Das Tränende Herz, Lamprocapnos spectabilis insbesondere ist eine dekorative Staude, mit faszinierenden Blüten in Form eines Herzens aus dem, wenn es sich öffnet, eine weiße Träne hervorzutreten scheint.

Auch das dabei filigran gefiederte Blattwerk hat dabei eine besondere Schmuckwirkung und bildet einen wunderschönen Kontrast zu den weißen oder rötlichen Blüten. Mit Rosen und Vergissmeinnicht sind die Blätter hübsches Beiwerk für farbenfrohe Frühlingssträuße.

Steckbrief

  • Familie: Mohngewächse
  • Gattung: Lamprocapnos
  • Wissenschaftlicher Name: Lamprocapnos spectabilis (Dicentra spectabilis)
  • Deutsche Namen: Tränendes Herz, zweifarbige Herzblume, Marienherz, Flammendes Herz, Herzblume, Herzerlstock
  • Herkunft: Bergwälder Ostasiens
  • Wuchs: ausdauernd, krautig, überhängend
  • Wuchshöhe: 60 – 150 cm
  • Blüte: herzförmig, überhängende einseitswendige Blütentrauben, meist rosa, seltener weiß
  • Blütezeit: sortenabhängig zwischen Mai und August, selten ab April
  • Blätter: mehrfach gefiedert, graugrün
  • Verwendung: Beet- und Kübelpflanzung, Schnittblume
  • Giftigkeit: in allen Pflanzenteilen giftig

Diese Staude kommt ursprünglich übrigens aus den Bergwäldern Ostasiens. Sie wächst zudem mehrjährig, ausdauernd und krautig. Den zumal größten Zierwert bieten die herzförmigen Blüten, die wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, einseitig an überhängenden Blütenzweigen sitzen.

Die rosafarbenen oder weißen, äußeren Kronenblätter wölben sich im unteren Bereich nach außen, sodass sich damit die typische Herzform ergibt. Aus der Herzmitte tritt ein tropfenförmiges, wie eine Träne anmutendes, weißes Blütenblatt hervor. Blüten und Blätter zieren klassische Bauerngärten, Rabatten und Kübel.

Tränendes Herz - eine dekorative Staude

Pflege

Das Tränende Herz, Lamprocapnos spectabilis eine Pflanze mit Symbolcharakter, kann dabei im Beet ausgepflanzt oder im Kübel kultiviert werden, wo sie Terrassen und Balkone verschönert. Was die Pflege angeht, ist sie relativ anspruchslos. Dennoch gibt es einiges zu beachten, damit sie sich zu einer prächtigen Staude entwickeln kann.

Standort

In ihrer ursprünglichen Heimat wächst die Herzblume, Lamprocapnos spectabilis zudem an lichten, windgeschützten Waldstandorten, im wohltuenden Halbschatten. Ähnliche Bedingungen benötigt sie daher auch im heimischen Garten. Ideal ist ein heller Schattenplatz z. B. als Unterpflanzung lichter Gehölze oder am Rande eines Schattenbeetes. Gelegentlich ein paar Sonnenstrahlen sind kein Problem im Gegensatz zu praller Sonne.

Jedoch dauerhaft zu helle Standorte würden das Tränende Herz, Lamprocapnos spectabilis schnell verkümmern lassen, wobei ältere Pflanzen etwas mehr Sonne vertragen. Voll schattige Standorte sind daher ungeeignet. Da das flammende Herz zudem eine sehr standorttreue Pflanze ist, sollte es möglichst nicht verpflanzt werden. Es entwickelt sich am besten, wenn es viele Jahre ungestört wachsen kann.

Boden

  • Gut gedeiht diese Staude in wasserdurchlässigen, humosen und etwas kalkhaltigen Böden
  • Diese sollten frisch bis feucht sein und Wasser gut speichern können
  • Kalk in Form von kalkhaltigem Gießwasser, kann die Speicherfähigkeit des Bodens verbessern
  • Optimal ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,0, ein schwach saurer bis neutraler Boden

Pflanzen

Der beste Pflanzzeitpunkt für diese hübsche Staude ist im Frühjahr, nicht vor Mitte April. Sie reagiert sehr empfindlich auf Nachtfröste. Vorsichtshalber kann man sie anfangs mit einem Vlies abdecken bzw. umwickeln. Vor dem Einpflanzen ist es ratsam, etwas Kompost in die Erde einzuarbeiten und der Pflanze so gute Startbedingungen schaffen.

Direkt nach dem Pflanzen und in den ersten Wochen danach, in der sogenannten Anwachsphase, muss regelmäßig gewässert werden. Wird in Gruppen von mehreren Exemplaren gepflanzt, sind Pflanzabstände zwischen 40 und 60 cm empfehlenswert, sodass sich jede Pflanze optimal entfalten kann.

Die Herzblume (Lamprocapnos spectabilis) blüht relativ früh im Jahr, sodass es mit der Blütenpracht daher bald wieder vorbei ist. Auch das Laub vergilbt, die Pflanze zieht ein. Mit den richtigen Pflanzpartnern lassen sich die nach der Blüte entstandenen Lücken sehr gut kaschieren.

Bestens geeignet hierfür sind Halbschattenstauden wie Silberkerze, Funkie und Akelei sowie Waldastern oder Farne. Durch den Kontakt mit dieser giftigen Staude kann es zu Hautreizungen kommen. Deshalb ist es sinnvoll,  Handschuhe zu tragen.

Umpflanzen

Sollte ein Umsetzen der Pflanze zudem erforderlich sein, ist nach der Blüte der richtige Zeitpunkt. Zunächst hebt man am neuen Standort ein entsprechendes Pflanzloch aus, lockert die Erde im Pflanzbereich auf und mischt etwas Kompost unter. Anschließend wird die Pflanze kurzum großzügig ausgegraben, möglichst ohne die Wurzeln dabei zu beschädigen.

Lockere Erde schüttelt man jedoch vorsichtig ab und kontrolliert die Wurzeln dabei auf eventuelle Schäden. Kranke und beschädigte Wurzelteile werden entfernt und die Pflanze unverzüglich an ihrem neuen Standort eingepflanzt. Zum Schluss tritt man die Erde fest und wässert den Pflanzbereich gründlich.

Lamprocapnos Spectabilis - auch Marienherz genannt

Gießen

Der Boden sollte weder zu nass sein noch komplett austrocknen. Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) benötigt daher eine konstante aber dennoch mäßige Wasserzufuhr. Am besten gießt man dabei regelmäßig und nur in kleinen Mengen, als alle paar Wochen ausgiebig zu wässern. Staunässe sollte vermieden werden, ansonsten droht Wurzelfäulnis und schlimmstenfalls der Verlust der Pflanze.

Düngen

  • Im Frühjahr vor der Blüte und im Herbst reichlich Kompost verabreichen
  • Oder einen gleichwertigen organischen Dünger
  • Organische Dünger wirken wie Langzeitdünger
  • Handelsübliche Dünger dementsprechend nur in stark verdünnter Form verabreichen
  • Für die Frühjahrsdüngung den letzten Bodenfrost abwarten
  • Ansonsten wird der Pflanze wichtige Wärme entzogen

Schneiden

Einen regulären Rückschnitt benötigt diese Pflanze nicht, er würde sie eher schwächen. Lässt man sie in Ruhe, wächst sie meist üppiger und ist blühfreudiger. Lediglich verwelkte Blüten entfernen. Das kräftigt den Wurzelstock, regt zur Blütenneubildung an und verhindert, dass die Pflanze zu viel Energie für die Samenbildung aufwenden muss.

Ist das Laub komplett verwelkt,  können die Stängel, samt welker Blätter abgeschnitten werden. Solange die Blätter noch Grünanteile besitzen, zieht die Pflanze Nährstoffe aus den Blättern, die sie für die Überwinterung benötigt.

Überwintern

Wurde im Frühjahr gepflanzt, ist die Staude meist kräftig genug, um den Winter ohne jeglichen Schutz zu überstehen. Eine Schicht Mulch auf dem Wurzelbereich kann dennoch nicht schaden. Anders sieht es bei einer entsprechenden Herbstpflanzung aus. Hier sind vor allem die Nachtfröste im Frühjahr problematisch, besonders dann, wenn die Pflanze schon beginnt auszutreiben.

Zum Schutz kann man sie dementsprechend mit mehreren Lagen Gartenvlies oder einer dicken Schicht Mulch oder trockenem Laub abdecken. Noch sehr junge, aus Stecklingen gezogene Pflanzen lässt man besser in einem Topf im Haus überwintern.

Haltung im Kübel

Das richtige Pflanzgefäß

Für Balkon und Terrasse bietet sich demzufolge eine Haltung im Kübel an. Dazu sollte das Pflanzgefäß nicht zu klein sein und über Abzugslöcher verfügen. Optimal ist ein weiter und tiefer Pflanzkübel, sodass sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können.

Ist der Topf hingegen zu klein, wächst die Pflanze nur kümmerlich und die Blütenbildung leidet. Darüber hinaus sollte er dabei aus natürlichen Materialien wie z. B. Ton bestehen. Die haben den Vorteil, dass im Gegensatz zu Kunststofftöpfen Feuchtigkeit besser verdunsten kann.

Pflegeansprüche

Gut geeignet sind daher Pflanzsubstrate für Blüh- und Balkonpflanzen, die man zudem mit etwas Sand auflockert. Nicht zu vergessen eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonkügelchen, für einen guten Wasserablauf. Auch im Topf sollte das Substrat nicht austrocknen. Man gießt regelmäßig, lässt aber die oberste Substratschicht vor jedem Gießen etwas antrocknen. Gedüngt werden kann mit Kompost oder einem flüssigen Volldünger.

Zur Überwinterung von Kübelpflanzen gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sie in einem hellen, frostfreien Raum überwintern oder sie samt Topf im Garten eingraben. Bei einer Überwinterung im Freien ist es ratsam, den Topf mit Vlies, Bastmatten oder Noppenfolie einzupacken und den Wurzelbereich zusätzlich mit Laub, Kompost oder Reisig abzudecken.

Am besten stellt man ihn nicht direkt auf den Boden, sondern auf eine Holzpalette oder Styroporplatte. Gegossen wird im Winter nur sporadisch und nur an frostfreien Tagen. Auf Dünger wird komplett verzichtet.

Vermehren

Stecklinge

  • Nach der Blüte etwa 15 cm lange noch grüne Triebspitzen von der Mutterpflanze schneiden
  • Zur Bewurzelung in ein Wasserglas stellen
  • Das Glas an einen hellen Platz stellen und das Wasser regelmäßig wechseln
  • Nach etwa 2-3 Wochen erfolgt die Bewurzelung
  • Die Jungpflanzen können in kleine Töpfe in ein Sand-Humus-Gemisch eingepflanzt werden
  • Da sie noch relativ empfindlich sind, zunächst im Haus weiter kultivieren
  • Erst im darauffolgenden Frühjahr nach draußen pflanzen

Wurzelschnittlinge

Um an die benötigten Wurzelschnittlinge zu gelangen, legt man die Wurzeln im Spätherbst an einem frostfreien Tag teilweise frei. Nun schneidet man möglichst dicke, 3-5 cm lange Teilstücke ab und deckt die Wurzel sofort wieder mit Erde ab.

Die Teilstücke werden von anhaftenden Erdresten befreit und waagerecht in eine Pflanzschale in Anzuchterde gelegt. Die Erde wird befeuchtet und bis zur Bewurzelung gleichmäßig feucht gehalten. Dann lässt man sie bei etwa 12 Grad überwintern und kann im Frühjahr die bewurzelten Jungpflanzen in den Garten pflanzen.

Lamprocapnos Spectabilis,Tränendes Herz mit weißer Blütenfarbe

Teilung

Auch wenn eine Teilung grundsätzlich möglich ist, reagieren diese Pflanzen äußerst empfindlich darauf. Möglich ist eine Teilung im zeitigen Frühjahr oder direkt nach dem Einziehen. Dazu holt man die betreffende Pflanze aus dem Boden, möglichst ohne dabei die Wurzeln zu stark zu beschädigen.

Die an den Wurzeln anhaftende Erde wird vorsichtig abgeschüttelt und der Wurzelstock mit einem scharfen Messer oder Spaten in entsprechend viele Teilstücke geteilt. Jedes einzelne Teilstück sollte dabei über mindestens einen Trieb und ausreichend Wurzeln verfügen. Sofort nach der Teilung werden sie an ihrem neuen Standort eingepflanzt.

Aussaat

Zu einer Vermehrung über Samen sollte man wissen, dass im Gegensatz zur Stecklingsvermehrung keine sortenreinen Pflanzen daraus hervorgehen. Das Tränende Herz zählt zu den Kaltkeimern. Folglich müssen die Samen zunächst stratifiziert, d. h. einer Kältebehandlung unterzogen werden. Die kann im Freien oder im Kühlschrank erfolgen.

Für eine Kältebehandlung im Freien sät man bloß in kleine Aussaattöpfe mit Aussaaterde aus und stellt diese im Winter an einen geschützten Platz im Freien. Das Substrat muss zudem während der gesamten Zeit feucht gehalten werden.

Für eine Stratifizierung im Kühlschrank gibt man die Samen mit feuchtem Sand in einen lichtdurchlässigen Plastikbeutel und verschließt diesen. Das Ganze legt man dann für etwa 6 Wochen in den Kühlschrank, beispielsweise ins Gemüsefach.

  • Nach der Kältebehandlung die Samen in Anzuchttöpfe aussäen
  • Samen leicht mit Erde bedecken und anfeuchten
  • An einem hellen Ort, bei Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad weiter kultivieren.
  • Nach und nach die Anzuchttöpfe etwas wärmer stellen, bis maximal 20 Grad
  • Zeigen sich die ersten Blätter, die Jungpflanzen wieder etwas kühler stellen
  • Im nächsten Frühjahr in den Garten oder entsprechende Kübel umpflanzen

Krankheiten

Wurzelfäule

Weiche und matschige Pflanzenteile deuten folglich auf Wurzelfäule hin, die durch zu viel Nässe verursacht wird. Betroffene Pflanzen sollten zudem schnellstens ausgegraben, faulige Pflanzen- und Wurzelteile entfernt und an einen trockeneren Standort eingepflanzt werden. Für einen besseren Wasserablauf gibt man eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt in das neue Pflanzloch. Bei fortgeschrittener Wurzelfäule ist die Pflanze meist nicht mehr zu retten.

Schädlinge

Läuse

Bei warmem und trockenem Wetter kann es dabei zu einem Blattlausbefall kommen. Am effektivsten bekämpft man sie deshalb durch den Einsatz von Nützlingen. Das können Schlupfwespen, Marienkäfer und Schweb- oder Florfliegen sein.

Wühlmäuse

Wühlmäuse dagegen können das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) in relativ kurzer Zeit zum Absterben bringen. Um es zudem vor Fraßschäden zu schützen, ist es hilfreich, die Staude in einem engmaschigen Drahtkorb zu pflanzen.

Lamprocapnos Spectabilis - eine filigrane Pflanze

Sorten

Dicentra spectabilis Rot

Sie ist die somit reine Art des Tränenden Herzens (Lamprocapnos spectabilis). Die äußeren Kronenblätter der herzförmigen Blüten sind kräftig rosafarben mit einer weißen „Träne“ an der Spitze. Meist sind zudem 8-11 Blüten in einer Traube angeordnet. Sie blüht zudem von Mai bis Juni und wird 60 – 80 cm hoch.

Dicentra spectabilis ‚Alba‘

Eine demzufolge besondere Eleganz strahlen die reinweißen Blüten dieser Sorte aus, die sich deutlich von dem hellgrünen Laub abheben. In Kombination mit blau blühenden Gewächsen ist sie dabei der Star. Sie wird 80 – 100 cm hoch und blüht von Mai bis Juni.

Dicentra spectabilis ‚Valentine‘

Ihre Blüten sind hingegen dunkler und farbintensiver als die der reinen Sorte. Sie sind demzufolge orangerot mit einer weißen „Träne“. Auch sie blüht von Mai bis Juni und erreicht Wuchshöhen von etwa 60 cm.