Dipladenia

Die Dipladenia war ursprünglich ein Lianengewächs und wird heute als hängende Kletterpflanze oder Halbstrauch kultiviert. Dieser exotisch anmutende Dauerblüher ist frostempfindlich und wird demzufolge vorwiegend als Zimmerpflanze gehalten. Diese Pflanzen sind echte Blütenwunder. Ihre leuchtenden Blüten erstrahlen in unterschiedlichsten Farben und Schattierungen und bilden einen auffälligen Kontrast zu dem grünen Laub. Pflanzenliebhaber schätzen auch die unkomplizierte Pflege dieser außergewöhnlichen Pflanze.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Hundsgiftgewächse, in allen Pflanzenteilen giftig
  • Gattung: Mandevilla
  • Botanische Bezeichnung:  Mandevilla sanderi, syn. Dipladenia sanderi
  • Trivialnamen:  Chilenischer Jasmin, Sundaville, Tropidenia, Diamantina
  • Herkunft: Süd- und Mittelamerika
  • Wuchsform: hängend, kletternd, aufrecht wachsend, mehrjährig, immergrün
  • Wuchshöhe: mit Kletterhilfe bis 5 m
  • Blütezeit von Mai bis Oktober
  • Blüten: trichterförmig, 5 – 10 cm groß
  • Blütenfarben: weiß, rosafarben, rot, selten gelb, teilweise mit gelbem Schlund
  • Blätter: oval, satt grün, glänzend
  • Verwendung: Blatt- und Blütenschmuckpflanze

Typisch für die mehr als hundert Arten umfassende Dipladenia ist ihr hängender Wuchs, wobei einige Sorten auch aufrecht oder liegend wachsen. Ihre Ranken können eine Länge bzw. Höhe von bis zu 5 m erreichen. Der größte Zierwert geht neben dem grünen Laub von den großen trichterförmigen Blüten aus.

Dipladenia im Garten

Während der Blütezeit beweisen sie enormes Durchhaltevermögen. Von Mai bis Oktober entfalten die weißen, rosafarbenen oder roten Blüten ihre ganze Pracht. Als Topfpflanze ziert sie Wohnzimmer aber auch Balkone und Terrassen.

Pflege

Auch wenn dieser Dauerblüher nicht ganz pflegeleicht ist, entschädigt seine Blütenpracht für so manche Mühe. Sie stellt zwar keine großen Ansprüche, dennoch sind der richtige Standort und die optimale Pflege Voraussetzung für eine reiche Blüte. Dafür sollte man jedoch einige grundlegende Dinge beachten.

Standort

Der Standort sollte möglichst warm, sonnig und vor Regen und Wind geschützt sein. Wichtig ist auch eine gute Belüftung, damit sich die Luft um die Pflanze herum nicht staut. Das gilt für eine Kultivierung auf dem Balkon ebenso wie in der Wohnung. Direkte Sonneneinstrahlung im Sommer ist zu vermeiden und der Standort gegebenenfalls zu beschatten.

Dipladenia auch Chilenischer Jasmin genannt

Sonne am Morgen, nachmittags und abends fördert die Blütenbildung. In der Wohnung ist ein Platz ohne Zugluft und vor einem nach Osten oder Westen ausgerichteten Fenster empfehlenswert. Während der Hauptwachstumsphase sind normale Wohnungstemperaturen ausreichend.

Bodenbeschaffenheit

Die Dipladenia benötigt frisches, durchlässiges und nährstoffreiches Substrat. Es sollte locker und humos sein. Das kann eine herkömmliche Blumenerde für Balkonpflanzen oder eine handelsübliche auf Kompost basierende Blumenerde sein, die man mit Sand oder feinem Kies mischt. Besonders gut soll eine Mischung aus Torfmull, Lehm, etwas grobem Sand und Lauberde sein. Das Substrat kann neutral, leicht sauer oder leicht kalkhaltig sein, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5.

Pflanzen

Eine Pflanzung im Beet ist nicht empfehlenswert, denn die Dipladenia ist nicht winterhart. Sinnvoller und in der Regel üblich ist eine Pflanzung in Kübel oder Balkonkästen. Im Sommer kann sie aber problemlos ins Freie, wo sie bis in den Herbst verbleiben kann, solange es frostfrei ist. Bei der Wahl des Pflanzgefäßes ist zu beachten, dass  diese Pflanze relativ schnellwüchsig ist und lange Ranken bildet.

  • das Pflanzgefäß sollte nicht zu klein sein und über Abzugslöcher verfügen
  • eine entsprechende Drainage lässt überschüssiges Gieß- oder Regenwasser ablaufen
  • als Drainagematerial eignen sich grober Kies und Tonscherben
  • die Drainage bildet die unterste Schicht
  • darauf etwas Vlies um Kies und Substrat voneinander zu trennen
  • auf das Vlies kommt das Substrat
  • dann die Dipladenia einpflanzen, den Topf mit Erde auffüllen und angießen
  • bei kletternden Exemplaren eine Rank- oder Kletterhilfe nicht vergessen

Dipladenia in vielen verschiedenen Blütenfarben

Umtopfen

Ist der Topf oder Kübel stark durchwurzelt, wird es Zeit die Mandevilla umzutopfen. Das ist etwa alle zwei Jahre der Fall. Bester Zeitpunkt hierfür ist im Frühjahr. Zum Umtopfen wählt man einen Topf, der nur geringfügig größer ist als der alte. Ein zu großer Kübel führt dazu, dass sich die Pflanze hauptsächlich auf die Bildung neuer Wurzeln konzentriert, was sich nachteilig auf die Blütenbildung auswirkt. Bevor die Pflanze wieder eingepflanzt wird, sind vertrocknete, faule und kranke Wurzel- oder Pflanzenteile zu entfernen.

Gießen

In der Wachstums- und Blühphase benötigt diese Kletterpflanze ausreichend Wasser. Idealerweise wird mäßig und nicht zu reichlich gegossen. Eine Wassergabe alle 8-10 Tage ist völlig ausreichend, im Sommer gegebenenfalls häufiger. Staunässe mag die Dipladenia nicht. Demzufolge sollte  Wasser im Untersetzer regelmäßig entfernt werden.

Das Substrat darf allerdings auch nicht  austrocknen. Am besten lässt man vor jedem Gießen die oberste Substratschicht abtrocknen. Mindestens ebenso wichtig ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, die durch häufiges Besprühen erreicht wird.

Dipladenia mit weißen Blüten

Düngen

Der Nährstoffbedarf dieses Dauerblühers ist relativ hoch, vor allem während der Blüte. Um diesen Bedarf zu decken, kann ab April alle 1-2 Wochen über das Gießwasser ein mäßig konzentrierter, organischer Flüssigdünger für Blühpflanzen verabreicht werden. Bei der Dosierung sollte man sich an die Herstellerangaben halten. Ab August ist das Düngen einzustellen, denn jetzt tritt die Dipladenia in eine Art Ruhephase ein.

Schneiden

Für einen kräftigen Wuchs und üppige Blütenpracht ist ein jährlicher Schnitt sinnvoll. Wie die meisten Sommerblüher blüht auch die Mandevilla an den jungen Trieben, was einen regelmäßigen Schnitt erfordert. Diese Pflanze ist sehr schnittverträglich, sodass das problemlos möglich ist.

Verzichtet man darauf, wird  Mandevilla schnell blühfaul. Für den Rückschnitt sollte man einen trockenen Tag wählen und was besonders wichtig ist, Handschuhe tragen. Zudem sollte die Gartenschere möglichst scharf sein.

  • bester Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr, von Anfang Februar bis März
  • je später der Schnitt desto später die Blüte
  • zum Beibehalten der Größe, alle vom Haupttrieb abgehenden Blütentriebe zurückschneiden
  • dabei nahe dem Ansatz schneiden
  • zum Verjüngen auch ein radikaler Rückschnitt möglich
  • halbsträucher auf ein Drittel ihrer Größe zurückschneiden
  • auch ein Rückschnitt bis kurz über dem Boden wird vertragen
  • Rückschnitt auch noch beim Einräumen im Herbst möglich

Überwintern

Stand die Dipladenia den Sommer über draußen, sollte man sie ab September ins Haus holen. Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit sollte sie vor den ersten Frösten ins Winterquartier umziehen. Sie legt jetzt eine für sie wichtige Ruhephase ein. Da die Mandevilla zu den immergrünen Pflanzen gehört, muss die Überwinterung hell, zugluftfrei und bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad erfolgen. Wärmer sollte es nicht sein, dann wird die Mandevilla blühfaul.

Dipladenia mit rosafarbener Blüte

Auch zu dunkel sollte es nicht sein, sonst bildet sie schnell lange, dünne Geiltriebe. Die Pflanzen werden anfälliger für einen Schädlingsbefall. Während der Überwinterung wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt. Etwa ab Februar kann sie wieder an einen sonnigeren und wärmeren Platz. Nach draußen kann sie, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Zuvor ist eine kurze Abhärtungsphase an einem zunächst schattigeren Plätzchen empfehlenswert.

Vermehren

Eine Vermehrung ist über Stecklinge, Absenker oder Aussaat möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Mutterpflanze ausgewachsen und gesund ist. In der Regel fallen beim jährlichen Rückschnitt ausreichend Triebstücke an, die als Stecklinge genutzt werden können.

Stecklinge

  • im Frühjahr 10-15 cm lange Triebe unterhalb eines Blattknotens abschneiden
  • vom unteren Teil des Stecklings Blätter und Knospen entfernen
  • den Trieb in Bewurzelungspulver und anschließend in Anzuchterde stecken
  • Substrat befeuchten und mit lichtdurchlässiger Folie abdecken oder ein Zimmergewächshaus nutzen
  • dann das Ganze an einen hellen Platz bei Temperaturen von etwa 25 Grad stellen
  • alle paar Tage lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden

Dipladenia mit ovalen, satt grünen Blättern

Absenker

Für die Absenkermethode benötigt zunächst ein zweites Pflanzgefäß mit Substrat. Man stellt beide nebeneinander und biegt einen bodennahen Trieb vorsichtig herunter in den anderen Topf. Auf einer Länge von ca. 10 cm wird der Trieb in der Mitte leicht angeritzt und mit Substrat bedeckt.

Die Spitze des Triebes muss aus der Erde herausschauen. Mit einem Stück Draht oder einem nicht zu großen Stein kann man ihn im Boden fixieren. Nun muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Hat der Trieb nach wenigen Tagen Wurzeln gebildet, wird er von der Mutterpflanze abgetrennt.

Samen

Bei einer Vermehrung über Samen sollte man bedenken, dass die im Handel angebotenen Samen meist von Hybriden stammen. Folglich weisen die Nachkommen meist andere Eigenschaften auf. Bester Zeitpunkt für die Aussaat ist das zeitige Frühjahr. Die Samen werden in Anzuchterde ausgesät und leicht mit Erde bedeckt.

Anschließend das Substrat anfeuchten, das Ganze mit lichtdurchlässiger Folie abdecken und an einen hellen Ort mit Temperaturen von etwa 25 Grad stellen. Sind die Keimlinge groß genug, können sie vereinzelt und an einem hellen aber dennoch nicht vollsonnigen Standort weiter kultiviert werden. Ab Juni können die Jungpflanzen langsam ins Freie.

Krankheiten

Ist die Belüftung nicht optimal, kann es zu einem Pilzbefall kommen. Am gefährlichsten für die Dipladenia ist Staunässe, die über einen längeren Zeitraum zum Absterben der Pflanze führen kann. Gelegentlich können auch Blätter gelb werden. Im Winter können dafür zu kalte Temperaturen  verantwortlich sein. Im Sommer ist die Gelbfärbung einiger Blätter ganz normal und keine Krankheit. Weitere Krankheiten sind nicht bekannt.

Dipladenia mit roter Blütenfarbe

Schädlinge

Blattläuse

Zu einem Schädlingsbefall oder Pflanzenkrankheiten kommt es in der Regel nur an ungünstigen Standorten oder fehlerhafter Pflege. So kann es besonders ab Frühsommer zu einem Befall mit Läusen kommen. Liegt ein Befall vor, lässt er sich durch Abspritzen mit einem kräftigen Wasserstrahl oder das Einpinseln mit einer Seifen-Spiritus-Lösung beseitigen.

Schild- und Wollläuse

Im Sommer treten Schild- und Wollläuse auf, wenn über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend gegossen wird. Kommt es im Winter zu einem Befall, liegt das meist an einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit. Bekämpft werden können sie durch das tägliche Auftragen einer Lösung aus Schmierseife und Spiritus oder von Olivenöl. Auch Schlupfwespen können diese Schädlinge effektiv bekämpfen. Reicht das nicht aus, bietet der Fachhandel geeignete Sprays an oder Pflanzenstäbchen, die einfach in die Erde gesteckt werden.

Spinnmilben

Spinnmilben sind an feinen Gespinsten zu erkennen und befallen die Pflanzen gerne, wenn diese zu warm stehen. Besonders wirksam bei der Bekämpfung sind sogenannte PP-Raubmilben (Phytoseiulus persimilis), die man im Nützlingsversand bekommt. Neben Raubmilben kann auch hier eine Seifen-Spirituslösung helfen oder entsprechende Spritzmittel aus dem Fachhandel.

Sorten

Die Pflanzengattung Mandevilla umfasst unzählige Arten und Hybriden, von denen jedoch nur wenige kultiviert werden. Weltweit bekannt sind etwa 120 Arten. Beim Kauf einer Dipladenia kann man zwischen aufrecht oder hängend wachsenden Sorten und unterschiedlichen Wuchshöhen wählen.

Die bewegen sich zwischen 30 und 500 cm. Das Einzige, was bei allen Sorten gleich ist, ist die Form der Blüten. Mandevilla sanderi, Mandevilla boliviensis, Mandevilla x amabilis und Mandevilla laxa sind die vier Arten, die am häufigsten vorkommen.

Mandevilla sanderi

  • Mandevilla sanderi ist die bekannteste und beliebteste Art
  • sie hat weiße, rosafarbene oder rote trichterförmige Blüten, mit Durchmessern von 4 – 7 cm
  • die Blüten sitzen zu mehreren an einer Rispe
  • ihre dicht angeordneten Blätter sind dick, glatt und satt grün
  • diese Art kann Wuchshöhen von 50 – 200 cm erreichen

Mandevilla boliviensis

  • die halb immergrüne Mandevilla boliviensis gilt als besonders reich blühend
  • die großen weißen Blüten haben einen leuchtend gelben Schlund
  • ihre Blätter sind fest, glänzend, ganzrandig und glatt
  • diese Art bildet zwischen 50 und 200 cm lange Ranken

Mandevilla x amabilis

  • die leicht duftenden rosafarbenen Blüten dieser starkwüchsigen Kletterer zählen mit einer Größe von gut 10 cm zu den größten unter den Mandevilla-Arten, ebenso wie ihre Blätter
  • darüber hinaus sind die Blätter dunkelgrün und stark strukturiert
  • die Mandevilla x amabilis kann bis zu 500 cm hochranken

Mandevilla laxa

  • die letzte dieser vier Arten ist Mandevilla laxa mit ihren schneeweißen Blüten
  • dieser schnellwüchsige Kletterer kann etwa 500 cm hoch werden
  • seine stark duftenden, weißen oder cremefarbenen Blüten zieren die Pflanze von Juli bis September in dichten Trauben
  • die dunkelgrünen Blätter sind lang, elliptisch und an der Basis herzförmig