Mit dem Ziel bester Durchlässigkeit, geben Sie der Erde im Zweifel einige Handvoll Quarzsand hinzu. Darüber hinaus stellt die Zugabe von Kompost und Hornspänen einen vitalen Start ins Pflanzenleben sicher. Frischer Stallmist, Dung sowie mineralische Dünger sind für diese Zwecke ungeeignet. In der Gartenpraxis hat sich ein Arrangement in kleinen Gruppen mit 5-10 Exemplaren ausgezeichnet bewährt.

Schokoladenblume im Beet

In diesen Schritten gehen Sie sachgemäß vor:

  • Im Abstand von 30-40 cm kleine Pflanzgruben ausheben
  • An der Sohle jeder Grube eine 2-3 cm hohe Schicht Quarzsand ausbreiten als Drainage
  • So tief einpflanzen, dass die Erdabdeckung dem doppelten Knollendurchmesser entspricht

Drücken Sie die Erde mit den Händen gut an. Abgerundet wird die Pflanzung im Beet mit einer wohl bemessenen Dosis weichen Gießwassers.

Pflanzen im Topf

Im Topf und Balkonkasten verläuft die Pflanzung einer Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) ähnlich, wie im Beet. Als Drainage fungieren in diesem Fall einige Tonscherben über der Bodenöffnung. Fügen Sie zwischen Drainage und Substrat ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies ein, damit das anorganische Material nicht verschlämmt. Ein 2 cm hoher Gießrand verhindert, dass im weiteren Verlauf der Pflege kein Wasser-Erde-Gemisch überschwappt.

Gießen

Eine Wasserversorgung auf mäßigem Niveau kommt den Wünschen einer Schwarzen Kosmee passgenau entgegen. Gießen Sie die Pflanze erst dann, wenn die Substratoberfläche 2-3 cm tief angetrocknet ist. Eine kurze Daumenprobe stellt sicher, ob tatsächlich Gießbedarf besteht. Geben Sie weiches Wasser aus der Kannentülle unmittelbar auf die Wurzelscheibe. Lassen Sie das Wasser bitte langsam laufen, um rechtzeitig zu stoppen, wenn keine Feuchtigkeit mehr aufgenommen wird. Der Topf-Untersetzer wird nach 10-15 Minuten ausgegossen, damit sich keine Staunässe entwickeln kann.

Düngen

Erhält eine Cosmos atrosanguineus (Schokoladenblume) im Rahmen der Pflanzung organischen Startdünger, ist die Nährstoffversorgung der ersten 4-6 Wochen sichergestellt. Gleiches gilt für die Topfkultur in vorgedüngtem Substrat.

In der Folgezeit düngen Sie die exotische Pflanze so:

  • Im Beet alle 4 Wochen Kompost leicht in die Erde einharken
  • Topf-Blumen alle 14 Tage mit einem Phosphor-betonten Flüssigdünger versorgen
  • Nach jedem Düngen mit kalkfreiem Wasser nachgießen

Ab Ende August/Anfang September erhält die Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) keinen Dünger mehr, damit sie rechtzeitig vor der Winterruhe ausreift.

Schneiden

Schneiden Sie verwelkte Blütenköpfe kontinuierlich ab, um Platz zu schaffen für eine Nachblüte. Ihre Umsicht wird belohnt mit einer lang anhaltenden Blütezeit bis zum ersten Frost und einem gepflegten Erscheinungsbild. Vor dem Einräumen schneiden Sie die verwelkten Blätter und Triebe erst ab, wenn diese vollkommen eingezogen sind. Bis dahin speichert das Rhizom die restlichen Nährstoffe und legt daraus ein Depot an für die nächstjährige Saison.

Um sich an der Schönheit einer Duft-Schokoladenblume als Vasenschmuck zu erfreuen, schneiden Sie die schönsten Blütenstängel 2-3 cm über dem Boden ab. Ein gut gewählter Zeitpunkt sind die frühen Morgenstunden, wenn der Tau verdunstet ist.

Cosmos Atrosanguineus als Beetpflanze

Überwintern

In jeder Knolle einer Schokoladenblume (Cosmos atrosanguineus) ruht das Potenzial für eine mehrjährige Kultivierung. Mit Blick auf die Kälteempfindlichkeit, kann die Pflanze im hiesigen Klima nicht im Freiland verweilen. So handhaben Sie die Überwinterung fachgerecht:

  • Vor dem ersten Frost die Knollen aus der Erde heben
  • Die Rhizome an den Trieben für einige Tage aufhängen und antrocknen lassen
  • Triebe und Blätter abschneiden und einzeln in Torfmull packen oder nebeneinander in Kisten mit Sand legen
  • Am dunklen, kühlen Standort bei 5-8 Grad Celsius trocken überwintern

Während der Winterruhe werden die Rhizome alle 1-2 Wochen gewendet und bei dieser Gelegenheit auf Schädlinge und Fäulnis untersucht. Um die Schokoladenblumen auf die neue Gartensaison einzustimmen, setzen Sie die Knollen ab März in Töpfe mit frischem Substrat ein. Am hellen Fensterplatz bei weiterhin kühlen Temperaturen gießen Sie die Pflanzen Schlückchen weise. Bis Mitte Mai die Freiluftsaison beginnt, haben Sie die exotischen Wintergäste schrittweise an sonnige Lichtverhältnisse und warme Temperaturen gewöhnt.

Vermehren

Da die Schokoladenblume keine Samen ausbildet, kommen für die Vermehrung die folgenden vegetativen Methoden infrage:

Teilung

Im Anschluss an die erfolgreiche Überwinterung, bietet sich die Nachzucht weiterer Exemplare mittels Teilung des Rhizoms an. Legen Sie hierzu die Knolle auf eine feste Unterlage. Mit einem scharfen, desinfizierten Messer zerteilen Sie die fleischige Wurzel in mehrere Segmente. Jedes Teilstück mit 2 und mehr Knospen hat das Zeug zur adulten Schokoladenblume. Die Schnittwunden werden mit Holzkohlepulver bestäubt, um Viren, Sporen und Bakterien den Zugang zu verwehren.

Stecklinge

Neigt sich im Februar die Winterruhe dem Ende zu, öffnet sich das Zeitfenster für die Stecklingsvermehrung. Wählen Sie hierzu eine gesunde, kräftige Knolle aus. Diese pflanzen Sie nur wenige Zentimeter tief in einem Topf mit einem durchlässigen Mix aus Blumenerde und Quarzsand. Am hellen Fensterplatz feuchten Sie das Substrat regelmäßig mit feiner Brause aus weichem Wasser an. Innerhalb der folgenden Wochen sprießen aus den schlafenden Augen mehrere Triebe. Diese schneiden Sie ab, wenn sich 3-4 Blattpaare entwickelt haben. So gehen Sie weiter vor:

  • Kleine Töpfchen füllen mit Torf-Sand, Pikier- oder Anzuchterde
  • Jeden Steckling in der unteren Hälfte entlauben und in das Substrat setzen
  • Angießen mit kalkfreiem Wasser und eine transparente Haube überstülpen
  • Idealerweise in ein beheizbares Zimmergewächshaus verbringen, wo auf die Abdeckung verzichtet werden kann

Am halbschattigen Standort halten Sie Ihre Zöglinge konstant leicht feucht, bei idealen Temperaturen von 20 bis 22 Grad Celsius. Signalisiert ein frischer Austrieb die unterirdische Bewurzelung, kann die Haube entfernt werden. Pflegen Sie die jungen Cosmos atrosanguineus jetzt bei kühleren 16 bis 18 Grad Celsius, bis im Mai die Pflanzzeit beginnt.

Schokoladenblume im Garten

Krankheiten

Eine artgerecht gepflegte Cosmos atrosanguineus (Schokoladenblume) ist weitgehend gefeit gegen Krankheiten. Unter ungünstigen Witterungsbedingungen, die einhergehen mit dauerfeuchten Blättern, kann die Pilzinfektion Mehltau zum Gesundheitsproblem werden. Untersuchen Sie daher regelmäßig die Ober- und Unterseiten des Laubs. Breitet sich darauf ein grau-weißer, mehliger Belag aus, besteht umgehender Handlungsbedarf. Schneiden Sie zunächst die infizierten Pflanzenteile ab und entsorgen diese im Hausmüll. Vermischen Sie anschließend kalkfreies Wasser und frische Milch im Verhältnis 9:1. Diesen Mix sprühen Sie alle 2-3 Tage auf die befallene Blume, bis sich keine Symptome mehr zeigen.

Schädlinge

Wühlmäuse

Als Knollenblume steht die Schwarze Kosmee bei Wühlmäusen ganz oben auf der Speisekarte. In Beetkultur beugen Sie den gefräßigen Schädlingen wirksam vor, indem Sie die Rhizome in einem Wühlmauskorb einpflanzen. Dabei handelt es sich um ein Drahtgeflecht, das sie als erstes in die ausgehobene Pflanzgrube setzen. Erst dann füllen Sie die Drainage und das Substrat ein.

Blattläuse

Die im Garten allgegenwärtigen Blattläuse verschonen eine Cosmos atrosanguineus (Schokoladenblume) nicht. Sobald Sie die winzigen Läuse auf den Blättern entdecken, hat sich als Bekämpfungsmittel die Seifenlösung einen Namen gemacht. Auf 1 Liter weiches Wasser geben Sie 1 Esslöffel reine Kernseife sowie einige Tropfen Spiritus. Besprühen Sie die Ober- und Unterseiten des Laubs im Abstand von 2-3 Tagen, bis keine Schädlinge mehr zu entdecken sind.