Ficus elastica, Gummibaum

Noch bis in die 1970er Jahre hinein war der Gummibaum eine häufig anzutreffende Zierpflanze in deutschen Wohnzimmern. Er macht sich auch wunderbar als Kübelpflanze in Treppenhäusern oder Bürogebäuden. Ausgestattet ist der Ficus elastica, so seine botanische Bezeichnung, mit großen, gummiartigen, dunkelgrünen und glänzenden Blättern. Der tropische Zierbaum ist eine sehr robuste und pflegeleichte Pflanze, an der man lange Freude hat.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Maulbeerbaumgewächse (Moraceae)
  • Gattung: Feigen (Ficus)
  • Gruppe: Banyan-Feigen
  • Art: Ficus elastica
  • Trivialname: Gummibaum
  • Herkunft: Südostasien (von Nordostindien bis nach Indonesien)
  • wuchtiger, breiter Kleinbaum mit geschlossener Krone
  • Wuchshöhe: in der Heimat bis zu 40 Metern hoch, hier wird er selten höher als maximal 5 Meter
  • Blüten: feigenartig, unscheinbar, selten in Kultur

Fruchtbare Samen entstehen nur aus der kleinen, ungenießbaren Frucht, wenn sie durch die Feigenwespe bestäubt wird.

  • immergrüne, glänzende, dicke und gummiartige Blätter, gestielt und eiförmig
  • die Borke des unregelmäßig geformten Stammes ist hell- bis mittelbraun und glatt
  • Vermehrung durch Stecklinge oder Aussaat

An sich liebt es der Gummibaum warm und sonnig, denn er ist eine Pflanze, die im tropischen Klima beheimatet ist. Der Ficus elastica zählt zur Gattung der Feigenbäume, wovon es über 1.000 Arten gibt.

Er ist eine beliebte Pflanze für Büros, Wintergärten und Eingangsbereiche, gewinnt aber zunehmend wieder an Bedeutung für den Wohnbereich, denn er baut Formaldehyd aus Möbeln und Teppichböden ab und gedeiht bei Zimmertemperatur sehr gut. Bei richtiger Pflege ist er einer der dankbarsten Zierpflanzen.

Gummibaum als Zimmerpflanze oder im Kübel

Pflege

Auch wenn der Ficus elastica wegen seiner Robustheit sehr geschätzt wird und auch Gartenanfänger etwas mit ihm anfangen können, sollten einige Pflegehinweise beachtet werden, damit er seine Pracht voll entfalten kann.

Standort

Der Gummibaum wird sich gut entwickeln können, wenn man ihm einen hellen und warmen Standort anbietet. Es muss keine pralle Sonne sein, aber auch daran kann er sich gewöhnen. Auch warme Zugluft kann er gelegentlich vertragen, optimal ist das jedoch nicht für ihn, deshalb sollte er möglichst einen ruhigen und geschützten Standort haben. In einer hellen Zimmerecke, nicht direkt an der Heizung und am Fenster, fühlt er sich am wohlsten.

Ebenfalls in Eingangsbereichen und Treppenhäusern macht er sich gut und wird sich bei richtiger Pflege ungestört entwickeln. Allerdings sollte die Raumtemperatur nicht unter 16 °C und niemals unter 10 ° C fallen, kältere Temperaturen, vor allem kalte Zugluft,  verträgt er absolut nicht. Im Sommer kann der Ficus elastica gerne ins Freie, auf den Balkon oder die Terrasse gestellt werden, insofern er vor der grellen Mittagshitze geschützt wird.

Obwohl er trockene Zimmerluft verträgt, liebt er als Tropenbaum eigentlich ein feucht-warmes Klima; von daher sollte der Gummibaum von Zeit zu Zeit mit möglichst kalkfreiem Wasser besprüht werden. Das Badezimmer oder die Küche, insofern Platz dafür ist, wären auch ideale Standorte für diese Zierpflanze.

Substrat

Als Zimmer- und Kübelpflanze benötigt der Ficus elastica eine hochwertige Blumenerde auf Kompostbasis, der gerne etwas Torf, Holz- oder Kokosfasern beigemischt werden können. Wichtig ist es, stets auf eine hohe Durchlässigkeit und einen mäßigen Nährstoffgehalt zu achten. Der Topf muss auch nicht allzu groß sein, von Vorteil ist ein eher beengter Raum für seine Wurzeln.

Was der Gummibaum jedoch gar nicht mag ist Staunässe, deshalb ist ein Ablaufloch im Topfboden unbedingt notwendig. Am besten wird der Topf auf einen Untersetzer gestellt, der mit Kiesel, Splitt oder Tonscherben ausgelegt ist und überschüssiges Gießwasser aufnehmen kann. Dies schafft dann auch ein feucht-warmes Klima, das der Gummibaum so liebt. Optimal ist ein Substrat in einer Mischung aus Perliten, Sand und Lavagranulat.

Ficus elastica wächst bis zu 4 Meter hoch

Gießen

Der Gummibaum benötigt nicht viel Wasser und ist an Trockenheit gewöhnt. Man sollte erst zur Gießkanne greifen, wenn die Oberfläche des Substrats oder der Erde knochentrocken geworden ist. Im Allgemeinen kommen alle Sorten des Ficus elastica mit wenig Wasser und wenig Nährstoffen aus.

Das Wasser sollte stets Zimmertemperatur haben und am besten wird der Untersetzer mit den Kieseln, dem Splitt oder den Scherben etwa 20 Minuten nach dem Gießen abgegossen, falls sich zu viel Gießwasser angesammelt haben sollte. Eine etwas längere Trockenheitsphase wird der Gummibaum besser überstehen als zu viel Wasser und Staunässe an den Wurzeln.

Optimal ist die Tauchmethode zum Wässern des Gummibaumes: Dabei wird der gesamte Erdballen so lange in Wasser eingetaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die Erde und die Wurzeln saugen sich so auf natürliche Weise voll und nach einiger Zeit wird das überschüssige Wasser vorsichtig abgeschüttelt und die Pflanze wieder in den Topf gesetzt. Zugegeben, die Methode ist etwas aufwändig, aber sie muss nur alle paar Wochen durchgeführt werden, denn so lange zehrt der Ficus elastica von der Feuchtigkeit in der gesättigten Erde.

Düngen

Gedüngt werden muss nur alle 6 Wochen mit handelsüblichem Volldünger in flüssiger Form. Der Ficus elastica verträgt auch reifen Kompost als Dünger, insofern der Erde Kokos- oder Holzfasern beigemengt werden. Im Winter sollte überhaupt nicht gedüngt werden.

Blätterpflege

Die großen glänzenden Blätter bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit, damit die volle Schönheit des Ficus elastica erhalten bleibt.

Ficus elastica ein tropischer Zierbaum

Folgende Regeln dafür sollte jeder Pflanzenlieber beherzigen:

Blätter regelmäßig vom Staub befreit werden. Befindet sich der Standort in der Küche oder in der Nähe der Küche, legt sich auch oft ein dünner Fettfilm über die sattgrünen Blätter. Es genügt von Zeit zu Zeit vorsichtig mit einem feuchten Tuch Staub und Schmutz von den Blättern zu entfernen.

Ab und zu liebt der Gummibaum eine lauwarme Dusche. Gegebenenfalls sollte dabei der Topfballen mit einer Folie oder Plastiktüte geschützt werden. Auch danach heißt es: Den Erdballen gut abtropfen lassen, um überschüssiges Wasser restlos zu entfernen.

Tipp: Um den Glanz der Blätter zu erhalten, können sie ab und zu mit der Innenseite von Bananenschalen abgerieben werden. Auch Algenwasser soll diesen Effekt hervorrufen.

Vermehrung

Um weitere Gummibäume als Zimmerpflanzen zu gewinnen oder Freunde und Verwandte damit zu beglücken, kann der tropische Baum problemlos vermehrt werden. Dies geschieht vegetativ durch Stecklinge.

Die Vorgehensweise ist folgendermaßen:

  • Kopfstecklinge als Triebe in einer Länge von etwa 7 bis 10 Zentimeter mit einem scharfen Messer abschneiden
  • die Schnittwunden des Gummibaumes sofort mit Holzkohleasche desinfizieren und/oder mit hochwertigem Kerzenwachs verkleben
  • die Stecklinge in ein Glas mit frischem Wasser stecken, wobei das untere Laub immer entfernt wird
  • ein Blatt und eine Knospe müssen aber immer am Trieb verbleiben
  • nach 1-2 Monaten haben sich kräftige Wurzeln gebildet und der Steckling kann in einen Topf mit Erde oder Substrat gesteckt werden

Ficus elastica, Gummibaum ist robust und pflegeleicht

Alternativ kann der junge Trieb auch gleich in einen Topf mit Erde oder nährstoffarmen Substrat gesteckt, und mit einer Folie oder Tüte zugebunden  werden. Nach 2-3 Monaten, wenn sich ein kräftiges Wurzelwerk gebildet hat, kann die Tüte entfernt und die junge Pflanze umgetopft werden.

Tipp: Den jungen Steckling während dieser Zeit regelmäßig lüften und vorsichtig mit Wasser besprühen.

Die beste Zeit für eine Vermehrung und das Schneiden ist im zeitigen Frühjahr, dabei sollte der Trieb immer knapp unter dem Auge gekürzt werden.

Das Gute daran ist außerdem, dass der Gummibaum dadurch gestutzt wird. Wahre Könner schneiden so viel ab, dass der Baum dadurch gleichförmiger wächst. Auch ein Radikalschnitt macht dem Ficus elastica nichts aus. So hält man den tropischen Baum im Zaum und er wird buschiger, statt unkontrolliert in die Höhe zu wachsen.

Achtung: Aus den Blättern tritt Milchsaft aus, der Allergien auslösen kann, deshalb sollten beim Schneiden immer Latex-Handschuhe getragen werden. Aus dem Trieb kommt harmloser Pflanzensaft, der abtropft oder einfach mit einem Tuch getrocknet wird.

Vermehrung durch Aussaat

Der Ficus elastica kann ebenfalls durch Samen vermehrt werden. Dafür werden Kunststofftöpfe und nährstoffarme Aussaaterde benötigt. Ein Sand-Torfgemisch tut es ebenfalls. Um ein optimales Anzuchtklima zu schaffen, ist es sinnvoll, die Erde gut zu durchfeuchten und einen durchsichtigen Kunststoffbeutel über den Topf zu ziehen. Sobald der Keimling Blätter zeigt, wird er pikiert und sobald er groß genug ist, erhält er sein Zuhause in einem größeren Topf.

  • die Anzuchttemperatur sollte bei durchschnittlich 24 – 28 °C liegen
  • eventuell beheizbare Anzuchtschalen verwenden, um auf ‚Nummer Sicher‘ zu gehen
  • für das Substrat und um die jungen Keimlinge zu besprühen eignet sich am besten Weidenwasser

Gummibaum liebt es warm und sonnig

Krankeiten

Bekämpfung

Eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlingsbefall ist anzuraten, denn wie alle exotischen Gewächse kann der Gummibaum immer mal wieder von Schild- und Wollläusen oder der Roten Spinne heimgesucht werden.

Folgende Maßnahmen sind dann zu treffen:

  • den Baum schnellstmöglich isolieren damit nicht auch noch weitere Zimmerpflanzen davon befallen werden

Man kann nun handelsübliche Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einsetzen oder aber biologische Mittel verwenden. Dabei handelt es sich um Insekten, die online bestellt oder im guten Fachhandelt gekauft werden können. Diese machen sich auf natürliche Weise über die Plage her, indem sie sie auffressen. Das sind zum Beispiel folgende.

  • Florfliegenlarven
  • winzig kleine Schlupfwespen
  • australische Marienkäfer
  • Raubmilben

Sobald keine Läuse oder Spinnen mehr da sind, verschwinden sie von selbst.

Ficus elastica, Gummibaum ist immergrün

Erkennen und vorbeugen

Zu einem Schädlingsbefall kann es vor allem durch eine zu trockene Raumluft kommen (immer wieder mal besprühen!) oder durch Staunässe. Durch Blumenerde werden oft Trauermücken eingeschleppt, die durch ihre natürlichen Fressfeinde, also biologische Pflanzenschutzmittel, vertilgt werden.

Sollte der Befall sich noch in Grenzen halten, können auch Neem-Öl oder ein Gemisch aus Spülmittel, Paraffinöl und Wasser zur Anwendung kommen. Bei den ersten Anzeichen wie einer Gelbfärbung und vertrockneten Blättern sowie feinen Gespinsten von der Roten Spinne (Spinnmilbe) muss gehandelt werden, damit sich der Befall nicht weiter ausbreitet.

Erste Maßnahmen sind:

  • Pflanze abduschen
  • für eine Woche in einen Plastiksack stecken
  • täglich mit kalkfreiem Wasser besprühen

Umtopfen

Sobald der Ficus elastica damit beginnt, Luftwurzeln auszubilden und wenn sich das Substrat nach oben drückt, wird es höchste Zeit für eine neue Behausung. Am wohlsten fühlt er sich in einem Tontopf.

Beim Umtopfen folgendes beachten:

  • vertrocknete und/oder verfaulte Wurzeln trennen
  • einen etwa 5 – 10 Zentimeter größeren Kübel oder Topf verwenden
  • über dem Wasserablauf zuerst eine Drainage aus Kiesel, Granulat oder Tonscherben legen
  • darüber neues Substrat mit Erde und Perlite einfüllen
  • darauf dann den Gummibaum setzen und an den Seiten luftdicht mit Erde befüllen, d. h. gut andrücken
  • etwa einen 5 Zentimeter Rand am Topf frei lassen
  • sofort gut angießen und das überschüssige Wasser aus dem Untersetzter entfernen

Gummibaum gehört zur Gattung der Feigenbäume

Sorten

Den klassischen Gummibaum gibt es nicht nur in der herkömmlichen Form, sondern kreativen Züchtern sind neue Sorten mit breiteren Blättern (Decora) und grün-weiß geflecken Blättern (Doescheri) gelungen.

Es gibt sogar Gummibäume mit creme- und rosafarbenen Blattzeichnungen (Tricolor).  Eine besonders edle Sorte ist der Ficus elastica „Black Prince“ mit sehr großen, runden und dunkelgrünen Blättern. Die bekanntesten neuen Züchtungen sind die Folgenden.

Ficus elastica ‚Robusta‘

  • mit oval-runden Blättern und einer großen Widerstandskraft gegen sowohl Krankheiten als auch schlechte Pflege
  • der Baum sollte jedoch seinen Standort nicht wechseln

Ficus elastica ‚Variegata‘

  • mit mehrfarbigen Blättern in Cremeweiß und Hellgelb
  • er ist etwas kleiner als seine Artgenossen

Ficus elastica ‚Tineke‘

  • mit ausgeprägter Blattzeichnung in dunkelgrün und weiß.
  • bei einem hellen Standort kommt dies besser hervor
  • kleinwüchsig

Ficus elastica ‚Melany‘

  • ebenfalls kleinwüchsig mit tiefgrünen bis zart-rötlichen Blättern
  • kompakte Pflanze, die kein pralles Sonnenlicht verträgt

Ficus elastica ‚Belize‘

  • eine der farbigsten Sorten mit einer straffen Wuchshöhe

Ficus elastica ‚Australis‘

  • kleinwüchsig mit sehr grün glänzenden Blättern