Dianthus, Nelken

Ein süßlich-exotischer Duft geht von der Nelke, Dianthus aus, die Gärten und Balkone mit einem einzigartigen Flair ausstatten. Der einstige Ruf der Schwiegermutterblume ist hinfällig, seit es unzählige, wunderschöne und kraftvolle Farben gibt, die jedem Garten und Balkon eine unvergleichbare Frische verleihen. Zudem sind sie perfekt als Schnittblumen geeignet und zieren Wohnräume geschmackvoll. Mit der richtigen Pflegeanleitung wird die Nelke auch Ihnen Freude bereiten.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
  • Gattung: Nelken
  • Herkunft: gemäßigte Nordhalbkugel
  • Krautige, ausdauernde, polsterbildende ein- bis zweijährige Pflanze
  • Wuchshöhe: je nach Sorte zwischen 20 Zentimeter und 70 Zentimeter
  • Blütezeit  je nach Sorte in der Zeit von Mai bis August
  • Farbe: Weiß, Rosa, Rot, Purpur, Neongelb, Champagner, Violett und zweifarbig
  • Kelchblätter an hochgewachsenen, einfachen oder verzweigten Stängeln
  • winterhart

Im Garten eingepflanzt, präsentieren sich Nelken (Dianthus) betörend für die Sinne. Ihre langen Stiele und die farbintensiven Blüten bringen in jeden Garten eine sommerliche Atmosphäre. Ihren Ursprung besitzt die Nelke in gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. Sie sind winterhart und benötigen nur wenig Pflege.

Erhältlich ist sie in zahlreichen Sorten mit den unterschiedlichsten Duftnuancen von dezent bis kraftvoll. Ob als ein- oder zweijährige Pflanze, erfahren Sie mit dieser Pflegeanleitung, wie auch Sie die maximale Schönheit von Nelken durch die richtige Pflege erreichen können.

Dianthus - Nelkengewächse

Die Nelke, Dianthus ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Hier wurde die weiße Nelke zu einem Symbol der Ehe sowie der Liebe. Während der Französischen Revolution galt sie als Widerstandszeichen der adeligen Kreise und rote Nelken im Knopfloch waren bei der Pariser Arbeiterbewegung Zeichen des Widerstandes.

Bis heute vertritt die Dianthus, Nelke eine symbolische Bedeutung, wie kaum eine andere Pflanze. Weiß steht beispielsweise für Freundschaft und Treue, die roten Nelken für Erotik und rosafarbige für die innige Liebe.

Pflege

Die Nelke benötigt keine aufwendige oder intensive Pflege, aber dennoch ist ein gewisses Maß unabdingbar und einige Details zu beachten, um einen prächtigen Wachstum zu gewährleisten.

Standort

An einem vollsonnigen, windgeschützten Standort fühlt sich die Nelke (Dianthus) besonders wohl und kann sich prächtig entwickeln. Dies bezieht sich sowohl auf das Wachstum, als auch auf die Farbintensität und die Duftentwicklung. Wird ein Platz im Halbschatten gewählt, wird sich die Nelke mit einem weniger opulenten Erscheinungsbild zeigen.

Bodenbeschaffenheit

Ob im Blumenbeet, in einem Blumenkübel oder einem Balkonkasten, für vitale und blütenreiche Nelken kommt es auf die richtige Bodenbeschaffenheit an.

  • Humose, nährstoffreiche Erde
  • mäßig feucht
  • gut durchlässig
  • überwiegend kalkhaltige Erde
  • neutraler pH-Wert unter 7.0

Eine Ausnahme bildet die Heidenelke (Dianthus deltoides). Diese fühlen sich auch in leicht sauren Bodenverhältnissen wohl.

Nelken im Gartenbeet

Nelken (Dianthus) reagieren empfindlich auf zu viel Feuchte, weshalb sie nicht nahe Pflanzen in den Boden eingepflanzt werden sollten, die einen hohen Wasserbedarf besitzen. Auch sollten Nelken fern von Bächen oder Teichen angesiedelt werden, da in diesen Bereichen die Erde meist über eine permanente Feuchtigkeit verfügt. Die Prachtnelke (Dianthus superbum) ist eine von wenigen Nelkensorten, die es feucht mag.

Substrat

Um eine optimale Basis für den Wachstum, die Gesundheit und eine Blütenpracht zu bieten, wird grundsätzlich Substrat empfohlen. Sollten Nelken einen Kübel oder Blumenkasten zieren, ist eine hochwertige Blumenerde unabdingbar. Sie bietet ein hohes Maß an Nährstoffen, die Nelken für das optimale Gedeihen benötigen. Sie macht Nelken widerstandsfähiger und langlebiger.

Ein Substrat, das Naturton, Rindenmulch oder Holzfasern beinhaltet, sorgt zusätzlich für eine hervorragende Bodenbelüftung. Weißtorf sowie Perlite unterstützen zudem die Strukturen in ihrer Stabilität.

Pflanzen

Nelken (Dianthus) besitzen ihre optimale Pflanzzeit im Frühjahr oder Herbst. Bodenfrost sollte im Frühjahr vorüber sein und im Herbst noch auf sich warten lassen, wenn Nelken eingepflanzt werden.

Sollte dennoch überraschend im Frühjahr Frost vorliegen, kann eine Schutzfolie über die Einpflanzstelle die Pflanze weitgehendst schützen.

Pflanzen im Beet

Damit Nelken im Beet gut angehen und sich prächtig entwickeln können, ist eine fachgerechte Bodenvorbereitung notwendig. Dazu wird der Boden mit einer Harke aufgelockert und im Anschluss das Pflanzloch ausgehoben. Dabei sind Steine oder alte Wurzeln zu entfernen. Optimal ist es, wenn der Erde Quarzsand beigefügt wird. Dies ermöglicht eine bessere Durchlässigkeit und Wasser kann besser ablaufen.

Zudem sollte der Boden mit Kompost oder einem hochwertigen Substrat angereichert werden. Dies sorgt für eine gute Pflanzenversorgung und lässt die Nelken (Dianthus) von Anfang an kraftvoll wachsen. Gegebenenfalls sollte Kalk hinzugefügt werden, wenn der Boden keine oder nur geringe Kalkwerte aufweist.

Im Detail gehen Sie wie folgt vor:

  • je nach Sorte im Abstand von fünfzehn Zentimeter bis dreißig Zentimeter Pflanzlöcher ausheben
  • den Boden des Aushubs mit circa drei Zentimeter Quarzsand auslegen, um eine Drainagefunktion zu erzielen
  • das Pflanzloch sollte doppelt so tief ausgehoben werden, wie der Wurzelballen groß ist und circa drei Zentimeter Abstand zur Bodenoberfläche betragen
  • die Erde mit Substrat oder Kompost anreichern und das Pflanzloch wieder auffüllen
  • Erde fest andrücken
  • im Anschluss langsam und gemäßigt gießen

Pflanzen im Topf

Wer Nelken (Dianthus) in einem Blumenkübel oder einem Balkonkasten pflanzen möchte, verfährt ebenso wie beim Einpflanzen in den Boden. Wichtig ist hier, dass ein hochwertiges Substrat verwendet wird, welches der Nelken eine optimale Basis zum prachtvollen Gedeihen bietet.

Alternativ zu dem Quarzsand können hier auch Tonscherben als Drainage am Boden verteilt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass zwischen Erdoberfläche und dem Topf- beziehungsweise Blumenkastenrand mindestens zwei Zentimeter Abstand bestehen. Auf diese Weise wird beim Gießen und einer eventuellen Verschlammung, ein Überlaufen verhindert.

Ideal ist es, einen Untersetzer zu verwenden, der überschüssiges Wasser auffängt und Staunässe der meist feuchtigkeitsempfindlichen Nelkensorten verhindert, sofern dieser trocken gehalten wird.

Dianthus mit farbintensiven Blüten

Gießen

Die meisten Nelkensorten mögen es nicht sehr feucht und kommen hervorragend mit Trockenheit zurecht. Aus diesem Grund sollte stets nur mäßig gegossen werden und idealerweise erst dann, wenn der Boden nahezu trocken ist. Dies können Sie schnell mit dem Daumen prüfen, indem Sie die Boden beziehungsweise Blumenerde an der Oberfläche nach unten drücken. Lässt sie sich weniger als zwei Zentimeter eindrücken, kann gegossen werden.

Düngen

Die in ihrer Pflege recht anspruchslose Nelke (Dianthus), mag Dünger als Unterstützung. Ein organischer Startdünger wird beim Umpflanzen oder Umtopfen ausgewachsener Nelken empfohlen.

Ansonsten ist ein Volldünger vor der Blütezeit im Frühjahr empfehlenswert. Nach einem Rückschnitt der Triebe und vor einem neuen Blütenschub ist ein Mineraldünger ratsam. Dieser sollte sparsam verwendet werden, da Nelken Schwachzehrer sind.

Düngezeiten im Überblick:

  • Startdünger beim Umpflanzen oder Umtopfen
  • im Frühjahr Volldünger
  • nach dem Rückschnitt Mineraldünger verabreichen
  • im Topf oder dem Balkonkasten Nelken alle 4 Wochen mit Flüssigdünger versorgen
  • nach dem Düngen stets wohl dosiert gießen, gern auch mit kalkhaltigem Wasser

Schneiden

Verwelkte Stiele und Blüten sollten zügig abgeschnitten werden. Sie ziehen extrem hohe Nährstoffmengen, die dann für neue Blüten fehlen und den Blütenbestand geringer halten beziehungsweise bestehende Blüten schneller verwelken lassen.

Gleiches gilt für braune Blätter an den Stielen, die schnell auch abgerupft werden können. In der Regel lösen sie sich einfach, sobald sie braun sind. Am Ende jedes Blütenschubs können Sie die Pflanze maximal um ein Drittel kürzen. Dies fördert ein kräftiges Nachwachsen und kompakteres Gesamtbild. Dieser Rückschnitt empfiehlt sich vor alle, wenn die Pflanze lichte Stellen ausweist.

Nelkengewächse gibt es in verschiedenen Farbnuancen

Da Nelken, Dianthus wunderschöne Schnittblumen sind und sich in jeder Vase schick machen, können die Blütenstängel circa zwei Zentimeter bis drei Zentimeter oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten werden. Der optimalste Zeitpunkt zum Abschneiden ist, wenn die Blüten noch leicht in sich verschlossen sind. Der Schnitt sollte nicht in heißer Sommer-Mittagssonne vorgenommen werden. Die Schnittstellen zeigen offene Poren und durch die Hitze können Verbrennungen der Pflanze schaden.

Überwintern

Die meisten Nelkensorten sind bis circa Minus 15 Grad Celsius winterfest. Aber die Feuchtigkeit kann ihnen zu schaffen machen, wenn Schnee und Bodenfrost den Boden durchnässt.

Handelt es sich um Topfnelken, sollte der Topf an einen windgeschützten Ort gestellt werden. Als ideal erweist es sich, den Kübel nicht direkt auf dem Boden stehen zu lassen, sondern auf Styropor zu stellen. Styropor isoliert die Nelken vom kalten Bodenfrost.

Während die Gartennelke im Boden im Winter mehr als genug Feuchtigkeit erhält, sollte die Feuchtigkeit einer Topfnelke regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gegossen werden. Das Gießen darf nur an frostfreien Zeiten vorgenommen werden.

Vermehren

Da Nelken (Dianthus) nur als ein- oder zweijährige Pflanzen erhältlich sind, empfiehlt es sich rechtzeitig an eine Vermehrung zu denken.

Stecklinge

Die einfachste und unkomplizierteste Art der Vermehrung durch Stecklinge. Dazu werden Stecklinge von kräftigen Pflanzen in schräger Linie abgeschnitten und in einen Topf mit einem Gemisch aus Torf und Sand gesteckt. Die perfekten Stecklinge besitzen keine Blüten, aber mindestens drei Blattknoten.

Das einzige, worauf geachtet werden muss, ist ein gleichmäßiges bewässern, so dass bis zur Wurzelbildung der Boden recht feucht ist. Staunässe ist allerdings zu vermeiden.

  • Pflanzzeit für Stecklinge:  Spätsommer oder Herbst
  • Wurzelbildungsdauer: rund acht Wochen
  • nach circa acht Wochen können die Stecklinge ins Beet gepflanzt werden

Aussaat

Über die Samen in der Blüte einer Nelke (Dianthus), kann ebenfalls eine Vermehrung stattfinden. Allerdings ist diese nicht so vielversprechend, wie die Vermehrung mit Stecklingen.

Hier gehen Sie wie folgt vor:

  • nach der Blütenphase können die Samen entnommen werden
  • sind die Samenkapseln geöffnet, müssen sie für ein oder zwei Tage zum Trockenen gelegt werden
  • die Samen werden bis zum Frühjahr in einem dunklen und vor Feuchtigkeit geschützten Behältnis gelagert
  • ab März kann die Aussaat in speziellen Anzucht-Kästchen oder einem kleinen Topf ausgelegt werde
  • als Erde ist Kakteenerde oder eine spezielle Erde für Samenanzucht geeignet
  • die Samen werden nur minimal mit der Erde abgedeckt
  • die Erde ansprühen, nicht gießen
  • eine transparente Folie wird über den Topf oder den Anzuchtkasten gespannt
  • regelmäßiges Ansprühen der Erde, sodass der Boden gleichmäßig feucht bleibt
  • Sämlinge werden ab einer Höhe von circa drei Zentimeter pikiert
  • ab einer Wuchshöhe von rund acht Zentimetern kann die Neupflanze umgetopft beziehungsweise ins Beet gepflanzt werden
  • Keimtemperatur: 15° Celsius
  • Standort: hell ohne direkte Sonneneinstrahlung

Teilung

Optimal eignet sich die Teilung zur Vermehrung, wenn eine Mutterpflanze in ihrem Umfang minimiert werden soll. Dazu wird die Mutterpflanze ausgegraben und mit einem scharfen Messer oder Spaten in einzelne Stücke geschnitten.

Hier ist darauf zu achten, dass die Teilstücke alle über Knospen verfügen. Im Anschluss werden die Teilstücke wie oben beschrieben, eingepflanzt. Ideal ist es, die Erde mit Gartenkompost anzureichern. Damit sich die Wurzeln festigen beziehungsweise weiter entwickeln, muss der Boden in der ersten zwei bis drei Wochen feucht gehalten werden. Die optimale Teilungszeit ist vor einem erneuten Austrieb.

Krankheiten

Die Dianthus, Nelke ist nicht anfällig für besondere Krankheiten. Allerdings steigt das Risiko für Erkrankungen, wenn sie eine unsachgemäße Behandlung erhält.

So kann es zum Beispiel zu einer Pilzkrankheit kommen, wenn die Dianthus, Nelke an einem zu dunklen Standort platziert wird und zu viel Feuchtigkeit erhält. Sollte dies eintreten, muss die Pflanze in frische Erde, idealerweise in ein nährstoffreiches Substrat, eingepflanzt werden und an einen hellen Platz gestellt werden. In der Regel erholt sich die Nelke, recht schnell wieder.

Nelken auch als Schnittblumen geeignet

Schädlinge

Blattläuse

Einer der größten Feinde von Nelken sind die Blattläuse. Sie ernähren sich aus den Blättern und sorgen dafür, dass diese verkümmern. Eine Blüte bleibt aus. Hier hilft ein Insektizid, das im Garten-Fachhandel erhältlich ist. Bio-Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Blattläuse sind eine umweltfreundliche Alternative gegenüber Produkten auf chemischer Basis.

Schnecken

Vor allem Jungpflanzen werden immer wieder von Schnecken heimgesucht. Sie fressen die Blätter nahezu vollständig ab. Neben dem optischen Schaden kommt es auch zu Wachstumsstörungen und ausbleibenden Austrieben. Schneckenkorn sollte daher bereits vorbeugend im Frühling um die Nelken herum verteilt werden.

Sorten

Die genaue Artenanzahl von Nelken ist nur schätzbar, da weltweit immer wieder neue Arten entstehen. Es werden derzeit circa 600 Arten und über 2200 Sorten vermutet. In den europäischen Gefilden gehören unter anderem die Feder-, Bart- sowie Karthäusernelken zu den beliebtesten Sorten. Die Edel-Nelke, auch Garten-Nelke genannt, besitzt auch am Stängel Blüten.

Zu den ausdauerndsten Nelken zählt die Heide-Nelke (Dianthus deltoides), die entgegen der meisten anderen Nelkensorten, keinen Kalk verträgt. Der Bestand der Pfingst-Nelken reduziert sich zunehmend, obwohl sie bereits ab Mai den Garten mit farbigen Blüten füllt. Die Busch-Nelke (Dianthus seguieri) überzeugt als immergrüne Pflanze und wird bis zu 60 Zentimeter hoch.

Sumpfiges und feuchtes Gebiet mag die Pracht-Nelke (Dianthus superbus), die ebenfalls bei guter Pflege eine Wachstumshöhe von bis zu 60 Zentimeter erreichen kann.