In Gärten und Parkanlagen ist der Hedera helix, Gemeine Efeu oder botanisch auch als Hedera helix bekannt häufig zu sehen. Die zur Familie der Araliengewächse gehörende Pflanze lässt  sich jedoch genauso gut als Zimmerpflanze halten. Gerade weil der Gemeine Efeu das ganze Jahr über mit seinen immergrünen Blättern den Raum verschönert, wollen wir Ihnen den Zimmerefeu als Kletter- oder Hängepflanze vorstellen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Araliengewächse (Araliaceae)
  • Gattung: Efeu (Hedera)
  • Art: Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix)
  • Trivialnamen: Efeu, Gewöhnlicher Efeu
  • Herkunft: Mittelmeerraum, Europa
  • Dank Haftwurzeln kletternde, immergrüne Blattschmuckpflanz
  • Wuchshöhe: in der Zimmerkultur je nach Art 300 bis 400 Zentimeter
  • Blütezeit September bis Oktober
  • Mehrlappige, dekorative Blätter von Creme bis Dunkelgrün bzw. panaschiert
  • Winterhart und ausdauernde Pflanze
  • giftige Substanzen in allen Pflanzenteilen

Schon im alten Ägypten war Efeu bekannt und wurde nur zu gern dem Sonnengott Osiris geweiht. Auch die Griechen kannten die ausdauernde Pflanze und weihten sie wiederum dem Weingott Dionysos. Häufig ist Efeu auch auf Gemälden des vorigen Jahrhunderts oder auf Porzellan zu sehen. Er wird als stark wachsende und immergrüne Kletterpflanze kategorisiert, ein Bodendecker mit wenig Ansprüchen an Boden und Standort. Unsere Pflege-Anleitung beschreibt detailliert die Anforderungen und Pflegeeigenschaften des Zimmerefeu.

Pflege

Vielleicht ist es seinem anspruchslosen Charakter zu verdanken, dass Efeu sowohl im Freiland als auch im Zimmer gehalten werden kann. Unter den rund 400 Sorten gibt es einige, die sich sehr wohl in den Innenräumen fühlen. Interessanterweise kann selbst ein Zimmerefeu bis zu 100 Jahre alt werden. Es lohnt sich also, diese dekorativen Zimmerpflanzen ein wenig näher zu betrachten und ihnen eine gute Pflege zukommen zu lassen.

Standort

Standort und Substrat

Als Pflanzenfreund lassen Sie dem Hedera helix einen eher etwas kühleren Standort zukommen. Er mag es nicht sehr warm. Daher ist die sonnige Fensterbank mit Heizung nicht der geeignete Ort für ihn. Dennoch liebt er das Licht, weshalb er in einem hellen Zimmer mit indirekter Sonne einen guten Platz findet. Selbst an einem halbschattigen Standort kann er sich prächtig entwickeln. Ideal ist eine Raumtemperatur von ca. 18 °C mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Ideal ist dafür das Badezimmer, in anderen Räumen wird er stattdessen hin und wieder besprüht.

Hedera helix als Kletter- oder Hängepflanze

Tipp: Zimmerefeu mit bunten Blättern benötigt einen helleren Standort als jene Sorten mit einfarbigen, dunkelgrünen Blättern.

Substrat

Als anspruchslose Pflanze genügt dem Zimmerefeu eine ganz normale Blumenerde. Zur Stärkung der Pflanzen kann hier ruhig etwas Hornspäne als Langzeitdünger hinzugegeben werden. Wichtig ist, dass es sich um eine lockere Erde handelt, die keine Staunässe zulässt.

Aussaat und Anzucht

Der Zimmerefeu wird als Pflanze gekauft oder mit Stecklingen vermehrt. Lesen Sie daher bitte im Kapital Vermehrung weiter.

Pflanzen und Umtopfen

Die einzelne Efeupflanze wächst einerseits gut, doch die gewünschte buschige Ausstrahlung erhält der Topf, wenn mehrere Pflanzen eingesetzt werden. In diesem Falle wird von der Ampelhaltung gesprochen. Es besteht die Möglichkeit, den Hedera helix herunterhängend oder als Kletterpflanze zu kultivieren. Auch diese Überlegung sollte im Vorfeld angestellt werden. Als Kletterpflanze sollte daher ein etwas größerer Pflanztopf ausgewählt werden, in dem zwei bis fünf Efeu und die zusätzliche Rankhilfe Platz finden.

Daher gilt:

  • einen ausreichend großen Pflanztopf und Übertopf auszuwählen
  • eine fertige Rankhilfe im Handel kaufen oder selbst aus Draht formen

Befüllen Sie den Topf mit frischer Blumenerde und mischen sie etwas Hornspäne unter. Dann werden die Pflanzen eingesetzt und noch einmal mit Erde aufgefüllt. Es bleibt Ihnen überlassen, wie viele Pflanzen Sie einsetzen. Bei fünf Pflanzen sollte der Pflanztopf in jedem Falle ausreichend groß sein. Je nach Wunsch setzen Sie nun die Rankhilfe ein. Ist der Efeu schon lang genug, wird er vorsichtig um die Rankhilfe gewickelt. Nach dem Einpflanzen im Topf gut angießen und regelmäßig feucht halten.

Pflanzzeit

Die ideale Jahreszeit zum Umtopfen ist der Frühling, alternativ auch der Herbst. Weitaus angenehmer fühlt sich die Pflanze, wenn der Termin noch vor der Heizperiode ist. Das Frühjahr hingegen bringt die besseren Bedingungen mit, insbesondere dann, wenn die Pflanzen bereits sehr groß sind und die Wurzeln bereits aus dem Topf herausschauen. Das neue Pflanzgefäß sollte ca. zwei fingerbreit größer sein als das bisherige.

Gießen

Gießen und Düngen

Wie viele andere Pflanzen mag der Zimmerefeu keine Staunässe. Sorgen Sie dafür, dass er regelmäßig feucht gehalten wird, die Erde aber nicht zu nass ist. Wer nicht viel Erfahrung mit dem richtigen Bewässern hat und seine Pflanzen oft ertränkt, kann in die Erde etwas Sand oder Kieselsteine geben. Sie fördern den Ablauf des Wassers. Ideal eignet sich hier auch Blähton, der überflüssiges Wasser aufnimmt, was die Pflanzen bei eventueller Trockenheit dann aufnehmen können. Blähton dient also als Wasserspeicher für den Zimmerefeu.

Mit der Fingerprobe ertasten Sie schnell, ob gegossen werden muss oder nicht. Ist die Oberfläche trocken, braucht der Zimmerefeu Wasser. Die Bedingungen ändern sich hier mit den Jahreszeiten und der Luftfeuchtigkeit im Raum.

  • verwenden Sie kein frisches Leitungswasser
  • weiches Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser zum Gießen nutzen
  • entfernen Sie überschüssiges Wasser aus dem Unterteller
  • in der Winterphase seltener gießen besser ab und an mit Wasser besprühen

Hedera helix - immergrüne Blattschmuckpflanze

Düngen

Damit sich der Zimmerefeu prächtig entwickeln kann, bietet es sich an, ihn hin und wieder zu düngen. Da die Erde, anders als im Freiland, nach einiger Zeit keine Nährstoffe mehr zuführt, sollte etwas gedüngt werden. Auch hier zeigt sich wieder einmal, wie anspruchslos der Zimmerefeu ist.

Wer jedoch kräftig wachsende Pflanzen wünscht, düngt im Zeitraum zwischen März und September entweder alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger oder verwendet einen Langzeitdünger, der in die Erde eingearbeitet ist. Blattschmuckpflanzen bevorzugen einen Stickstoff-betonten Dünger, der jedoch in sehr verdünnter Konzentration dem Gießwasser hinzugegeben wird.

Tipp: Niemals Dünger in trockenes Substrat geben. Besser die Erde vorher befeuchten und anschließend düngen.

Ab September wird dann nicht mehr gedüngt. Die Pflanzen gehen jetzt langsam in die Winterruhe.

Hedera helix stammt aus dem Mittelmeerraum

Schneiden

Efeu als Zimmerpflanze ist sehr schnittverträglich. Dank des guten Wachstums kann die Grünpflanze daher nach Wunsch geschnitten werden. So halten Sie die langen Ranken oder den Wuchs an den Rankhilfen im Zaun und halten Ihre Zimmerpflanze in der gewünschten Größe.

Ganz fachgerecht schneiden Sie den Zimmerefeu so:

  • Idealer Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das Frühjahr
  • Zuerst schwache und vertrocknete Zweige auslichten
  • Dann den Schnitt oberhalb der nach außen gerichteten Blattknoten entlang führen

Auch innerhalb des Jahres sind kleine Schnittkorrekturen möglich. Schneiden Sie immer mit einer guten, scharfen Schere, um das Risiko von Krankheiten zu minimieren. Wenn Sie bei jungen Pflanzen ein buschiges Wachstum erreichen möchten, schneiden Sie immer wieder die jungen Triebspitzen ab.

Tipp: Arbeiten Sie beim Schneiden mit Handschuhen, denn auch der Zimmerefeu enthält Giftstoffe!

Entsorgen Sie daher Schnittgut auch nicht an Orten, die für Tiere zugänglich sind.

Vermehren

Vermehrung durch Stecklinge

Beim Rückschnitt fallen jede Menge Stecklinge an, die zur Vermehrung verwendet werden können. Dazu benötigen Sie Triebe mit einer Länge von ca. sechs bis acht Zentimeter. Nun werden mehrere Stecklinge in einem Topf mit vorgequollenem Torf gesetzt. Die Triebe werden leicht besprüht und dann mit einer Plastiktüte bedeckt. Hierbei ist eine hohe Luftfeuchtigkeit Dreh- und Angelpunkt der Vermehrung.

Sie erkennen den Erfolg an den wachsenden Wurzeln und frischen Austrieben. Die idealen Zeitpunkte liegen zwischen Februar und Oktober. Alternativ können Sie die Triebe vorerst auch für ein paar Tage in ein Glas Wasser stellen und nach dem Austreiben der Wurzeln in einen Topf mit Anzuchterde geben.

Überwintern

Die Überwinterung des Zimmerefeus verläuft völlig problemlos solange der Topf nicht in der Nähe der Heizung steht. Bei Temperaturen zwischen 10 und 18 °C fühlt er sich sichtlich wohl. Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit ausreicht. Daher ist das regelmäßige Einsprühen der Blätter fast wichtiger als das ohnehin reduzierte Gießen mit kalkfreiem Wasser. Die Erde bleibt nur mäßig feucht.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten

Selten verirren sich Spinnmilben auf den Zimmerefeu. Dabei treten auf der Blattoberseite helle Punkte auf, das Blatt wird nach und nach Braun und vertrocknet dann. Auf der Unterseite sind zahlreiche winzige Milben zu erkennen. Sollte der Zimmerefeu in der Nähe der Heizung stehen, benötigt er umgehend einen Standortwechsel. Möglich ist vorerst ein Abbrausen oder vollständiges Eintauchen der Ranken. Hierbei muss die Unterseite der Blätter vollständig benetzt sein, um die Milben entfernen zu können. Hilft dies nichts, muss ein handelsübliches Produkt angewendet werden.

Auch Blattläuse sind unbeliebte Besucher. Die in Gelb, Grün, Braun oder Schwarz auftretenden Schädlinge setzen sich gern an den jungen Trieben fest. Hier hilft nur Absammeln oder die Pflanze in eine leichte Seifenlauge zu tauchen. Sollten sich noch immer Läuse an den Blättern befinden, können diese mit einem in Seifenwasser oder leicht alkoholischen Lauge abgewischt werden.

Das Gleiche gilt für Schildläuse, die unter Umständen das Absterben der Pflanze verursachen können. Auch hier gilt vorerst lauwarmes Wasser und die Entfernung der Schädlinge von den Blättern. Reicht dies nicht aus, müssen handelsübliche Mittel gegen Blattläuse verwendet werden.

Krankheiten

Dank ihrer Robustheit sind beim Zimmerefeu keine Krankheiten bekannt.

Sorten

Sorten und Arten:

Curly Variegated,  gelockte Hedera helix

Ein Geheimtipp unter Pflanzenfreunden ist die Curly Variegated, die gelockte Hedera helix. Sie fasziniert mit gewellten Blatträndern und sorgt daher für ein völlig neues Erscheinungsbild des Zimmerefeus. Das Blattlaub ist Creme-Grün und sehr divergent zum klassischen Efeu. Die Curly Variegated kann bis zu 300 Zentimeter lang werden und verträgt keinen Frost.

Goldefeu oder Hedera helix Goldheart

Ein ebenfalls neuer Blickfang ist der Goldefeu oder Hedera helix Goldheart. Diese Sorte verfügt über Goldgelb verzierte Blätter und liebt sonnige Standorte jedoch ohne intensive Mittagssonne.

Glacier, Hedera helix Glacier

Weiß-Grün gezeichnete Blätter, silbrig-schimmernd durchzogen – so erscheint Glacier, Hedera helix Glacier. Diese Sorte ist die ideale Zimmerpflanze, insbesondere wenn Sie einen langen Efeu suchen, der sich wenig verzweigt.

Harlekijn, Hedera helix Harlekijn

Harlekijn wächst mit bunt geflecktem Blattlaub auf dunkelgrüner Basis. Diese neue Züchtung bildet  verschiedene Verzweigungen und wird ca. 250 – 350 cm lang.

Chicago Hedera helix Chicago

Die Sorte Chicago ist der Klassiker unter den Zimmerefeu Sorten. Sie stammt aus den 60er Jahren und hat bis heute nicht an Beliebtheit verloren. Saftig grüne Blätter mit leicht rosafarbenen Stielen in dekorativer Herzform bringen Abwechslung in den Raum. Eine Unterart, die Variegata, hat zusätzlich noch weiß umrandetes Laub. Der Zimmerefeu Chicago eignet sehr gut für schattige und halbschattige Standorte.