Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl, Goldkugelkaktus

Der Echinocactus grusonii, der vor allem als Schwiegermutterstuhl oder Goldkugelkaktus bekannt ist, zeichnet sich insbesondere durch seine goldfarbenen Stacheln aus, die einen wunderschönen Kontrast zum saftigen Grün des Kaktuskorpus bilden. Zudem ist diese Kakteenart außerordentlich robust und stellt nur wenige Ansprüche an die Pflege. Welche das sind, erfahren Sie in der Profi-Pflege-Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Kakteengewächse (Cactaceae)
  • Gattung: Echinocactus
  • Art: Echinocactus grusonii
  • Trivialnamen: Schwiegermutterstuhl, Goldkugelkaktus
  • Herkunft: Mexiko
  • Wuchshöhe: circa 20 Zentimeter bei Zimmerhaltung, bis 130 Zentimeter im Freien
  • Gelben Blüten meist nur bei älteren Exemplaren
  • Hellgrüne, kugelige bis kurz zylindrische Triebe
  • Vom Aussterben bedroht

Ein faszinierendes Pflanzen-Exemplar bietet der Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii), der mit seiner runden Form sowie den Farbakzenten stets ein Hingucker ist. 2008 wurde er als „Kaktus des Jahres“ gewählt, was auch nicht verwunderlich ist.

Neben seiner beeindruckenden Optik ist er zusätzlich leicht zu handhaben, um optimale Lebensbedingungen zu schaffen, die ihn für viele Jahre gesund wachsen lassen. Lesen Sie in der ausführlichen Pflege-Anleitung, worauf sie bei der Pflege achten sollten und wie Sie unkompliziert selbst einen Goldkugelkaktus ziehen können.

Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl, Goldkugelkaktus im Gartenbeet

Pflege

Pflegen, Überwintern, Gießen, Düngen sowie Vermehren, wie ein Profi-Gärtner und vieles mehr, erfahren Sie hier in der Anleitung zur optimalen Pflege eines Schwiegermutterstuhls.

Standort

Der Schwiegermutterstuhl bevorzugt einen hellen und sonnigen Standort bei warmen Temperaturen ab 21 Grad Celsius. Aber er kommt auch gut zurecht im Halbschatten und bei kühleren Temperaturen, wobei sich das Wachstum dann in der Regel von der kugeligen Form ins säulenähnliche verändert.

Eine direkte Sonneneinstrahlung bekommt nur älteren Exemplaren. Sobald die Sonne etwas stärker wird, entwickelt er sich prächtig, wenn er ins Freie darf. Die Nachttemperaturen sollten aber mindestens 10 Grad Celsius betragen.

Bodenbeschaffenheit

Da der Goldkugelkaktus mit Trockenheit besser als mit zu viel Feuchtigkeit zurechtkommt, ist es wichtig, dass der Boden Durchlässig ist.

Optimal eignet sich ein sand- oder lehmhaltiger Boden. Alternativ kann Kakteenerde der Beeterde hinzugefügt werden. Zudem sollte der Boden humusreich sein. Ein wenig untergemischter Kompost erhöht den Nährstoffgehalt des Bodens.

Substrat

Am besten geeignet ist Kakteenerde, die Wasser speichert und gleichzeitig für eine gute Durchlässigkeit sorgt, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Wer ein reguläres Substrat verwenden möchte, sollte auf eines zurückgreifen, das Lehm und Sand sowie Perlite für mehr Durchlässigkeit beinhaltet, um in etwa gleich optimale Lebensbedingungen wie mit Kakteenerde zu erzielen.

Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl, Goldkugelkaktus stammt aus Mexiko

Pflanzzeit

Wenn die Tag- und Nachttemperaturen konstant über 10 Grad Celsius liegen, kann der Echinocactus grusonii ins Beet gepflanzt oder in den Kübel getopft werden. Das ist meist im Mai oder spätestens Anfang Juni der Fall.

Umgetopft wird er idealerweise im März, wenn die Winterpause beendet ist und die Wachstumsphase bevorsteht.

Pflanzen im Beet

Grundsätzlich sollte diese stachelige Pflanze langsam an die ungefilterte Sonne gewohnt werden, indem Sie ihn eingetopft über einen Zeitraum von mindestens einer Woche täglich nach draußen stellen. Beginnen Sie mit einer Stunde und verlängern Sie mit jedem Tag den Freiluftaufenthalt.

Der Echinocactus grusonii mag es im Beet luftig und nimmt entsprechenden Platz für sich in Anspruch, um sich wohl zu fühlen. Zudem erlaubt ein großzügiges Platzangebot für eine gleichmäßige Helligkeit auf allen Seiten.

Beim Einpflanzen müssen Sie außer der Bodenbeschaffenheit nicht viel beachten:

  • Pflanzlochgröße: mindestens doppelt so groß wie der Pflanzenballen
  • Pflanzabstand: mindestens 2.5 Mal wie der Kaktus Umfang besitzt
  • Wasserabfluss: Legen Sie eine Drainage aus Quarzsand oder Kies auf den Pflanzboden
  • Boden fest drücken, um Hohlräume zu vermeiden
  • kräftig angießen

Denken Sie daran, dass nur ältere Schwiegermutterstühle eine direkte Sonneneinstrahlung sowie die heiße Mittagssonne vertragen.

Pflanzen im Topf

Das Eintopfen funktioniert ebenso wie das Einpflanzen ins Beet. Hier müssen Sie darauf achten, dass Sie sich eines optimalen Substrats bedienen und auch hier die Drainage nicht vergessen.

Umtopfen bedeutet für den „Kaktus des Jahres 2008“ Stress. Aus diesem Grund sollte er nur umgetopft werden, wenn ihn ein Platz auf der Terrasse oder auf dem Balkon in einem Kübel erwartet oder das Pflanzgefäß zu klein wird. Letzteres ist an heraustretenden Wurzeln zu erkennen, die entweder durch das Abflussloch im Topf drängen oder sie auf der Erdoberfläche sichtbar werden.

Echinocactus grusonii mit goldfarbenen Stacheln und saftigem Grün

Beim Umtopfen ist altes Substrat weitgehendst von den Wurzeln zu entfernen. Wählen Sie einen flachen Topf, der im Umfang circa drei Zentimeter mehr misst, als der alte. Zu groß sollte er aber nicht sein, da dies eine Wurzelfäule begünstigen würde.

Gießen

Beim Gießen können Sie sich an folgenden Angaben orientieren:

  • von Mai bis September mäßig gießen
  • erst gießen, wenn die Erdoberfläche sich weniger als zwei Zentimeter eindrücken lässt
  • ab Oktober die Wassergabe zur Vorbereitung auf die Winterruhe langsam reduzieren
  • zwischen November und Februar muss die Gießmenge dem reduzierten Wasserbedarf angepasst werden
  • der Goldkugelkaktus kommt sehr gut mit längerer Trockenheit zurecht

Düngen

Um den Echinocactus grusonii ausreichend Nähr- und Mineralstoffe zu Verfügung zu stellen, sollten Sie beim Düngen folgendes beachten.

  • von Mai bis September wird alle vier Wochen ein Kakteendünger verabreicht
  • wurde im gleichen Jahr umgetopft, wird ein schwach konzentriertes Produkt gegeben
  • nach einem Umtopfen wird in den ersten zwei Monaten nicht gedüngt
  • steht der Schwiegermutterstuhl schon lang in alter Erde, ist eine erhöhte Düngekonzentration ratsam
  • im Blumenbeet sollten alle vier Wochen ein wenig Kompost untergegraben werden
  • zwischen Oktober und April wird nicht gedüngt

Schneiden

Ein Goldkugelkaktus wird nicht geschnitten. Den einzigen Griff zu einem scharfen Messer oder einer Schere erfordern beschädigte Wurzeln, die während des Umtopfens oder Ein- und Auspflanzens entdeckt werden.

Überwintern

Zwischen Dezember und Februar durchlaufen die Goldkugelkakteen eine Winterpause und stellen das Wachstum ein. Da sie nicht winterfest sind, müssen sie aus dem Freien ins Warme spätestens versetzt werden, wenn die Außentemperatur auf fünf Grad herunter fällt. Grundsätzlich können sie bei Temperaturen um die 10 Grad Celsius überwintern, wobei sie weniger gegossen werden müssen, je kälter sie stehen.

Sie vertragen zudem warme Zimmertemperaturen während der Überwinterung. Hier erhöht sich der Wasserbedarf im Vergleich zu einem kälteren Standort, wenngleich dieser trotzdem noch weit unter dem liegt, wie in der Wachstumsphase außerhalb der Wintermonate.

Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl - ist robust und pflegeleicht

Wichtig für eine Überwinterung ist ein heller Standort. Zudem sollten die Schwiegermutterstühle regelmäßig auf einen Schädlingsbefall kontrolliert werden, da diese vor allem bei warmer, trockener Heizungsluft, angezogen werden. Bei älteren Kakteenpflanzen empfiehlt es sich, diese kühl überwintern zu lassen, da dies vorteilhaft auf eine eventuelle Blüte im Folgejahr auswirkt.

Vermehren

Als Hobby-Gärtner sollten Sie sich bei Vermehrung auf die einfachste Methode beschränken, da die Vorgehensweise sowie Qualitätsansprüche für eine erfolgreiche Vermehrung durch einen Mutterkaktus einen hohen Wissensstand sowie viel Geschick und Feingefühl erfordert. Am simpelsten ist Folgendes.

Aussaat

Dazu bedienen Sie sich idealerweise einem Saatgut, das über Fachhändler vertrieben wird, da Samen aus den Kakteen aufgrund der sehr selten vorkommenden Blüten, nur schwer selbst zu sammeln sind.

Gehen Sie bei der Vermehrung dann wie folgt vor:

  • füllen Sie ein Anzuchtkasten mit spezieller Aussaaterde
  • feuchten Sie die Erde gut an
  • verteilen Sie die Samen auf der Erde und drücken Sie leicht an
  • da es sich bei dem Samen um Lichtkeimer handelt, werden diese nicht mit Erde bedeckt
  • spannen Sie eine durchsichtige Kunststofffolie über den Anzuchtkasten
  • heben Sie täglich die Folie für einige Minuten hoch
  • halten Sie die Erde durchgehend feucht
  • optimale Keimtemperatur: 25 Grad Celsius
  • Keimdauer: zwischen drei und fünf Tagen
  • optimaler Standort: sonnig ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Pikierung: nachdem sich zwei Keimblätter gebildet haben
  • ab einer Höhe von circa fünf Zentimeter kann die Jungpflanze in normales Substrat umgetopft werden

Krankheiten

Diese Kaktusart zeigt sich gegenüber einer Krankheitsanfälligkeit sehr robust. Meist kommt es nur zu einer Erkrankung, wenn eine falsche beziehungsweise zu gut gemeinte Pflege erfolgt. Im Vordergrund steht hier insbesondere die Staunässe, die beim Goldkugelkaktus schnell zur Wurzelfäule führt.

Echinocactus grusonii, Goldkugelkaktus hat bei älteren Exemplaren gelbe Blüten

Wurzelfäule

Wird der Kaktus zu feucht gehalten und Staunässe entsteht, reagiert die Pflanze zügig mit einer Wurzelfäule. Dabei kommt es zu einem moderigen Geruch, der aus dem Boden aufsteigt und der gesamte Korpus zunehmend aufweicht.

Wenn dies der Fall ist, sollten Sie sofort handeln und die Pflanze aus der nassen Erde heben. Schneiden Sie verfaulte Wurzelteile ab und kürzen Sie stark durchweichte Wurzelteile um circa ein Drittel. Lassen Sie den Wurzelballen im Anschluss für einige Stunden abtrocknen und pflanzen beziehungsweise topfen Sie ihn wieder in frische, trockene Erde ein.

Feuchten Sie die Erde nur minimal an und verringern Sie die Gießmenge zukünftig so, dass keine Überwässerung erfolgt. Achten Sie zudem darauf, dass eine Drainage gelegt ist, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Schädlinge

Von den zahlreichen Schädlingen, die Pflanzen befallen, finden sich bei dem Goldkugelkaktus meist nur drei Parasiten, die sich gern auf dem Kaktus nieder lassen. Neben speziellen Insektiziden, die im Fachhandel erhältlich sind, lassen sich diese Schädlinge auch leicht mit Hausmitteln bekämpfen.

Spinnmilben

Vor allem, wenn während des Winters die Heizung für eine trockene Luftfeuchtigkeit sorgt, werden Spinnmilben angezogen.

Sie setzten sich meist auf dem grünen Kaktuskorpus sowie den Trieben ab und saugen ihre Nahrung daraus.  Zu erkennen ist ein Befall an den weißen Gebilden, die an Spinnweben erinnern und zwischen den Kaktusstacheln gezogen werden. Wichtig ist, dass Sie den Kaktus beim Spinnmilbenbefall von anderen Pflanzen separieren, damit diese nicht übersiedeln.

Spritzen Sie den Echinocactus grusonii gut mit Wasser ab und stellen ihn anschließend in eine Plastiktüte, die Sie luftdicht verschließen. Die Plastiktüte sollte lichtdurchlässig sein.Positionieren Sie die Pflanze an einem hellen, warmen Ort für circa drei bis vier Tage. In dieser Zeit sollten die Spinnmilben aufgrund der Luftdichtigkeit und hohen Luftfeuchtigkeit in der verschlossenen Plastiktüte abgestorben sein.

Echinocactus grusonii wurde 2008 zum Kaktus des Jahres gewählt

Wollläuse

Ähnlich wie Spinnmilben, bilden auch Wollläuse weiße Beläge, die sich aber als Gespinste in der Regel über eine Fläche erstrecken und mehr einem Teppich ähneln, als einem Spinnennetz. Zusätzlich wird der Schwiegermutterstuhl zunehmend brauner bei einem Wolllaus-Befall. Auch hier ist eine sofortige Isolation von anderen Pflanzen erforderlich, um einer Ausbreitung vorzubeugen. Eine Bekämpfung ist simpel vorzunehmen.

Ein kräftiges Abspülen mit Wasser unter der Dusche oder mit dem Gartenschlauch, zerstört die Gespinste. Im Anschluss mischen Sie eine Seifenlauge mit einem Schuss Spiritus und sprühen den Kaktus über einen Zeitraum von sieben bis acht Tagen jeden zweiten Tag damit ein. Anstelle von Spiritus können Sie auch Essig verwenden.

Blattläuse

Kleine dunkelbraune bis schwarz-braune Punkte können Sie an den Blattstielen, Blüten sowie den Blattoberflächen erkennen, wenn sich Blattläuse auf Ihrem Schwiegermutterstuhl breit gemacht haben. Vor allem junge Pflanzen scheinen sie besonders zu mögen und ihnen den Lebenssaft heraussaugen. Hier muss schnell gehandelt werden, da sich Blattläuse rasant vermehren.

Eine chemische Behandlung mit einem im Fachhandel erhältlichen Insektizid hilft in der Regel zügig, aber versetzt den Goldkugelkaktus auch in eine Stresssituation. Aus diesem Grund sollten Sie vorab ein weniger belastendes Hausmittel versuchen, das in den meisten Fällen eine chemische Behandlung unnötig macht.

Spritzen Sie den Schwiegermutterstuhl mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Stellen Sie ihn dafür an einen Platz, wo die Blattläuse dahin abfließen, wo sie anderen Pflanzen keinen Schaden mehr zufügen können. Am optimalsten ist die Dusche oder die Badewanne, wo sie in den Abfluss geschwemmt werden.

Bei einem leichten Befall sollte dieses Vorgehen bereits das Schädlingsproblem lösen.

Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl bevorzugt hellen, sonnigen Standort

Hartnäckiger Blattlausbefall

Bei einen hartnäckigen beziehungsweise umfangreichen Befall mit Blattläusen, stellen Sie eine kräftige Seifenlauge her, wie bei Wollläusen. Am besten eignet sich Neutral- oder Kernseife. Dem fügen Sie einen großen Schuss Spiritus zu.  Sprühen Sie den Echinocactus grusonii mit der Lauge täglich. Nach circa drei bis vier Tagen, sollten die Blattläuse abgestorben und abgefallen sein.

Wichtig hierbei ist es, dass Sie den Kaktus bei einem Befall sofort von anderen Pflanzen wegstellen, damit die Blattläuse nicht auf diese übersiedeln können. Erst, wenn Sie ganz sicher sind, dass keine Blattläuse mehr vorhanden sind, sollten Sie die Isolierung beenden.

Vielen Schädlingsbefällen können Sie übrigens vorbeugen, indem Sie den Goldkugelkaktus regelmäßig und vor allem während der Heizperioden, einsprühen. Damit wird der Feuchtigkeitsgehalt erhöht, der zahlreiche Schädlinge fern hält.

Sorten

Der Schwiegermutterstuhl ist eine von insgesamt sechs Arten der Echinocactus-Gattung, die heutzutage noch erhältlich ist.

Echinocactus grusonii, Schwiegermutterstuhl, Goldkugelkaktus ist vom Aussterben bedroht

Die weiteren fünf Arten sind:

  • Echinocactus horizonthalonius
  • Echinocactus parryi Engelm.
  • Echinocactus platyacanthus Link & Otto
  • Echinocactus polycephalus
  • Echinocactus texensis