Hosta, Funkia, Herzblattlilie

Funkien, auch Herzblattlilien genannt, gehören mit ihren rund 40 Wildarten zu den schönsten Blattschmuckstauden. Sie stammen überwiegend aus Japan, wo sie vor allem in kühl-feuchten Bergwäldern gedeihen. Das dunkle oder mehrfarbige Laub mit großen oder kleinen Blättern sorgt für einzigartige Akzente, selbst in Bereichen des Gartens, wo sonst kaum etwas wächst. Nicht zu vergessen die filigranen Blüten über dem Laub.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Gattung: Agavengewächse
  • botanische Bezeichnung: Hosta
  • Trivialnamen: Hosta, Herzblattlilien
  • Herkunft: Japan und angrenzender asiatischer Raum
  • Pflanzenart: Blattschmuckstaude
  • sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen, horstiger Wuchs
  • Wuchshöhe je nach Sorte von 10 bis 100 cm
  • Blütezeit von Juni bis September, traubige Blütenstände
  • Blütenfarbe: Weiß bis hell violett oder blau
  • Blattfarbe: verschiedene Grüntöne, blaugrün, weiß- oder gelb-grün gefleckt, panaschiert
  • kurze, horizontale, meist verzweigte Rhizome, teilweise Ausläufer bildend

Alle Hosta-Arten sind ausdauernde und krautig wachsende Pflanzen, deren Blätter an langen Blattstielen sitzen. Diese attraktiven Schattenstauden bevölkern Europa seit Ende des 18. Jahrhunderts. Weltweit gibt es etwa 4000 Sorten. Herausragendstes Merkmal dieser Stauden sind zweifellos ihre äußerst dekorativen Blätter.

Hosta, Funkia, Herzblattlilie
Hosta, Funkia, Herzblattlilie

Diese können sortenabhängig glatt oder gewellt, herzförmig oder lanzettlich, groß oder klein sein. Besonders faszinierend sind die Blattfärbungen von einfarbig grün über weiß gerandet und weiß oder gelb panaschiert bis hin zu einem leuchtenden Blauton. Blütezeit ist je nach Sorte etwa von Juni bis September.

Pflege

Funkien sind faszinierende Pflanzen, die immer mehr Liebhaber finden. Einige dieser wunderschönen Stauden sind bereits echte Sammlerobjekte. Die Herzblattlilie ist keine Turbostaude wie viele andere Pflanzen, sie wird von Jahr zu Jahr üppiger und prächtiger, sofern man sie ungestört wachsen lässt.

Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege besticht diese Blattschmuckstaude mit zunehmender Schönheit und Langlebigkeit. Dabei ist sie am idealen Standort relativ anspruchslos und pflegeleicht.

Standort

Die meisten Funkienarten bevorzugen schattige bis halbschattige Standorte. In ihrer ursprünglichen Heimat wachsen sie überwiegend unter Büschen und Sträuchern, wo nicht sehr viel Licht hinkommt. Trotz allem tolerieren einige Sorten auch Sonne. Die benötigte Lichtintensität kann man sehr gut an der Blattfärbung erkennen. In der Regel gilt: je mehr helle Blattanteile, desto weniger Sonne benötigt sie.

Hosta, Funkia, Herzblattlilie
Hosta, Funkia, Herzblattlilie

Sorten mit gelblichen, gelbrandigen oder hellgrünen Blättern benötigen dagegen ausreichend Licht, dann ist die Farbgebung am ausgeprägtesten. Intensive Sonneneinstrahlung um die Mittagszeit sollte jedoch vermieden werden, denn die könnte Brandflecken auf den Blättern hervorrufen. Inzwischen gibt es Sorten für nahezu jeden Standort, was dieser Pflanze 2009 den Titel ‚Staude des Jahres‘ einbrachte.

Bodenbeschaffenheit

Der Boden sollte frisch bis feucht, durchlässig, leicht sauer und nicht zu nährstoffreich sein. Funkien kommen mit mageren Böden wesentlich besser zurecht als mit stark gedüngten. Bestenfalls ist der Boden reich an Humus mit einem Sand- oder Lehmanteil. Es ist ratsam, ihn vor der Pflanzung mit Kompost oder verrottetem Stallmist anzureichern.

Pflanzen

Mit der Pflanzung am richtigen Standort lassen sich mit Herzblattlilien einzigartige Effekte erzielen. Sei es mit Pflanznachbarn wie Prachtspiere, Silberkerze, Astilben oder neben Schattengräsern und  Farnen. Auch als Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern wie z.B. Rhododendron und in Kombination mit früh blühenden Zwiebelblumen und anderen Funkienarten machen diese Blattschönheiten eine sehr gute Figur. Dabei können sie sowohl ins Beet als auch im Kübel gepflanzt werden.

  • Pflanzung nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai
  • Boden im Pflanzbereich gut auflockern und etwas Kompost unterheben
  • Pflanzloch ausheben, das so groß sein sollte wie der Wurzelballen
  • Funkie so tief einsetzen, dass das Obere des Wurzelballens mit der Erdoberfläche abschließt
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen, Erde andrücken und gründlich wässern
  • bei Kübelpflanzung auf gute Drainage achten
Hosta, Funkia, Herzblattlilie
Hosta, Funkia, Herzblattlilie

Gießen

Je nach Beschaffenheit des Bodens sollten diese außergewöhnlichen Blattschmuckstauden mäßig gegossen werden. An sehr heißen Tagen auch häufiger. Der Boden sollte nie zu trocken sein und schon gar nicht komplett austrocknen. Im Sommer ist es ratsam, ausschließlich in den frühen Morgenstunden oder abends zu gießen. Außerdem sollte möglichst nicht über die Blätter gegossen werden, um Verbrennungen zu vermeiden.

Eine Schicht Mulch sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt und verhindert zudem übermäßigen Unkrautwuchs. Auch wenn diese Pflanze feuchte Böden liebt, mag sie keine stauende Nässe. Das gilt sowohl für Funkien im Beet als auch im Kübel kultivierte Exemplare.

Düngen

Im Gegensatz zum Wasserbedarf ist der Bedarf an Nährstoffen bei der Hosta nicht besonders hoch. Um ihn zu decken, ist es in der Regel ausreichend direkt bei der Pflanzung und dann jeweils im Frühjahr vor Austriebsbeginn Kompost um die Pflanzen herum auszubringen und leicht in den Boden einzuarbeiten. Gegebenenfalls kann eine zweite Düngung mit einem organischen Dünger, beispielsweise Hornspänen, direkt nach der Blüte sinnvoll sein.

Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie
Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie

Schneiden

Einen richtigen Schnitt wie man ihn beispielsweise von verholzenden Stauden und andern Pflanzen kennt, gibt es bei der Funkie nicht. Diese Pflanzen zählen zu den sommergrünen Gewächsen, d.h., die Blätter sind äußerst kälteempfindlich und beginnen bereits im Herbst zu vergilben und verrotten im Winter komplett.

Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie
Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie

Auch wenn die verrotteten Blätter nicht besonders schön anzusehen sind, sollte man sie bis zum nächsten Frühjahr an der Pflanze belassen. Das hat den Grund, dass sie zum einen der Pflanze als zusätzlicher Winterschutz und zum anderen zahlreichen Kleinstlebewesen als Unterschlupf im Winter dienen. Kurz vor dem neuen Austrieb kann man das mittlerweile vertrocknete Laub entfernen.

Überwintern

Stauden wie die Funkie sind sehr gut winterhart. Das betrifft allerdings nur die unterirdischen Pflanzenteile, während Blüten und Blätter den ersten Frost nicht überstehen. Auf einen zusätzlichen Winterschutz kann in der Regel verzichtet werden mit Ausnahme der Kübelpflanzen. Um sie im Winter ausreichend zu schützen, ist es ratsam, sie vor einer Hauswand zu platzieren und den Pflanzkübel mit Jute, Vlies oder einer Kokosmatte zu umwickeln.

Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie
Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie

Gedüngt wird im Winter nicht. Empfehlenswert ist eine Unterbringung im Haus, bei Temperaturen unter 4 Grad für etwa 8 Wochen. So treiben sie im Frühjahr wieder kräftig aus. Übrigens sollten Funkien im Kübel etwa alle zwei Jahre umgetopft werden.

Vermehren

Die Herzblattlilie sollte etwa alle 4 Jahre geteilt werden oder wenn die Horste zu groß geworden sind. So lässt sie sich nicht nur vermehren, eine Teilung sorgt überdies dafür, dass diese im Laufe der Jahre immer ausladender wachsende Staude mögliche Nachbarstauden nicht in ihrem Wuchs beeinträchtigt oder gar verdrängt. Experten empfehlen die Teilung als beste Vermehrungsart dieser attraktiven Blattschmuckstaude.

Teilung

  • Teilung ist die häufigste und einfachste Form der Vermehrung
  • idealerweise im zeitigen Frühjahr, wenn die ersten Blattknospen erscheinen
  • Funkie vorsichtig mit dem Spaten aus dem Boden heben
  • welke und faulige Pflanzen- und Wurzelteile entfernen
  • Horste mit dem Spaten oder einem scharfen Messer in entsprechende viele Teilstücke teilen
  • jedes der Teilstücke sollte über ausreichend Wurzelwerk verfügen
  • am neuen Standort in gut aufgelockerten Boden einpflanzen und gut angießen
Hosta 'Captain Kirk'
Hosta ‚Captain Kirk‘

Aussaat

Möglich ist auch eine Vermehrung durch Aussaat. Allerdings bildet nicht jede Sorte Samen aus. Man kann Samen im Fachhandel erwerben und diese ganzjährig im Haus vorziehen. Die Aussaat von Funkien ist etwas aufwendiger als das Auspflanzen fertiger Jungpflanzen aber dennoch möglich.

Wer eine Sorte besitzt, die Samen ausbildet, kann die Samen an der Pflanze trocknen lassen, im Herbst ernten und im Frühjahr für die Aussaat verwenden. Allerdings kann man hier davon ausgehen, dass die neuen Pflanzen nicht die identischen Merkmale der Mutterpflanze aufweisen und völlig anders aussehen können. Das wiederum kann aber ganz interessant sein.

Vorziehen im Haus

  • bester Aussaatzeitpunkt ist das Frühjahr
  • Anzucht im Haus bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Gra
  • Samen in Anzuchterde gleichmäßig verteilen und leicht mit Substrat bedecken
  • Substrat leicht feucht halten und mit lichtdurchlässiger Folie abdecken
  • sobald die Keimlinge über 2-3 Blätter verfügen, pikieren
  • bis zum nächsten Frühjahr in Schalen weiterkultivieren
  • nach einer kurzen Abhärtungsphase im Frühjahr mit Pflanzabständen von ca. 30 cm auspflanzen
Hosta 'Captain Kirk'
Hosta ‚Captain Kirk‘

Schädlinge

Schnecken

Funkien sind nicht nur bei Hobbygärtnern äußerst beliebt, auch Schnecken haben sie zum Fressen gern. Unter den Schädlingen sind Schnecken der größte Feind dieser Pflanzen. Kaum eine Pflanze im Garten schmeckt ihnen besser als die Funkie. Dabei sind nicht nur die jungen Triebe gefährdet, sondern die komplette Pflanze. Sobald sich im Frühjahr die jungen Triebe zeigen, ist es Zeit einem Schneckenbefall vorzubeugen.

Das kann man tun, indem man Schneckenkorn, idealerweise biologisches Schneckenkorn, um die Pflanzen herum verteilt. Mittlerweile werden auch Funkien angeboten, die weniger anfällig für diese Schädlinge sind, wie die Sorten ‚Halcyon‘, ‚Big Daddy‘, ‚June‘ oder ‚Sum and Substance‘.

Dickmaulrüssler

Neben Schnecken kann auch der Dickmaulrüssler, ein 7-12 cm großer Käfer und dessen Larven, die den Engerlingen sehr ähnlich sind, die Hosta schädigen. Dieser Käfer ist, was seinen Speiseplan betrifft, nicht besonders wählerisch. Käfer und Larven sind sehr hartnäckig und treten vor allem bei trockenen und rohhumusreichen Böden auf.

Zu erkennen ist ein Befall an halbkreisförmigen Fraßschäden an den Blatträndern. Am besten stellt man mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe umgekehrt in unmittelbarer Nähe befallener Pflanzen auf. Die Käfer sammeln sich dann in dem Topf, sodass sie eingesammelt und entfernt werden können. Die Larven lassen sich am effektivsten mit Nematoden bekämpfen.

Hosta 'Captain Kirk'
Hosta ‚Captain Kirk‘

Krankheiten

Unter den Krankheitserregern kann vor allem der sogenannte Hosta-Virus X den Funkien gefährlich werden, der sich in Deutschland seit der Jahrtausendwende immer mehr ausbreitet. Infizierte Pflanzen leiden an Kümmerwuchs und sind an ungewöhnlich gezeichneten oder gesprenkelten Blättern sowie Verfärbungen entlang der Blattnerven zu erkennen. Bei fortgeschrittenem Befall ist das Gewebe eingesunken.

Stellt man einen Befall fest, sollte die komplette Pflanze unverzüglich ausgegraben und im Hausmüll entsorgt werden, um eine Ausbreitung auf andere Hostapflanzen zu verhindern. Um sich diesen Virus nicht schon beim Kauf von Pflanzen einzuschleppen, sollten diese gründlich auf entsprechende Schäden kontrolliert werden.

Sorten

Die Sortenauswahl dieser weltweit verbreiteten Zierpflanze ist beeindruckend. Dabei gibt es neben sehr großen auch kleine Zwergsorten und solche mit unterschiedlichen Färbungen, vielfältigen Mustern und Panaschierungen der Blätter. Sie beeindrucken mit roten Blattstielen sowie gekräuselten oder gewellten Blatträndern. Einige von ihnen wachsen aufrecht, andere überhängend.

Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie
Hosta albomarginata, Wellblatt-Funkie

Zu den zahlreichen bereits bekannten Sorten kommen Jahr für Jahr unzählige neue dazu. Während die größten Sorten, wie die gelblaubige Riesenfunkie ‚Sum and Substance‘ Wuchshöhen von bis zu 100 cm erreichen können, werden die kleinsten wie die ‚Hosta minor‘ nur 10-15 cm hoch. Die wichtigsten hierzulande vorkommenden Arten sind die zierliche Weißrand-, die Blaublatt-, die Schmalblatt- und die Glockenfunkie.

Zierliche Weißrand-Funkien (Hosta decorata)

  • die zierliche Weißrandfunkie erreicht Wuchshöhen von 40 -55 cm
  • sie wird überwiegend als Bodendecker eingesetzt
  • ihre Blätter sind grün mit einem regelmäßigen weißen Blattrand und die Blüten violett
  • Blütezeit ist zwischen Juli und August
  • eine Ausnahme bildet hier die Sorte Hosta ‚Decorata Normalis‘, sie ist die Einzige mit durchgehend grünen Blättern

Blaublatt-Funkien (Hosta sieboldiana)

  • die Wuchshöhen der Blaublattfunkien liegen zwischen 50 und 70 cm
  • die Blattstiele werden nur minimal höher als die Blattrosetten
  • die Blätter sind deutlich größer als die der zierlichen Weißblattfunkie
  • ihre Blattoberseiten weisen eine intensive blaugrüne Färbung auf und von Juni bis Juli erscheinen die hellvioletten Blüten
  • sie eignet sich besonders gut für Rabatten und Gehölzränder

Schmalblatt-Funkien (Hosta sieboldii)

  • mit Wuchshöhen zwischen 20 und 50 cm gehören Schmalblattfunkien zu den kleineren Arten und eignen sich entsprechend gut als Bodendecker
  • ihre Blätter sind matt mittelgrün, gelblich oder dunkelgrün mit einem regelmäßigen weißen oder gelblichen Blattrand
  • mit Ausnahme der Sorte ‚Alba‘, die rein weiße Blüten hat, haben die anderen Sorten dieser Art violette Blüten
  • die zeigen sich zwischen Juli und August

Glockenfunkien (Hosta ventricosa)

  • die Glockenfunkie ist in unseren Breiten am weitesten verbreitet
  • sie kann bis zu 100 cm hoch werden und gehört demzufolge zu den großen Sorten
  • die herzförmigen Blätter haben eine dunkelgrüne Färbung
  • die glockenförmigen Blüten sind violett bis blau und zeigen sich etwa im August
  • die Sorten ‚Aureomarginata‘ mit gelb gerandeten Blättern und ‚Aureomaculata‘ gelb gesprenkleten Blättern gehören zu den schönsten Sorten dieser Art
  • in Kombination mit anderen Pflanzen und in Einzelstellung entfalten sie ihre ganze Pracht