Ficus benjamina, Birkenfeige

Die Birkenfeige kommuniziert ihr Unwohlsein, indem sie kurzerhand die glänzend-grünen Blätter abwirft. In der Tat handelt es um einen Schutzmechanismus, mit dem die Zimmerpflanze auf negative Rahmenbedingungen reagiert. Die Ursache für das Manko ist nur selten offensichtlich, sondern erfordert eine dezidierte Analyse. Lesen Sie hier, warum ein Ficus benjamina seine Blätter verliert. Diese Pflege-Anleitung zeigt, wie Sie Ihrem Sorgenkind unter die Arme greifen.

Steckbrief

  • zugeordnet zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae)
  • Gattung: Feigen (Ficus)
  • Bezeichnung der Art: Birkenfeige (Ficus benjamina)
  • immergrüner Baum oder Strauch
  • beheimatet im gesamten Tropengürtel, vornehmlich in Indien, China, Malaysia bis Australien
  • dunkelgrüne, hellgrüne oder cremeweiß panaschierte, glänzende Blätter
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur von 200 bis 300 cm, selten höher
  • Blattformen: oval, verkehr-eiförmig oder eiförmig-lanzettlich mit glattem oder gewelltem Rand
  • cremeweiße bis gelbliche Blüten im Sommer
  • orangefarbene, kugelige Feigen mit 2 bis 2,5 cm Durchmesser
  • Temperaturminimum: 15 Grad Celsius
  • Ist in allen Pflanzenteilen giftig!

Nonverbal und dennoch unmissverständlich teilt uns die Birkenfeige mit, wenn sie sich unwohl fühlt. Auf eine Befindlichkeitsstörung reagiert die beliebte Zimmerpflanze, indem sie kurzerhand die elegant glänzenden Blätter abwirft. Dieses Signal erfordert unmittelbaren Handlungsbedarf, damit die immergrüne Botschafterin tropischer Regenwald-Atmosphäre nicht eingeht.

Ficus benjamina, Birkenfeige als Zimmerpflanze

Pflege

Das Spektrum möglicher Ursachen für das Dilemma ist breit gefächert, sodass eine detaillierte Analyse unumgänglich ist. Lesen Sie hier, was zu tun ist, wenn Ihr Ficus benjamina seine Blätter verliert. Diese Pflege-Anleitung erläutert praxisnah, wie Sie Ihre Birkenfeige erfolgreich durch die widrigen Rahmenbedingungen einer mitteleuropäischen Wohnraumkultur geleiten.

Die Birkenfeige ist in allen Teilen giftig. Der absichtliche oder unabsichtliche Verzehr löst bei Mensch und Tier Vergiftungssymptome aus, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Standort

Abrupter Standortwechsel als Hauptursache

Wenn ein Ficus benjamina seine Blätter verliert, resultiert dieses Schadbild häufig aus einem unvermittelten Wechsel an einen neuen Standort. Diese Maßnahme lässt sich nicht immer umgehen, wie beispielsweise im Rahmen eines Umzugs in eine neue Wohnung. Fassen Sie sich in diesem Fall ein wenig in Geduld.

Nach einigen Wochen hat sich die Birkenfeige am neuen Platz akklimatisiert und gleicht den Blattverlust wieder aus. Das gilt selbstverständlich nur dann, wenn der neue Standort diese Licht- und Temperaturverhältnisse zu bieten hat.

Ficus benjamina ist in all seinen Pflanzenteilen giftig

  • helle bis sonnige Lage, gerne mit mildem Sonnenschein in den Morgenstunden
  • je bunter die Blätter, desto sonniger sollte der Standort sein
  • eine Beschattung bei praller Mittagssonne ist zwingend erforderlich
  • ganzjährig warme Temperaturen über 15 Grad Celsius

Gegen einen Aufenthalt auf dem sommerlichen Balkon hat die Birkenfeige nichts einzuwenden, sofern sie schrittweise an das direkte Sonnenlicht gewöhnt wird. Fernerhin sollte sichergestellt sein, dass die tropische Blattschmuckpflanze keiner kalten Nässe ausgesetzt wird.

Zugluft lässt die Blätter fallen

Als zweihäufigste Ursache für den Abwurf von Blättern, konstatieren Experten kalte oder warme Zugluft. Befindet sich eine Birkenfeige auf der Fensterbank, sollte dieses Fenster im Winter nicht für die Frischluftversorgung des Wohnraumes geöffnet werden. Schon wenige Minuten kalter Luft bringen die exotische Grünpflanze dergestalt aus der physiologischen Balance, dass sie als Schutzmaßnahme vorsichtshalber das Laub fallen lässt.

In unmittelbarer Nähe zu einem aktiven Heizkörper reagiert die Birkenfeige ebenfalls mit dem Verlust des Laubs. Permanent warmer, trockener Heizungsluft ausgesetzt, befürchtet die gestresste Pflanze eine Dürreperiode. Um die Verdunstung zu reduzieren, müssen die glänzend-grünen Schmuckblätter dran glauben.

Birkenfeige ist ein immergrüner Baum oder Strauch

Kalte Füße verursachen Abwurf der Blätter

Im Reigen der häufigsten Ursachen für den Verlust von Blättern an einer Birkenfeige nimmt ein kalter Topfboden den dritten Rang ein. Dringt von unten her Kälte in den Wurzelballen, verkraftet die empfindliche Regenwaldpflanze diese Belastung nicht. Vermeiden Sie daher einen Standort auf dem kalten Steinboden.

Prüfen Sie auf der Fensterbank, ob sich eine Kältebrücke bilden kann. Stellen Sie den Topf von Beginn an auf eine isolierende Unterlage aus Holz, Kork oder Styropor, beugen Sie dem Schaden wirksam vor. Verwenden Sie darüber hinaus stets zimmerwarmes Gießwasser, kühlt der Wurzelballen nicht aus und die Birkenfeige sieht keine Veranlassung, ihre Blätter abzuwerfen.

Neben den drei häufigsten Ursachen für den Verlust der Blätter an einer Birkenfeige, zeichnen verschiedene Versäumnisse in der Pflege für den Schaden verantwortlich. Stellen Sie daher das Pflegeprogramm in allen Aspekten auf den Prüfstand. Die folgende Anleitung zeigt auf, wie ein Ficus benjamina fachgerecht zu kultivieren ist.

Gießen

Der Wasserbedarf einer Birkenfeige befindet sich auf mäßigem Niveau. Ein nasses Substrat ist ebenso unvorteilhaft, wie Ballentrockenheit, denn beide Extreme verursachen den Abwurf der Blätter.

Ficus benjamina, Birkenfeige mag keine Staunässe

So gießen Sie einen Ficus benjamina richtig:

  • erst dann gießen, wenn das Substrat bis in eine Tiefe von 2-3 cm getrocknet ist
  • zimmerwarmes, kalkarmes Wasser solange auf den Wurzelballen geben, bis sich der Untersetzer füllt
  • den Untersetzer nach 20 Minuten ausgießen oder mit Kieselsteinen füllen, um Staunässe zu vermeiden

Alternativ regulieren Sie den Wasserhaushalt nach der Tauchmethode. Dabei tränken Sie den gut angetrockneten Wurzelballen in einem Eimer mit abgestandenem Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Erneut gewässert wird die Birkenfeige erst dann, wenn das Substrat weitgehend getrocknet ist. Abhängig von der Jahreszeit und Topfgröße, können zwischenzeitlich mehrere Wochen vergehen.

Luftfeuchtigkeit

Damit sich eine Birkenfeige heimisch fühlt, sollte die Luftfeuchtigkeit in ihrer unmittelbaren Umgebung zwischen 50 und 70 Prozent liegen. Unter dem Einfluss zu trockener Luft verliert die Grünpflanze schlimmstenfalls einen Großteil ihrer Blätter, weil sie auf Sparflamme schaltet. Es genügt daher nicht, einen Standort in der Nähe eines aktiven Heizkörpers zu vermeiden.

Ergänzend tragen die folgenden Vorkehrungen zu einer tropisch-feuchten Raumluft bei:

  • Luftbefeuchter aufstellen
  • den Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser füllen
  • im Winter auf den Heizkörpern Schalen mit Wasser platzieren
  • die Birkenfeige alle paar Tage einsprühen mit weichem Wasser

Ficus benjamina braucht mäßig viel Wasser

Wählen Sie als Standort ein helles Badezimmer, tun Sie Ihrer immergrünen Blattschmuckpflanze einen besonderen Gefallen. Hier herrschen ohne besondere Vorkehrungen ähnliche Bedingungen, wie die Birkenfeige sie von ihrem Habitat her kennt.

Düngen

Während der Wachstumsphase düngen Sie eine Birkenfeige alle 2 Wochen mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen. Um einer Überdüngung aus dem Weg zu gehen, verdünnen Sie bitte die vom Hersteller angegebene Dosierung um die Hälfte. Von Oktober bis Februar deckt die Gabe von Dünger im Abstand von 6 Wochen den geringeren Nährstoffbedarf ab.

Wichtig zu beachten ist, dass Sie Düngemittel niemals auf angetrocknete Erde verabreichen sollten. Die darin enthaltenen Salze können Verbrennungen an den empfindlichen Wurzeln verursachen, woraufhin die geplagte Pflanze ihre Blätter verliert. Gießen Sie vorher und nachher mit klarem, zimmerwarmem Wasser, umgehen Sie die Gefahrenquelle problemlos.

Überwintern

Von Oktober bis Februar passt sich die Birkenfeige in ihrem Wachstum an die reduzierten Licht- und Temperaturverhältnisse an. Der ohnehin gemächliche Zuwachs kommt in dieser Zeit fast vollständig zum Erliegen. Dementsprechend sollte die Wasser- und Nährstoffversorgung ebenfalls zurückgefahren werden.

So passen Sie das Pflegeprogramm im Winter an:

  • die Birkenfeige seltener gießen oder tauchen, als im Sommer
  • von Oktober bis Februar lediglich alle 6 Wochen flüssig düngen
  • vor Zugluft und Bodenkälte schützen
  • das Temperaturminimum von 15 Grad Celsius nicht unterschreiten

Birkenfeige gehört zu den Maulbeergewächsen

Will sich die Sonne am winterlichen Himmel über längere Zeit überhaupt nicht zeigen, kann der erhebliche Lichtmangel dazu führen, dass ein Ficus benjamina seine Blätter verliert. Dieser Misere beugen Sie vor, indem Sie eine Pflanzenlampe über dem Bäumchen installieren, die für einen Ausgleich sorgt.

Schneiden

In der Regel wird jeder Zuwachs einer Birkenfeige mit Freuden zur Kenntnis genommen. Ein alljährlicher Rückschnitt steht somit nicht auf dem Pflegeprogramm. Sollte Ihnen die tropische Zimmerpflanze dennoch einmal über den Kopf wachsen, kürzen Sie die zu langen Triebe im Frühjahr ein. Sie fördern ein buschiges Wachstum, indem Sie die Schere in kurzem Abstand zu einem Blattknoten ansetzen. Fallen Ihnen vertrocknete oder abgestorbene Zweige ins Auge, lichten Sie diese zeitnah aus.

Ficus benjamina, Birkenfeige auch auf dem sommerlichen Balkon

Bitte bedenken Sie insbesondere in Verbindung mit einem Rückschnitt den Giftgehalt im milchigen Pflanzensaft. Legen Sie Handschuhe an und entsorgen das Schnittgut möglichst nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll.

Alle 3 bis 4 Jahre hat eine Birkenfeige unter normalen Bedingungen ihren Kübel vollständig durchwurzelt. Geraten die Wurzelstränge aufgrund dessen unter Druck, könnte die Versorgung des Laubs mit Mitleidenschaft gezogen werden. Rechtzeitiges Umtopfen trägt somit dazu bei, dass ein Ficus benjamina aus der Not heraus seine Blätter abwirft. Alle relevanten Aspekte rund um diese zentrale Pflegemaßnahme werden im Folgenden näher beleuchtet:

Birkenfeige wächst in Zimmerkultur bis 300 Zentimeter hoch

Substrat

Da die langsam wachsende Birkenfeige mehrere Jahre in ihrem Substrat verbringt, empfehlen wir die Verwendung einer strukturstabilen Kübelpflanzenerde. Diese enthält eine ausgewogene Mischung aus organischen und anorganischen Komponenten, die für Standfestigkeit und ausreichende Belüftung der Wurzeln garantieren.

Vermeiden Sie bitte den Griff zu preisgünstiger Blumenerde mit Torf. Je höher der Torfanteil, desto rascher verdichtet das Substrat, was die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen über die Wurzeln beeinträchtigt.

Kübel

Der neue Topf sollte maximal 5-6 cm im Durchmesser größer sein, als der bisherige Kübel. Wählen Sie ein zu voluminöses Pflanzgefäß, begibt sich die Birkenfeige nach dem Umtopfen zunächst eifrig daran, dieses möglichst zügig zu Durchwurzeln. Die ohnedies gemächliche Wachstumsgeschwindigkeit von Trieben und Blättern reduziert sich daraufhin zusätzlich.

Eine Verlängerung der Intervalle zwischen den Umtopf-Aktionen lässt sich auf diese Weise nicht erzielen. Darüber hinaus sollte im Topfboden eine Öffnung vorhanden sein, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Ficus benjamina mit ovalen, eiförmig-lanzettlichen Blättern

Umtopfen

Umtopf-Anleitung

Die beste Zeit für den Wechsel in einen größeren Kübel ist das zeitige Frühjahr, an einem Tag im Februar oder März. Da sich die Birkenfeige seit einigen Jahren im Topf befindet, kann sie sich beim Austopfen ein wenig widerspenstig geben. Legen Sie daher das Gefäß auf die Seite und klopfen mit einem Kochlöffel auf die Wände und den Rand. Mit einer dünnen Messerklinge trennen Sie daraufhin den Topfballen vom Rand und ziehen den Ficus benjamina heraus.

So gehen Sie weiter vor:

  • im neuen Blumentopf aus Blähtonkugeln oder Tonscherben auf dem Boden eine Drainage anlegen
  • diese wasserführende Schicht mit einem atmungsaktiven Vlies vor Verschlämmung schützen
  • eine erste Schicht des empfohlenen Substrats bis auf halbe Höhe einfüllen
  • die ausgetopfte Birkenfeige unter Wahrung der bisherigen Pflanztiefe in die frische Erde einsetzen

Während Sie das Substrat rund um den Wurzelballen einfüllen, drücken Sie es bitte leicht an, damit sich keine Hohlräume bilden. Am Ende gießen Sie die Pflanze mit weichem Wasser an und stellen sie am angestammten Standort wieder auf. J

etzt macht sich bezahlt, wenn Sie beim Einfüllen der Erde einen kleinen Gießrand freigelassen haben. Da Kübelpflanzenerde vorgedüngt ist, verabreichen Sie frühestens nach 8 Wochen wieder etwas Flüssigdünger.

Ficus benjamina, Birkenfeige ist eine beliebte Zimmerpflanze

Vermehren

Verliert ein Ficus benjamina aufgrund von Staunässe oder Überdüngung seine Blätter, laufen Rettungsversuche möglicherweise ins Leere. In diesem Fall bleibt Ihnen die Birkenfeige im Bestand Ihrer Zimmerpflanzen nur dann erhalten, wenn Sie rechtzeitig die Vermehrung durchführen. Besonders erfolgversprechend ist die Nachzucht mit Stecklingen.

So gelingt es:

  • inmitten der Vegetationsphase mehrere Kopfstecklinge schneiden mit einer Länge von 10-15 cm
  • die Blätter entfernen, bis auf ein Blattpaar in der Spitze
  • zu zwei Drittel in feuchte Anzuchterde einsetzen
  • eine Plastiktüte überstülpen oder ins Zimmergewächshaus verbringen

Am halbschattigen Fensterplatz, bei warmen Zimmertemperaturen, halten Sie das Substrat konstant leicht feucht. Tägliches Lüften beugt der Bildung von Schimmel vor. Der Austrieb frischer Blätter signalisiert, dass die Bildung des Wurzelsystems im Verborgenen des Substrats wunschgemäß verläuft.

Die Haube kann nun entfernt oder der Anzuchttopf auf dem Minigewächshaus herausgenommen werden. Aufgrund des langsamen Wachstums einer Birkenfeige, zieht sich dieser Prozess über mehrere Wochen und Monate hin.

Birkenfeige möchte eine helle bis sonnige Lage

Schädlinge

Wird ein Ficus benjamina von saugenden und stechenden Schädlingen befallen, wendet er den Abwurf der Blätter als Verteidigungsstrategie an. Zuvor entzieht die Zimmerpflanze dem Laub noch die restlichen Nährstoffe, sodass es sich gelb verfärbt.

Häufig haben Sie es in diesem Fall mit Schildläusen zu tun, sich in den brüchigen Rinde perfekte Lebensbedingungen vorfinden. Sofern Sie diese Schädlinge aus Auslöser identifizieren, kann hochprozentiger Alkohol das Problem zumindest im frühen Befallsstadium beheben. Tauchen Sie Wattestäbchen in Schnaps und betupfen die Schildläuse wiederholt damit.

Der Alkohol löst den Schutzpanzer auf und tötet die Plagegeister ab. Sollte der Befall bereits weit fortgeschritten sein, bietet der Fachhandel systemische Insektizide in Stäbchenform an, die ins Substrat gedrückt werden.