Ginkgo biloba, Ginkgo

Mit seinem wunderschönen Laub ist der Ginkgobaum eine echte Erscheinung und steht jeder noch so attraktiven Blüte in nichts nach. Viele Mythen und Sagen ranken sich um diese uralte und faszinierende Pflanze. Ihre anfangs grünen, fächerförmigen Blätter nehmen im Herbst eine leuchtend gelbe Färbung an. All das macht den Ginkgobaum zu einem außergewöhnlichen, äußerst dekorativen Hingucker im Garten.

Steckbrief

  • Familie: Ginkgogewächse
  • Gattung: Ginkgo
  • Art: Biloba
  • Herkunft: Asien
  • Deutsche Namen: Ginkgobaum, Fächerblattbaum
  • Wuchs: anfangs säulenförmig, später breit ausladend
  • Wuchshöhe: 15 – 30 m
  • Blatt: grün, je nach Sorte auch mehrfarbig, fächerförmig, gebuchtet, leuchtend gelbe Herbstfärbung
  • Blüte: unscheinbar, erste Blüte frühestens nach 20 Jahren
  • Blütezeit: März/April
  • Früchte: Steinfrüchte, nur an weiblichen Bäumen

Der sommergrüne Ginkgo Biloba kann durchaus als lebendes Fossil bezeichnet werden, denn er ist der einzige noch vorkommende Vertreter der Gingoate, die bereits vor 290 Millionen Jahren existierten. Ginkgo Biloba kommt ursprünglich aus Japan und China und kann Wuchshöhen von bis zu 30 m erreichen.

Ginkgo Biloba, Ginkgobaum
Ginkgo Biloba, Ginkgobaum

Während junge Bäume aufrecht und sehr schlank sind, wachsen ältere locker verzweigt und sehr ausladend. Seine Attraktivität zeigt der Ginkgobaum besonders in Einzelstellung als optisches Highlight mit atemberaubender Fernwirkung.

Pflege

Pflege benötigen vor allem noch junge Ginkgobäume. Ältere stellen keine besonderen Ansprüche und kommen nahezu ohne Pflege aus, weder Schädlinge noch Schnee und Frost können ihnen etwas anhaben.

Standort

Bei der Wahl des Standorts bevorzugen junge Ginkgobäume einen vor praller Mittagssonne geschützten Standort. Haben die Pflanzen Fuß gefasst, lieben sie helle, gerne auch vollsonnige Standorte. Je älter die Pflanzen sind, desto sonniger können sie stehen, wobei sie auch gut im Halbschatten gedeihen. Darüber hinaus sollte man berücksichtigen, dass die Bäume nur in den ersten 4-5 Jahren eher schmal in die Höhe, später aber sehr ausladend wachen.

Boden

Der weder zu den Laub- noch zu den Nadelbäumen zählende Ginkgo Biloba ist auch hinsichtlich des Untergrundes nicht besonders wählerisch und begnügt sich mit jedem guten Gartenboden. Dennoch bevorzugt er tiefgründige, gut belüftete und entwässerte, sandige Lehmböden die ganzjährig ausreichend Feuchtigkeit bieten.

Ein tiefgründiger Boden ist wichtig, weil der Fächerblattbaum seine Wurzeln tief in den Boden treibt. Er gedeiht sowohl auf sauren als auch alkalischen Böden, selbst Salz im Winter und Luftverschmutzungen machen ihm nichts aus.

Ginkgo biloba Troll, Fächerblattbaum Troll
Ginkgo biloba Troll, Fächerblattbaum Troll

Pflanzen

Mit Beginn der Geschlechtsreife nach etwa 20-35 Jahren verbreiten weibliche Ginkgobäume einen sehr unangenehmen Geruch nach Buttersäure. Aus diesem Grunde werden vorzugsweise männliche Exemplare gepflanzt. Wer jedoch an Früchten interessiert ist, sollte mindestens einen weiblichen und einen männlichen Baum pflanzen und dabei die Hauptwindrichtung beachten, denn die Bestäubung der weiblichen Blüten übernimmt der Wind.

  • grundsätzlich ist eine Pflanzung im Frühjahr nach den Eisheiligen und im Herbst möglich
  • für eine Herbstpflanzung sollten Ginkgobäume mindestens 6 Jahre alt sein
  • bis zu einem Alter von etwa 3-5 Jahren am besten im Kübel kultivieren und im Haus überwintern
  • erst ab diesem Alter sind sie robust genug die kalte Jahreszeit zu überstehen
  • den Boden im Pflanzbereich tiefgründig umgraben und gut auflockern
  • die Pflanzgrube ausheben, die möglichst tiefer und breiter sein sollte als normal
  • zum Schutz vor Wühlmäusen, das Pflanzloch großflächig mit Maschendraht auslegen
  • den Erdaushub mischt man etwa zu einem Drittel mit Kompost oder Humus
  • die Pflanze so tief einsetzen, wie sie zuvor im Topf oder Kübel stand
  • der Ginkgobaum neigt in den ersten 4-5 Jahren zu einem krummen Wuchs
  • zum Schutz davor und für besseren Halt bei der Pflanzung einen Stützpfahl mit einsetzen
  • zum Schluss mit Erdaushub auffüllen, Erdreich festtreten und reichlich wässern

Zum Pflanzen eines Ginkgo Biloba sollte man einen Standort wählen, an dem er viele Jahre bzw. für immer stehen kann, denn Umpflanzen mag er nicht. Vor allem bei älteren Exemplaren ist das Umpflanzen sehr schwierig und arbeitsaufwendig. Sie wachsen nur sehr schwer wieder an.

Ginkgo biloba Pendula, Hängender Fächerblattbaum
Ginkgo biloba Pendula, Hängender Fächerblattbaum

Gießen

Neupflanzungen sollten in den ersten Wochen nach der Pflanzung regelmäßig und reichlich gegossen werden. Wenn die jungen Ginkgobäume am neuen Standort gut angewachsen sind, benötigen sie nur im Sommer und bei andauernder Trockenheit zusätzliche Wassergaben. Es sollte immer nur so viel gegossen werden, dass der Boden nur leicht feucht und nicht dauerhaft nass ist.

Anhaltende Trockenheit ist genauso ungünstig wie dauerhafte Nässe. Ältere Exemplare, die bereits eine Wuchshöhe von etwa 6 m erreicht haben, müssen nicht mehr gegossen werden, hier sind die natürlichen Regenmengen normalerweise ausreichend. Auf eine Mulchschicht sollte verzichtet werden, sie würde die Belüftung des Bodens behindern.

Düngen

Soll der Ginkgobaum nach einer anfänglichen Kübelhaltung in den Garten gepflanzt werden, kann es einige Zeit dauern, bis sie tief genug im Boden eingewurzelt sind. Sein Wuchs kann zunächst stagnieren. Er kann in den ersten Jahren bis zu 30 cm pro Jahr wachen, in einem anderen Jahr bis zu 1 m aber auch einige Jahre gar nicht wachsen und das alles unabhängig vom Wasser- und Nährstoffbedarf.

Deshalb muss er auch nicht unbedingt gedüngt werden, selbst auf eher kargen Böden nicht, schließlich ist dieser Baum nicht umsonst der älteste der Erde. Er kann sich sehr gut selbst versorgen, beispielsweise mit seinen herabfallenden Blättern, sofern man sie im Herbst auf dem Wurzelbereich liegen lässt. Bei Bedarf kann trotz allem 1-2 Mal jährlich ein Volldünger verabreicht werden.

Schneiden

Ginkgobaum, Ginkgo Biloba muss eigentlich nicht verschnitten werden. Dennoch sind ein Formschnitt im Frühjahr und gelegentliches Auslichten besonders in den ersten Jahren ratsam. Bleibt er jahrelang ungeschnitten und erhält dann einen starken Rückschnitt, kann er schnell verstümmelt aussehen.

  • bester Zeitpunkt für jegliche Schnittmaßnahmen ist kurz vor Austriebsbeginn
  • die stärksten Fröste, sollten auf jeden Fall vorbei sein
  • für einen Formschnitt kürzt man den Ginkgo gleichmäßig rundherum ein
  • sowohl der Haupttrieb als auch die Seitenverzweigungen werden gekürzt
  • danach treibt der Haupttrieb in der Regel mehrtriebig wieder aus
  • einen dieser Triebe wählt man als Leittrieb aus und die anderen werden entfernt
  • für eine gleichmäßige Kronenform die Krone regelmäßig auslichten
  • dazu vertrocknete, kranke, sich kreuzende, zu dicht stehende Triebe herausschneiden
  • auch Triebe, die die Wuchsform stören oder von der normalen Wuchsform abweichen, entfernen
  • dabei immer etwa 1 cm – oberhalb eines nach außenstehenden Triebes schneiden
Ginkgo biloba Saratoga, Geschlitzter Ginkgo
Ginkgo biloba Saratoga, Geschlitzter Ginkgo

Überwintern

Solange der Ginkgobaum im Kübel gehalten wird, sollte er vor den ersten Frösten in ein helles und frostfreies Winterquartier geräumt werden. Der Raum sollte nicht beheizt sein und die Temperaturen 5 Grad möglichst nicht überschreiten, damit er nicht austreibt.

Da Ginkgo Biloba (Ginkgobaum) im Winter ohnehin seine Blätter verliert, kann die Überwinterung auch dunkler erfolgen. Sollten die Pflanzen dennoch Frost abbekommen haben, weil man vielleicht den Zeitpunkt verpasst hat, ihn ins Haus zu holen, ist das, sofern die Wurzel keinen Frostschaden erlitten hat, kein Problem.

Jungpflanzen, die im Garten ausgepflanzt wurden, benötigen einen Winterschutz. Zum Schutz des Wurzelbereichs bietet sich eine Abdeckung mit Tannenreisig an. Die oberirdischen Pflanzenteile können mit Schilfmatten umwickelt werden. Die Zwischenräume füllt man mit trockenem Laub auf. Ab einem Alter von etwa vier Jahren sind Ginkgobäume ausreichend winterhart und kommen ohne  Schutz durch den Winter.

Vermehren

Aussaat

Die Aussaat eines Ginkgobaums erfordert viel Geduld. Die Keimrate liegt zwischen 0 und 60 Prozent. Ein guter Zeitpunkt für zum Aussäen ist etwa Mitte März. Bevor man mit der eigentlichen Aussaat beginnt, ritzt man die Schale der Ginkgosamen mit einem Messer oder einer Feile an und weicht sie anschließend für etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Samen, die nach diesen 24 Stunden oben schwimmen, sind nicht keimfähig und können entfernt werden.

Die Verbleibenden werden gründlich abgespült, abgetrocknet und können in Schalen oder kleine Töpfe ausgesät werden. Dazu verwendet man ein nährstoffarmes Anzuchtsubstrat, das man zu 40 % mit Sand vermischt oder wasserdurchlässigen sandigen Lehm. Das Substrat sollte möglichst keimfrei sein. Die Samen werden auf das Substrat gelegt und leicht mit Erde bedeckt. Anschließend das Substrat anfeuchten, und während der kompletten Keimdauer leicht feucht halten.

Das Ganze wird an einen hellen und warmen, teils sonnigen Platz gestellt. Je nach Umgebungstemperatur kann es mehrere Wochen oder bis zu zwei Jahre bis zur Keimung dauern.  Ist der eine oder andere Samen aufgegangen, können die Sämlinge ab einer Größe von ca. 15 cm in kleine Töpfe umgepflanzt und im darauffolgenden Frühjahr gegebenenfalls ein weiteres Mal in ein etwas größeres Pflanzgefäß umgesetzt werden.

Auch nach dem Vereinzeln kann es passieren, dass einige Keimlinge eingehen. Der Standort sollte jetzt eher etwas schattiger sein. Erst ab einer Größe von ca. 30 cm sind die Pflänzchen  widerstandsfähiger und können sonniger stehen.

Ginkgo Biloba Tubifolia, Trichterblatt
Ginkgo Biloba Tubifolia, Trichterblatt

Stecklinge

Etwas unproblematischer ist eine Vermehrung über Stecklinge, wobei auch hier nur etwa 30 Prozent der Stecklinge auch tatsächlich bewurzeln. Die Stecklinge schneidet man zwischen Mai und Juli von der Mutterpflanze.

  • etwa 15 cm lange Stecklinge von diesjährigen Trieben schneiden
  • die Stecklinge sollten über mindestens 1-3 Blattknoten verfügen
  • entweder im Wasserglas bewurzeln lassen oder sofort in Anzuchtsubstrat stecken
  • die Verwendung eines Bewurzelungshormons ist empfehlenswert
  • über die Stecklinge eine lichtdurchlässige Folie stülpen
  • die Folie sollte den Steckling möglichst nicht berühren um Fäulnisbildung zu vermeiden
  • das Ganze an einen warmen und hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • das Substrat bis zur Keimung leicht feucht halten
  • bis zur Bewurzelung kann es auch hier mehrere Wochen oder Monate dauer
  • zeigt sich das erste grüne Blatt, war die Bewurzelung erfolgreich

Wer nicht so lange warten möchte, kann den Ginkgobaum auch über einen etwa 20 cm langen, letztjährigen Zweig vermehren, den man zwischen Juli und August schneidet, komplett entblättert und in einen Topf mit Anzucht- oder Aussaaterde steckt. Über den Zweig samt Topf eine Plastiktüte oder ein Glas stülpen und das Substrat gleichmäßig feucht halten.

Am besten gießt man über den Untersetzer. Wird eine Plastiktüte verwendet, sollte sie nicht mit dem Zweig in Berührung kommen. Zur Vermeidung von Fäulnis die Abdeckung ab und zu entfernen. Bei Temperaturen um die 22 Grad heißt es jetzt abwarten.

Krankheiten

Gegenüber Krankheiten besitzt Ginkgo Biloba (Ginkgobaum) eine hohe Resistenz. Außer im Keimstadium ist er auch vor Schädlingen sehr gut geschützt, da sowohl seine Blätter als auch Holz und Wurzeln für fast alle Insekten giftig sind. Einzig und allein Nager wie Hasen, Kaninchen oder besonders Wühlmäuse können dieser Pflanze schaden. Zum Schutz speziell vor Wühlmäusen kann man die Pflanzgrube großflächig mit Maschendraht bzw. einem Drahtgeflecht auskleiden.

Sorten

Ginkgo Biloba ‚Varigata‘

Diese Sorte hat eine strauchartige Gestalt und wirkt dank seiner cremeweiß oder goldfarben panaschierten Blätter und der leuchtend gelben Herbstfärbung sehr dekorativ. Ginkgo Biloba ‚Varigata‘  erreicht Wuchshöhen von ca. 5 m.

Ginkgo Biloba ‚Tit‘

Dieser Zwerg-Fächerblattbaum ist besonders schwachwüchsig, hat einen dichtbuschigen und kegelförmigen Wuchs, mit Wuchshöhen von bis zu 5 m. Die grünen Blätter sind fächerförmig, mit tiefen Ausbuchtungen am Ende und in der Mitte geteilt. Sein Herbstlaub ist hellgelb bis Goldgelb.

Ginkgo Biloba ‚Simon‘

Mit Wuchshöhen von 200 cm gehört Ginkgo Biloba ‚Simon‘ zu den kleinwüchsigen Sorten, die sich sehr gut für eine Kübelhaltung eignet. Sie wächst dicht und aufrecht. Ihre Blätter sind hellgrün und fächerartig, fast rundlich.

Ginkgo Biloba Tremonia

Diese Sorte, übrigens eine männliche Züchtung, fällt besonders durch ihren säulenartigen Wuchs auf. Die frisch grünen, fächerförmigen und eingeschnittenen bis gelappten Blätter stehen in Büscheln zusammen und beeindrucken im Herbst mit leuchtend gelber Blattfärbung.

Ginkgo Biloba Mariken

Auffallend an dieser sehr schwachwüchsigen Sorte sind ihre dicken Triebe, der kugelige Wuchs und die im Vergleich zu anderen Sorten, länger anhaltende gelbe Herbstfärbung der sonst sattgrünen Blätter. Ginkgo Biloba Mariken erreicht Wuchshöhen von etwa 150 cm und ist so perfekt für eine Haltung im Kübel und kleine Gärten geeignet.

Ginkgo biloba ‚Yellow Mellow‘

Diese kleinwüchsige Sorte besticht mit fächerförmigen, in der Mitte tief eingeschlitzten und vor allem wunderschön gelblich-grün panaschierten Blättern. Sie wächst aufrecht, säulenartig mit Wuchshöhen von bis zu 150 cm.