Dahlia, Dahlia hortensis, Dahlien

Inmitten des Sommers fällt der Startschuss für die diesjährige Dahlienblüte. Unermüdlich verzaubern Dahlien, die südamerikanischen Blumen, Garten und Balkon bis weit in den Herbst mit überbordender Blüten- und Farbenvielfalt. Wie gut, dass die vielen Tausend Sorten zumindest in Sachen Kultivierung an einem Strang ziehen. Lesen Sie hier, wie Sie Dahlia vorbildlich pflanzen, pflegen und überwintern.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung Dahlien (Dahlia) mit 35 Arten und mehr als 20.000 Sorten weltweit
  • Beheimatet in Südamerika, insbesondere Mexiko und Guatemala
  • Gedeihen im Habitat als ausdauernde Knollenpflanzen
  • Temperaturminimum 5 Grad Celsius
  • Wuchshöhen von 30 cm bis 180 cm
  • Körbchenblüten von 5 cm bis 30 cm im Durchmesser
  • Blütezeit von Juni bis Oktober/November
  • Verwendung als Zierpflanze im Beet und Kübel
  • Volkstümliche Bezeichnung: Georginen

Mit ihren farbenfrohen Blütenköpfen präsentieren sie sich als Zaungucker, stehen mannshoch Spalier am Gartenweg oder verwandeln den Balkon in ein malerisches Blütenmärchen. Dahlien geleiten uns mit unermüdlicher Blütenpracht vom Sommer bis tief in den Herbst hinein und lassen das Gartenjahr mit einem exotischen Feuerwerk der Farben ausklingen.

Dahlia hortensis

Pflege

Unter den mehr als 20.000 Sorten weltweit die individuellen Favoriten zu entdecken, ist für den Gärtner eine größere Herausforderung, als die fachgerechte Kultivierung. Da die furiose Sortenfamilie auf einigen wenigen Arten basiert, stellen die Knollenblumen weitgehend übereinstimmende Ansprüche. Wie Sie Dahlia perfekt pflanzen, pflegen und überwintern, finden Sie hier heraus.

Es ist vornehmlich die Garten-Dahlie, die in Staudenrabatten und Töpfen kultiviert wird. Zur besseren Übersicht der variantenreichen Sorten, haben Gärtner insgesamt 10 Sortengruppen kategorisiert, die Bezug nehmen auf die Blütenformen.

  • Anemonenblütige Dahlien
  • Ball-Dahlien
  • Einfache Dahlie
  • Halskrausen-Dahlien
  • Kaktus-Dahlien
  • Päonienblütige Dahlien
  • Pompon-Dahlien
  • Schmuck-Dahlien
  • Semikaktus-Dahlien

Unter der Sparte ‚Gemischte Dahlien‘ werden alle Sorten zusammengefasst, die sich ansonsten nicht zuordnen lassen.

Pflanzen

Als Knollenblumen mit subtropischer Herkunft, stellen Dahlien an die Pflanzung andere Ansprüche, als klassische, einheimische Stauden. Schenken Sie daher den folgenden Erläuterungen zu Standort, Bodenbeschaffenheit, Pflanzzeit und Pflanztechnik Ihre besondere Beachtung.

Standort

Dahlien sind wahre Sonnenanbeter, lieben warme Temperaturen und können heftigen Wind nicht leiden. An einem sonnenverwöhnten Standort fühlen sich die prächtigen Blütenschönheiten bestens aufgehoben, wenn er zugleich warm und windgeschützt liegt. Vermeiden Sie daher einen Platz unter Bäumen, da hier nicht nur das begehrte Sonnenlicht abgefangen wird, sondern ebenso der Regen.

Die majestätischen Sorten sind von Windwurf bedroht, sodass sie sich gerne als Zaungucker betätigen, da sie sich hier anlehnen können. Ohnehin sollte am Standort eine Stütze bereitstehen, wie ein Balkongeländer, eine Holz- oder Hauswand. Wo diese Prämisse für Dahlia-Sorten ab 50 cm Wuchshöhe nicht erfüllt ist, wird bereits im Rahmen der Pflanzung ein Holzstab in die Erde gesteckt.

Substrat

Georginen favorisieren eine nährstoffreiche, gut durchlässige Erde. Ein Boden mit lehmig-sandiger und humos-lockerer Beschaffenheit ist ihnen besonders willkommen. Halten Sie Ausschau nach einer frisch-feuchten Pflanzstelle, die nicht unter Staunässe geraten kann. Ein Übermaß an Feuchtigkeit verursacht innerhalb kurzer Zeit Fäulnis an den Knollen, wovon sich die Pflanzen nicht mehr erholen.

Wie für die meisten subtropischen Pflanzen typisch, gedeihen Dahlien in leicht saurem Substrat vitaler als in alkalischer Erde. Es ist daher von Vorteil, mithilfe eines Test-Sets im Vorfeld den pH-Wert am gewählten Standort zu überprüfen. Ein PH-Wert-Test erfordert keinerlei chemische Kenntnisse und ist für wenig Geld im Gartencenter und Baumarkt erhältlich. Ein Wert zwischen 6,5 und 7,5 ist ideal.

Um Dahlien im Topf und Balkonkasten zu pflanzen, eignet sich gute Blumenerde, angereichert mit Perlite, Sand oder Lavagranulat. Je geringer der Torfanteil, desto höherwertiger das Substrat. Wer gerne selber mischt, nimmt 2 Teile fruchtbare Gartenerde, 1 Teil Laubkompost und 1 Teil Perlite Atmungsflocken oder Blähton.

Pflanzzeit

Kälte und Nässe vertragen Dahlienknollen generell nicht. Das Zeitfenster für die Pflanzung öffnet sich erst dann, wenn der Boden im Frühjahr vollkommen aufgetaut ist und sich auf mindestens 10 Grad Celsius erwärmt hat. Unter normalen Witterungsbedingungen, ist dies in den hiesigen Breiten ab Anfang Mai der Fall. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet die Eisheiligen Mitte Mai noch ab. Bis in den Sommer hinein können Sie Georginen pflanzen, deren Blütezeit sich dann bis zum ersten Frost erstreckt.

Pflanztechnik

Eine gründliche Bodenvorbereitung verschafft Dahlien ausgezeichnete Startbedingungen. Graben Sie die Erde spatentief um und harken kräftig durch. Unkraut, Wurzeln und Steine werden penibel entfernt. Bringen Sie anschließend noch je Quadratmeter 3 Liter Laubkompost oder Rindenhumus aus und arbeiten das Material leicht in die Erde ein. Fehlt es dem Boden an Durchlässigkeit, fügen Sie noch etwas Sand hinzu.

So pflanzen Sie Ihre Dahlien vorbildlich:

  • im Abstand von 60-100 cm (je nach Sorte) etwa 20 cm tiefe Pflanzgruben ausheben
  • für Dahlien mit einer Wuchshöhe über 50 cm einen Stützstab in die Erde stecken
  • auf der Grubensohle 1 Teelöffel Hornspäne streuen
  • eine Dahlienknolle mit dem Triebknospen nach oben so einpflanzen, dass sie 3 bis 5 cm mit Substrat bedeckt ist
  • die Erde mit den Händen andrücken für einen guten Bodenschluss
  • nur wenig oder überhaupt nicht angießen, da der Wasserbedarf erst mit dem Austrieb einsetzt

Halten Sie eine Dahlie in Händen, deren Knolle sich aus mehreren Einzelknollen zusammensetzt, trennen Sie diese. Andernfalls behindern sich später die einzelnen Triebe im Wachstum, was zulasten der Blütenfülle verläuft.

Im Kübel und Balkonkasten verläuft die Pflanzung nach dem gleichen Muster. Ergänzend legen Sie über dem Wasserablauf im Gefäßboden eine Drainage an aus anorganischen Materialien. Gut geeignet sind Tonscherben, Kieselsteine oder Blähtonkügelchen. Damit diese wasserführende Schicht nicht gleich wieder verschlämmt, legen Sie ein atmungsaktives Vlies darüber. Den Pflanzabstand können Sie etwas knapper bemessen mit 25 bis 30 cm, insbesondere für Zwergsorten.

Eine ausgewogene Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, ein Schnitt zur rechten Zeit sowie ein umfassender Schutz vor gefräßigen Schnecken, bestimmt das Pflegeprogramm. Vertiefen Sie sich hier in alle relevanten Details.

Gießen

Angesiedelt in frisch-feuchter bis mäßig-trockener Erde, setzt die Wasserversorgung parallel zum Austrieb ein. Gießen Sie ab diesem Zeitpunkt immer dann, wenn der Boden 2-3 cm tief angetrocknet ist. Eine kurze Fingerprobe weist nach, ob tatsächlich Gießbedarf besteht. Achten Sie bitte darauf, dass die Feuchtigkeit bis an die tiefer gelegenen Wurzeln gelangt, ohne dass sich Staunässe bildet.

Um den leicht sauren pH-Wert im Boden zu bewahren, empfehlen wir die Verwendung von gesammeltem Regen oder abgestandenem Leitungswasser. Gießen Sie unmittelbar auf die Wurzelscheibe, ohne Blüten und Blätter zu benetzen. In den großen Dahliengärten Deutschlands wird nur deshalb Überkopf beregnet, weil es an Personal für diese zeitaufwändige Wässerung von unten fehlt.

Düngen

Erhält die Dahlie im Rahmen der Pflanzung Hornspäne ins Pflanzloch, ist der Bedarf für die ersten 4-6 Wochen gedeckt. Im Anschluss daran geben Sie alle 3-4 Wochen Laubkompost, Rindenhumus, Hühnermist oder einen ähnlichen organischen Dünger auf die Erde, arbeiten das Material oberflächlich ein und gießen nach.

Im Topf und Balkonkasten verabreichen Sie von Juni bis September alle 2 Wochen einen Flüssigdünger für Blühpflanzen und gießen ebenfalls nach mit klarem Wasser. Im Herbst endet die Nährstoffzufuhr spätestens Mitte September, zur Vorbereitung auf die kommende Überwinterung. Das gilt sowohl für Beet- als auch für Topfblumen.

Schneiden

Konsequentes Schneiden, Ausputzen und Abknipsen zählt zu den tragenden Säulen im sachgemäßen Pflegeprogramm.

So handhaben Sie den Schnitt an Dahlien richtig:

  • an austreibenden Dahlienknollen ein Drittel der Stängel entfernen, bis auf maximal 4 oder 5 Haupttriebe
  • Blütenschäfte mit 4 bis 5 Blattpaaren entspitzen, um ein buschiges Wachstum zu fördern
  • färbt sich die Hauptknospe, können Seitenknospen abgeknipst werden, um die Blütengröße zu begünstigen
  • verwelkte Blütenstängel über einem kräftigen, gesunden Blattpaar abschneiden, um die Nachblüte hervorzulocken

Dahlien setzen sich als Schnittblumen in der Vase eindrucksvoll in Szene, wenn sie am Tag der Knospenöffnung abgeschnitten werden. Belassen Sie mindestens 1 Blattpaar an der Pflanze, treibt sie aus den verbliebenen Knospen erneut aus.

Schutz vor Schnecken

Für die gefräßigen Nacktschnecken sind junge Dahlien eine Delikatesse. Bereits in Verbindung mit der Pflanzung sollten Vorkehrungen getroffen werden, um die Schädlinge von den Blumen fernzuhalten. Mit einem Schneckenkragen können solitäre Georginen zuverlässig vor Kahlfraß geschützt werden. Im Beet halten Wanderschranken aus spitzen Materialien, wie Splitt oder Sägespäne die anrückende Schnecken-Horde ab.

Gut bewährt im Hobbygarten haben sich Schneckenzäune, ergänzt mit Bierfallen innerhalb der umzäunten Fläche. Streuen Sie auf dem Substrat regelmäßig Kaffeesatz aus, denn Koffein wirkt auf alle Schnecken toxisch. Kommen Sie unter hohem Befallsdruck nicht um die Verwendung von Schneckenkorn herum, bringen Sie das Gift bitte in Spaltfallen aus, um die harmlosen Gehäuseschnecken zu verschonen.

Dahlia hortensis “Antenne Brandenburg”
Dahlia hortensis “Antenne Brandenburg”

Überwintern

Wenn im Herbst die Temperaturen fallen, ziehen die kälteempfindlichen Dahlien um ins Winterquartier. Spätestens nach dem ersten Frost ist es an der Zeit, die Knollen aus dem Boden zu holen.

So gehen Sie dabei fachgerecht vor:

  • alle Triebe zurückschneiden bis auf 6 cm
  • mit der Grabegabel die Knollen aus dem Boden heben
  • die Erde lediglich abklopfen und nicht abwaschen
  • Wurzeln und verfaulte Stellen abschneiden, um die Schnittwunden mit Holzkohleasche zu bestäuben

Kommen Dahlien aus der Erde, werden sie nicht sogleich eingelagert. Solange kein starker Frost herrscht, werden die Knollen für 3 bis 4 Tage zum Trocknen ausgelegt. Diese Maßnahme beugt Fäulnis- und Schimmelbildung während des Winters wirksam vor.

Lagern

Die Bedingungen im Winterlager bestimmen maßgeblich über eine unbeschadete Überwinterung. Wählen Sie einen kühlen, dunklen Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 7 Grad Celsius sowie einer möglichst niedrigen Luftfeuchtigkeit.

Um die trockenen Dahlienknollen richtig zu lagern, stehen folgende Methoden zur Auswahl:

  • auf Gitterrosten auslegen, ohne dass sich die Knollen berühren
  • einzeln in Zeitungspapier einschlagen und in luftige Regale legen
  • in Kisten mit Sand, Sägespänen oder Torfmull lagern
  • in Netzen oder perforierten Plastiktüten aufhängen

Im Verlauf der Überwinterung ist es sinnvoll, die Dahlienknollen wiederholt zu wenden. Lüften Sie den Raum am besten täglich, wobei die Temperatur nicht auf den Gefrierpunkt absinken darf. Der 6 cm kurze Stängelrest muss unbedingt an der Pflanze verbleiben, weil nur daraus ein erneuter Austrieb erfolgen kann im nächsten Jahr.

Vermehren

Eine gesunde Überwinterung von Dahlienknollen eröffnet Ihnen ab Januar die Möglichkeit einer unkomplizierten Vermehrung mit Stecklingen. Zu diesem Zweck werden die Blumenzwiebeln zum Austrieb animiert, um die Triebe als Kopfstecklinge zu verwenden. Pro Knolle sind zwischen 10 und 20 Ablegern möglich. Mit etwas Glück dürfen Sie sich im darauf folgenden Jahr über die erste Blüte an den Jungpflanzen freuen.

So gelingt der Plan:

  • eine überwinterte Knolle in einen Kasten mit Torf-Sand so einsetzen, dass der Stengelhals freiliegt
  • das Substrat mit feiner Brause anfeuchten, ohne den Trieb zu benetzen
  • auf der halbschattigen Fensterbank oder im Gewächshaus bei 15 bis 17 Grad regelmäßig wässern

Innerhalb von 14 bis 21 Tagen sprießen die Triebe. Ab einer Wuchshöhe von 3-4 cm brechen Sie die Stecklinge ab. Die Verwendung eines Messers hat in der Praxis immer wieder zu Problemen geführt, weil mit dem Pflanzensaft Bakterien übertragen wurden.

Pflege der Stecklinge

Die abgebrochenen Stecklinge setzen Sie in eine Kiste mit einem Mix aus Einheitserde und Sand. Es ist sinnvoll, die Triebenden zuvor in ein Bewurzelungspulver zu tauchen. Bedecken Sie das Anzuchtgefäß mit einer transparenten Haube, um die Stecklinge vor Verdunstung zu schützen. Am halbschattigen Standort halten Sie die Erde leicht feucht und lüften die Abdeckung täglich.

Innerhalb von 14 Tagen bildet sich an jedem Ableger ein kleines Wurzelsystem. Daraufhin topfen Sie die Jungpflanzen in Einzeltöpfe mit Blumenerde über einer Drainage aus Blähton. Bis Ende Mai pflegen Sie die jungen Dahlien am sonnigen Standort mit Temperaturen um 18 Grad Celsius. Idealerweise steht hierzu ein ungeheiztes Gewächshaus oder ein frostfreies Früh- oder Mistbeet zur Verfügung.

Es ist wichtig, dass sich Ihre Zöglinge allmählich auf vermehrte Sonneneinstrahlung und höhere Temperaturen einstellen können. Im Frühsommer pflanzen Sie die kräftig gewachsenen Stecklinge in ein sonniges, humoses Beet. Bei einer regelmäßigen Versorgung mit Wasser und Dünger, entwickeln sich bis zum Herbst vitale Knollen. Diese überwintern Sie wie die adulten Dahlia, um sich im nächsten Jahr an den wunderschönen Blüten zu erfreuen.