Kartoffeln aus eigenem Anbau ernten

Kartoffeln stehen immer noch sehr hoch auf der Beliebtheitsskala der Deutschen, vor allem wenn diese selbst angebaut und geerntet werden können. Je nachdem, welche Sorte Kartoffeln angebaut wurde, beginnt die Erntezeit bereits Ende Mai bis Juni bis weit in den Herbst hinein zu den ersten frostigen Tagen. Denn die vielen verschiedenen Sorten unterscheiden sich nicht nur in fest- oder mehligkochend sondern auch in Früh- oder Spätkartoffeln.

Steckbrief

  • 200 Kartoffelsorten
  • nicht nur mehlig oder festkochen
  • sondern auch Frühkartoffeln
  • werden ab Mai/Juni geerntet
  • Kartoffeln für den direkten Verzehr
  • mittelfrühe Kartoffeln
  • in der Regel ab Juli/August
  • Spätkartoffeln
  • sollten vor dem ersten Frost geerntet werden
  • lagerfähige Kartoffeln
  • bei Ernte die jeweilige Reifezeit der Sorten beachten

Kartoffeln können in vielen verschiedenen Variationen auf den Tisch gebracht werden und stehen daher auf der Beliebtheitsskala der Deutschen immer noch sehr weit oben. Daher möchten auch immer mehr Hobbygärtner ihre Kartoffeln selbst anbauen und ernten.

Doch hier stellt sich dann auch die Frage, wann ist eigentlich die beste Erntezeit für Kartoffeln, Dies ist jedoch nicht so einfach zu beantworten, da es verschiedene Sorten bei Früh- und Spätkartoffeln gibt. Fakt ist jedoch, dass die ersten Frühkartoffeln Ende Mai/Anfang Juni geerntet werden können und Kartoffeln nicht bis zum ersten Frost im Boden verbleiben sollten.

Kartoffeln selbst anbauen und dann ernten
Solanum tuberosum, Kartoffel

Kartoffeln sind sehr beliebt und daher möchten immer mehr Hobbygärtner die leckeren Knollen auch in ihrem Garten anbauen. Wer keinen solchen zur Verfügung hat, kann die Kartoffelpflanzen auch auf dem Balkon ziehen und ernten.

Bei der Erntezeit muss man sich nicht auf einen Monat beschränken, wer bereits am Anfang des Jahres verschiedene Sorten Kartoffeln von Früh- bis Spätkartoffeln anbaut, kann auch von Mai bis zum Einsetzen des ersten Frostes seine Kartoffeln ernten und genießen. Hierbei hilft der Hinweis auf die Reifezeit der verschiedenen Kartoffelsorten und so kann nachverfolgt werden, wann die Kartoffeln reif sind und geerntet werden können.

Frühkartoffeln

Frühkartoffeln sind die ersten Kartoffeln, die in einem Jahr geerntet werden können. Die Reifezeit der leckeren Früchte liegt hier bei etwa 110-120 Tagen, die Ernte beginnt bei diesen Erdäpfeln in der Regel zwischen Ende Juni und Anfang bis Mitte Juli, je nachdem, wann sie im Frühling in die Erde gesetzt wurden.

Kartoffelpflanze
Kartoffelpflanze

Zudem gibt es sehr frühe Sorten, die bereits nach 90 bis 110 Tagen erntereif sind, also durchaus auch schon im Mai genossen werden können. Bei den frühen Kartoffeln müssen Sie allerdings davon ausgehen, dass diese in der Regel nicht lagerungsfähig und somit für den direkten Verzehr gedacht sind.

Zu den sehr frühen und frühen Sorten gehören:

  • Christa (sehr frühe Sorte)
  • Atica (sehr frühe Sorte)
  • Cilena
  • Sieglinde (festkochend)
  • Augusta (mehlig)
  • Karlena (sehr unempfindlich)

Mittelfrühe Kartoffeln

Als die eigentlichen Lagerkartoffeln zählen vor allem auch die mittelfrühen Sorten, die auch die meisten Sorten aufweisen können. Diese Kartoffeln besitzen eine Reifezeit von 120 – 140 Tagen und sind daher in der Regel ab Ende Juli bis Anfang August reif für die Ernte.

Kartoffeln sind sehr beliebt bei den Verbrauchern
Verschiedene Kartoffelsorten

Zu den mittelfrühen Kartoffeln gehören:

  • Nicola
  • Linda (bekannte Sorte auch aus dem Supermarkt)
  • Blauer Schwede (blaues Fruchtfleisch)
  • Cilena
  • Hansa (ideale Kartoffel für Pommes Frites)

Wenn Sie daher Kartoffeln ernten möchten, die Sie auch über den gesamten Winter noch verzehren können, dann sollten Sie auf die mittelfrühen Kartoffeln zurückgreifen, denn diese sind die Lagerkartoffeln die häufig schon fertig im Handel angeboten werden.

Spätkartoffeln

Die Ernte der mittelspäten bis späten Kartoffeln sollte im September/Oktober erfolgen, diese Sorten haben eine Reifezeit von 140 – 160 Tage. Auf keinen Fall sollten Kartoffeln auch nur einer einzigen frostigen Nach ausgesetzt werden, denn das vertragen sie nicht und die Ernte könnte so gefährdet werden. Denn auch diese Sorten der schmackhaften Knolle gehören zu den Lagerfähigen und können so auch über den Winter bis ins nächste Frühjahr genossen werden.

Zu den mittelspäten bis späten Kartoffelsorten gehören:

  • Aula (mehlige Sorte)
  • Donella
  • Granola (festkochend und gute Lagerfähigkeit)
  • Datura
  • Palma

Reife

Die richtige Reife

Wer sich genau an die Vorgaben hält und die Reifezeit der jeweiligen Sorten abwartet, findet so auch schnell den passenden Zeitpunkt für die Ernte seiner Kartoffeln. Doch daneben gibt es natürlich auch einige Faktoren, die die Kartoffeln ein wenig schneller oder langsamer wachsen und reifen lassen.

es gibt 200 Kartoffelsorten

So kann ein Frühjahr sehr sonnig und warm sein, dann reifen die Kartoffeln schneller, als in einem verregneten und relativ kalten Jahr. Daher sollte am Ende der Reifezeit auch auf folgende Aspekte noch geachtet werden, um den richtigen Erntezeitpunkt zu ermitteln.

  • als erstes die Reifezeit im Auge behalten
  • hierzu bei der Pflanzung bereits den Kalendertag kennzeichnen
  • das oberirdisch wachsende Kraut sollte verwelkt sein
  • nach dem Absterben der Blätter noch etwa drei Wochen warten
  • prüfen, ob die Schale der Kartoffeln fest ist
  • diese darf sich nicht mehr mit dem Daumen abreiben lassen
  • ansonsten sind sie noch nicht genießbar
  • unbedingt vor dem ersten Frost
  • frühe Kartoffeln zum Sofortverzehr dürfen auch mit grünem Kraut geerntet werden

Wurden zum Beispiel die späten Sorten etwa Ende April eingesetzt, dann dauert die Reifezeit hier bis Ende September/Anfang Oktober. Spätestens dann sollten sie auch dem Boden entnommen werden, denn auch Ende Oktober kann in manchen Gebieten schon mit nächtlichem Bodenfrost gerechnet werden, der den dann noch in der Erde befindlichen Kartoffeln erheblich schaden könnte. Bei frühen und mittelfrühen Kartoffeln hingegen können Sie sich für die Entnahme nach dem bereits erfolgten Reifetermin gerne auch etwas Zeit lassen.

eine Kartoffelpflanze im Beet
Kartoffelpflanze im Gartenbeet

Ernte

Bei Bedarf ernten

Gerade bei Frühkartoffeln kann durchaus auch nach Bedarf geerntet werden. Da hier keinerlei Gefahr auf frostige Nächte besteht, können diese Kartoffelsorten auch so lange in der Erde verbleiben, bis sie genutzt werden sollen. Da Frühkartoffeln auch mit grünem Kraut bereits geerntet werden können, verlängert sich hier die Erntezeit um einige Wochen. Denn es ist sinnvoll, die nicht lagerfähigen Kartoffeln so lange in der Erde zu belassen, bis sie verarbeitet werden sollen.

Auch sollten hier nur die großen Exemplare entnommen werden, so können die kleinen Kartoffeln noch weiter wachsen. Gerade auch in kleinen Gärten oder einem Pflanzsack auf dem Balkon ist dies eine gute Lösung, über einen längeren Zeitraum von den schmackhaften Knollen zu profitieren.

Kartoffel im Beet

Sind Sie sich unsicher, ob die Kartoffeln die nötige Reife zum Verzehr haben, entnehmen Sie eine Knolle und machen Sie die Kochprobe. So können Sie erkennen, ob die schmackhaften Früchte bereits genießbar sind oder besser noch ein paar Tage in der Erde verbleiben sollten.

Werkzeug

Benötigte Gartengeräte

Um die Kartoffeln bei der Ernte nicht zu beschädigen, helfen die passenden Gartengeräte, um diese auszugraben. Wer nur ein kleines Feld bestellt hat oder die Kartoffeln auf dem Balkon kultiviert, kann diese durchaus auch mit den Händen der Erde entnehmen, denn hierbei handelt es sich um einen sehr schonenden Vorgang, Bei einem größeren Feld können natürlich auch Gartengeräte zu Hilfe genommen werden.

Hier sollte die Grabegabel an erster Stelle stehen, denn diese wird schon seit Jahrhunderten für die Kartoffelernte genutzt. Für ein leichteres Graben kann auch die Kartoffelhacke genutzt werden, die ebenfalls eine lange Tradition bei der Kartoffelernte besitzt. Auch zum Suchen von einzelnen Kartoffeln ist die Hacke besser geeignet.

Ipomoea batata 'Terrace Lime', Süßkartoffel
Ipomoea batata ‚Terrace Lime‘, Süßkartoffel

Zu guter Letzt bietet der Spaten eine gute Möglichkeit, hiermit können Sie die gesamte Kartoffelpflanze mit allen anhängenden Knollen auf einmal aus dem Boden heben. Welches Gerät Sie hier wählen, hängt vor allem auch davon ab, ob nur einzelne Kartoffeln für den direkten Verzehr geerntet werden sollen, oder ob ein ganzes Feld abgeerntet wird.

Erntevorgang

Die Ernte des gesamten Beetes für die Lagerung wird durchgeführt, wenn der passende Zeitpunkt ermittelt wurde.

Zeitpunkt ermitteln

Ist die Reifezeit der jeweiligen angelegten Kartoffelsorten vorbei, geht es an die Ernte. Die Pflanzen legen nun, etwa drei Monate nach der Pflanzung, ihre natürliche Ruhephase ein. Dies erkennen Sie daran, dass die oberen grünen Triebe als erstes gelb werden, dann einen bräunlichen Ton annehmen und zu guter Letzt verdorren.

Nun ist es Zeit, die Knollen aus der Erde zu nehmen, Erkennen Sie jedoch während dieser Zeit zwischen dem ersten vergilben bis hin zum Verdorren ein Anzeichen von Krautfäule, dann sollten sie schnell handeln und die Knollen sofort aus der Erde nehmen, damit diese Fäule nicht auf die Kartoffelfrüchte übertragen wird.

Ansonsten wird bei der Ernte in der Regel wie folgt vorgegangen:

  • einen sonnigen oder zumindest trockenen Tag wählen
  • auch die nächsten Tage sollten noch trocken sein
  • Testweise eine Staude ausgraben
  • die Schale auf ihre Festigkeit prüfen
  • diese ist abriebfest
  • die Knolle löst sich leicht von den Krauttrieben
Ipomoea batata 'Terrace Lime', Süßkartoffel
Ipomoea batata ‚Terrace Lime‘, Süßkartoffel

So wird ausgegraben

Wurde ermittelt, dass die Kartoffeln reif für die Ernte sind, wird mit einer Grabegabel die gesamte Erde aufgelockert. Nun werden die einzelnen Kartoffelpflanzen mit der Gabel oder hilfsweise auch einem Spaten aus der Erde gehoben. Mit den Händen dann am unteren Stängel aus der Erde ganz herausziehen. Hängen noch Knollen an den Wurzeln, werden diese so mit herausgezogen.

Doch selten ist es der Fall, dass alle Kartoffeln noch an der Wurzel hängen und so mit aus dem Erdreich gehoben werden. Daher muss nun in dem Loch, das die Pflanze hinterlassen hat, mit der Grabgabel, der Hacke oder auch einfach, weil schonender, mit den Händen nach weiteren Kartoffeln gesucht werden. Denn diese liegen hier noch unterhalb in der Erde.

Soll noch nicht das ganze Beet abgeerntet werden, sondern nur nach Bedarf, können diese Exemplare auch noch ein paar Wochen in der Erde verbleiben. Einstrahlung von Licht sollte vermieden werden, daher wieder gut mit Erde abdecken. Die entnommenen Kartoffeln verbleiben nun für ein bis zwei Tage auf dem Beet oberhalb der Erde, damit sie ganz abtrocknen können.

Hierzu wird wie folgt vorgegangen:

  • entnommene Kartoffeln auf dem Beet nachtrocknen lassen
  • gut auf dem Beet verteilen
  • die noch an den oberen Pflanzenteilen und Wurzeln hängenden Knollen abnehmen
  • wenn Erde an Knollen ganz trocken ist, aufsammeln
  • hierzu die grobe Erde sanft entfernen
  • Kartoffeln in einen Eimer oder Korb geben
  • hierbei schon auf Beschädigungen achten
  • Knollen entsprechend sortieren
  • die Unbeschädigten für die Lagerung
  • die Beschädigten für den schnellen Verzehr

Lagern oder sofort verzehren

Wer das ganze Jahr über Kartoffeln aus dem eigenen Anbau genießen möchte, sollte hier bereits bei der Anpflanzung klug vorgehen. So sind Frühkartoffeln in der Regel nur zum direkten Verzehr geeignet, da sie auch sehr saftig sind. Bei einer Lagerung würden sie nach wenigen Wochen bereits wieder anfangen zu sprießen. Nach der Ernte sollten diese Kartoffeln daher auch höchsten zwei Wochen aufbewahrt werden.

geerntete Kartoffeln

Wer bereits bei der Pflanzung der Frühkartoffeln auf verschiedene Zeiten setzt, kann länger frisch ernten. Die mittelfrühen und späten Kartoffeln hingegen sind in der Regel alle gut lagerfähig, doch auch hierbei kommt es auf den Zeitpunkt der Ernte an. Wurden die Kartoffeln zu früh der Erde entnommen, ist die Schale nicht hart genug für eine Lagerung und es könnte zu Fäulnis kommen. Aber natürlich eignen sich auch diese Sorten für einen sofortigen Verzehr.

Lagern

So wird gelagert

Auch bei der Lagerung müssen verschiedene Aspekte beachtet werden, damit die geernteten Kartoffeln auch lange halten. Hierbei ist es wichtig, dass nur völlig unbeschädigte Knollen für die Lagerung genutzt werden. Alle anderen sollten zum sofortigen Verzehr genommen werden.

Die ideale Lagerung sieht dann wie folgt aus:

  • frostsicherer, kühler, dunkler und luftiger Raum
  • ein Keller oder ein Lagerraum ist ideal
  • muss quer gelüftet werden können
  • Temperaturen zwischen 4° und 10 Celsius sind ratsam
  • Kartoffeln großzügig auf dem mit Holzleisten belegten Boden verteilen
  • steht wenig Platz zur Verfügung, Kartoffelkiste nutzen
  • solche Kisten sind im Handel erhältlich
  • hierauf sollte nicht verzichtet werden
  • Kartoffeln müssen auch von unten belüftet werden
  • nicht neben anderem Obst, wie zum Beispiel Äpfel lagern
  • durch das Reifegas Etyhlen verderben die Kartoffeln