Grüne Zucchini am Strauch

Die Zucchini erfreut Hobbygärtner nicht nur mit seinen schmackhaften Früchten, sondern ebenfalls mit seinen attraktiven gelben Blüten und den großen sommergrünen Blättern. Das genügsame Kürbisgewächs gilt als besonders gesundes Gemüse und lässt sich in Mitteleuropa problemlos im Garten anbauen. In der Anleitung erfahren Sie alles rund um die Themen Aussaat, Pflege und Ernte der Zucchini.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
  • Gattung: Kürbisse (Cucurbita)
  • Art: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
  • Unterart: Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo)
  • Trivialnamen: Zucchini, Zucchetti
  • Herkunft: Europa
  • einjährige Nutzpflanze
  • bildet längliche Früchte mit gelber, hellgrüner, dunkelgrüner oder gestreifter Schale
  • gelbe, essbare Blüten
  • Blütezeit von Juni bis September
  • große sommergrüne Blätter

Dank ihres milden Geschmacks, ihres hohen Vitamingehalts und ihrer geringen Kalorienzahl ist die Zucchini eine beliebte Zutat in Gemüsegerichten und Salaten oder wird als Beilage zu Fleischgerichten serviert. In heimischen Gärten lässt sich die grüne oder gelbe Zucchini mit geringem Aufwand anbauen, da das Gemüse relativ anspruchslos ist. Wenn Sie die Pflanze richtig pflegen und mit einigen Tricks etwas nachhelfen, steht Ihnen eine üppige Ernte bevor. Wie das geht, lesen Sie in der folgenden Anleitung.

gelbe Zucchini im Gartenbeet

Die Zucchini ist eine europäische Zuchtform des Gartenkürbisses, der ursprünglich aus Nord- und Südamerika stammt. Die Italiener nutzten das Gemüse als erste intensiv und feiern seit dem 17. Jahrhundert an jedem 7. Mai den Tag der Zucchini. Bis heute ist das gesunde Gemüse in der mediterranen Küche sehr präsent, doch auch in Mitteleuropa gewinnt es zunehmend an Bedeutung. Die Schalen der Früchte besitzen unterschiedliche Farben, die jedoch keinen Einfluss auf den Geschmack haben. Am weitesten verbreitet sind grüne und gelbe Zucchini.

Pflege

Die Zucchini stellt geringe Ansprüche und lässt sich daher problemlos in heimischen Gärten oder im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren. Hobbygärtner haben an der genügsamen, schnell wachsenden Pflanze ihre Freude.

Standort

Ein warmer, sonniger und geschützter Standort bietet optimale Bedingungen für das Wachstum der Zucchini. Ideal ist eine Ausrichtung nach Süden. Um den Boden zu schonen und die Wahrscheinlichkeit für einen Pilzbefall zu verringern, sollten im Folgejahr keine Kürbisgewächse auf derselben Stelle gesät oder gepflanzt werden. Optimal ist eine Anbaupause von drei bis vier Jahren. Wer jedes Jahr Zucchini ernten möchte, sollte sich für die einjährigen Pflanzen wechselnde Standorte suchen.

freies Gartenbeet zur Bepflanzung

Substrat

Auf einem humosen, lockeren Substrat wächst die Zucchini am besten. Gartenerde sollte vor dem Pflanzen oder Säen mit Kompost oder Hornspänen angereichert werden, da die Gemüsepflanze viele Nährstoffe benötigt.

Pflanzen

Das einjährige Gewächs wird jedes Jahr neu angebaut. Dafür eignen sich Samen oder Jungpflanzen aus dem Gartenmarkt. Die Pflanzen sollten jedoch nicht mehr als vier Blätter besitzen, da größere Gewächse meist im Wuchs stocken, wenn sie umgesetzt werden. Zwischen den einzelnen Zucchinipflanzen sowie zwischen einer Zucchini und einem anderen Gewächs sollte immer ein Mindestabstand von rund 70 Zentimetern eingehalten werden.

Die Pflanzen dürfen nicht zu nah beieinander gepflanzt werden, da sie in Bodennähe stark auswuchern. Jedes Gewächs sollte am Ende etwa anderthalb bis zwei Quadratmeter Platz haben, um sich entfalten zu können.

Aussaat

Die Samen werden zwischen Mitte und Ende Mai ins Beet gesät. Der letzte Frost sollte überstanden sein, da die Zucchini sehr frostempfindlich ist. Stecken Sie die Samen etwa zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat. Nach zwei bis drei Wochen keimen sie. Wenn sich mehrere Triebe aus der Erde bohren und erste Blätter zu sehen sind, sollten Sie die stärksten in einem ausreichenden Abstand voneinander stehen lassen und die schwächeren entfernen. Als Alternative zur Direktsaat ins Beet können die Pflanzen ab Mitte April im Haus vorgezogen werden.

  • füllen Sie einen Topf mit einem lockeren Substrat, beispielsweise mit Blumenerde
  • stecken Sie die Samen zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde und gießen Sie sie an
  • stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Ort, idealerweise auf ein sonniges Fensterbrett
  • Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius regen das Wachstum optimal an
  • halten Sie den Boden stets feucht

Zucchini im eigenen Garten anpflanzen

Innerhalb der nächsten zwei Wochen schieben sich die ersten Keimlinge aus der Erde. Wählen Sie den stärksten aus und entfernen Sie alle anderen vorsichtig. Ab Mitte Mai kann die Jungpflanze dann nach draußen ins Beet umziehen. Dafür heben Sie ein ausreichend großes Loch aus und setzen den Wurzelballen vorsichtig hinein.

Gießen

Gießen Sie das Kürbisgewächs regelmäßig, so dass der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Das ist besonders während der Bildung der Früchte wichtig. Am besten verträgt die Zucchini sonnenerwärmtes Regenwasser und abgestandenes Leitungswasser. Eine Schicht aus Mulch über dem Substrat hilft dabei, das Substrat feucht zu halten. Gleichzeitig schützt der Mulch Früchte, die auf dem Boden liegen, vor Nässe und verhindert dadurch Fäule.

Düngen

Die Zucchini kann großzügig gedüngt werden, da sie schnell wächst. Besonders geeignet sind Kompost, Kuhpunk-Pellets oder Brennnesseljauche. Ergänzend dazu können Sie der Pflanze einen mineralischen Dünger verabreichen.

gelbe Zucchini im Gartenbeet

Bestäuben

Damit sich Früchte bilden können, müssen die weiblichen Blüten bestäubt werden. Das übernehmen im Normalfall Insekten. Allerdings ist das Zeitfenster für die Bestäubung begrenzt: Die weiblichen Blüten können nur an dem Tag bestäubt werden, an dem sie sich öffnen. Bei ungünstigen Wetterverhältnissen, beispielsweise bei Wind oder Regen kann es passieren, dass zu wenige Insekten fliegen und die Blüten nicht bestäubt werden.

In diesem Fall können Sie per Hand nachhelfen:

  • suchen Sie eine männliche Blüte, diese erkennen Sie an dem längeren Stil und dem fehlenden Fruchtknoten
  • entfernen Sie die Blütenblätter
  • schieben Sie die Staubgefäße in den Blütentrichter einer weiblichen Blüte
  • wiederholen Sie den Vorgang mit mehreren weiblichen Blüten
  • suchen Sie sich anschließend eine weitere männliche Blüte zum Bestäuben

Alternativ können Sie mit einem Pinsel über die Staubgefäße einer männlichen Blüte streichen und damit anschließend weibliche Blüten bestäuben. Zudem kann es helfen, viele Blühpflanzen um die Zucchini herum zu setzen. Dadurch werden Insekten zusätzlich angelockt.

Vermehren

Zucchini lassen sich leicht über Samen vermehren, die es im Gartenmarkt zu kaufen gibt. Wer Geduld hat, kann selbst versuchen, Samen aus seiner Pflanze zu gewinnen. Lassen Sie dazu eine Frucht komplett ausreifen. Ernten Sie diese so spät wie möglich und schneiden Sie sie anschließend auf. Die Samen sollten rund einen Zentimeter groß sein.

Sie können diese entnehmen und auf ein Stück Küchenpapier oder Zeitung legen. Lassen Sie die Samen und zwei bis drei Tage liegen, damit sie trocknen können. Anschließend werden sie von möglichen Resten des Fruchtfleischs befreit und bis zum Frühling des nächsten Jahres kühl und trocken gelagert.

Zucchini im Beet auspflanzen

Ernten

Die Früchte und Blüten der Zucchinipflanze sind essbar und können geerntet werden.

Früchte

Die Erntezeit liegt zwischen Juni und Oktober. Die länglichen Früchte werden ganz einfach mit einem scharfen Messer sauber von der Pflanze abgetrennt. Üblicherweise werden sie von dem Gewächs abgenommen, wenn sie eine Länge von 15 bis 20 Zentimetern erreicht haben. In diesem Zustand besitzen die Zucchini den intensivsten Geschmack und sind noch nicht verholzt.

Wenn die Früchte länger wachsen, nehmen sie die Form eines Kürbisses an und verlieren an Geschmack. Wer gefüllte Zucchini servieren möchte, kann sie also etwas länger wachsen lassen. Bei einer zeitigeren Ernte bleibt dem Gewächs allerdings mehr Zeit, neue Früchte herauszubilden.

Blüten

Die gelben Blüten können beispielsweise roh, gegart oder frittiert verzehrt werden und gelten als Delikatesse. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie möglichst nur männliche Blüten verzehren, da sich aus den weiblichen Blüten die Früchte bilden. Die männlichen Blüten bilden sich meist etwas eher heraus. Sie besitzen einen längeren Stiel und keinen Fruchtknoten.

Bevor Sie die Blüten ernten, sollten Sie ausreichend Zeit zum Bestäuben lassen oder per Hand nachhelfen, damit sich Früchte bilden. Ab Mitte August können Sie alle neuen Blüten bedenkenlos abpflücken. Dadurch regen Sie das Kürbisgewächs dazu an, alle verbleibende Energie der Wachstumsphase in die bereits angesetzten Früchte zu stecken.

Lagern

Die Zucchini lässt sich nur begrenzt lagern und sollte daher zeitnah zum geplanten Verzehr geerntet werden. An einem dunklen Ort, an dem mindestens acht Grad Celsius herrschen, bleibt das Gemüse etwa zwei Wochen lang frisch. Bei niedrigeren Temperaturen wird es schnell weich. Lagern Sie Zucchini jedoch nicht in der Nähe von Obst, da dieses Ethylen ausstößt. Das Gas lässt das Gemüse schneller reifen, wodurch es nicht so lange hält.

grüne Zucchini reif zum Ernten

Schädlinge

Schnecken knappern die Früchte der Zucchini sehr gerne an und minimieren dadurch den Ernteertrag. Fress- und Schleimspuren sind deutliche Symptome für einen Befall. Sie sollten schnell reagieren und um die Pflanze Schneckenkorn ausstreuen. Da das Schädlingsbekämpfungsmittel giftig ist, sollte es nur angewendet werden, wenn sich keine Kinder und Haustiere im Garten aufhalten.

Alternativ können Sie einen Schneckenzaun rund um das Beet anbringen. Auch eine breite Schicht aus groben Sägemehl hält die Schädlinge fern. Da Schnecken die Keimlinge der Zucchini ebenfalls gerne befallen, sollten frisch gesäte oder eingesetzte Pflanzen von Anfang an geschützt werden, wenn in Ihrem Garten Schnecken vorkommen.

Krankheiten

Ein weißer, mehliger Belag auf den Blättern weist auf Falschen oder Echten Mehltau hin. Im fortgeschrittenen Stadium rollen sich die Blätter ein. Die Krankheit wird durch einen Pilzbefall ausgelöst und ist in heimischen Gärten weit verbreitet. Trockenes, warmes Wetter und nächtlicher Tau begünstigen den Befall, weshalb die Krankheit häufig im Spätsommer auftritt.

Sobald Sie Mehltau auf der Zucchini-Pflanze entdecken, müssen Sie die erkrankten Pflanzenteile entfernen und im Hausmüll entsorgen. Die infizierten Blätter dürfen nicht auf den Kompost gelangen, da sich der Mehltau dort ausbreiten kann. Anschließend behandeln Sie die Pflanze mit einem einfachen Hausmittel, das sich als wirkungsvoll erwiesen hat.

So gehen Sie dabei vor:

  • mischen Sie Frischmilch und Wasser im Verhältnis 1:9
  • geben Sie die Mischung in eine Sprühflasche
  • sprühen Sie die erkrankte Pflanze rundum ein
  • wiederholen Sie die Behandlung zwei- bis dreimal wöchentlich, bis keine Symptome mehr erkennbar sind

Eine artgerechte Pflege beugt dem Mehltau in den meisten Fällen erfolgreich vor. Achten Sie besonders darauf, dass Sie die Kürbisgewächse nur mit lauwarmem Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser von unten gießen. Einige Neuzüchtungen wie die Sorten „Diamant F1 Hybride“ oder „Leila F1“ sind zudem resistent gegen Echten Mehltau.

Zucchini Gemüsegewächs am Strauch

Sorten

Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich in der Farbe ihrer Früchte, jedoch nicht im Geschmack. Am weitesten verbreitet sind Zucchini mit hell- bis dunkelgrüner Schale, wie sie beispielsweise die Sorten „Defender“ und „Diamant“ besitzen. Auch gelbe Früchte treten häufig auf, etwa bei den Sorten „Gold Rush“ und „Soleil„. Seltener kommen weiße oder gestreifte Schalen vor. Abgesehen von der Farbe unterscheiden sich die Sorten in ihrem Wuchs: „Gold Rush“ wächst zum Beispiel buschartig, während die Sorte „Tondo do Nizza“ kriecht und Ranken bildet.

Giftige Sorten

Durch ungünstige Kreuzungen entstehen ab und zu Früchte, die eine erhöhte Konzentration von Cucurbitacin aufweisen. Dieser giftige Bitterstoff ist schädlich für den Menschen und kann im Extremfall zum Tod führen. Cucurbitacin macht sich durch einen bitteren Geschmack bemerkbar und wird selbst beim Kochen nicht zerstört.

Schmeckt ein Zucchinigericht bitter, muss es daher sofort entsorgt werden. Der Giftstoff stammt aus Zierkürbissen und kann bei Kreuzungen mit Zucchini in der neuen Pflanze enthalten sein. Zucchini sollten daher nicht in der Nähe von Zierkürbissen stehen, um eine ungewollte Bestäubung durch Insekten zu verhindern.