Euphorbia milii, Christusdorn

Der dornige Christusdorn (Euphorbia milii) erfreut sich als Zimmerpflanze großer Beliebtheit. Das liegt zum einen an seiner Anspruchslosigkeit und zum anderen an den hübschen kleinen Scheinblüten, die keine Blüten im eigentlichen Sinne sind, sondern Hochblätter, die an den Triebspitzen sitzen. Sie zeigen sich unermüdlich fast das ganze Jahr über. Der Christusdorn kann auch in Zimmerkultur zu üppigen kleinen Büschen heranwachsen.

Steckbrief

  • Familie: Wolfsmilchgewächse
  • Botanischer Name: Euphorbia milii
  • Herkunft: Madagaskar
  • Wuchs: sukkulent, belaubt, bedornt, aufrecht strauchförmig, stark verzweigt
  • Wuchshöhe als Zimmerpflanze: 10 – 50 cm
  • Blätter: klein, grün, oval, wechselständig angeordnet, je nach Art immergrün oder Laub abwerfend
  • Blüte: meist rot, rosafarben, seltener weiß oder gelb
  • Verwendung: Zimmerpflanze, Blattschmuckpflanze
  • Giftigkeit: sehr giftig, enthält hautreizenden Milchsaft, tiergiftig

Der ursprünglich aus Madagaskar stammende Christusdorn zählt zu den Wolfsmilchgewächsen. Er wächst als sukkulenter, belaubter und dorniger Strauch und erreicht je nach Alter Wuchshöhen von 10 – 50 cm. Der Name Christusdorn rührt von der Ähnlichkeit seiner Zweige mit der Dornenkrone Christi her.

Die rundum mit spitzen Dornen besetzten Triebe sind bräunlich und mit kleinen, ovalen Blättern besetzt. An den Triebspitzen bilden sich die leuchtend roten, rosafarbenen, weißen oder gelben Blüten. Neben den reinen Formen ist eine Vielzahl an Hybriden erhältlich.

Euphorbia milii, Christusdorn mit roter Blütenfarbe

Wie alle Wolfsmilchgewächse ist auch der Christusdorn giftig. Er enthält giftigen Milchsaft, der beim Menschen zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute führen kann. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen, die möglichst nicht mit dieser Pflanze in Berührung kommen sollten.

Pflege

Euphorbia milii ist eine sehr anspruchslose und pflegeleichte Pflanze, die den einen oder anderen Pflegefehler verzeiht. Das macht sie zu einer idealen Einsteigerpflanze. Viele Liebhaber geben den Hybriden den Vorzug und seltener den reinrassigen Arten. Bei den Hybriden konzentrierten sich die Züchter vor allem auf eine hohe Blütendichte und eine möglichst lange Blühdauer. In der Pflege unterscheiden sich reine- und Hybridsorten kaum voneinander.

Standort

Der Christusdorn ist ein echter Sonnenanbeter. Je intensiver und konstanter die Sonneneinstrahlung ist, desto intensiver die Blütenfülle und länger die Blühdauer. Selbst pralle Mittagssonne kann dieser dekorativen Pflanze nichts anhaben. An halbschattigen Standorten ist die Blütenbildung deutlich reduziert.

Optimal sind warme Räume mit normalen Zimmertemperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit. Die Luft sollte eher trocken als zu feucht sein und die Temperaturen nicht unter 15 Grad fallen. Ansonsten würde der Christusdorn die Blätter verlieren. Bestens geeignet ist ein Platz an einem Südfenster, wobei Hybriden unabhängiger vom Tageslicht sind. Von Juni bis September kann er auch problemlos an einem regengeschützten Plätzchen im Freien stehen.

Boden

Euphorbia milii bevorzugt ein durchlässiges, humoses und sandiges Substrat. Das kann ein Erde-Sand-Gemisch sein oder eine Substratmischung aus 1 Teil humoser Blumenerde oder Torfsubstrat, 1 Teil Lehmerde, 1,5 Teilen Quarzsand und 1,5 Teilen Lavagranulat, Kies oder Blähton. Der ideale pH-Wert des Bodens sollte zwischen 6,0 und 6,8 liegen.

Zum Schutz vor Krankheitskeimen ist es ratsam bei Verwendung von Landerde, diese vorher durch Erhitzen steril zu machen. Handelsübliche Blumenerde ist ungeeignet, denn sie wird den Anforderungen des Christusdorns  nicht gerecht.

Euphorbia milii ist eine beliebte Zimmerpflanze

Pflanzen

Erstmals sollte diese Pflanze unmittelbar nach dem Kauf umgetopft werden. Meist sind im Handel angebotene Pflanzen in herkömmlicher Torf- oder Blumenerde eingetopft, was für den  Christusdorn eher nachteilig ist. Deshalb sollte man sie schnellstmöglich in geeigneteres Substrat umtopfen.

Danach sollten junge Pflanzen aufgrund ihres schnelleren Zuwachses jährlich umgetopft werden. Bei älteren Exemplaren ist Umtopfen nur noch alle  3-4 Jahre zu empfehlen bzw. sobald der alte Topf zu klein geworden und die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist.

  • der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr
  • das neue Pflanzgefäß darf nur geringfügig größer sein als das alte
  • ist es zu groß, konzentriert sich die Pflanze vor allem auf die Bildung neuer Wurzeln
  • der Blütenbildung schenkt sie weniger Aufmerksamkeit
  • darüber hinaus sollte es für einen guten Wasserablauf über ausreichend Abzugslöcher verfügen
  • als unterste Lage gibt man eine Drainage aus grobem Kies oder Granulat in den Topf
  • auf die Drainage kommt ein Teil der Substratmischung und darauf wird der Christusdorn gesetzt
  • nun den Topf bis auf wenige Zentimeter unter den Topfrand mit Substrat auffüllen
  • zwischendurch den Topf mehrmals vorsichtig aufstauchen
  • so können sich Hohlräume im Wurzelbereich schließen
  • bleiben Hohlräume zurück, können sie die Standfestigkeit der Pflanze gefährden
  • abschließend die Erde festdrücken und angießen, wenn möglich mit Regenwasser

Um sich beim Umtopfen vor den spitzen Dornen zu schützen, kann man die Pflanze z. B. mit Lederhandschuhen, Styropor oder einer Kakteenzange aus dem Topf nehmen und umsetzen.

In Hydrokultur pflanzen

Christusdorn eignet sich sowohl für eine Erd- als auch eine Hydrokultur sehr gut, wobei das Umstellen vorn Erd- auf Hydrokultur nicht empfehlenswert ist. Besser ist es, diese Pflanze von Beginn an, sprich als Steckling in einem Hydrogefäß zu ziehen. Da der Wasserbedarf von Euphorbia milii eher gering ist, ist es ratsam, einen Wasserstandsanzeiger zu verwenden, der sich speziell bei dieser Pflanze immer im Minimum bewegen sollte.

Ein solcher Wasserstandsanzeiger zeigt an, wann die Pflanze wieder gegossen werden muss. Abhängig von der jeweiligen Saison kann das etwa alle 3-7 Tage der Fall sein. Wie bei einer Erdkultur sollte auch hier zum Gießen zimmerwarmes und vor allem kalkarmes Wasser verwendet werden. Steht kein Regenwasser zur Verfügung, kann man auch mit abgestandenem Leitungswasser gießen. Das sollte mindestens einen Tag abgestanden sein.

Gießen

Der Wasserbedarf beim Christusdorn ist gering bis mittel. Demzufolge sind gelegentliche Wassergaben völlig ausreichend. Gegossen wird so, dass der Ballen immer komplett durchfeuchtet ist. Bis zum nächsten Gießen lässt man die oberste Substratschicht abtrocknen. Sinken die Temperaturen unter 16 Grad, lässt man den Ballen vor der nächsten Wassergabe etwa bis zur Hälfte abtrocknen.

Trotz allem sollte der Ballen nie komplett austrocknen. Anderenfalls würde er recht schnell Blätter verlieren. Dagegen ist überschüssiges Wasser im Untersetzer grundsätzlich zu entfernen. Bei Hydrokulturen zeigt der Wasserstandsanzeiger an, wann wieder gegossen werden muss.

Christusdorn mit weißen Blüten

Düngen

In dem Jahr indem der Christusdorn umgetopft wurde, kann auf das Düngen komplett verzichtet werden. Ab dem nächsten Jahr kann man in der Zeit von April bis September alle 14 Tage einen flüssigen Kakteendünger in normaler Dosierung über das Gießwasser verabreichen. Beim Düngen ist grundsätzlich darauf zu achten, niemals auf das trockene Substrat zu düngen, das würde die Wurzeln verbrennen.

Auch eine Überdüngung sollte vermieden werden, sie würde zur Bildung von langen, dünnen und kraftlosen Geiltrieben führen. Bei Hydrokulturen bietet sich etwa alle drei Monate die Gabe eines geeigneten Langzeitdüngers an.

Schneiden

Mit zunehmendem Alter kann Euphorbia milii beachtliche Ausmaße annehmen oder im unteren Bereich verkahlen, was gegebenenfalls die eine oder andere Schnittmaßnahme rechtfertigt. Diese Pflanze ist gut schnittverträglich und kann im Grunde ganzjährig verschnitten werden.

  • der beste Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen ist das zeitige Frühjahr zwischen März und April
  • das Schnittgut kann für die Gewinnung von Stecklingen genutzt werden
  • soll die Pflanze buschiger wachsen, kürzt man den Mitteltrieb unmittelbar am Ansatz ein
  • zum Verjüngen des Christusdorns kann man ihn um etwa zwei Drittel einkürzen
  • er treibt danach in der Regel zuverlässig wieder aus
  • zum Schneiden nur ausreichend scharfe Schnittwerkzeuge verwenden
  • so lassen sich Quetschungen vermeiden
  • nach jedem Schnitt ist es wichtig, die Schnittstellen zu desinfizieren
  • dazu kann man sie beispielsweise mit Holzkohlepulver bestäuben
  • das soll verhindern, dass über die Schnittflächen Keime oder Viren eindringen können

Aufgrund der Giftigkeit des Christusdorns sollten bei Schnittmaßnahmen immer Handschuhe, und wenn möglich eine Schutzbrille getragen werden, um zu verhindern, dass der stark reizende Milchsaft auf die Haut oder Schleimhäute gelangt und dort Reizungen hervorrufen kann. Darüber hinaus ist es sinnvoll die Pflanze an der frischen Luft oder zumindest in einem gut belüfteten Raum zu schneiden.

Überwintern

Während der kalten Jahreszeit, von Oktober bis Februar sollte man dem Christusdorn unbedingt eine 4-6 wöchige Ruheperiode bei etwas kühleren Temperaturen um 15 Grad gönnen. Das kann man tun, indem man ihm sozusagen trockenlegt. Das bedeutet, dass die Gießmengen nach und nach immer weiter reduziert werden, bis letztendlich nur noch so viel gegossen wird, dass der Ballen nicht vollständig austrocknet.

Temperaturen im Winter um 15 Grad sind für die Bildung neuer Blüten förderlich. Wird im Gegensatz dazu normal weiter gegossen, neigen die Pflanzen zum Vergeilen. Dabei bilden sie lange dünne und kraftlose Triebe, die keine Blüten hervorbringen.

Während für die meisten Pflanzen trockene Heizungsluft vor allem im Winter ein großes Problem darstellt, ist sie bei  Euphorbia milii geradezu gewünscht und das ganzjährig. Auch bei Hydrokulturen sollte der Wasserstand jetzt noch niedriger sein. Gedüngt wird im Winter nicht, weder in Erd- noch in Hydrokultur.

Vermehren

Aussaat

Eine Vermehrung des Christusdorns durch Aussaat ist aufwendiger als eine Stecklingsvermehrung aber dennoch möglich. Dazu verteilt man die Samen auf einem Anzuchtsubstrat, deckt sie nur leicht mit Erde ab und befeuchtet diese. Anschließend deckt man das Anzuchtgefäß, je nach Art des Gefäßes mit einer lichtdurchlässigen Folie oder einer Plastikhaube ab, um optimale Keimbedingungen zu schaffen.

Das Ganze stellt man anschließend an einen warmen und hellen, jedoch vor praller Sonne geschützten Platz. Die Abdeckung sollte zur Vermeidung von Schimmel und Fäulnis täglich für kurze Zeit entfernt und das Substrat belüftet werden. Nach etwa 3-4 Wochen zeigen sich in den meisten Fällen die ersten Keimlinge. Sind diese etwa 10 cm groß, vereinzelt man sie in kleine Töpfe und kann sie entsprechend weiterkultivieren.

Stecklinge

Die beste Zeit für eine Stecklingsvermehrung ist im Frühjahr, idealerweise nach einem Rückschnitt der Pflanze. Dazu schneidet man 8-10 cm lange Triebspitzen und entfernt bis auf die obersten, sämtliche Blätter. Nach dem Schnitt wird man feststellen, dass aus den Schnittstellen ein weißer Milchsaft läuft. Diese sogenannte ‚Blutung‘ stoppt man, indem man die Stecklinge in lauwarmes Wasser legt, bis kein Saft mehr austritt.

  • anschließend die Stecklinge 1-2 Tage an der Luft trocknen lassen
  • dann in kleine Töpfe in ein leicht feuchtes Torf-Sand-Gemisch einpflanzen
  • das Ganze an einen warmen und hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • temperaturen zwischen 22 und 25 Grad sind optimal
  • sehr gut ist ein Standort nahe einer Heizung, denn warme Füße begünstigen die Wurzelbildung
  • das Substrat ist während der ganzen Zeit leicht feucht zu halten
  • nach etwa vier Wochen haben die Stecklinge erste feine Wurzeln gebildet
  • die jungen Pflanzen können in kleine Töpfe umgesetzt werden
  • jetzt sollten sie heller, gerne auch an einem vollsonnigen Platz weiterkultiviert werden
  • für buschigere Pflanzen immer mehrere Exemplare in einem Topf zusammen pflanzen

Da der Christusdorn schnell unansehnlich aussehen kann, wenn man zu viele Stecklinge schneidet, gibt es eine Möglichkeit, aus einem Steckling mehrere neue Pflanzen zu gewinnen. Dazu eignen sich vor allem ältere Pflanzen, an deren Trieben sich, fast über die komplette Länge, schlafende Augen befinden aus denen sie wieder austreiben können. Diese Stecklinge werden nicht wie sonst in das Substrat gesteckt, sondern liegend eingepflanzt. So kann er aus mehreren Augen austreiben und so gleich mehrere bewurzelte Stecklinge bzw. Jungpflanzen hervorbringen.

Anzucht in Hydrokultur

Möchte man Euphorbia milii in Hydrokultur halten, macht es Sinn, sie schon als Steckling in Hydrokultur zu ziehen. An dem Steckling werden wieder die unteren Blätter entfernt und dieser in Weidenwasser bewurzelt. Weidenwasser kann man leicht selbst herstellen, indem man diesjährige Triebe einer Weide entlaubt und sie in etwa 2 cm kleine Stücke zerteilt, die man dann für 24 Stunden in Wasser ziehen lässt. Danach gießt man das Wasser ab und kann die Stecklinge hineinstellen.

Alternativ dazu kann er auch in einem Gefäß mit Granulat bewurzelt werden, wobei das verwendete Gefäß natürlich keine Abzugslöcher haben sollte. Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, kann in handelsübliche Hydrotöpfe umgetopft werden. Dabei unbedingt einen Wasserstandsanzeiger verwenden und darauf achten, dass sich dieser immer im Minimum befindet.

Krankheiten

Dank seines hohen Giftgehalts machen die meisten Schädlinge in der Regel einen großen Bogen um den Christusdorn. Auch gegenüber Krankheiten ist er relativ robust. Dennoch kann es durch zu viel Nässe zu Wurzelfäulnis kommen. Betroffene Pflanzen sind oft nicht mehr zu retten. Vorbeugend sollte auf eine trockenere Kulturführung geachtet werden.