Gerbera

Die Gerbera gehört zur Gattung der Korbblütler und zählt zu den beliebtesten Schnittblumen, die es gibt. Wer diese wahre Schönheit unter den Pflanzen jedoch nicht nur im Garten und in der Vase bewundern möchte, der holt sie sich ganz einfach als Zimmerpflanze ins Haus. Dadurch kann man sich das Jahr über an der wunderschönen Gerbera erfreuen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Ordnung: Asternartige (Asterales)
  • Gattung: Gerbera
  • Herkunft: Asien, südliches Afrika
  • Blütezeit: April bis September
  • Blüten: gefüllt und ungefüllt
  • Wuchs: gedrungen, mit langen Blütenstielen
  • Laubblätter: einfach, gesägt oder gezähnt
  • Blätter: oft behaart, aber auch unbehaart
  • Boden: sandig, locker
  • Standort: sonnig

Eine Gerbera bietet pure Farbenpracht: die herrliche Pflanze blüht in den verschiedensten Farbtönen, wie etwa in Rot, Orange, Gelb, Violett und Weiß. Hier findet man kaum eine Farbe, die nicht vorhanden ist. Zudem ist die Gerbera durch ihre feine Behaarung wunderbar samtig und lässt sich somit ohne weiteres anfassen.

Die Pflege einer Gerbera als Zimmerpflanze ist zwar nicht ganz einfach aber mit etwas Feingefühl durchaus machbar. Doch der Aufwand lohnt sich, denn die Pflanze dankt es Ihnen mit einer wunderschönen Blütenpracht.

Bei den meisten Gerbera-Züchtungen handelt es sich um Kreuzungen verschiedener Arten aus dem südafrikanischen Raum. In der Vergangenheit wurde die Gerbera ursprünglich als „Äthiopische Aster“ bezeichnet. Der Holländer Jan Frederik Gronovius beschrieb die Pflanze schließlich und verlieh ihr nach dem angesehenen Mediziner und Botaniker Traugott Gerber den Namen Gerbera. Die ersten Exemplare der Pflanze erreichten jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts Deutschland.

Gerbera gibt es auch als Zimmerpflanze

Verschiedene Kreuzungsversuche gab es in Cambridge allerdings schon ab dem Jahre 1890. Mittlerweile existiert sogar eine winterharte Gerbera-Art, die immerhin Temperaturen aushält, die sich knapp unter dem Gefrierpunkt befinden. Gebera können im Garten sowie als Zimmerpflanzen gehalten werden und finden auch als Schnittblumen zahlreiche Bewunderer.

Pflege

Diese herrliche, in den verschiedensten Farben gedeihende Pflanze, benötigt in ihrer Pflege etwas mehr Zuwendung, wie in der folgenden Anleitung zu erkennen ist. Dafür kann man sich jedoch an einer wunderschönen Pflanze mit eindrucksvoller Blütenpracht erfreuen. Der Aufwand, der hierfür anfällt, hält sich jedoch in Grenzen und kann normalerweise von jedem durchgeführt werden.

Standort

Die Gerbera benötigt als Zimmerpflanze einen hellen Standort. Achten Sie darauf, dass die Pflanze viel Sonnenlicht abbekommt aber nicht der Mittagssonne am Fenster ausgesetzt ist. Im Allgemeinen verträgt die Gerbera generell keine hohen Temperaturen. Im Sommer ist es möglich, die Pflanze auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen aber auch hier sollte die Mittagssonne vermieden werden.

Ideal dagegen ist die Morgen- und Abendsonne, bei Temperaturen um die 20 Grad. Außerdem sollten Sie regelmäßig sowie gut lüften, da der Gerbera vor allem während der warmen Jahreszeit die heiße, stehende Luft nicht gut bekommt.

Boden und Substrat

Die Bodenbeschaffenheit sollte locker sein, mit einer hohen Durchlässigkeit sowie sandigen Anteilen. Es ist zum Beispiel aber auch möglich, übliche Einheitserde zu verwenden und diese mit etwas Kokoshum oder Perlit zu versetzen. Auf diese Weise erreichen Sie eine höhere Durchlässigkeit, sodass das Substrat lockerer wird.

Gerbera in vielen Farben und mit langen Blütenstielen

Aussaat

Gerberas müssen Sie nicht unbedingt kaufen, Sie können die Pflanzen auch selbst aussäen. Dafür benötigen Sie entweder Samen aus dem Fachhandel oder frische Samen einer Gerbera.

Außerdem gilt es folgendes zu beachten:

  • die Aussaat sollte im September oder im Februar stattfinden
  • Samen dürfen nicht austrocknen
  • hohe Keimtemperatur

Sicherer ist es, wenn Sie die Samen im Fachhandel erstehen, da diese in der Regel eine hohe Keimfähigkeit bieten.

Aussäen

  • am besten säen Sie entweder im September oder im Februar die Gerbera-Samen aus
  • hierfür verwenden Sie eine Saatschale mit Anzuchterde, die für Tropenpflanzen geeignet ist
  • säen Sie den Samen aus und drücken ihn anschließend leicht an. Da die Samen einer Gerbera Lichtkeimer sind, dürfen Sie diese nicht bedecken
  • die Schale wird jetzt an einem hellen und warmen Ort aufgestellt
  • die ideale Keimtemperatur liegt etwa zwischen 22 und 24 Grad
  • die Luftfeuchtigkeit muss einerseits recht hoch sein, andererseits darf das Substrat jedoch nicht so nass sein, dass die Oberfläche schimmelt und/oder die Samen anfangen zu faulen

Anzucht

Bis zum Keimen der Samen vergehen in der Regel circa zwei bis drei Wochen. Wenn die Sämlinge eine Höhe von etwa drei Zentimeter erreichen, erfolgt das Pikieren. In Töpfe umgepflanzt werden die kleinen Pflanzen, sobald sie ungefähr acht Zentimeter hoch sind. Zum Einpflanzen verwendet man eine nahrhafte, lockere Erde. Außerdem sollten die Töpfe nicht zu dicht nebeneinander stehen, da die Pflänzchen sonst nicht genug Luft bekommen.

Gerbera gehört zu den beliebtesten Schnittblumen

Pflanzen

Pflanzen und Umtopfen

Eine Gerbera wird am besten im Frühjahr umgetopft. Vor allem ältere Pflanzen, die mit ihren Wurzeln bereits aus dem Topf herauswachsen, sollten dringend umgetopft werden. Beim Umtopfen können Sie eine Gerbera aber auch gezielt teilen und so vermehren.

Die Pflanze sollte nicht zu tief in den Boden gesetzt werden und der obere Teil der Wurzelkrone muss frei sein. Nach dem Umtopfen benötigt die Gerbera in der Regel ein kleines bisschen Zeit, bis sie sich „akklimatisiert“ hat. Danach wird die Pflanze normalerweise problemlos anwachsen, sofern die Haltungsbedingungen stimmen.

Gießen

Eine Gerbera benötigt ausreichend Flüssigkeit. Aufgrund dessen sollten Sie stets darauf achten, den Wurzelballen leicht feucht zu halten. Hier ist jedoch etwas Fingerspitzengefühl vonnöten, denn die Pflanze reagiert auf Ballentrockenheit ebenso negativ wie auf Staunässe.

Die Folgen hiervon sind zum Beispiel Blattabwurf und Wurzelfäule. Generell muss im Sommer mehr gegossen werden als im Winter. Zudem kann es bei allzu trockener, stehender Luft notwendig sein, die Pflanze gegebenenfalls zu besprühen, damit eine höhere Luftfeuchtigkeit entsteht.

Düngen

Zwischen den Monaten Mai und September empfiehlt es sich, die Gerbera zu düngen. Hierfür verwenden Sie am besten einen Flüssigdünger. Der Dünger wird schwach konzentriert in das Gießwasser hinein gegeben. Durch eine gezielte Düngung erfreuen Sie sich an einem gesunden Pflanzen-Wachstum mit herrlicher, ausdauernder Blüte.

Gerbera bietet pure und vielfältige Farbenpracht

Vermehren

Gerbera können Sie mithilfe von mehreren Methoden vermehren:

  • durch die Aufzucht von Samen (wie oben beschrieben)
  • Teilung der Wurzeln
  • Schneiden von Stecklingen

Wurzel-Teilung

Um eine Wurzel-Teilung bei einer älteren Gerbera-Pflanze durchzuführen, wird die entsprechende Gerbera zunächst aus dem Topf gehoben. Anschließend schneiden Sie die Wurzel in mehrere Stücke und zwar so, dass sich an jedem Stück noch insgesamt drei Augen befinden. Jedes dieser Teilstücke setzen Sie jetzt in einen neuen Topf mit ausreichend Substrat und gießen vorsichtig an. Die beste Zeit, um eine Wurzel-Teilung durchzuführen, ist Ende Mai oder auch Anfang des Monats September.

Stecklinge

Das Abschneiden von Stecklingen ist wohl die einfachste Methode, um eine Gerbera zu vermehren. Hierfür schneiden Sie ganz einfach im Frühjahr einige Stecklinge ab. Deren Länge sollte jeweils etwa fünf bis acht Zentimeter betragen. Anschließend entfernen Sie die unteren Blätter und stellen alle Stecklinge in ein Glas, das mit Wasser gefüllt ist. Der Standort des Glases sollte warm sein. Dort können die Stecklinge wurzeln. Sobald die Wurzeln etwa fünf Zentimeter lang sind, pflanzen Sie die Stecklinge in einen Topf.

Überwintern

Von Herbst bis Frühjahr überwintert die Gerbera idealerweise an einem hellen Standort, bei einer Temperatur zwischen acht und 12 Grad. Während dieser Zeit legt die Gerbera eine Ruhepause ein, die dafür sorgt, dass die Pflanze wieder eine prächtige Blüte ausbildet. Gießen müssen Sie die Gerbera hier nur etwa zwei Mal im Monat, düngen entfällt komplett.

Ist solch ein Raum nicht vorhanden, dann genügt ebenfalls ein Zimmer, in dem eine Temperatur von circa 15 Grad herrscht. Auch bei diesen Bedingungen ist keine Düngung notwendig. Gegossen wird nur ein klein wenig mehr, als wenn acht bis 12 Grad vorhanden sind.

Gerbera blüht von April bis September

Überwintern bei Zimmertemperatur

Sollte es jedoch nicht möglich sein, die Gerbera bei den oben genannten Temperaturen zu halten, dann können Sie die Pflanze durchaus auch das ganze Jahr über bei Zimmertemperatur stehen lassen. In diesem Fall gießen Sie ganz normal weiter und fahren die Dünger-Gaben etwas herunter.

Allerdings müssen Sie bei einer solchen Haltung damit rechnen, dass der Gerbera zu einem früheren Zeitpunkt die Kraft ausgeht und sie entweder keine so prächtige Blüte mehr ausbildet oder überhaupt nicht mehr weiter wächst. Deshalb ist eine ganzjährige Haltung bei Zimmertemperatur eher nicht empfehlenswert.

Schädlinge

An Schädlingen wird die Gerbera vor allem von Blattläusen und Weißen Fliegen befallen. Blattläuse können im Anfangsstadium noch gut durch Abspülen mit Wasser bekämpft werden. Ist der Befall stärker bieten sich Hausmittel, wie etwa eine Mischung aus einem Esslöffel Schmierseife und einem Liter Wasser, an.

Das Gemisch sprühen Sie ganz einfach auf die betroffene Pflanze. Sollte jedoch alles nicht helfen, finden Sie im Fachhandel die verschiedensten Mittel gegen Blattläuse. Gegen Weiße Fliegen helfen in der Regel Gelbtafeln am besten. Die Tafeln müssen Sie nur in den Topf der befallenen Pflanze stecken.

Gerbera bevorzugt einen sonnigen Standort

Krankheiten

Gerberafäule

Die schlimmste Krankheit, die eine Gerbera befallen kann, ist die Gerberafäule. Hier verfärben sich zunächst die Blätter der Pflanze fahlgrün bis hin zu graubraun. Im weiteren Verlauf der Krankheit fault die Gerbera an ihrem Stammansatz sowie an ihren Wurzeln.

Gerberafäule entsteht aufgrund von niedrigen Temperaturen, einer zu hohen Bodenfeuchtigkeit, zu viel Dünger oder auch einem zu sauren Boden. Ist ihre Pflanze an der Gerberafäule erkrankt, dann bleibt Ihnen leider nichts anderes mehr übrig, als sie zu entsorgen.

Grauschimmel

Eine weitere Krankheit, die die Gerbera oftmals befällt, ist der Grauschimmel. Dieser entsteht dann, wenn die Pflanzen zu eng stehen, sie zu wenig frisch Luft bekommen, das Substrat zu nass ist und beziehungsweise oder die Raum-Temperatur nicht stabil bleibt.

Bei einem Befall mit Grauschimmel pflücken Sie zunächst die befallenen Blätter ab und anschließend besprühen Sie die Gerbera mit einem Fungizid, um sie vor einer weiteren Ansteckung zu schützen. Außerdem sollten die jeweiligen Haltungsbedingungen angepasst werden, damit der Grauschimmel nicht erneut auftritt.

Sorten

Von der Gerbera sind etwa 40 Arten und mehrere Hundert Sorten bekannt. Die Pflanzen werden in den verschiedensten, wunderschönen Farbkombinationen angeboten. Dazu gehört zum Beispiel die Granderea Red, deren kraftvolle Rottöne wunderbar in einem Topf zu Geltung kommen. Sehr schön ist beispielsweise aber auch die Garvinea Sunny, mit ihren gelben, leuchtenden Blüten. Die verschiedenen Varianten dieser herrlichen Pflanze können fast das ganze Jahr über erstanden werden.

Sorten – Unterscheidung nach Größe der Blüten

Die große Anzahl an unterschiedlichen Gerbera differenziert man in der Regel nach der Größe ihrer Blüten. Mittlerweile gibt es Mini-Gerbera ebenso wie Standard-Gerbera und Riesen-Gerbera. Unter einer Mini-Gerbera versteht man im Allgemeinen eine Pflanze, die einen Blütendurchmesser von bis zu acht Zentimeter aufweist.

Gerbera gehört zu den Korbblütlern

Zu den Standardsorten gehören dagegen Gerbera mit Blüten von bis zu 13 Zentimetern. Die Riesen-Gerbera, die zu den Spezialitäten zählen, besitzen in einigen Fällen Blüten mit einer Größe von sage und schreibe 15 Zentimetern.