Kräuterschnecke im Garten

Nichts geht über frische Kräuter, die Sie frischer als aus dem eigenen Garten, nirgends bekommen können. Viel Platz benötigen Sie dafür nicht, wenn Sie eine Kräuterschnecke beziehungsweise Kräuterspirale anlegen. Mit dem richtigen Know-how, einigen wenigen Baumaterialien und einer optimalen Kräuter-Bepflanzung, sind Ihnen ganzjährige ernten sicher und schaffen zudem einen hübschen Blickfang im Garten. Diese Bau- und Pflanzanleitung zeigt, wie es geht.

Steckbrief

  • Kräuterschnecken auch für den kleinen Platz im Garten geeignet
  • verschiedene Standortbedingungen vom Schatten bis sonnig
  • mit integrierten Teich als entspannender Blickfang
  • vielseitige Bepflanzung möglich
  • ansteigende Erdanhäufung für unterschiedliche Pflanzansprüche
  • für nahezu alle Kräuterarten geeignet
  • kann zur Überwinterung von frostfesten Kräutern genutzt werden

Es gibt keinen Kompromiss, wenn es um frische Kräuter geht, die jedem Essen den besonderen Pepp verleihen. Die Topfkräuter aus dem Supermarkt halten meist nur kurz, wenn sie aus rein kommerziellen Vorteilen schnell und kostengünstig kultiviert wurden.

Warum also nicht ein eigenes Kräuterbeet anlegen und immer die frischesten Kräuter griffbereit haben? Eine optimale und vor allem platzsparende Lösung bietet die Kräuterspirale. Lesen Sie hier, wie Sie diese richtig anlegen inklusive einigen Tipps, um beste Ernteerträge zu erzielen.

Kräuterschnecke mit verschiedenen Kräutern bepflanzen

Standort

Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn Sie einen Standort wählen, der nahe an der Küche liegt, so dass Sie während des Kochens schnell an die Kräuter gelangen können. Der Standort sollte entsprechend den Ansprüchen der Kräuter gerecht werden, die Sie einpflanzen beziehungsweise einsäen möchten.

Optimal ist es, wenn die Frontseite der Kräuterschnecke nach Süden zeigt, um auf diese Weise sonnige wie auch schattige Plätzchen innerhalb der Beetschnecke zu schaffen und den unterschiedlichen Lichtansprüchen der verschiedenen Kräuterarten gerecht werden zu können. Für ein schattiges Plätzchen sorgt die Mauer, die nach hinten den darunter liegenden Bereich Schatten spendet.

Zudem sollte der Standort windgeschützt sein, damit sie auch noch wachsen, wenn die ersten kalten Winde in Herbst einläuten und bei starken Böen die meist feinen Ästchen nicht abknicken.

Bodenbeschaffenheit

Grundsätzlich sollte ein Mix aus gesetztem, dichten, aber dennoch durchlässigen Boden bestehen. Dies erreichen Sie, indem Sie die Kräuterschnecke mit Erde füllen und diese dann einige Wochen oder Monate ruhen lassen. Es empfiehlt sich, die Kräuterspirale bereits im Herbst mit Erde zu füllen und diese bis zum kommenden Frühjahr sacken zu lassen. Gegebenenfalls muss Erde nachgefüllt werden, wenn die bestehende zu tief gesackt ist. Ansonsten hängt die Bodenbeschaffenheit von der jeweiligen Zone ab.

Zonenaufbau einer Kräuterspirale

Boden der Ersten Zone

  • in der ersten Zone sollte der Boden sehr humus- und nährstoffreich sein
  • in der Konsistenz wird er sehr feucht bis nass gehalten

Boden der Zweiten Zone

  • in der zweiten Zone liegt der Nährstoffgehalt unter dem der ersten Zone
  • der Boden sollte nur über eine mäßige Feuchtigkeit verfügen

Boden der Dritten Zone

  • in der dritten Zone wechseln sich Feuchtigkeit und Trockenheit durch regelmäßiges Gießen ab
  • der Boden sollte wasserdurchlässig und locker sein
  • ein geringer Nährstoffgehalt sollte gegeben sein

Boden der Vierten Zone

  • in der vierten Zone sollte der Boden gut kalkhaltig sein und zum Ende der Kräuterspirale sogar noch an Kalk zunehmen
  • optimal ist ein Erd-Sand-Gemisch, dies speichert Wasser und versorgt die Kräuter nur bei bestehendem Wasserbedarf

Der Nährstoffgehalt sollte von der ersten Zone bis zur obersten Zone gleichmäßig an Nährstoffen abnehmen und damit der Boden im unteren Bereich mit Kompost angereichert werden.

verschiedene Kräuter für die Kräuterschnecke

Kräuterspirale planen

Kräuterspirale bauen und bepflanzen

Frische Küchenkräuter sind nicht nur unverzichtbar für den Geschmack, sondern bieten auch vor allem in einer Kräuterschnecke einen sehr dekorativen Anblick, weshalb sich immer mehr Gartenbesitzer für diese Art von Kräuterbeeten entscheiden.

Das Anlegen ist einfach, wenn man weiß, wie es geht. Es müssen lediglich einige Details beachtet werden, damit es problemlos klappt und Ihre Mühen mit einem prächtigen Gedeihen Ihrer neuen frischen Kräuter belohnt werden.

Zonenplanung

Damit zahlreiche Kräuterarten unabhängig von ihren Bodenbedingungen in der Spirale Platz finden, wird diese in vier Zonen eingeteilt.

Kräuterspirale mit Kräutern in den verschiedenen Zonen

Erste Zone

Die erste Zone beginnt mit der unteren Schneckenöffnung, wo die Erde am niedrigsten ist. Dieser Bereich wird zur feuchten Nass-Zone. Optimal eignet sich dafür, in diesem Bereich einen kleinen Teich anzulegen, damit eine Art Sumpfbereich entsteht beziehungsweise die Wurzeln voll durchnässt werden können und sich feuchtigkeitsliebende Kräuterpflanzen gut entwickeln. Die erste Zone gilt zudem als die nährstoffreiche Ebene. Eine Bepflanzung kann beispielweise mit folgenden Kräutern erfolgen.

  • Brunnenkresse
  • Bachbunge
  • Wasserminze
  • Schnittlauch

Zweite Zone

Die zweite Zone geht von der Nasszone über in den den ersten Teilbereich der mittleren Etage. Diese Zone besitzt einen durchschnittlichen Nährstoffgehalt, wird mäßig feucht gehalten und bietet halbschattige bis schattige Pflanzplätze. Diese Standorte sind unter anderem geeignet für die folgenden Aufgeführten.

  • Basilikum
  • Dill
  • Waldmeister
  • Senf grün
  • Muskat-, Löffel- und Selleriekraut
  • Petersilie
  • Sauerampfer
  • Frauenmantel
  • Kerbel
  • Bärlauch und Beinwell sollten im schattigen Bereich angepflanzt werden
  • Liebstöckel und Pfefferminze sollten höher am Ende stehen, da ihre Wurzeln tiefer in die Erde ragen

Dritte Zone

Die dritte Zone sollte ungefähr auf Höhe des Schneckeneingangs enden. In diesem Bereich der Kräuterspirale sollte der Boden kalkhaltig sein. Dies ist der perfekte Ort für Kräuterpflanzen, die es  sonnig-warm und leicht feucht mögen, wie zum Beispiel die Folgenden.

  • Estragon
  • Garten- und Kapuzinerkresse
  • Johannis- und Kampferkraut
  • Kamille und Fenchel
  • Koriander
  • Oregano
  • Melisse

Vierte Zone

Das Ende wird durch die mediterrane Zone gesetzt, die sich bis zum höchsten Punkt der Kräuterschnecke erstreckt. Hier ist der höchste Kalkgehalt zu finden. Der Boden sollte immer leicht angetrocknet sein. Viele Stunden Sonne benötigt der oberste Bereich. In dieser Etage fühlen sich folgende Kräuterarten wohl.

  • Bergbohnen-, Oliven- und Colakraut
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittknoblauch
  • Majoran
  • Thymian
  • Lavendel sollte den Abschluss bilden, da hier der höchste Kalkgehalt bestehen sollte, den er benötigt

Bau-Vorbereitung

Ist der optimale Standort gefunden, ist der ausgewählte Erdbereich zu säubern und von Wurzelresten weitgehendst zu befreien.

Ausrichtung bestimmen

Bestimmen Sie die richtige Ausrichtung. Optimal ist es, wenn der Beginn der untersten Etage nach Süden ausgerichtet ist. Hier setzen Sie hier nun den ersten Holzpflock. Beachten Sie hierbei, dass die Holzpflöcke entsprechend der zunehmenden Beethöhe auch entsprechend hoch sind und am obersten Ende die Endhöhe der Spirale betragen.

Größe bestimmen

Zur Größenbestimmung Ihrer Kräuterschnecke sollten Sie in etwa wissen, wie viele Kräuterpflanzen Sie säen oder einpflanzen möchten. Je mehr Kräuter Sie pflanzen möchten, desto größer muss natürlich die Kräuterspirale sein. Das Idealmaß beträgt 2.50 Meter Durchmesser. Eine mittige Höhe von circa 80 Zentimeter bei diesem Durchschnitt ist empfehlenswert. Hiervon können Sie selbstverständlich entsprechend Ihrer eigenen Vorstellungen abweichen.

Wenn Sie eine ungefähre Größenidee haben, setzen Sie weitere Holzpflöcke so, dass Sie von außen nach innen eine Spirale erhalten. In der Form eines Kräuter-Schneckenbeets können Sie sich an der eines Schneckenhäuschens orientieren. Der letzte Pflock ist mittig in die Spirale zu setzen.

Samentütchen oder Pflanzen bereitstellen

Hilfreich ist es, wenn Sie bereits die Samentütchen oder Pflanzen zur Hand haben. So können Sie diese nach ihren Standort- sowie Bodenansprüchen bereits auf dem glatten Boden in gewünschter Reihenfolge und Form der Spirale, verteilen. Dadurch erhalten Sie einen besseren Blick dafür, wie groß Ihre Kräuterspirale mindestens sein sollte und können die bereits gesetzten Holzpflocks zum Vergrößern oder Verkleinern der Kräuterspirale versetzen. Vergessen Sie dabei nicht, die Schneckenhausform, den südlichen Ausrichtungspunkt und die Mitte beizubehalten.

Kräuterpflanzen für die Bepflanzung der Kräuterspirale

Verbinden Sie dann die Holzpflöcke mit einer Schnur, so dass eine Linienführung sichtbar wird. Achten Sie darauf, dass die Schnur einen ansteigenden Verlauf besitzt, der die einzelnen Etagenhöhen bereits markiert. Binden Sie die Schnur um alle Holzpflöcke auf einer Höhe, fehlt Ihnen im mittleren und oberen Bereich die Linienorientierung beim Kräuterspirale Bauen.

Graben Sie im Anschluss den Boden innerhalb der Kräuterschnecke circa eine Spatenlänge tief aus. Achten Sie darauf, dass Sie die Erdbereiche aussparen, in denen die Holzpflöcke stecken. Auf den Erdboden legen Sie eine Drainage. Dazu schütten Sie eine zwei Zentimeter dicke Schicht aus Quarzsand oder Kies in den Graben. Vermengen Sie die ausgehobene Erde mit Schotter und füllen damit den Erdaushub wieder.

Baumaterial

Neben dem Schotter, der Markierungsschnur und den in ihrer Höhe gleichmäßig ansteigenden Holzpflöcken, benötigen Sie Baumaterial für den tatsächlichen Bau des dekorativen Kräuterbeets in Spiralform.

Es ist empfehlenswert, diese erst dann zu kaufen, wenn die Bau-Vorbereitung erledigt ist, damit Sie ungefähr einschätzen können, wie viel Material Sie vor allem für die Erstellung der Mauerwände benötigen. Wenn Sie die Abmessungen beim Händler Ihres Vertrauens vorlegen, wird dieser sicherlich gern bei der Bestimmung der Materialmenge behilflich sein.

Als Materialien benötigen Sie:

  • weiteren Schotter für die Erdanhebung von unten nach oben
  • Beton-, Natur- oder Ziegelsteine für die spiralförmige Mauererrichtung
  • gegebenenfalls Mörtel
  • Kies, um im obersten Bereich eine weitere Drainage zu legen
  • Kieselsteine für erste und zweite Zone, zum Schutz vor schneller Austrocknung

Sie müssen nicht zwingend neues Material im Handel kaufen. Auch auf Baustellen sind vor allem Bruch-Bausteine erhältlich, die dort keine Verwendung mehr finden. Anstelle von Schotter zur Etagenerhöhung, können Sie auch Bauschutt von einer Baustelle verwenden und sparen damit noch bares Geld.

Kräuterspirale bauen

Der Grundriss wird durch die Mauer gesetzt. Hierzu kann ein professionelles Mauerwerk mit Zement beziehungsweise Mörtel sowie eines in Trockenbauweise Verwendung finden. Wichtig bei der Anordnung und Ausrichtung der Steine, dass diese stets über eine leichte Innenneigung verfügen.

In der Trockenbauweise legen Sie entlang der zuvor gespannten Schnur eine Lage Steine und füllen den Innenbereich mit Schotter beziehungsweise Erde auf. Achten Sie darauf, dass hier bereits schon eine Neigung durch das Auffüllen entstehen muss.

Erreicht die Neigung die Steinhöhe, muss spätestens mit der zweiten Steinreihe angefangen werden. Auch hier füllen Sie im Anschluss wieder Erde mit ansteigendem Niveau auf. So gehen weiter vor, bis Sie in der Mitte/ am obersten Ende der Spirale eine Höhe von circa 80 Zentimeter erreicht haben.

Tipp: Wenn Sie in die höheren Lagen kommen, ist es ratsam hier Kies aufzulegen, bevor Sie Erde auffüllen, um Staunässe durch Regen oder zu viel Gießen zu verhindern.

Wenn Sie einen kleinen Teich anlegen möchten, sparen Sie einen Teil des unteren Bereichs mit Erde aus und verlegen anstelle der Erde eine Teichfolie aus oder integrieren ein fertiges Teichbecken. Füllen Sie den Teich im Anschluss mit größeren Kieselsteinen so hoch, dass eine Resthöhe von zwischen fünf und zehn Zentimeter bleibt. Diese Wasserstandshöhe ist in der Regel für alle Nässe liebenden Kräuterpflanzen ausreichend.

Wenn der Bau Ihrer Kräuterspirale fertig ist, lassen Sie diesen mindestens für sechs bis acht Wochen besser drei Monate stehen, bevor Sie mit dem Bepflanzen beginnen. In dieser Zeit setzt sich die Erde. Vergessen Sie bei der Erdaufschüttung nicht, auf die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten zu achten. Diese sind in entsprechender Rubrik zuvor beschrieben.

Pflanzzeit

Offizieller Saisonstart für vorgezogene oder erwachsene Kräuter ist Anfang Mai, während die Aussaat sowie Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai in die Kräuterschnecke gesetzt beziehungsweise gesät werden sollte.

Danach kann bis einschließlich Juli ein- und umgepflanzt werden. Danach  sollten nur noch schnell wachsende Kräuter wie beispielweise Salbei ins Spiralbeet eingepflanzt werden, damit diese noch vor Kälteeinbruch abgeerntet werden können.

vorgezogene Kräuter für die Bepflanzung der Kräuterspirale

Gießen

Sorgen Sie stets dafür, dass alle Zonen Ihrer Beetschnecke über eine ideale Feuchtigkeit verfügen, die den jeweiligen Ansprüchen der Kräuter gerecht wird.

Vierte Zone

  • in der Trockenzone im obersten Bereich gießen Sie nur gelegentlich
  • hier darf die Erdoberfläche durchaus einige Tage austrocknen

Dritte Zone

  • in der dritten Zone wird gegossen, wenn sich die Erdoberfläche bis maximal zwei Zentimeter tief eindrücken lässt

Zweite Zone

  • feuchter müssen die Kräuterpflanzen in der zweiten Zone gehalten werden
  • die Erdoberfläche sollte nie austrocknen

Erste Zone

  • ein Gießen in der untersten Feuchtzone erübrigt sich meist, wenn ein Teich integriert ist
  • allerdings verdunstet hier Wasser vor allem an heißen Sommertagen
  • hier muss also stets der Wasserstand überprüft werden
  • ist kein Teich vorhanden, muss großzügig gegossen werden, im Sommer täglich

Düngen

Nach dem Neubau einer Kräuterschnecke benötigen die Kräuterpflanzen im ersten Jahr keinen zusätzlichen Dünger für hohe Ernteerträge. Wenn bei der Anlegung des Spiralbeets die unterschiedlichen Nährstoffgehalte pro Zone berücksichtigt wurden, reicht die Versorgung vorerst aus. Jungpflanzen werden generell im ersten Jahr nicht gedüngt.

Ab dem zweiten Jahr kann Kompost oder ein nährstoffreicher Flüssigdünger verabreicht werden. Der Bedarf an Nährstoffen reduziert sich allerdings von unten nach oben und dementsprechend sollte in der mediterranen Zone sparsam bis gar nicht gedüngt werden. Die optimalen Zeitpunkte zum Düngen sind Frühjahr und Herbst.