Fuchsien, Fuchsia

In der kreativen Pflanzenkomposition für den Sommergarten haben sich Fuchsien als Klassiker einen Namen gemacht. Dank winterharter Sorten ist das farbenfrohe Festival mit den unverwechselbaren Blüten nicht beschränkt auf Balkon und Terrasse. Erkunden Sie hier, wie Sie die verholzenden Blütenschönheiten im Kübel und Beet gekonnt pflanzen. Profitieren Sie von einer detaillierten Anleitung zu Pflege und Überwintern.

Steckbrief

  • Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
  • Gattung Fuchsien (Fuchsia) mit mehr als 100 Arten und 12.000 Sorten weltweit
  • beheimatet in den Bergwäldern Südamerikas
  • verholzende, laubabwerfende Blütenpflanze mit stark variierendem Erscheinungsbild
  • Wuchshöhen in Kultur von 20 cm bis 150 cm (aufrecht) 80 cm bis 400 cm (kletternd)
  • Blütezeiten – je nach Art – von April bis Juni oder Juli bis Oktober
  • unverkennbare Blütenformen mit gebogenen Kelchblättern und 4 bis 8 Kronblättern um einen langen Tubus
  • ellyptische, lang gestielte Blätter mit minimal oder stark gesägtem Rand
  • grüne, rote oder schwarze Beeren in verschiedenen Größen mit wenigen Samen
  • je nach Art nicht, bedingt oder gut winterhart

Mit ihren nickenden und hängenden Blüten, haben sich Fuchsien im Sommergarten als unentbehrliche Klassiker hervorgetan. Im Kübel auf dem Balkon oder als Staude im Beet lassen sich die verholzenden Zierpflanzen ausgezeichnet integrieren in den schöpferischen Gestaltungsplan. Aufrecht, überhängend oder hängend wachsend, setzen sich Fuchsia in allen erdenklichen Wuchshöhen in Szene.

Pflege

Einige der schönsten Sorten entfalten am vollsonnigen Standort ihre wahre Schönheit, während andere sich im Halbschatten wohl fühlen. Erfahren Sie hier, wie Sie die aparten Halbsträucher richtig pflanzen im Beet und Kübel. Unsere fundierte Pflege-Anleitung beleuchtet alle Aspekte einer fachgerechten Kultivierung bis hin zum vorbildlichen Überwintern.

Fuchsien als Kübel- oder Beetpflanze

Für die Kultivierung in Wohnräumen sind Fuchsien nicht geeignet, da sie unter der geringen Luftfeuchtigkeit und den eingeschränkten Lichtverhältnissen leiden. Im Kübel und Balkonkasten sowie als Staude im Beet, finden die Nachtkerzengewächse mannigfaltige Verwendungsmöglichkeiten.

Beetpflanze

Pflanzen im Beet

Winterharte Fuchsien stehen den Wildarten sehr nahe und sind entsprechend robust. Von April bis Mai treiben sie aus dem überwinterten Wurzelstock kräftige Ruten aus, an denen sie von Juli bis zum ersten Frost erblühen. Im Winter frieren die Triebe dann nahezu vollständig zurück, um im nächsten Frühjahr erneut zu sprießen. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie die Freiland-Fuchsien vorbildlich pflanzen.

Standort

An einem sonnigen Standort gedeihen Freiland-Fuchsien kompakter und blütenreicher, als in halbschattigen Lagen. Da ihr Wurzelsystem gegenüber Hitze sehr empfindlich ist, sollte eine Bodenbeschattung vorhanden sein. Siedeln Sie die Blütensträucher mit dem Kopf in der Sonne und einem kühlen Fuß an, werden alle Erwartungen erfüllt.

Der folgende Kurzüberblick nennt alle wichtigen Faktoren für den perfekten Standort von Garten-Fuchsien:

  • sonnige bis halbschattige Lage
  • nährstoffreicher, humoser Boden
  • frisch-feucht und mit gutem Wasserabzug
  • idealerweise mit einem leicht sauren pH-Wert von 5,5 bis 6,5

Fuchsia ist eine verholzende, laubabwerfende Pflanze

Eine Unterpflanzung mit Bodendeckern oder niedrig wachsenden Stauden spendet den sensiblen Wurzelballen genügend Schatten. Für diesen Zweck ebenso gut geeignet ist eine Mulchschicht aus Laub, Grasschnitt oder Rindenmulch.

Pflanzzeit

Da sich die Winterhärte erst einstellt, wenn eine Fuchsie gut verwurzelt ist, rückt das Frühjahr als geeignete Pflanzzeit in den Fokus. Setzen Sie die Jungpflanzen frühestens ab Mitte Mai ins Beet, sofern die Meteorologen keine Bodenfröste mehr ankündigen. In winterrauen Lagen warten erfahrene Gärtner die Schafskälte Anfang Juni noch ab. Bis Mitte Juli sollte die Pflanzung erfolgt sein.

Pflanzung

Stellen Sie die noch eingetopfte Fuchsie in ein Gefäß mit Wasser, um den Wurzelballen zu tränken. In der Zwischenzeit wird die Erde am gewählten Standort von Unkraut, Wurzeln und Steinen gereinigt. Harken Sie den Boden solange durch, bis eine gute Krümelstruktur entsteht.

So geht es weiter:

  • eine 10 cm tiefe Mulde ausheben
  • innerhalb dieser Mulde ein Pflanzloch graben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • die ausgetopfte Fuchsie in die Grube 8 bis 10 cm tiefer setzen, als sie zuvor im Anzuchtgefäß stand und gießen

Die Mulde bleibt zunächst noch offen. Erst im Verlauf des Sommers bis zum Herbst, füllen Sie hier die Erde proportional zum Wachstum auf. Diese Vorkehrung dient dem Schutz des Wurzelstocks vor Frost und Austrocknung während der kalten Jahreszeit. Sofern Sie sich für eine Unterpflanzung als Beschattung entschieden haben, dient diese zugleich als Winterschutz, sodass sich die Mulde erübrigt.

Kübelpflanze

Pflanzen im Kübel

Die große Mehrzahl an Fuchsien verfügt nicht über eine ausreichende Winterhärte, um als Staude im Freiland zu überleben. Im Kübel und Blumenkasten zieren die Blütensträucher Balkon, Terrasse und Sitzplatz. Lesen Sie im Folgenden, worauf bei der Pflanzung zu achten ist.

Pflanzgefäß

In der exponierten Lage von Kübel oder Blumenkasten, ist der Wurzelballen der sommerlichen Hitze noch ungeschützter ausgesetzt, als im Beet. Wählen Sie daher ein Pflanzgefäß, dessen Material sich unter Sonneneinstrahlung nicht so schnell erwärmt. Schwarze Kunststofftöpfe kommen lediglich dann in Betracht, wenn sie in einen kühlenden Tontopf gestellt werden oder unter einem Sonnenschutz platziert sind. Darüber hinaus sollte jedes Gefäß über einen Wasserablauf im Boden verfügen, damit sich keine Staunässe entwickeln kann.

Fuchsien mit unverkennbarer Blütenform

Substrat

Eine selbst herangezogene oder frisch erworbene Fuchsie stellt andere Ansprüche an das Topfsubstrat, als eine adulte, gut verwurzelte Pflanze. Handelsübliche Blumenerde ist häufig vorgedüngt für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten. Wird die Erde im Gartencenter oder beim Hobbygärtner längere Zeit bei hohen Temperaturen gelagert, steigt die Salzkonzentration dramatisch, weil der enthaltene Langzeitdünger zügiger mobilisiert wird.

In ihrem ersten Sommer gerät eine Jungpflanze bei hohen Temperaturen zur ‚Pökel-Fuchsie‘, weil sie unter der umgekehrten Osmose leidet. Treffen verschiedene Salzkonzentrationen aufeinander, zieht die stärkere die schwächere an. Infolge dessen entziehen die Substratsalze den Blättern das Zellwasser, sodass die junge Fuchsie trotz regelmäßigen Gießens verwelkt. Mit der Wahl des richtigen Substrats gehen Sie diesem Problem aus dem Weg.

Darauf ist zu achten:

  • junge Fuchsien pflanzen in torffreie, gering vorgedüngte Einheitserde oder Pikiersubstrat
  • gut verwurzelte Fuchsia einsetzen in hochwertige, torffreie und nährstoffreiche Kübelpflanzenerde
  • mit der Zugabe von Lavagranulat, Perlite oder Kokosfasern die Durchlässigkeit optimieren

Achten Sie beim Kauf von Fuchsienerde zusätzlich darauf, dass ein pH-Wert von 5,5 bis 6,5 gewährleistet ist. Der Wert ist auf der Verpackung angegeben und wird von den Herstellern in der Regel eingehalten, wie unabhängige Tests erwiesen.

Pflanzzeit

Ihren Platz auf dem Balkon oder der Terrasse nehmen Fuchsien im Kübel erst ab Mitte Mai ein. Sofern sichergestellt ist, dass die Pflanzen bis dahin die kalten Nächte hinter Glas verbringen können, spricht nichts gegen eine Pflanzung ab Ende März/Anfang April. Das hat den Vorteil, dass die Ziersträucher zum Start in die Gartensaison über einen üppigen Wachstumsvorsprung verfügen. Fernerhin sind die Pflanzen infolge der Übergangsphase sehr gut abgehärtet.

Standort

Auf dem Balkon gedeihen Fuchsien in ihrer ganzen Pracht, wenn sie einen Standort mit milder Sonne am Morgen oder in den Abendstunden vorfinden. Unter direkte Mittagssonne sollten die Pflanzen nicht geraten. Gegen einen leichten Sommerregen haben die Zierpflanzen hingegen nichts einzuwenden.

Pflanzung

Bevor Sie die Fuchsien in Kübel oder Balkonkasten pflanzen, tränken Sie den Wurzelballen solange in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Bevor Sie das Substrat einfüllen, legen Sie bitte über den Wasserablauf im Boden einige Tonscherben als Drainage. Damit das anorganische Material nicht verschlämmt, fügen Sie zwischen Substrat und Drainage ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies ein.

Setzen Sie die ausgetopften und wassergetränkten Fuchsien etwa 10 cm tiefer in die Erde und gießen an. In einem 1 m langen Blumenkasten finden 5 bis 7 Pflanzen Platz. In einer Blumenampel mit einem Durchmesser von 20 cm, kommen 3 bis 4 Fuchsien dekorativ zur Geltung.

Beet und Kübel

Pflege im Beet und Kübel

In Sachen Pflege gehen Fuchsien im Beet und auf dem Balkon weitgehend konform. Im Folgenden werden alle relevanten Aspekte rund um die Wasser- und Nährstoffversorgung sowie den sachgerechten Schnitt im Einzelnen erläutert.

Fuchsien je nach Art winterhart oder nur bedingt winterhart

Gießen

Fuchsien bevorzugen ein leicht feuchtes Substrat, das zwischenzeitlich antrocknet. Prüfen Sie daher an jedem Morgen per Daumenprobe, ob Wasserbedarf besteht. An warmen Sommertagen sind die Pflanzen bis zum Abend soweit ausgetrocknet, dass sie nochmals gewässert werden sollten.

Lässt eine Fuchsie bei heißer Witterung tagsüber die Blätter hängen, obgleich die Erde feucht ist, gießen Sie bitte keinesfalls nach. Die Pflanze schützt sich auf diese Weise gegen Verdunstung und nimmt jetzt kein Wasser auf. Fatale Staunässe wäre die Folge. Erst wenn die Substratoberfläche wieder trocken ist, wird gewässert.

Um den leicht sauren pH-Wert im Boden zu bewahren, empfehlen wir die Verwendung von Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser. Bitte versetzen Sie Ihre Fuchsien nicht in Angst und Schrecken, indem Sie auf einen warmen Wurzelballen eiskaltes Wasser gießen.

Luftfeuchtigkeit

Wenngleich es sich bei Fuchsien nicht um echte Tropenpflanzen handelt, fördert eine erhöhte Luftfeuchtigkeit die Vitalität und Blühwilligkeit. Sprühen Sie die Ziergehölze im Sommer daher in den Morgenstunden mit kalkfreiem Wasser ein. Füllen Sie die Untersetzer von Töpfen mit Kieselsteinen und Wasser, erzeugt die Verdunstung ein feuchtes Mikroklima.

Düngen

Von März bis September erhalten Fuchsien einen Kalium-betonten Flüssigdünger im Abstand von 14 Tagen. Gut bewährt haben sich Präparate mit einer NPK-Zusammensetzung von 16:9:22. An frisch eingetopften Pflanzen setzt die Nährstoffversorgung erst dann ein, wenn die Vorräte im vorgedüngten Substrat aufgezehrt sind. Bitte beachten Sie, dass Flüssigdünger nicht auf trockene Erde verabreicht wird. Gießen Sie zunächst mit etwas klarem Wasser, bevor Sie das Düngemittel hinzugeben.

Schneiden

Inmitten der Saison erhalten Fuchsien keinen Schnitt. Putzen Sie stattdessen konsequent alle verwelkten Blüten und Blätter aus, um Platz zu schaffen für die darunter befindlichen Knospen. Auf diese Weise unterbinden Sie zugleich das kräftezehrende Wachstum der Beeren.

So schneiden Sie Fuchsia richtig:

  • Garten-Fuchsien erst im März/April zurückschneiden bis auf 20 oder 30 cm und auslichten
  • im Kübel und Blumenkasten vor dem Einräumen um zwei Drittel einkürzen
  • zugleich alle abgestorbenen und geknickten Zweige entfernen sowie sämtliches Laub

Fuchsia mit einer noch geschlossenen Knospe

Sie fördern ein buschiges und kompaktes Wachstum, wenn Sie Fuchsien im April und Mai ein bis zwei Mal entspitzen. Einige Arten und Sorten neigen dazu, inmitten des Sommers eine Blühpause einzulegen. In diesem Fall schneiden Sie die ermattete Pflanze ein wenig zurück, um ihr neue Vitalität zu verleihen.

Überwintern im Beet

Garten-Fuchsien kommen ohne einen Winterschutz nicht unbeschadet durch die kalte Jahreszeit.

So gelingt die Überwinterung im Freiland:

  • die Ziersträucher vor dem Winter nicht zurückschneiden
  • vor dem ersten Frost die Wurzelscheibe bedecken mit Laub, Nadelreisig oder Stroh
  • die Zweige umhüllen mit einem atmungsaktiven Vlies
  • bei Kahlfrost an milden Tagen ein wenig gießen

An einem frostfreien Tag im März erhalten Ihre Freiland-Fuchsien einen umfassenden Form- und Erhaltungsschnitt. Sind keine Temperaturen von unter – 5 Grad Celsius zu erwarten, kann die Wurzelscheibe wieder freigeräumt und die Haube entfernt werden.

Überwintern im Kübel und Balkonkasten

Abgesehen von den wenigen winterharten Sorten, sind die hiesigen Winter für Fuchsia zu kalt. Räumen Sie die Ziersträucher daher rechtzeitig vor dem ersten Frost ein.

So geleiten Sie die exotischen Ziergehölze durch die kalte und lichtarme Jahreszeit:

  • im Spätherbst alle Triebe um zwei Drittel ihrer Länge abschneiden
  • das restliche Laub restlos entfernen
  • die Pflanzgefäße in einen dunklen, kühlen Raum tragen mit Temperaturen zwischen 5 und maximal 10 Grad Celsius
  • sehr wenig gießen und nicht düngen

Der radikale Rückschnitt vor dem Einräumen verhindert, dass sich eingenistete Schädlinge im Winterquartier über Ihre Fuchsien hermachen. Sprühen Sie dennoch die Pflanze mit einem ungiftigen Insektizid auf Rapsölbasis ein, um auch den letzten Larven und Eiern den Garaus zu bereiten.

Einmieten

Damit eine gesunde Überwinterung nicht an Platzmangel scheitert, greifen erfahrene Fuchsien-Gärtner auf eine althergebrachte Methode zurück. Zu diesem Zweck heben Sie im Garten eine so große Grube aus, dass alle Pflanzen – ob mit oder ohne Topf – darin Platz finden. Diese Miete decken Sie ab mit Holzbrettern oder Styroporplatten.

Darauf breiten Sie als zusätzlichen Schutz den Aushub aus, alte Teppiche, Noppenfolie oder ähnliches. Dieses Winterquartier nach traditioneller Art erfordert keine gesonderten Pflegemaßnahmen, abgesehen von einem Rückschnitt vor dem Einräumen. Bei der Wahl des Standortes für die Miete sollte sichergestellt sein, dass infolge einer Hanglage oder eines hohen Grundwasserstandes kein Wasser eindringen kann.