Cycas revoluta, Palmfarn, Sagopalme

Die Cycas revoluta gehört zu den bekanntesten Arten der Palmfarne. Sie ist eine äußerst beeindruckende Pflanze, die eine stolze Höhe von mehr als sechs Metern erreichen kann. Allerdings benötigt man bezüglich des Wachstums viel Geduld, denn pro Jahr bilden sich bei jungen Sagopalmen in der Regel lediglich drei bis acht neue Wedel.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Palmfarngewächse (Cycadaceae)
  • Ordnung: Palmfarne
  • Gattung: Sagopalmfarne (Cycas)
  • Klasse: Cycadopsida
  • Wuchsform: palmenähnlich
  • Wuchshöhe: bis zu sechs Meter
  • Herkunft: Japan
  • Standort: sehr hell, sonnig
  • Blattanordnung: gegenständig
  • Blattaufbau: einfach
  • Blattform: gefiedert

Der auffällige Wuchs des Palmfarns ist häufig der Grund für die hohe Beliebtheit der Pflanze. Die herrlichen, grünen, langen Wedel sind absolute Eyecatcher, die jeden Betrachter in ihren Bann ziehen. Je nach Wunsch und vorhandenem Platzangebot kann der Palmfarn als Zimmer- sowie im Sommer auch als Balkonpflanze gehalten werden. Für die reine Zimmerkultur wird ein geräumiger, heller Standort benötigt. Mit der richtigen Pflege und viel Geduld erfreuen Sie sich an einer sehr imposanten Pflanze.

Sagopalmen ähneln zwar rein optisch den Palmen aber dennoch sind sie nicht mit ihnen verwandt. Die Cyclas revoluta gehört der Ordnung der Palmfarne an, die zu den wenigen Gewächsen zählen, die noch aus den Urzeiten der Erde stammen. Der Palmfarn wächst sehr langsam und bildet große Rosetten. Oftmals vergehen ein bis zwei Jahren, bis wieder ein neuer Blattkranz an der Pflanze entsteht.

Cycas revoluta, Palmfarn, Sagopalme wächst bis zu sechs Meter hoch

Bis sich ein vollständig beschuppter Stamm entwickelt, verstreichen sogar mehrere Jahre. Dementsprechend benötigt man viel Geduld, was das Wachstum der Sagopalme betrifft. Dafür gibt es jedoch kaum eine Grenze bezüglich des Alters dieser imposanten Pflanze, sodass Sie bei richtiger Pflege eine lange Zeit Ihre Freude an der Cycas revoluta haben werden.

Pflege

Die Pflege einer Sagopalme ist nicht einfach, da viele Besonderheiten beachtet werden müssen. Damit die Cyclas revoluta Sie mit einem herrlichen, gleichmäßigen Wuchs begeistert, ist einiges an Pflege notwendig. Sollte die Pflanze Sie mit einer Blüte überraschen, dann ist das ein absolut spektakuläres Ereignis, das nicht oft eintritt. Umso mehr Zeit die Sagopalme im Außenbereich verbringen kann, umso höher sind jedoch die Chancen für einen schönen männlichen oder auch weiblichen Blütenzapfen.

Standort

Die Sagopalme benötigt für einen schönen Wuchs einen hellen, sonnigen Standort sowie sehr warme Temperaturen. Im Sommer können Sie die Pflanze gerne ins Freie stellen, jedoch sollte sie unbedingt an einem windgeschützten Platz stehen. Außerdem ist es wichtig, dass die Cyclas revoluta von allen Seiten gleichmäßig Licht abbekommt, andernfalls entwickeln sich die Wedel nur auf einer Seite, wodurch oftmals der Eindruck einer Missbildung entsteht. Muss die Pflanze jedoch mit unzureichenden Lichtverhältnissen vorlieb nehmen, bildet sie zumeist keine neuen Blätter mehr.

Boden und Substrat

Der Palmfarn benötigt ein lehmig-humoses Substrat, das mit Quarzsand versetzt ist. Der pH-Wert des Bodens sollte zwischen 5,8 und 6,8 liegen. Allerdings wächst die Cyclas revoluta ebenfalls in herkömmlicher Blumenerde, die auf Kompostbasis hergestellt wurde. Von handelsüblichen Erdmischungen ist jedoch abzusehen, da diese mehrere notwendige Anforderungen, wie etwa bezüglich der Nährstoffregulierung und der Pufferkraft sowie einiges mehr, nicht auf die Dauer sicherstellen können.

Cycas revoluta, Palmfarn stammt aus Japan

Aussaat und Anzucht

Frisch importierte Samen aus dem Fachhandel können zur Aussaat verwendet werden. Allerdings ist die Vermehrung von Palmfarnen äußerst schwierig. Die Samen benötigen zur Keimung immerhin eine Bodenwärme von 30 bis 35 Grad. Zudem muss eine ständige Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent herrschen. Bis Sie die ersten Keimblättchen erkennen können, vergehen in der Regel bis zu drei Monate.

Pflanzen

Zur Pflanzung benötigen Sie folgendes.

  • ausreichend großer Kübel mit Bodenöffnung
  • Tonscherbe
  • Kübelpflanzerde
  • Lavagranulat
  • kalkfreies Wasser

Beim Einpflanzen legen Sie mithilfe einer zerschlagenen Tonscherbe eine Drainage, sodass das Wasser ablaufen kann. Danach mischen Sie die Kübelpflanzerde mit Lavagranulat und füllen die Mischung in das unterer Drittel des Kübels ein. Ihre junge Sagopalme setzen Sie jetzt mittig in den Kübel und drücken dabei immer wieder das Substrat an. Anschließend müssen Sie die Pflanze nur noch mit kalkfreiem Wasser angießen. Für die nächsten zwei bis drei Wochen stellen Sie die Sagopalme an einen halbschattigen Standort.

Umtopfen

Da der Palmfarn langsam wächst, muss sie nur alle drei bis vier Jahre umgetopft werden und zwar dann, wenn die Wurzeln der Cycas revoluta aus der Bodenöffnung des Kübels herausragen oder sich durch das Substrat drücken. Umgetopft wird im Februar oder März.

Palmfarn benötigt im Zimmer einen hellen Standort

Umtopfen – Vorgehensweise:

  • nehmen Sie die Sagopalme vorsichtig aus ihrem Topf
  • schütteln Sie die alte Erde ab
  • entfernen Sie abgestorbene Wurzeln
  • setzen Sie die Pflanze in einen neuen, größeren Kübel um

Die Pflanze sollte während der nächsten zwei bis drei Wochen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Schneiden

Palmfarn schneiden

Die Sagopalme muss nicht geschnitten werden. Da aufgrund des sehr langsamen Wuchses sowieso relativ selten ein neuer Blattkranz entsteht, sollte ein Schnitt nicht stattfinden. Sobald sich aus der Krone neue Blätter bilden, stirbt der jeweils darunter befindliche Blattkranz ganz einfach von selbst ab. Die betroffenen Blätter können Sie, wenn diese komplett abgestorben sind, mithilfe eines scharfen Messers abschneiden oder Sie warten ganz einfach darauf, bis diese von selbst abfallen.

Gießen

Die Cycas revoluta benötigt nur wenig Wasser und Dünger. Zum Gießen und Besprühen sollten Sie jedoch nur kalkfreies Wasser verwenden. Weiches Regenwasser eignet sich hierfür ebenfalls auf ideale Weise. Obwohl die Pflanze weder Nässe noch Trockenheit bevorzugt, kommt sie zur Not besser mit Letzterem zurecht. Da der Palmfarn eine hohe Luftbefeuchtung benötigt, empfiehlt es sich, sie in regelmäßigen Abständen mit Wasser zu besprühen.

Die hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit hohen Temperaturen wirkt sich förderlich auf das Wachstum sowie die Widerstandsfähigkeit der Pflanze aus. Wird die Sagopalme im Zimmer oder Wintergarten gehalten, dann bietet sich hier die Aufstellung eines Luftbefeuchters oder auch eines Zimmerbrunnens an.

Sagopalme mit gefiederter Blattform

Weitere hilfreiche Tipps zum Gießen:

  • Gießen Sie nur wenig
  • das Substrat darf niemals komplett austrocknen
  • vermeiden Sie stehende Nässe

Düngen

Beim Düngen ist es wichtig, dass Sie keinen mineralischen Dünger verwenden, da hier die Gefahr einer Versalzung besteht. Höchstens während der Wachstumsphasen, also bei der Bildung von neuen Wedeln, ist es möglich, Grünpflanzendünger einzusetzen. Bei der Dosierung des Düngers richten Sie sich am besten nach den Angaben des jeweiligen Herstellers. Sollten Sie eine Möglichkeit haben, an abgelagerten Pferdemist zu gelangen, dann dürfen Sie diesen ebenfalls gerne als Dünger nutzen.

Überwintern

Sobald die Außentemperaturen weniger als zehn Grad betragen, sollten Sie die Sagopalme unbedingt in Ihr Haus umsiedeln. Eine weitere Möglichkeit ist das Aufstellen im Wintergarten. Zum Überwintern benötigt die Pflanze zwischen zehn und 15 Grad sowie einen lichtdurchfluteten Standort.

Palmfarn, Sagopalme gehört zu den Palmfarngewächsen

Düngen sollten Sie während dieser Zeit nicht und nur selten gießen. Aufgrund der geringen Lichtmenge stellt die Pflanze das Wachstum ein, wenn die Menge des Gießwassers verringert wird. Ab dem Monat April ist es dann langsam wieder möglich, den Palmfarn noch draußen zu stellen. Allerdings ist auch eine ganzjährige Haltung im Haus machbar.

Vermehren

Neben der Aussaat durch Samen gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten zur Vermehrung des Palmfarns.

Hierbei handelt es sich um:

  • Seitentriebe
  • Kleinschneiden des Stammes

In manchen Fällen bilden sich am Palmfarn Seitentriebe, die Sie nach einiger Zeit des Wachstums abtrennen und einpflanzen können. Zudem gibt es noch eine weitere Option, um einen Palmfarn zu vermehren, allerdings müssen Sie sich hierbei von Ihrer Pflanze trennen: schneiden Sie den Stamm klein und ziehen Sie aus diesen kleinen Teilen neue Sagopflanzen. Im Allgemeinen gilt jedoch, dass die Vermehrung einer Sagopalme nicht einfach ist.

Schädlinge

Die Sagopalme ist zwar recht widerstandsfähig und nicht sehr empfindlich aber aufgrund von Pflegefehlern kann es durchaus zu einem Schädlingsbefall sowie zur Krankheiten kommen. Schädlinge befallen die Pflanze oftmals während ihrer Überwinterung.

Spinnmilben

Wenn Palmfarn überwintert, treten gerne einmal Spinnmilben an ihr auf. Die unerwünschten Tierchen fühlen sich bei trockener Luft sowie bei Wärme sehr wohl. Finden Sie kleine, netzartige Gebilde, dann ist die Pflanze von Spinnmilben betroffen. Diese siedeln sich hauptsächlich an den Spitzen der Triebe sowie an den Wedel-Enden ab.

Leider sind Spinnmilben oftmals erst mit den Augen erkennbar, wenn der Befall massiv ist. Isolieren Sie die betroffene Sagopalme und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit. Zur Vertreibung von Spinnmilben werden im Handel die verschiedensten Mittel angeboten. In vielen Fällen können die Pflanzen jedoch nur noch entsorgt werden.

Cycas revoluta, Sagopalme benötigt sonnigen Standort und warme Temperaturen

Schmier- und Wollläuse

Ebenso können vor allem bei der Überwinterung auch Schmier- sowie Wollläuse auftreten. Sie erkennen einen Läuse-Befall in der Regel an klebrigen Flecken, den sogenannten Honigtautropfen, die um den Kübel herum zu finden sind. Wollläuse bilden weiße, watteartige Beläge, die normalerweise an schlecht einsehbaren Stellen vorkommen. Schildläuse sind dagegen schlechter zu erkennen.

Ein Indiz hierfür sind kleine braune Erhebungen, die sich an den Wedeln befinden. Viele chemische Mittel greifen jedoch nicht nur die Schildläuse, sondern auch die Pflanze an. Besser ist es, die Nester und Läuse händisch zu entfernen oder Sie besprühen die Sagopalme mit einer Spiritus-Seifen-Lösung.

Krankheiten

Wurzelfäule

Ist das Substrat des Palmfarns zu feucht, dann bildet sich oftmals Wurzelfäule. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, fault hier die Wurzel der Pflanze, was in der Regel sogar gerochen werden kann. Jedoch existieren derzeit keine Mittel, die gegen Wurzelfäule helfen. Bei einer rechtzeitigen Entdeckung ist es unter Umständen möglich, die Pflanze durch Umtopfen zu retten.

Hierbei müssen Sie die alte Erde gut abschütteln sowie die faulenden Wurzeln abschneiden. Topfen Sie den Palmfarn dann in ein lockeres, durchlässigeres Substrat und gießen Sie die Pflanze nur wenig. Mit etwas Glück können Sie den Palmfarn vielleicht doch noch retten.

Cycas revoluta benötigt lehmig-humoses Substrat

Echter Mehltau

Ein Befall mit Echtem Mehltau geschieht zumeist bei sonnigem und warmem Wetter. Erkennbar ist der Echte Mehltau durch einen weißen, abwischbaren Belag, der sich auf der Blatt-Oberseite befindet. Leidet Ihre Pflanze unter Echtem Mehltau, dann besprühen Sie sie mit einem Gemisch aus Wasser und Milch. Die Entfernung von befallenen Blättern ist zwar ebenfalls möglich aber da die Sagopalme oftmals nur sehr wenige Blätter besitzt, würden Sie ihr auf diese Weise auch ihre herrliche Form nehmen. Aufgrund dessen ist hiervon abzuraten.

Sorten

In früheren Zeiten gab es eine Vielzahl an Cycas-Arten. Heute jedoch finden Sie nur noch die Cycas revoluta vor. In Asien gibt es zwar auch einige Sorten die wild wachsen aber diese sind für die Zimmer-Kultur nicht geeignet. Als Topfpflanze können Sie im Handel lediglich die zur Sagopalme verwandte Gattung „Zamia“ erstehen.

Giftig

Sämtliche Teile der Sagopalme sind giftig. Aufgrund dessen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sich weder Kinder noch Haustiere unbeaufsichtigt bei der Pflanze aufhalten. Durch Röstung ist es jedoch möglich, dem Samen der Sagopflanzen den Giftgehalt zu entziehen. Auf diese Weise können die Samen dann sogar verzehrt werden.