Cyclamen, Alpenveilchen

Seit den 60er Jahren ziert das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) Europas Räume und füllt diese mit frischer Farbe vor allem an grauen Wintertagen. Zahlreiche Sorten bieten eine umfangreiche Farbauswahl. Das Cyclamen, Primelgewächs lässt sich bei guter Pflege bis zu 30 Jahren kultivieren. Erfahren Sie in einer professionellen Pflegeanleitung, wie auch Sie mit der richtigen Pflege lange Freude an Ihrem Zimmer-Alpenveilchen haben können.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Primelgewächse (Primulaceae)
  • Gattung: Alpenveilchen (Cyclamen)
  • Art: Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum)
  • Trivialnamen: Persisches Alpenveilchen
  • Herkunft: östlicher Mittelmeerraum vor allem Türkei und Syrien
  • Krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhe: bis 32 Zentimeter
  • Blütezeit von Herbst bis Frühling
  • weiße, rote, violette oder rosa Blüten mit überwiegend grün-silbrig marmorierter Farbzeichnung
  • langstielige Blätter sowie gefranste Blütenblätter
  • ganzjährige Zimmerpflanze
  • auch für das Blumenbeet geeignet
  • Knollenpflanze

Nur wenige Zimmerpflanzen bringen solch eine frische Farbe während der grauen Wintertage in die Wohnräume, wie das Alpenveilchen (Cyclamen). Ein wunderschöner Kontrast zwischen den Blütenfarben und den grün-gräulich schimmernden Blättern dekoriert jede Fensterbank mit einem unverwechselbaren Charme.

Entgegen zahlreicher Annahmen, stammt das Cyclamen, Alpenveilchen nicht aus den Alpenregionen oder aus Persien, wie der zweite Name „Persisches Alpenveilchen“ vermuten lässt. Den Ursprung besitzt das Zimmer-Alpenveilchen im Mittelmeerraum. Diese Pflegeanleitung zeigt, welche Details bei der Pflege beachten werden sollten, damit sich das Zimmer-Alpenveilchen ganzjährig wohl fühlt.

Cyclamen, Zimmeralpenveilchen
Cyclamen, Zimmeralpenveilchen

Seit vielen Jahrhunderten wird das Zimmeralpenveilchen vermehrt und seit dem 19. Jahrhundert auch speziell gezüchtet, woraus sich heute zahlreiche verschiedene Untersorten ergeben.

Diese werden vor allem zwischen großblütigen sowie kleinwüchsigen Exemplaren unterschieden. Die Züchtung erfolgt ausschließlich mit Wildpflanzen aus verschiedenen Herkunftsländern. Andere Pflanzenarten werden zur Züchtung nicht mit dem Alpenveilchen (Cyclamen) gekoppelt.

Nicht alle Sorten sind so langlebig, wie das klassische persische Alpenveilchen und lassen sich auch nicht alle durch Saatgut, sondern durch aufwendige Gewebekulturen vermehren. Manche Sorten sind Sommerpflanzen, andere sind winterhart. Damit bietet das Zimmeralpenveilchen eine große Auswahl für jeden Anspruch.

Pflege

Das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) ist als sensible Pflanze bekannt, die auf eine falsche Pflege oder unvorteilhafte Standorte schnell mit Wachstumsstopps und Blütenmangel reagiert. Doch mit der richtigen Anleitung, wie sie folgend zu finden ist, lässt sich das Zimmer-Alpenveilchen leicht und ohne viel Aufwand über viele Jahre halten und vermehren.

Standort

Das Zimmeralpenveilchen mag es sonnig und hell. Ein Standort, wo sie in der Sommermittagssonne steht, sollte aber vermieden werden, da sie Hitze nicht gut verträgt. In den Sommermonaten kann das Zimmeralpenveilchen, Cyclamen auch im Freien verbringen. Hier ist ein halbschattiger Platz im Garten optimal. Ein schattiges Plätzchen eignet sich ebenfalls, doch kann sich dies auf die Blütenfülle auswirken, die durch wohl dosiertes Sonnenlicht ihre Kraft zieht.

Zudem mögen es die meisten Zimmer-Alpenveilchen kühl. Ein Standort zwischen 12 Grad Celsius und 15 Grad Celsius sind während der Zimmerhaltung optimal. Standorte wie ein Treppenhaus oder das Schlafzimmer bieten sich hier optimal an.

Bodenbeschaffenheit

Sowohl im Blumentopf, als auch im Beet eingepflanzt, stellt das Zimmer-Alpenveilchen keine unerfüllbaren Ansprüche an die Beschaffenheit der Erde.

Folgende Bedingungen sollte der Boden oder die Topferde erfüllen:

  • humose, nährstoffreiche Erde
  • gleichmäßig feuchter Erde
  • gut durchlässigen Boden
  • kalkhaltige Erde
  • pH-Wert: sauer unter 7.0

Staunässe verträgt das Zimmeralpenveilchen, Cyclamen nicht und reagiert darauf meist mit Erkrankungen und Wachstumsstörungen. Es ist empfehlenswert, sie im Freien nicht in die Nähe von einem Teich oder Bach einzupflanzen.

Substrat

Herkömmliche Blumenerde, die aus einer Torf- oder Kompostbasis besteht, eignet sich perfekt für ein Zimmer-Alpenveilchen. Wer dazu neigt, Pflanzen zu viel zu gießen, kann auf ein luftdurchlässiges Substrat  oder Kakteen-Erde zurückgreifen, die mit Tongranulat angereichert wird. Auf diese Weise wird der Erde das Wasser schneller entzogen und die Wurzeln nicht geschädigt.

Zimmeralpenveilchen ziert Wohnräume und Gärten
Cyclamen, Zimmeralpenveilchen

Pflanzzeit

Theoretisch kann das Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen ganzjährig in einen Topf gepflanzt oder umgepflanzt werden. Ideal ist es aber, dies nach der Wachstums- und Blütenzeit vorzunehmen. Auf diese Weise wird das Alpenveilchen keiner Strapaze ausgesetzt und kann ausreichend Energie für die kommende Wachstums- und Blütenzeit sammeln.

Soll ein Zimmer-Alpenveilchen in ein Blumenbeet eingepflanzt werden, sollten die Temperaturen konstant über 10 Grad Celsius liegen. Das ist meist ab Mitte Mai bis Ende September der Fall. Aber je früher sie wieder zum „überwintern“ im Zimmer eingetopft werden soll, desto eher beginnt die Wachstums- und Blütenphase.

Pflanzen im Beet

Die Frischluft im Freien genießt das Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen, sofern eine optimale Bodenbeschaffenheit gegeben ist. Diese sollte locker und gut wasserdurchlässig sein. Im ersten Schritt wird der richtige schattige oder halbschattige Standort gewählt und im Anschluss die Erde für das Einpflanzen mit der Hake gelockert sowie mit einer Schüppe ausgehoben. Das Pflanzloch sollte so tief sein, dass es die zwei- oder dreifache Größe aufweist, wie die Blumenzwiebel beziehungsweise die Knolle.

Zu berücksichtigen ist zudem der Pflanzabstand zu anderen Beetgewächsen. Dieser sollte rund die Hälfte der Alpenveilchen-Wuchsbreite betragen. Da das Zimmer-Alpenveilchen auf Staunässe reagiert, ist es ratsam, den Boden mit Tonscherben auszulegen, die Wasseransammlungen von der Knolle fernhalten. Alternativ wirkt gegen Staunässe auch Quarzsand.

Zum Schluss wird die Knolle beziehungsweise Blumenzwiebel eingesetzt und das Pflanzloch mit der Erde geschlossen. Vorteilhaft ist es, die Erde mit Substrat anzureichern, um dem Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen damit eine optimale Versorgung zu bieten, die es den Wechsel besser verkraften lässt.

  • Pflanzenlochtiefe circa zwei bis dreimal größer als die Knolle
  • die Knolle sollte nur zur Hälfte unterhalb der Erdoberfläche liegen
  • Pflanzabstand: circa halb so groß, wie die Wuchsbreite des Zimmer-Alpenveilchens
  • Erdboden mit Tonscherben oder zwei bis drei Zentimeter dickem Quarzsand auslegen, um Staunässe zu verhindern
  • Erde mit Substrat anreichern
  • Erde gut festdrücken, damit das Zimmer-Alpenveilchen fest in seiner Position sitzt
  • im Anschluss langsam und wohl dosiert gießen

Um einem raschen Austrocknen der Erde vorzubeugen, können Rindenmulch oder Torf auf der Oberfläche behilflich sein. Mit ihrer Hilfe verdunstet das Wasser langsamer und kann bis in die tiefste Knollenwurzel gelangen.

Pflanzen im Topf

Der Ablauf bei der Einpflanzung von Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen in einen Blumentopf oder einen Balkonkasten erfolgt fast auf die gleiche Art, wie beim Einpflanzen in ein Gartenbeet. Über der Bodenöffnung sollten zuerst Quarzsand oder Tonscherben ausgebreitet werden, um als Drainage zu fungieren und Staunässe zu vermeiden. Ein Untersatzteller fängt überschüssiges Wasser auf.

Anschließend erfolgt ein Auffüllen mit Blumenerde, die idealerweise mit Substrat gemischt ist. Es ist wichtig, dass die Knollenwurzel ebenfalls zur Hälfte eingepflanzt wird. Es sollte ein Abstand zwischen Erdoberfläche und Topfrand von mindestens zwei Zentimeter eingehalten werden. Dieser sorgt dafür, dass es nach dem Gießen und einer eventuellen Verschlammung der Erde, diese nicht über den Topfrand läuft.

Cyclamen, Alpenveilchen im Blumentopf
Cyclamen, Zimmeralpenveilchen

Gießen

Das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) benötigt viel Feuchte, weshalb es regelmäßig gegossen werden soll. Der optimale Zeitpunkt des Gießens kann leicht mit dem Daumentest ermittelt werden. Gibt die Erde beim Daumendruck circa zwei oder drei Zentimeter nach, muss noch nicht gegossen werden. Lässt sich die Oberfläche nur minimal oder gar nicht eindrücken, ist dies ein Anzeichen dafür, dass gegossen werden muss.

Es sollte langsam und gleichmäßig gegossen werden, um die Wasserzufuhr besser kontrollieren und eine Überwässerung vermeiden zu können. Von einer Berieselung der Blätter ist abzuraten, da die Blätter empfindlich darauf reagieren können.

Wenn ein Unterteller vorhanden ist, sollte dieser rund 15 Minuten nach dem Gießen auf seinen Wasserstand kontrolliert und gegebenenfalls vorhandenes Wasser abgeschüttelt werden. So entsteht keine Staunässe, die ein Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) nicht verträgt.

Düngen

Gedüngt werden sollte ein Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) während der Wachstumszeit mit gering konzentriertem Flüssigdünger oder Düngestäbchen. Erfolgt eine Einpflanzung oder Umtopfung und Substrat wird verwendet, ist eine sogenannte Startdüngung nicht notwendig. Außerhalb der Wachstumsphase verlängern sich die Düngerrhythmen. Im Beet eingepflanzt, kann Kompost oder nährstoffreicher Dünger alle paar Wochen verwendet werden.

  • während der Wachstumsphase zwischen Oktober und April alle zwei Wochen mit Flüssigdünger oder Düngestäbchen versorgen
  • keine Düngung in den ersten zwei Monaten nach der Blütenzeit
  • wer jährlich umtopft oder das Zimmer-Alpenveilchen im Sommer ins Freie setzt, kann den Düngerhythmus um die Hälfte reduzieren, wenn ein nährstoffreiches Substrat beim Ein- oder Umtopfen verwendet wird.
  • alle fünf bis sechs Wochen im Beet eingelassene Alpenveilchen mit Kompost oder anderen nährstoffreichen Düngemitteln düngen
  • rund acht Wochen vor dem geplanten Umzug ins Haus, sollte ein Zimmeralpenveilchen letztmalig vor der bevorstehenden Wachstumsphase gedüngt werden
  • nach dem Düngen vorsichtig gießen

Schneiden

Geschnitten werden Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen in der Regel, wenn verwelkte Blätter vorhanden sind. Diese sind zügig abzuschneiden, da sie einen hohen Nährstoffverbrauch besitzen und der Rest der Pflanze dieser entzogen wird. Vergilbte Blätter sind ebenfalls zu entfernen.

Der Schnitt wird am Stiel tief kurz oberhalb der Erdoberfläche durchgeführt. Nach dem Schneiden sollte mit einer Düngung einige Tage gewartet werden, bis die Schnittstelle abgetrocknet ist und sich verschlossen hat. Beim Umtopfen ist es sinnvoll, vertrocknete sowie zu nasse Wurzelteile abzuschneiden.

Cyclamen, Alpenveilchen gibt es in vielen Farben
Cyclamen, Alpenveilchen

Überwintern

Das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) überwintert nicht in dem Sinne, da es zu den wenigen Pflanzen zählt, die in der Winterzeit ihre Hauptsaison hat. Da sie nur Temperaturen zwischen 12 Grad Celsius und 15 Grad Celsius verträgt, kann es im Freien nicht überwintern.

Manche Sorten sind auch Sommerblütler, die ebenfalls keine Temperaturen unter 10 Grad Celsius vertragen und zum Überwintern an einen wärmeren Ort umgesetzt werden müssen. Dies kann auch ein kühles Gewächshaus sein. Wichtig ist grundsätzlich, dass ein Zimmer-Alpenveilchen hell steht und ausreichend gegossen wird.

Beispielsweise die winterharte Sorte „Odorella“ kann im Winter auch bei Minustemperaturen überwintern, sofern ihre Knollenwurzeln mindestens sieben Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegen.

Für die meisten anderen Zimmer-Alpenveilchen gilt:

  • bei Temperaturschwankungen, die bis unter 10 Grad Celsius oder 12 Grad Celsius reichen, die Knollen aus der Erde heben und in einen Topf umpflanzen
  • der Winterstandort sollte hell sein, aber direkte Sonnenstrahlung vermieden werden
  • eine Temperatur-Gewöhnungsphase ist nicht notwendig, wenn die empfohlene Raumtemperatur von 15 Grad nicht überschritten wird

Vermehren

Die meisten Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) lassen sich hauptsächlich auf drei verschiedene Weisen vermehren. Die Kultivierung kann im Prinzip zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden, wenn einige Details beachtet werden. Bei einigen Sorten findet die Vermehrung durch Gewebekultur statt, weil keine Saat vorhanden ist und die Knolle keinen oder nicht ausreichend Ableger bietet, aus der eine langlebige Neupflanze gezogen werden könnte.

Saat

Das klassische Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen lässt sich durch frische Saat vermehren. Da diese nicht lange haltbar ist, ist Saatgut überwiegend nur beim Gärtner zu erhalten. Zu beachten ist, dass die Samen zu den Dunkelkeimern zählen und entsprechend mit Erde abgedeckt und an einem dunklen Ort aufgestellt werden sollten.

  • optimale Keimtemperatur: circa 18 Grad Celsius
  • Keimdauer: zwischen 20 Tage und 30 Tage
  • nach der Keimung, braucht die Neupflanze Licht und muss vom Dunklen ins Helle umgestellt werden
  • nach der Keimung sollte die Temperatur zwischen 12 Grad Celsius und 15 Grad Celsius betragen
  • je kühler ein heranzuziehendes Zimmer-Alpenveilchen nach der Keimung steht, desto dichter und blühintensiver wächst es heran
  • hat die Neupflanze eine Höhe von rund fünf Zentimeter erreicht, wird pikiert und circa sechs Wochen später umgetopft.
  • Kulturdauer bei Frühjahrs-Aussaat: circa acht Monate
  • Kulturdauer bei Sommer-Aussaat: circa elf Monate

Spezielle Saatkisten erleichtern die Saatanzucht. Als Erde sollte eine hochwertige Anzuchterde verwendet werden.

Teilung

Nach der Blüten- und Wachstumszeit bietet ein Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) vielfach sogenannte Teilknospen. Diese befinden sich direkt an der Knolle. Bei einer Teilung wird die Knolle mit der Triebknospe abgeschnitten. Um Fäulnis zu vermeiden, sollten die Schnittstellen mit Schwefelpulver bestreut werden, um sich zu verschließen.

Im Anschluss wird die abgeschnittene Teilknolle mit Triebknospe in nährstoffreiche Erde zur Hälfte eingetopft und fortan mäßig gegossen. Nach wenigen Tagen sollte das Wachstum des Triebs erkennbar sein. Die Raumtemperatur sollte bis zur ausgewachsenen Pflanze zwischen 18 Grad Celsius und 20 Grad Celsius betragen.

Knollen

Manche Cyclamen, Zimmer-Alpenveilchen bilden Knollengewächse an den Stielen oder im Wurzelbereich. Diese können vorsichtig mit einem scharfen Messer abgetrennt und zur Vermehrung genutzt werden. Eingetopft wird diese Knolle ähnlich wie die Triebknospe. Sie wird zur Hälfte ihrer Größe in einen kleinen Topf gesetzt. Als Erde eignet sich spezielle Anzuchterde oder Substrat.

Zimmeralpenveilchen sind Primelgewächse
Cyclamen, Zimmeralpenveilchen

Krankheiten

Gesunde und kräftige Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) zeigen sich überwiegend robust gegenüber Krankheiten. Dennoch gibt es Schädlinge und Erkrankungen, die meist die Folge einer falschen Pflege oder Unachtsamkeit ist.

Schädlinge

Cyclamenmilben

Unter Cyclamenmilben sind Schädlinge zu verstehen, welche schwer auf den ersten Blick erkennbar sind. Erst wenn ein hoher Befall mit zahlreichen Eierablagen besteht oder das Alpenveilchen untypische Formen Blättern und Triebspitzen aufweisen, werden Pflanzenfreunde meist auf sie aufmerksam.  Sie vermehren sich in rasanter Geschwindigkeit, weshalb hier sofort gehandelt werden sollte.

Da eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 60 Prozent und 90 Prozent die Lebensbedingungen von Cyclamenmilben begünstigt, ist eine Umstellung an einen trockneren Standort unabdingbar. Das Gießen sollte auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.

Es sind Pflanzenschutzmittel im Fachhandel erhältlich, die teils ölhaltig sind. Diese können die Poren verkleben und den natürlichen Schutzmantel der Alpenveilchen zerstören. Besser eignen sich spezielle Schädlingsbekämpfungssticks, die in die Erde gesteckt werden. Von hier aus gelangen die Wirkstoffe über die Wurzeln bis in jede Triebspitze und lässt Cyclamenmilben zuverlässig absterben.

Dickmaulrüssler

Ein für das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) typischer Schädling ist der Dickmaulrüssler-Käfer. Er zeigt sich in Schwarz mit dunkelbraunen punktähnlichen Flecken und besitzt feine, gelbliche Härchen. Er bevorzugt die fleischigen Blätter eines Alpenveilchens als Nahrung und ist selten schnell zu entdecken, da er sich meist nur im Dunkeln aus seinem Versteck traut.

Da Dickmaulrüssler eine lange Lebenserwartung von bis zu 120 Tagen haben und zahlreiche Larven an den Wurzeln hinterlassen, können sie in dieser Zeit dem Alpenveilchen einen großen Schaden zufügen. Schlimmstenfalls stirbt die Pflanze ab.

Eine sehr umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung kann mit Holzwolle erfolgen. Diese wird unter den Topf gelegt, da Dickmaulrüssler darin tagsüber ein gemütliches Schlafgemach sehen und auf diese Weise leicht entsorgt werden können.

Schwieriger wird es, wenn ein Larvenbefall vorliegt. Diesen erkennen Sie spätestens an dem immer schwächer werdenden Gesamtzustand der Pflanze, da die Larven die Wurzeln zerbeißen und damit die Versorgung der Pflanze zunehmend nicht mehr gegeben ist. Pflanzenschutzmittel gegen die Larven gibt es im Fachhandel auf biologischer sowie auf chemischer Basis.

Knollen- und Wurzelfäule

Wird das Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen) Staunässe ausgesetzt oder zu feucht gehalten, kann es zu einer Wurzel- und anschließenden Knollenfäule kommen. Der Verdacht darauf kann durch nach unten geneigte Blütenstiele sowie sich zusammenziehende Blätter entstehen. Die Daumenprobe gibt meist Gewissheit. Lässt sich die Erde mehr als drei Zentimeter über Tage hinweg eindrücken, ist von einer Überwässerung auszugehen.

In diesem Fall ist das Zimmer-Alpenveilchen auszutopfen beziehungsweise auszupflanzen und trockenzulegen. Verfaulte Wurzeln sind abzuschneiden und gegebenenfalls die Knolle um die Fäulnisstelle zu verkleinern. Im Anschluss wird das Alpenveilchen in neue Blumenerde und idealerweise in Substrat eingepflanzt und nur wenig angegossen. In der Regel erholt sich die Pflanze recht schnell.

Sorten

Als bekannteste und Mutter der Zimmer-Alpenveilchen gilt die Cyclamen persicum, die den Züchtungsbeginn für zahlreiche andere Sorten und Untergruppierungen ermöglichte. Insgesamt sind es 22 verschiedene Sorten, die mit glatten, krausigen oder welligen Blättern ausgestattet sind. Die Farben der Blüten können unifarbig als auch zweifarbig ausfallen und die Blütenzeit das ganze Jahr über variieren.

Weniger bekannt sind derzeit das Duft-Alpenveilchen sowie die Miniatur-Ausführung, die zu den bisherigen klein- und großwüchsigen Alpenveilchen hinzugekommen ist.

In der Regel handelt es sich bei winterfesten Alpenveilchen-Arten um Gartenpflanzen, weshalb sie nicht zu den Zimmerpflanzarten hinzu gezählt werden. Dennoch sind sie auch ganzjährig in Räumen zu halten.