Dieffenbachia, Dieffenbachie

Die einfach zu pflegende Dieffenbachie ist eine attraktive Pflanze. Auffallend schön sind ihre gemusterten Blätter. Wer Zimmerpflanzen mit ausdauerndem Wachstum sucht, wählt mit der Dieffenbachie die richtige Sorte. Als Jungpflanze recht klein, lässt sie sich überall aufstellen, während sie später einen schönen Standort bekommen sollte. Vor allem aber ist sie pflegeleicht und bereitet auch Menschen ohne grünen Daumen große Freude.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Aronstabgewächse (Araceae)
  • Gattung: Dieffenbachien (Dieffenbachia)
  • Art: Dieffenbachie
  • Trivialnamen: Schweigrohrwurzel, Dieffenbachia,
  • Herkunft: Südamerikanische Tropen, vor allem Brasilien
  • ausdauernde, robuste, krautige und immergrüne Pflanze
  • Wuchshöhe: als Zimmerpflanze bis zu 100 cm, in der Natur bis zu 300 cm
  • Blütezeit meist im Sommer
  • gemusterte, grün-weiße Blätter
  • bildet längliche Blütenknollen
  • giftige Pflanze
  • Vorsicht, giftige Pflanzenteile!

Bei der Familie der Aronstabgewächse handelt es sich um Zimmerpflanzen, die ihren Ursprung im tropischen Südamerika haben. Beliebt sind auch wegen der einfachen Standortsuche, denn die Dieffenbachie gedeiht auch an einem schattigen Standort.

Einige der Sorten wachsen in die Höhe, andere wiederum in die Breite. Ihre unterschiedlichen Blattarten machen sie interessant für Wohnraum und Büro. Wir beschreiben in detaillierter Pflege-Anleitung, wie die Dieffenbachie behandelt werden sollte.

Dieffenbachia als besondere Zimmerpflanze
Dieffenbachia camilla

Pflanzenliebhaber sollten wissen, dass Pflanzenteile sowie Blätter der Dieffenbachie giftig für Haustiere aber auch den Menschen sind. Der Name „Schweigrohrwurzel“ stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, als Sklaven noch gefoltert wurden, um sie schweigsam zu machen.

Um dies zu erreichen, wurden sie gezwungen, Pflanzenteile der Dieffenbachie zu kauen, woraufhin sie verstummten, weil diese Teile Kalciumoxalat mit kleinsten Nadeln enthält, das sich in die Schleimhäute im Rachen und Mund bohrten.

Dieffenbachia, Dieffenbachie als Zimmerpflanze
Dieffenbachia camilla

Daraufhin konnten die Sklaven für einige Zeit nicht mehr sprechen. Bei Haustieren kann es durch das Knabbern an den Blättern dazu führen, dass diese ersticken. Ferner enthält die Dieffenbachie Saponine, Alkaloide und Glycoside, die zu Herzrhythmusstörungen, Lähmungen oder Übelkeit führen können. Beim Reinigen der Blätter können die Kalciumoxalat-Nadeln abgeschossen werden und ins Gesicht oder sogar in die Augen gelangen und dort eine Verätzung der Bindehaut auslösen.

Pflege

Lassen Sie sich durch giftige Pflanzenteile nicht verschrecken. Der Alltag mit der Dieffenbachie ist leichter als gedacht, vor allem wenn es um die Pflege dieser schönen Pflanze geht.

Standort

Sehr geeignet ist die südliche Seite des Hauses. Hier bekommt die Dieffenbachie direkte Sonnenbestrahlung, diese sollte jedoch ohne Zugluft sein. Möglich ist auch ein passender Platz im Halbschatten und einige Arten der Dieffenbachie stehen selbst an Orten, die für andere Zimmerpflanzen nicht ausreichen.

  • gezüchtete Hybriden aus Europa bevorzugen eher dunklere Standorte
  • darüber hinaus liebt sie hohe Luftfeuchtigkeit
  • wirkt sehr dekorativ im hellen Badezimmer
  • im Wohnraum auch in Hydrokultur für die Luftfeuchtigkeit

Die ideale Raumtemperatur hingegen beginnt bei 15 °C, optimal sind Temperaturen zwischen 18 – 24 °C.

Boden

Die Dieffenbachie ist unkompliziert, was die Bodenbeschaffenheit anbelangt. Eine gute Pflanzenerde reicht völlig aus. Alternativ kann auch Blumenerde mit Kompost gemischt werden. Auch verrottetes Laub und Kokosfasern begünstigen das Wachstum der Dieffenbachia. Wichtig ist eine Drainage, die das Ablaufen des Wassers ermöglicht.

Dieffenbachia - ihr reicht Pflanzenerde als Boden aus
Dieffenbachia camilla
  • Kieselsteine, Blähton oder Tonscherben als untere Schicht
  • eignet sich auch sehr gut als Hydrokultur

Achten Sie auf einen Gießrand von einigen Zentimetern, damit das Wasser nicht aus dem Topf herausläuft.

Tipp: Wegen der Giftstoffe Handschuhe tragen!

Aussaat und Anzucht

Die Dieffenbachie wird in der Regel im Handel als Jungpflanze oder großes Exemplar verkauft. Samen durch Blüten sind selten, besser ist die Vermehrung durch Stecklinge. Lesen Sie daher im Kapitel „Vermehren“ weiter.

Pflanzen

Um den Pflanzen optimales Gedeihen zu ermöglichen, empfiehlt es sich, die Pflanzen nach dem Kauf mit frischer, guter Erde und eventuell einem größeren Topf zu versehen. Sofern schon jetzt viele Wurzeln zu sehen sind, die bald aus dem Boden herauswachsen, ist ein wenigstens zwei Zentimeter großer Topf die bessere Option.

Dieffenbachie bildet längliche Blütenknollen
Dieffenbachia camilla

Verwenden Sie gute, frische Erde und versehen Sie den Boden mit einer Drainage. Danach kommt eine Schicht Erde und der Wurzelballen hinzu. Danach wird der Topf an den Seiten aufgefüllt und gegossen. Nach dem Andrücken und Gießen kann es möglich sein, dass Erde nachgegeben werden muss.

Umtopfen

Das Umtopfen der Dieffenbachie erfolgt in ähnlicher Weise. Je nach Wachstum wird das Umtopfen einmal jährlich oder alle zwei Jahre notwendig. Alte, vertrocknete Wurzeln werden entfernt, die jungen Wurzeln können mit einer Schere ein wenig gekürzt werden. Größer als zehn Zentimeter sollte der neue Topf jedoch nicht sein, da die Pflanze ansonsten ihre Kraft in das Wachstum der Wurzeln steckt und die Blätter sich weniger gut entwickeln.

  • ideal ist das jährliche Umtopfen in einen etwas größeren Topf
  • wird die Pflanze zu groß, kann sie geteilt werden
  • die untere Schicht besteht aus einer Drainage oder Tonscherben
  • faulende oder kranke Wurzeln entfernen

Gießen

Ursprünglich kennt die Dieffenbachia keine unserer Jahreszeiten. Die Jahreszeiten sind durch Trocken- und Regenphasen gekennzeichnet. Es gilt, diesen Rhythmus so gut wie möglich nachzuahmen.

Dieffenbachie liebt regelmäßige Bewässerung
Dieffenbachia camilla
  • die wichtige Gießzeit ist zwischen April und Oktober
  • ab November wird sogar nur sehr wenig gegossen

Die Dieffenbachie liebt eine regelmäßige Bewässerung, die jedoch nicht in Staunässe endet. Eine  Drainaige ist daher von größter Bedeutung, da die Wurzeln ansonsten faulen können. Wichtig ist, dass mit abgestandenem Wasser in Zimmertemperatur gegossen wird. Wenn die Möglichkeit besteht, ist gesammeltes Regenwasser sogar noch optimaler.

Ab September, Oktober, wenn die Ruhephase beginnt, wird weniger gegossen. Sobald die Oberfläche trocken ist, wird mäßig gegossen. In der warmen Jahreszeit wird die Pflanze mehrmals in der Woche an den Blättern besprüht, auch das Besprühen wird im Winter reduziert auf maximal zweimal wöchentlich reduziert.

Düngen

Gedüngt wird alle zwei Wochen in der Wachstumsperiode. Ideal ist ein Flüssigdünger für Blattpflanzen, der je nach Hersteller dem Gießwasser zugegeben wird. In der Ruhephase die Dieffenbachie nur alle sechs bis acht Wochen düngen.

Schneiden

Wenn Sie Ihre Dieffenbachie nicht ganz so üppig haben möchten, sollten Sie sie schneiden. Denn bei guter Pflege und idealen Standortbedingungen können sich im Laufe der Zeit tatsächlich viele große Blätter entwickeln, die das Schneiden der Pflanze notwendig machen.

Zum Glück ist die Dieffenbachia sehr robust und schnittverträglich. Arbeiten Sie dennoch mit einem guten, scharfen Messer und schützen Sie sich selbst. Achten Sie auf folgende Hinweise, um die schöne Pflanze nicht zu schädigen.

  • Messer vor dem Schneiden desinfizieren
  • idealer Zeitpunkt zum Schneiden: zeitiges Frühjahr
  • sofern gewünscht, Stecklinge direkt vermehren
  • auch hier gilt wieder: Handschuhe tragen!!
  • schützen Sie sich mit Atem- und Augenschutz vor den giftigen Pflanzenteilen

Vermehren

Die Vermehrung beginnt direkt beim Rückschnitt im Frühjahr. Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, ziehen Sie sich Handschuhe an. Schneiden Sie die zu langen Seitentriebe, diese eignen sich sehr gut als Kopfsteckling. Die Stecklinge werden auf eine Länge von ca. zehn Zentimeter gekürzt und in einen Topf mit einem Gemisch von Erde und Sand gesteckt.

Um die benötigte Temperatur von ca. 25 °C zu erhalten, wird der Topf mit einer Plastikfolie übergestülpt und an einen hellen Ort gestellt. Nach ca. sechs bis acht Wochen haben sich Wurzeln gebildet, dann kann der Steckling in einen Topf mit Anzuchterde umgepflanzt werden.

  • das Erde-Sand-Gemisch immer feucht halten
  • für gute Belüftung sorgen

Überwintern

Auch in den Wintermonaten muss die Dieffenbachie an einem warmen, hellen Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit stehen. Ein Luftbefeuchter oder das Besprühen der Blätter sorgen für dafür, dass die Pflanze gut versorgt wird. Vermeiden Sie kalte Luftzüge und achten Sie darauf, dass die Dieffenbachie bei täglicher Lüftung keine Zugluft abbekommt. Die Zimmertemperatur sollte mindestens 15 ° C haben, dann wird es der tropischen Pflanze gut gehen.

Krankheiten und Schädlinge

Sie gehört im Allgemeinen zu den robusten Zimmerpflanzen, die selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden.

Krankheiten

Braune Spitzen sind daher nur ein Zeichen dafür, dass die Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Ist die Erde jedoch feucht, benötigt sie eine höhere Luftfeuchtigkeit. Ein einfacher Wassersprüher sorgt dafür, dass die Blätter befeuchtet werden, dann geht es ihr meistens wieder gut.

Verliert die Pflanze Blätter, hat sie vielleicht einen falschen Standort oder bekommt Zug. Normal hingegen ist, dass die älteren Dieffenbachien ihre unteren Blätter abwerfen. Wurzelfäule entsteht allerdings bei Staunässe oder zu häufigem Gießen. In diesem Fall sollte die Erde ausgetauscht werden und anschließend weniger gegossen werden.

Schädlinge

Auch die Dieffenbachie ist nicht immer vor Schädlingen geschützt. Die meisten Schädlinge machen aufgrund der enthaltenen Giftstoffe einen großen Bogen um diese Pflanzen, doch Schild- Woll- und Schmierläuse stören sich auch daran nicht. Sie sind an ihrem Schild leicht zu erkennen, haben jedoch die Fähigkeit, sich der Farbe der jeweiligen Pflanzen anzupassen.

Auf einen Befall von Läusen weisen hin:

  • Flecken auf den Blättern
  • plötzlich verkrüppelte Blätter
  • andere Schadbilder
  • plötzlicher Blattabwurf

Isolieren Sie sofort die befallenen Pflanzen und stellen Sie diese in einen hellen aber kühlen Raum. Entfernen Sie die betroffenen Blätter. Zuzüglich hilft bei nicht sehr großen Pflanzen eine Dusche kopfüber. Der Wasserstrahl vertreibt die unangenehmen Läuse, die Pflanze freut sich über eine zusätzliche Portion Feuchtigkeit. Werden die Läuse direkt auf den Blättern erkannt, kann auch ein Wattestäbchen in Alkohol getränkt helfen. Alternativ ist die klassische Seifenlauge immer ein guter Rat.

Dazu benötigen Sie:

  • 15 ml milde Seife
  • 15 ml Spiritus
  • ein Liter Wasser

Alles gut mischen und die Pflanze im Abstand von zwei bis drei Tagen besprühen bis die Läuse verschwunden sind.

Sorten

Dieffenbachien erscheinen mit einfarbig dunkelgrünen Blättern, weiß gestreiften oder mit hellem Fleckenmuster. Hier stellen wir Ihnen einige Arten vor.

Dieffenbachia bowmannii

  • wird ca. 60 cm hoch und bringt lange
  • oval geformte Blätter hervor
  • wächst in einem wunderschönen satten Grün mit Flecken in Hellgrün

Dieffenbachia amoena

  • ebenfalls lange elliptisch geformte Blätter in Dunkelgrün
  • diese Sorte weist eine cremeweiße Marmorierung entlang der Hauptader auf

Dieffenbachia maculata

  • eine Zimmerkultur mit vielen Untersorten
  • leicht an den breiten ovalen Blättern zu erkennen, die zulaufende Enden haben
  • die Blattfarbe erscheint in Dunkelgrün und präsentiert eine elfenbeinfarbene Zeichnung, die sich an den Adern entlangschlängelt

Dieffenbachia Exotica

  • sehr attraktiv mit rund 25 Zentimeter langen Blättern in der Grundfarbe Dunkelgrün
  • sie verfügt über eine sehr kräftig weiße sowie hellgrüne Zeichnung auf den Blättern

Dieffenbachia X bausei

  • hat ziemlich lange Blätter mit bis zu 35 Zentimetern
  • in der Grundfarbe gelblich Grün mit Rändern in Dunkelgrün und grünen sowie weißen Punkten