Trachelospermum jasminoides, Sternjasmin

Die Jasmin-Pflanze beeindruckt mit ihrer üppigen Blütenpracht aus unzähligen weißen oder gelben Sternblüten, die einem süßlichen Duft verströmen. Zwar ist die Pflanze nicht winterhart und benötigt von Oktober bis März ein kühles Winterquartier, ist aber ansonsten anspruchslos und pflegeleicht. Wenn man die Tipps in der Pflege-Anleitung befolgt, haben selbst Anfänger lange Jahre ihre Freude an dieser Pflanze.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
  • Gattung: Jasmin (Jasminum)
  • Art: Jasmin-Pflanze
  • Trivialnamen: Echter Jasmin (Jasminum officinale)
  • Herkunft: Tropen, Subtropen, Mittelmeerraum
  • zierliche, anspruchslose Kletterpflanze
  • Wuchshöhe: 100-300 cm
  • Blütezeit von Juni bis September
  • weiße oder gelbe, süßlich duftende Sternblüten
  • grüne Fiederblätter, gelbe Herbstfärbung
  • im Herbst schwarze Beerenfrüchte
  • luftiger, sonniger Standort

Nicht nur als Kübel- oder Topfpflanze für das Zimmer oder den Wintergarten, ist die Jasmin-Pflanze mit ihrem süßlichen Blütenduft sehr beliebt. Jasmin kann im Freien auch von April bis September an einem sonnigen Standort gehalten werden, wo die weißen oder gelben Sternblüten einen attraktiven Kontrast zu den grünen Fiederblättern bilden.

Trachelospermum jasminoides, Sternjasmin mit dunkelgrünen Blättern

Als Kletterpflanze ist sie für Rankhilfen oder Spaliere dankbar, an denen sich die langen Pflanzentriebe festhalten können. In der Pflege-Anleitung sind alle Details aufgeführt, um diese beliebte Duftpflanze fachgerecht zu halten.

Pflege

Mit dem richtigen Standort und der fachgerechten Pflege kann man sich jahrelang an der anspruchslosen Jasmin-Pflanze erfreuen. Die Bedürfnisse und Wünsche der Pflanze können mit der folgenden Pflegeanleitung sehr gut erfüllt werden.

Standort

Die Jasmin-Pflanze zeigt ihre ganze Blütenpracht an einen sonnigen, luftigen Standort. Wegen ihres Blütenduftes wird die Pflanze gerne in Kübeln auf einem überdachten Balkon oder einer geschützten Terrasse in der Nähe einer Sitzgruppe gehalten. Ist die Jasmin-Pflanze auf der Fensterbank oder im Wintergarten der prallen Mittagssonne ausgesetzt, benötigt sie eine Beschattung.

Denn das Fensterglas intensiviert die Sonnenstrahlen, was zu Blattschäden führen kann. Auch ein kalter Durchzug sollte unbedingt vermieden werden, da dieses von der Jasmin-Pflanze nicht gut vertragen wird. Ab April im Freien platziert, sollten folgende Bedingungen berücksichtigt werden, um sich lange an der Jasmin-Pflanze erfreuen zu können.

  • sonniger, luftiger Standort mit möglichst vielen Sonnenstunden
  • Schutz vor prasselndem Regen (z. B. durch Mauer, Hecke, Böschung), jedoch ohne Schattenwurf
  • nach der Winterruhe ab April langsam an UV-Strahlen gewöhnen
  • ideale Temperaturen von April bis Oktober: 18-22°C
  • Rankhilfen, damit sich die langen Triebe der Jasmin-Pflanze daran festhalten können
  • wichtig: ausreichend Belüftung, um Krankheiten und Schädlingsbefall zu vermeiden.

Bodenbeschaffenheit

Die Jasmin-Pflanze fühlt sich in nahezu jedem Boden wohl, der humos, durchlässig und nährstoffreich ist. Ein guter Wasserabfluss (z. B. Drainage) muss gewährleistet sein, damit sich keine Staunässe bildet.

Substrat

Als Kübelpflanze stellt die Jasmin-Pflanze keine besonderen Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit und gedeiht auf fast allen Böden. Allerdings sollte das Substrat locker und durchlässig sein. Ein leicht saurer ph-Wert des Substrates ist optimal und kann durch die Beigabe von etwas Moorbeeterde erzielt werden. Für eine gute Durchlässigkeit im Pflanzkübel kann das Substrat mit Lavagranulat oder Blähton angereichert werden. Während des Sommers im Beet akzeptiert die Jasmin-Pflanze auch gute Gartenerde, die nährstoffreich, humos und gut durchlässig ist.

Sternjasmin hat weiße oder gelbe Sternblüten

Pflanzzeit

Die Jasmin-Pflanze sollte erst nach Ende der Winterruhephase, also ab April eingepflanzt oder umgetopft werden. Die Winterphase von Oktober bis März dient der Pflanzenerholung, damit sie Kraft für das Wachstum und die Blüte im Folgejahr sammeln kann. Während dieser Zeit sollte die Pflanze in Ruhe gelassen und nicht umgetopft werden.

Pflanzen im Beet

Eine Jasmin-Pflanze, die während der Winterruhe als Kübel- oder Topfpflanze gehalten wurde, kann problemlos im Garten eingepflanzt werden. Allerdings sollte das Einpflanzen erst dann erfolgen, wenn keine Gefahr von Bodenfrost mehr besteht, was in der Regel nach den Eisheiligen der Fall ist.

Beim Einpflanzen in ein Beet sollte auch eine Drainage gelegt werden, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann und Staunässe vermieden wird. Für die Kletterpflanze empfiehlt es sich, z. B. Rankgitter, Spaliere oder Rundbögen für die langen Pflanzentriebe ins Beet zu setzen. So lässt sich die Jasmin-Pflanze auch in eine bestimmte Form (z. B. Herzform) bringen.

Pflanzen im Topf

Jasmin-Pflanzen, die als Zimmerpflanzen gehalten werden, sollten aufgrund des hohen Nährstoffverbrauchs regelmäßig umgetopft werden. Das Umtopfen sollte unabhängig davon erfolgen, ob der jeweilige Pflanzentopf zu klein geworden ist oder nicht. Während Jungpflanzen jährlich einen neuen Pflanzentopf für ihre Entwicklung benötigen, reicht es bei älteren Pflanzen aus, diese nur noch alle 2-3 Jahre umzutopfen. Der neue Pflanzentopf sollte im Durchmesser maximal 10 cm größer sein als das bisherige.

Gießen

Eine ausgewogene Wasserversorgung ist für das Wachstum der Jasmin-Pflanze wichtig.

Daher sollte man zum Gießen:

  • gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden
  • handwarmes Wasser verwenden, um mögliche Pflanzenschäden durch Kälteschock zu vermeiden
  • an warmen Sommertagen bei Bedarf morgens und abends gießen
  • an heißen Tagen oder bei trockener Raumluft Blätter mit nicht zu kaltem, kalkfreien Wasser besprühen
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • bei Kübel- oder Topfpflanzen überschüssiges Wasser etwa 10 Minuten nach dem Gießen aus dem Übertopf bzw. Topfuntersetzer abgießen
  • bei Beetpflanzen eine Drainage für den Wasserabfluss anlegen

Sternjasmin eignet sich als Kübel- oder Topfpflanze

Da die Jasmin-Pflanze einen hohen Feuchtigkeitsgehalt besser verträgt als Trockenheit, sollte das Substrat konstant feucht gehalten werden. Während des Wachstums und der Blütezeit hat die Jasmin-Pflanze einen höheren Wasserbedarf und sollte von April bis September täglich gegossen werden. Während der Winterruhe sind die Wassergaben zu reduzieren.

Düngen

Die Jasmin-Pflanze benötigt für ein dichtes Blätterkleid und eine üppige Blütenpracht reichlich Nährstoffe. Daher ist von April bis Anfang September die wöchentliche Beigabe von Flüssigdünger oder Düngestäbchen erforderlich. Ab September sollte zur Vorbereitung auf die Winterruhe auf Düngemittel verzichtet werden.

Schneiden

Der Rückschnitt der Jasmin-Pflanze wird durch die Blütezeit definiert und erfolgt in der Regel nach der Winterruhe. Der Pflegeschnitt sollte jährlich erfolgen, um den Verholzungsgrad unter Kontrolle zu halten.

  • lange Triebe werden 2/3 eingekürzt, wobei jeder Schnitt knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Knotens angesetzt wird
  • gesamte Pflanze wird gründlich ausgelichtet
  • vertrocknete, kümmerliche Triebe werden an der Basis gekappt

Gleichzeitig wird die Blühwilligkeit der Jasmin-Pflanze gefördert, denn neue Blüten bilden sich ausschließlich an jungen Trieben. Erfolgt über mehrere Jahre kein Rückschnitt, reduziert sich die Blütenpracht auf wenige Knospen am Triebende, wodurch ein Radikalschnitt erforderlich wird. Dieser erfolgt ebenfalls nach der Winterruhe, wobei dann sämtliche Triebe um 2/3 gekürzt werden. Im Folgejahr werden dann zunächst keine neuen Blüten ausgebildet und erscheinen dann erst 1-2 Jahre später.

Trachelospermum jasminoides, Sternjasmin

Überwintern

Die Jasmin-Pflanze verträgt im Freien nur kurzzeitig Frost und muss daher in ein Winterquartier umziehen, sobald die Temperaturen dauerhaft unter 15°C liegen. Auch Jasmin-Pflanzen, die das ganze Jahr über im Zimmer standen, benötigen diese Winterruhe, um im Sommer erneut Blüten zu bilden.

Für das Winterquartier sollten folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • heller, kühler Standort, Temperaturen um 10°C sind optimal
  • von Oktober bis März kein Düngen der Jasmin-Pflanze
  • Wassergaben soweit reduzieren, dass der Wurzelballen nicht austrocknet
  • Winterquartier regelmäßig lüften
  • Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren

Die Ruhephase von Oktober bis März ist vor allem für die Blütenproduktion im Folgejahr von Bedeutung. Selbst wenn im Winterquartier die Jasmin-Pflanze ihre Blätter abwirft, handelt es sich hierbei um einen normalen Prozess, da diese in der nächsten Vegetationsphase neu austreiben.

Sobald keine Gefahr von Spätfrost mehr besteht (meist nach den Eisheiligen), ist der Umzug der Jasmin-Pflanze ins Freie möglich. Allerdings sollte sie erst langsam an die Sonne gewöhnt werden und zunächst einige Tage an einem schattigen Platz stehen, bevor der Umzug an den endgültigen Standort ansteht.

Vermehren

Die Jasmin-Pflanze lässt sich über Stecklinge oder durch Aussaat mit Samen, die aus den Jasminbeeren gewonnen werden, vermehren. Allerdings enthalten die Jasminbeeren nur wenige Samenkörner, weshalb diese nur selten im Fachhandel zu bekommen sind.

Aussaat

Die Aussaat mit selbst geernteten Samen ist bei der Jasmin-Pflanze ganzjährig möglich. Da diese im Fruchtfleisch mit einer Keimhemmung versehen sind, sollten die Jasminsamen vor der Aussaat mindestens 24 Stunden in Kamillentee einweichen.

Anschließend können folgende Schritte unternommen werden:

  • Saatschale mit Torfsand, Kokohum oder Perlite füllen und anfeuchten
  • Aussaat der Jasminsamen im Abstand von mindestens 5 cm
  • Jasminsamen maximal 1 cm dick mit Substrat oder Verniculite übersieben
  • bei 22-25°C in beheizbarem Zimmergewächshaus konstant feucht halten

Die Keimung der Jasminsamen dauert etwa 3-6 Wochen. Während dieser Zeit darf das Saatgut weder austrocknen noch durchnässen.

Sobald die ersten Keimblättchen durchbrechen, wird die Temperatur auf 20°C gesenkt und dann:

  • Keimlinge pikieren, sobald das erste Blattpaar sichtbar ist
  • kleine Töpfe mit Pikiererde füllen und Mulde mit Pikierstab hineindrücken
  • Jasminkeimling vorsichtig mittig einsetzen und mit Pikiererde bis knapp unterhalb der Keimblätter auffüllen
  • von unten mit kalkfreiem, handwarmen Wasser gießen
  • halbschattiger, warmer Fensterplatz
  • ab 30 cm Wuchshöhe erstmals düngen

Stecklinge

Als Stecklinge eignen sich nicht verholzte, beblätterte Triebe ohne Blüte aus der Pflanzenmitte.

Die 15-20 cm langen Stecklinge:

  • bis auf das oberste Blattpaar entlauben
  • bis zu 2/3 in Anzuchttopf mit magerem Substrat setzen
  • mit zimmerwarmen Regenwasser oder kalkarmen Leitungswasser angießen

Über den Steckling wird eine Haube gestülpt, um ein feucht-warmes Mikroklima zu schaffen. Der Standort sollte halbschattig und die Temperatur um 20°C sein. Das Substrat muss ständig leicht feucht gehalten und die Haube täglich für 20 Minuten gelüftet werden, um Schimmel zu vermeiden. Sobald sich der erste frische Austrieb zeigt, kann die Haube entfernt werden. Ein Umtopfen in ein größeres Gefäß erfolgt erst, wenn die Jungpflanze das Gefäß vollständig durchwurzelt hat.

Trachelospermum jasminoides, Sternjasmin

Krankheiten

Krankheiten und Schädlingsbefall sind in vielen Fällen auf Versäumnisse in der Pflege zurückzuführen. So verursacht das Gießen mit kalkhaltigem Wasser Blattchlorose, da die Jasmin-Pflanze über die Nährstoffe nicht ausreichend Eisen aufnimmt. Zur Wurzelfäule kommt es schnell durch mangelnde Belüftung und Staunässe, das ein Zeichen von zu intensiven Wässern ist. Dem gegenüber verliert die Jasmin-Pflanze ihre Blütenknospen und Blätter, wenn sie zu wenig Wasser erhält.

Schädlinge

Wollläuse

Wollläuse treten bei der Jasmin-Pflanze hin und wieder auf. Die 3-4 mm großen weiß-wolligen Knuppel sitzen in den Blattachsen  oder an den Stängeln. Sie lassen sich mit ölhaltigen Mitteln entfernen.

Blattläuse

Die Jasmin-Pflanze wird gerne von Blattläusen befallen, vor allem, wenn sie im Freien steht oder es bei der Überwinterung zu warm ist. Meist lassen sich die Blattläuse mit kalkfreiem Wasser und ein wenig Paraffinöl besprühen, bevor man zu Spritzmitteln greift.

Sorten

Es gibt weltweit mehr als 200 bekannte Jasminarten. Neben dem Echten Jasmin (J. officinale) sind vor allem nachstehende Arten bekannt.

Arabischer Jasmin (J. sambac)

  • robuster als der Echte Jasmin, kann ganzjährig blühen, besitzt größere, duftendere Blüten

Chinesischer Jasmin (J. grandiflorum)

  • sehr reich blühende Art, gut als Zimmerpflanze geeignet, Verwendung auch zur Aromatisierung von grünem Tee

Duft-Jasmin (J. polyanthum)

  • weißer oder pinker Jamin genannt, immergrüne, schnell wachsende Kletterpflanze

Primel-Jasmin (J. promulinum)

  • gelbblühend, immergrüner Strauch, frühe Blüte bereits im Februar/März

Winter-Jasmin (J. nudiflorum)

  • winterhart, lange, herabhängende Zweige und gelbe Blüten im  Winter, kein Blütenduft
Jasminum nudiflorum, Winter-Jasmin
Jasminum nudiflorum, Winter-Jasmin

Indischer Jasmin (J. species)

  • Rankpflanze mit weißen Blüten, herrlicher Duft

Strauch-Jasmin (J. fruticans)

  • immergrüner Strauch, aufrecht wachsend, frostempfindlich