Das Anpflanzen und Pflegen von Erdbeeren verursacht zwar etwas Arbeit. Die Mühen lohnen sich aber auf jeden Fall. Falls Sie im Sommer neue Beete bepflanzen, ernten Sie im Folgejahr bereits die ersten Früchte. Erdbeeren aus dem eigenen Garten schmecken häufig besser als die Früchte aus dem Supermarkt. Diese Anleitung unterstützt Sie bei Anbau, Pflege und Ernte Ihrer eigenen Erdbeerpflanzen.

Erdbeeren zählen zu den Rosengewächsen. Bereits in der Steinzeit wurde die Erdbeere als Nahrungsmittel genutzt. Die ersten amerikanischen Sorten wurden im 18. Jahrhundert eingeführt. Hieraus entwickelten sich dann die späteren Gartenerdbeeren. Aus botanischer Sicht zählt die Erdbeere nicht zu den Beeren, sondern zur Gattung der Sammelnussfrüchte. Es gibt mehr als zwanzig Sorten, von denen die meisten auf der Nordhalbkugel in den gemäßigten Zonen zu finden sind. In Chile kommt eine eigene Sorte vor, die Fragaria chiloensis.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Ordnung: Rosenartige (Rosales)
  • Gattung: Erdbeeren
  • Wissenschaftlicher Name: Fragaria
  • Trivialnamen: Aardbeeren, Aelberte, Albeere, Arpel, Rothbeere, Erdbeer uvm.
  • Krautartig wachsend
  • Bodennahe Frucht
  • Mehrjährige Pflanze
  • Ursprung: bereits in der Steinzeit
  • Einführung amerikanischer Arten im 18. Jahrhundert
  • Pflanzzeit: August

Erdbeeren verfügen über recht einfache Blüten mit fünf Blütenblättern. Laut Botanik ist die Erdbeere eine Staude, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Damit zählt sie zur gleichen Pflanzenfamilie wie Kirschen, Quitten, Äpfel und viele andere Obstsorten. Für diese Pflanzenfamilie ist typisch, dass die Pflanzen recht einfach aufgebaute Blüten mit fünf Blütenblättern ausbilden. Die Blüten der Rosengewächse ähneln sich zwar sehr, aber ihre Früchte haben völlig unterschiedliche Formen. Die Erdbeere ist eine krautige, mehrjährige Pflanze. In der Regel ist sie seidig-weich behaart und verfügt über einen dicken, fadenförmigen, schwach holzigen auslaufenden Wurzelstock. Diese Ausläufer bilden Wurzeln aus, die wiederum Rosetten entwickeln.

Erdbeere

Blütenstand der Erdbeere:

  • weiße Blüten
  • seltener gelbe Blüten
  • stehen in Trugdolden zu mehreren zusammen
  • Schaft ist aufrecht und armblättrig, hierauf sitzen die Trugdolden
  • Blütenbecher mit fünf grünen Kelchblättern und fünf rundlichen Kronblättern
  • zwischen den Kelchblättern befinden sich fünf weitere kleine Nebenkelchblätter
  • Vielzahl von Staubblättern
  • der gewölbte Blütenboden besitzt zahlreiche Fruchtblätter
  • Blütenboden bildet bei Reife eine fleischige, saftige Scheinbeere

Erdbeerblüte

Pflege

Substrat

Erdbeeren gedeihen ideal an sonnigen Standorten.

Das Substrat sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • humusreicher, lockerer Boden
  • Je mehr Sonne die Pflanze abbekommt, umso süßer fallen die Früchte aus.
  • Wählen Sie einen windgeschützten Standplatz.
  • Der Standort muss nicht komplett windstill sein, aber nach Regenfällen sollte das Laub zügig abtrocknen, um den Befall mit Blattkrankheiten zu verhindern.
  • Erdbeeren mögen keine schweren, nassen Boden. Hier kommt es dann vermehrt zu Wurzelerkrankungen.
  • Die Böden sollten daher entsprechend bearbeitet und mit Gründüngung gelockert werden.
  • Sie können die Erdbeeren auch auf schmalen, etwa 20 cm hohen Dämmen aus lockerem Humus-Sand-Gemisch züchten.
  • Erdbeeren bieten den besten Ertrag im zweiten und dritten Jahr nach ihrer Pflanzung.
  • Nach dieser Zeit ist das Beet zu wechseln.
  • Sie können nun eigene Ableger oder neue Jungpflanzen einsetzen.

Für eine gute Ernte sollten Sie den Boden optimal vorbereiten. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Graben Sie den Boden mit Hilfe einer Grabegabel tief um.
  • Anschließend mit einem Grubber 4 bis 5 Liter Laubkompost oder Humus einarbeiten.
  • geben Sie noch etwa 30 Gramm Hornmehl hinzu.
  • Verwenden Sie keinen normalen Gartenkompost, er enthält zu viele Salze.
  • Als gute Vorkultur im Erdbeerbeet eignen sich Gemüsearten, die zur Familie der Schmetterlingsblütler gehören wie Bohnen oder Erbsen.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass an dem betreffenden Standort mindestens vier Jahre keine Erdbeeren gepflanzt wurden. So beugen Sie Bodenschädlingen wie Nematoden vor.

Die heutigen Erdbeersorten wachsen in der Regel auf allen Gartenböden. Dabei sollte sich das Substrat in einem neutralen oder schwach sauren Bereich befinden. Ein ph-Wert von 5,5 bis 6,5 ist optimal. Wichtig ist eine gute Humusversorgung, egal in welcher Form.

Fragaria

Verwenden Sie als Düngemittel:

  • Torfmull
  • Kompost
  • gut verrotteten Stallmist oder
  • Humusdünger

Pflanzung

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für Erdbeeren ist der August. Im Handel gibt es meistens im Juli schon junge Erdbeerpflanzen zu kaufen. Haben Sie die Pflanzung im Herbst versäumt, können sie diese auch noch im Frühjahr, ab ca. April, nachholen. Verwenden Sie in diesem Fall jedoch Frigopflanzen. Es handelt sich hier um normale Erdbeerpflanzen, die jedoch gefroren sind und sich besonders gut für eine Terminkultur im Frühjahr eignen. Normalerweise gilt: je früher die Pflanzung, umso höher fällt im ersten Ertragsjahr die Ernte aus.

Bei gekauften Pflanzen sollten Sie diese vor der Pflanzung kurz ins Wasser stellen. Die Topfballen sollten ebenfalls durchfeuchtet werden. Danach erfolgt unmittelbar die Pflanzung. Wählen Sie den Pflanzabstand je nach Verwendungszweck. In kleinen Gärten sind die Pflanzen mit einem Reihenabstand von etwa 60 Zentimetern zu setzen. Zwischen den Pflanzen sollten ca. 30 Zentimeter eingehalten werden. Die Tiefe des Pflanzlochs muss den Wurzeln so viel Platz bieten, dass diese nicht gestaucht werden. Setzen Sie die Pflanze so, dass sich ihr Herz in einer Höhe mit der Erdoberfläche befindet. Nun drücken Sie die Pflanzen fest an.

Vermehrung

Erdbeeren entwickeln viele Ableger und lassen sich damit gut vermehren. Sie können sie als Jungpflanzen in das neue Beet setzen, sollten aber darauf achten, nur die Ableger von gesunden und gut gewachsenen Mutterpflanzen zu nehmen. Die besonders ertragreichen Pflanzen sind bereits bei der Ernte mit Bambusstäben oder ähnlichem zu markieren. Stechen Sie die Tochterpflanzen mit dem Spaten ab und setzen sie diese direkt wieder in das neue Beet oder in eingesenkte Töpfe zur Vorkultivierung ein. So gelangt keine alte Erde mehr ins neue Beet und die Pflanzen wachsen leichter an.

Abgelegte Pflanzen verlieren nach zwei bis drei Jahren die für die Sorte typischen Eigenschaften und lassen auch im Ertrag nach. Deshalb sollten Sie alle paar Jahre neue Jungpflanzen kaufen.

Gießen

Erdbeerpflanzen benötigen viel Feuchtigkeit, deshalb müssen Sie bei Bedarf ausgiebig gewässert werden. Von Anfang an ist darauf zu achten, Unkraut konsequent zu entfernen. Der Boden muss in regelmäßigen Abständen möglichst flach gehackt werden, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Um das Unkraut zu unterdrücken, ist alternativ das Beet mit einer dünnen Schicht angetrockneten Rasenschnitts zu mulchen.

Auch nach der Pflanzung benötigen die Erdbeerpflanzen viel Wasser. Hält die Trockenheit an, müssen die Pflanzen morgens und abends gegossen werden. Ein leichtes Überbrausen reicht hier jedoch nicht aus. In der Anwachsphase, die etwa 10 bis 14 Tage dauert, ist die Erde immer wieder zu wässern, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Düngen

Mit der Düngung und entsprechenden Bodenvorbereitung Ihrer Erdbeerpflanzen legen Sie einen Grundstein für eine gute Ernte. Sie sollten schon recht früh mit den Vorbereitungen beginnen. Zwei Wochen vor der Pflanzung ist der Boden mit organischem Dünger oder Kompost vorzubereiten. Bringen Sie zwischen 60 und 80 Gramm pro Quadratmeter eines Erdbeer-Volldüngers breitwürfig aus. Sie können auch alternativ getrockneten Rinderdung oder gut verrotteten Rindermist verwenden. Achten Sie darauf, den Dünger immer gründlich einzuarbeiten. Mehrjährige Kulturen sollten jedes Jahr mit der gleichen Menge Dünger behandelt werden. Die Düngung erfolgt stets nach der Ernte breitwürfig über die Pflanzen. So bereiten Sie ihre Erdbeerpflanzen ideal auf den Winter und das neue Austreiben im Frühjahr vor.

Erdbeerpflanze

Dauer der Kultur

Bei Erdbeeren handelt es sich um ausdauernde Gewächse. Die maximale Kulturdauer sollte jedoch drei Jahre nicht überschreiten. Bei leichten Böden ist sogar nur eine zweijährige Kultivierung empfehlenswert. Wird der Standort der Erdbeeren nicht regelmäßig gewechselt, leiden darunter die Beerengröße und auch der Ertrag. Gebiete, die klimatisch günstig liegen, bevorzugen oft auch eine einjährige Kultur. So wird die Qualität der Beeren gesteigert und auch der Pflückaufwand ist gering.

Ernte

Bei der Ernte von Erdbeeren sollten Sie folgende Hinweise befolgen:

  • Führen Sie die Ernte bei Trockenheit durch.
  • Nasse Erdbeeren verlieren ihr Aroma.
  • Setzen Sie geerntete Früchte keiner großen Hitze aus.
  • Der beste Zeitpunkt für die Ernte sind die Morgenstunden.
  • Erdbeeren sind immer samt grüner Kelchblätter in einem Stück vom Stiel zu pflücken. So wird das Auslaufen von Saft verhindert
  • Lagern Sie die Erdbeeren nach der Ernte umgehend luftig und kühl.
  • An einem kühlen Ort wie zum Beispiel dem Gemüsefach im Kühlschrank, halten sich Erdbeeren bis zu zwei Tage.
  • Am besten Sie verzehren Erdbeeren direkt.
  • Erdbeeren verlieren schon nach kurzer Zeit ihr Aroma
  • Sortieren Sie beschädigte Früchte sofort aus, da sich hier schnell Schimmel entwickelt.
  • Auch Erdbeeren, die bereits an einer Stelle angeschimmelt sind, müssen entsorgt werden.
  • Durch den hohen Wassergehalt verteilt sich der Schimmel zügig über die ganze Frucht
  • Es reicht nicht aus, die verschimmelten Stellen abzuschneiden.

Erdbeeren ernten

Überwintern

Bis zur Winterruhe ist der Boden locker zu halten. Vermeiden Sie tiefes Umgraben. Ihre Erdbeerpflanzen lassen sich gut überwintern, indem Sie sie mit einer dünnen Lage Stroh abdecken oder sie mit Mulch anhäufeln.

Sorten

Es gibt eine große Vielzahl verschiedener Erdbeersorten. Durch diese große Auswahl findet sich für jeden Garten und Geschmack die ideale Erdbeere. Die Sorten unterscheiden sich nicht nur in Farbe, Form und Aroma, sondern auch nach ihren Reifezeiten.

Zu den gängigsten frühen Sorten zählen:

  • Darovale (guter Geschmack, lange haltbar, groß, rote bis dunkelrote Farbe)
  • Lambada (sehr süß, hellrot, glänzend, gute bis sehr gute Erträge)
  • Donna (sehr süß, gleichmäßig groß, hellrot glänzend)
  • Honeoye (Früchte gleichmäßig groß, aromatischer Geschmack, mittel- bis dunkelrot, gesunder Wuchs, hoher Ertrag)

Erdbeersorten mit mittlerem Erntebeginn:

  • Elsanta (große Früchte, gleichmäßige Farbe und Form, gutes Aroma, transportfest, sehr hohe Erträge)
  • Korona (mittelfrüh, aufrechter Wuchs, hohe Blätter, einfach und schnell zu pflücken, große, mittelrote Frucht, sehr gutes Aroma, ertragreich)
  • Deluxe (neue, normalreifende Sorte, gleichmäßige, schöne Früchte, hellrot-glänzend mit besonderem Aroma)
  • Polka (mittelfrühe Sorte, aromatische, gleichmäßige Früchte, dunkelrote Farbe, recht hohe Erträge)

Sorten mit langer Ernte (immertragende Sorten):

  • Ostara (trägt bis in den Herbst hinein Früchte, mittelrot, sehr gutes Aroma)
  • Amandine (längliche, hellrote, aromatische Früchte, bis in den Herbst hinein zu ernten)

Krankheiten

… und Schädlinge

Auch Erdbeerpflanzen können von verschiedenen Schädlingen oder Krankheiten befallen werden. Zu den häufigsten zählen:

Erdbeerpflanze

  • Erdbeermehltau
  • Erdbeerblütenstecher
  • Graufäule
  • Gnomonia
  • Weiß- und Rotfleckenkrankheit
  • Verticillium-Welke
  • Lederfäule

Der Erdbeermehltau befällt Blüten, Früchte und Blätter. Besonders gefährdet sind verunkrautete, mehrjährige Erdbeerpflanzen.

Durch Erdbeerblütenstecher verlieren die Pflanzen ihre Blütenknospen und der Ertragsausfall ist erheblich.

Graufäule oder Botrytis kommt häufig bei schwülem, feuchtem Wetter vor. Der Pilzerreger wird durch braune Stellen auf Blättern und Früchten erkennbar. Manchmal sind die Erdbeeren auch mit einem gräulichen Schimmelflaum überzogen.

Bei der Gnomonia-Fruchtfäule färben sich Früchte, Kelchstiele und Kelchblätter der Pflanze braun. Auch hier ist der Verursacher ein Pilzerreger, der sich besonders gut bei feucht-warmen Temperaturen vermehrt.

Die Weiß- und Rotfleckenkrankheit befällt das Laub der Pflanze und schwächt diese deutlich.

Eine Verticillium Welke überfällt die Erdbeerpflanze sehr plötzlich, vermehrt aber bei warmem und trockenem Wetter. Die Pflanze welkt dann schnell, häufig während oder nach der Fruchtreife im August.

Lederfäule bildet sich in der Regel an der unreifen Frucht. Braun-rote Flecken werden sichtbar. Sie breiten sich über die ganze Frucht aus und führen zu einer flächigen Braunfärbung.

Krankheiten vorbeugen

Um Ihre Erdbeeren vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen, gehen Sie wie folgt vor:

Entfernen sie alte und kranke Blätter mit der Schere von den Stauden und beugen Sie so der Grauschimmelfäule und anderen Krankheiten vor. Reißen Sie die Blätter nicht ab, dadurch schädigen Sie die Pflanze. Verwenden Sie nicht zu viel Kunstdünger oder Schädlingsbekämpfungsmittel, denn so breiten sich Schädlinge und Krankheiten meistens erst recht aus. Durch den Einsatz von Giften töten Sie auch die Nützlinge, Schädlinge und Krankheitserreger werden dadurch immer resistenter gegen diese Mittel. Greifen Sie auf natürliche Mittel wie Brennnesselsud zurück. Diese Mittel sind meistens wirksamer und schützen die Umwelt.