Vom äußersten charmanten Duft und den zauberhaft violetten Blüten sind viele Menschen begeistert. Es fällt nicht schwer, Lavendel zu mögen. Echter Lavendel verströmt einen aromatischen Duft aus und erscheint in typisch mediterraner Erscheinung mit aufrecht stehenden Zweigen, die sich leicht verästeln. Bei guter Pflege können im Sommer viele der Blüten gepflückt und im Wäscheschrank aufbewahrt werden, um Motten zu vertreiben.

Der mediterrane Look übt große Anziehungskraft auf Naturliebhaber aus. Im Jahr 2008 wurde der Echte Lavendel zu der Heilpflanze des Jahres gewählt. Zu Recht erhielt die wunderschöne Pflanze diese Ehrung, denn sie dient nicht nur als Zierpflanze. Die Duftstoffe der Blüten werden seit Jahrhunderten zur Parfümierung von Seifen, Parfums, Cremes und Heilmitteln verwendet. In Höhe und Breite wachsend, beansprucht er nach mehreren Jahren Platz im Garten und wirkt als wunderschöner Blickfang. Schon im Vorbeigehen strömt der zarte Duft aus und verwöhnt den Gartenfreund.

Lavendelblüten

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Gattung: Lavendel (Lavandula)
  • Art: Echter Lavendel
  • Trivialnamen: Lavendel, Kleiner Speik, Hirnkraut, Lafengel, Schwindelkraut
  • Herkunft: Mittelmeergebiet: Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland
  • graufilzig behaarter und sehr aromatisch duftender Strauch
  • Wuchshöhe: 20 bis 100 cm
  • Blütezeit von Juni bis August
  • Violette Scheinähren in unterschiedlichen Nuancen, stark duftend
  • mehrjähriger, immergrüner Strauch
  • vielseitige Pflanze für Kübel und Gartenbeet

Sobald die intensiven Farben der Scheinähren heranwachsen, erhält der Garten seinen ganz besonderen Blickfang. Der graugrüne Strauch wirkt charmant und schnell ist man mit dem Blick auf den Lavendelstrauch an die südfranzösische Riviera erinnert. Hier im Süden Frankreichs und Italien wächst Echter Lavendel in der teilweisen kargen Natur. Wer sich dieses Vorbild zu Eigen macht, wird sich jedes Jahr auf das Neue am Lavendelstrauch im Garten erfreuen können.

Sorten und Arten

Wir finden heute rund 25 Sorten Lavendel, die durch Zucht oder Verwilderung entstanden sind. Dazu gehören der Echte Lavendel oder Lavandula Angustifolia, Speiklavendel oder Lavandula Latifolia, sowie er Schopflavendel oder Lavandula Stoechas. Die gezüchteten Sorten bringen dabei die schönsten Blütenformen hervor.

Der echte Lavendel kann wohl als die Urform bezeichnet werden und wächst heute noch auf natürliche Art in bergigen Regionen am Mittelmeer. Er bevorzugt eine Höhe von wenigstens 1000 Metern und ist bis zu 2000 Höhenmetern zu finden. Er eignet sich insbesondere zur Herstellung des Lavendelöls.

Der Wolllavendel erhielt seinen Namen wahrscheinlich aufgrund seiner auffälligen Optik. Die Pflanzen haben viele kleinste Härchen auf den Blättern, die als Schutz vor Verdunstung dienen. In der Lichtspiegelung wirken diese hellen Haare sehr hell, weshalb er auch den Beinamen „Silberblatt“ bekam. Diese Sorte Lavandula Lanata wächst vorrangig in Spanien.

Der wild wachsende Lavandula Stoechas wächst in der Nähe des Meeres und hat große, haarschopfähnliche Enden an der Rispel. Er wirkt besonders attraktiv im Garten.

Pflege-Anleitung

Standort und Boden

Das Wohlergehen des Lavendels hängt im Wesentlichen vom geeigneten Standort ab. Gerade bei dieser Pflanze ist es wichtig, auf die Bedürfnisse einzugehen. Echter Lavendel benötigt einen sehr sonnigen und wenn möglich windgeschützten Standort. Dort, wo es anderen Pflanzen aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung zu warm ist, fühlt sich der Lavendel besonders wohl. Eine Hauswand oder eine antike Mauer kann den Schutz vor Wind bieten. Solche Mauern strahlen vor allem viel Wärme ab, was dem Lavendel sehr gefällt. Insofern eignet sich eine südliche Lage, ein Hang oder auch ein Hochbeet.

Boden

Der richtige Boden ist Dreh- und Angelpunkt für den Lavendelstrauch. Er benötigt einen sandigen und kalkhaltigen Boden, der ruhig mit vielen Steinen oder Kies durchsetzt sein kann. In diesem Sinne wird auch von einem nährstoffarmen Boden gesprochen. Ideal ist die sogenannte Kräutererde, die mit Sand vermischt die perfekte Grundlage für den Lavendel ist. Dabei sollte sie einen pH-Wert zwischen 6,5 und 8,3 aufweisen. Lavendel steht nicht gern in nassem Boden, deshalb wird hier eine gute Drainage gebraucht. Im Allgemeinen wird diese Eigenschaft durch den lockeren Sand bereits erreicht.

der richtige Boden für Lavendel

Tipp für den Lavendelstrauch:

  • kalken Sie die Erde ein bis zweimal im Jahr
  • entfernen Sie regelmäßig Unkraut, das ansonsten die Wurzel ersticken kann

Substrat für den Pflanzkübel

Sofern Sie planen, Ihren Lavendel in einen Kübel zu pflanzen, sollten Sie auch hier auf ein angemessenes Gemisch von lockerem, kalkhaltigen Sand achten. In jedem Falle muss das Regen- oder Gießwasser ablaufen können.

Aussaat und Anzucht

Verwenden Sie Ihre eigenen Samen oder kaufen Sie Samen aus dem Fachhandel. Die Aussaat und das erste Wachstum sind ein wenig mühselig, denn selbst die Samenpackungen enthalten nicht immer nur keimfähige Samen. Die Aussaat erfolgt im Februar/März mit frischer Anzuchterde und einer Art Minigewächshaus, das die Samen mit dem passenden Klima versorgt. Die Samen nur leicht mit Erde bedecken, besprühen und anschließend feucht halten. Ein heller Standort, der am Tage für ca. 20 °C sorgt, ist ideal für die Anzucht von Lavendel.

Pflanzzeit

Theoretisch kann Lavendel während der gesamten Gartensaison gepflanzt werden, vorausgesetzt es hat noch kein Bodenfrost eingesetzt. Ideal ist jedoch das Frühjahr nach den Eisheiligen. So profitieren Sie im Sommer noch von den wunderschönen violetten Scheinähren.

Pflanzen im Beet

Wenn Sie mehrere Pflanzen planen, sollten Sie auf Abstände von etwa 50 Zentimeter achten. Größere Lavendelsorten benötigen zukünftig mehr Platz und sollten daher rund 70 Zentimeter voneinander entfernt gepflanzt werden. Sobald Sie den passenden Standort gefunden haben, lockern Sie den Boden, entfernen Unkraut und dessen Wurzeln. Zusätzlich kann es notwendig sein, ein wenig Sand in die Erde einzuarbeiten. Erinnern Sie sich: nährstoffarmer, sandiger Boden ist die ideale Basis für Lavendel. Nach dem Einsetzen der Pflanzen das Gießen nicht vergessen.

Lavendel im Beet

Pflanzen im Topf

Das gleiche gilt für den Pflanzkübel. Empfehlenswert ist eine Schicht Kies oder Blähton, der als Drainageschicht fungiert und dafür sorgt, dass das Wasser nicht im Topf verbleibt. So erfreut sich der Lavendelstrauch Ihrer guten Pflege.

Umtopfen oder Umpflanzen

Natürlich können Sie Ihren Lavendel nach einigen Jahren umtopfen oder einen neuen Standort auswählen. Dies bietet sich besonders dann an, wenn der Strauch eine beachtliche Größe erreicht hat und Sie ihn dennoch nicht viel kürzen möchten. Der beste Zeitpunkt zum Standortwechsel ist die Zeit vor dem Austrieb, das bedeutet im März. Dann hat die Pflanze den idealen Start in die warme Sommersaison. Sofern der Strauch in einen neuen Topf gesetzt wird, sollte dieser ca. 10 cm größer sein als der bisherige. Lockere alte Erde wird vorsichtig abgeklopft, auch die Wurzeln können ein wenig gekürzt werden. Das Schneiden ermöglicht den Wurzelspitzen ein gutes Anwachsen im Topf. Nach dem Umsetzen den Strauch gut angießen, danach weniger gießen.

Plastik oder Terrakotta?

Gerade bei Lavendel wird der Vorteil von einem Ton- oder Terrakottatopf deutlich. Da der Plastiktopf keine Feuchtigkeit aufnehmen kann, vertrocknet die Erde teilweise sehr schnell. Wenn der Topf dann an einem sonnigen Platz steht, kann das richtige Gießen zur Tortur werden, denn es fällt sichtbar schwer, das richtige Maß zu finden. In einem Terrakottatopf hingegen, fühlen sich die Pflanzen, und das gilt nicht nur für Lavendel sondern für alle Pflanzen. Terrakotta kann eine gewisse Menge an Feuchtigkeit aufnehmen. Die Wurzeln profitieren davon und holen sich diese, wenn die Erde bereits sehr trocken ist.

Gießen und Düngen

Gießen

Grundsätzlich wird Lavendel nur dann gegossen, wenn die Erde trocken ist. Dabei erhält der Strauch keine große Dusche, sondern wird nur mäßig gegossen. Vergessen Sie nicht:

  • Lavendel liebt es eher trocken als zu feucht.
  • auch kurzzeitiges Antrocknen gut angewachsener Wurzeln schadet nicht.
  • junge Pflanzen öfter gießen und düngen, aber immer in Maßen!

Die ideale Zeit zum Gießen ist der frühe Morgen. Sofern Sie Ihre Blüten später ernten möchten, sollten Sie auf das Bewässern der Pflanzen während der Blühphase verzichten, da durch die Feuchtigkeit die Bildung der ätherischen Öle reduziert wird.

Lavendel im Topf wird etwas häufiger, aber immer in Maßen gegossen. Nur dann, wenn der Boden angetrocknet ist.

Echter Lavendel

Düngen

Eine Pflanze, die nach einem nährstoffarmen Boden fragt, wünscht sich ebenso selten Dünger. Häufiges Düngen zieht eine starke Verholzung nach sich. Zusätzlich wird der Lavendel im Winter frostempfindlicher. Eine einmalige Düngung mit gutem Kompost oder einem Kalidünger ist daher völlig ausreichend.

Vermehren

Für den Gartenfreund kann das Vermehren von Lavendel zur wahren Freude werden. Die Möglichkeit, über die Samen neue Pflanzen heranzuziehen, haben wir bereits im Kapitel „Anzucht und Aussaat“ beschrieben. Kommen wir jetzt zur Vermehrung mit Stecklingen oder Absenkern.

Vermehrung mit Stecklingen

Die Vermehrung über Stecklinge wird auch Klonen oder vegetative Vermehrung genannt. Diese Variante ist am meisten verbreitet und gelingt relativ einfach. Mit einer gut wachsenden Pflanze haben Sie bereits die Grundlage für die nächsten Pflanzen. Möglich ist die Vermehrung über das ganze Jahre hinweg, ideal ist jedoch der Zeitpunkt im Spätsommer. Nach der Blüte und vor dem Winter bedeutet, dass die Pflanze Kraft und Energie während der Ruhephase tankt, um dann im Frühjahr kräftig auszutreiben.

Entgegen der Meinung, die Stecklinge sollten herausgeschnitten werden, ist die Chance des Anwachsens besser, wenn Sie die Stecklinge von der Mutterpflanze herausbrechen. Dies natürlich ohne die Pflanze oder andere Pflanzenteile zu beschädigen. Eine Länge von ca. 15 Zentimetern ist ideal, dieser wird vom Haupttrieb herausgebrochen. Sofern möglich, sollte dabei etwas Holz vom Haupttrieb ebenso abgebrochen werden. Danach werden die unteren Blätter abgenommen. Nun finden mehrere Stecklinge Platz in einem Topf. Sie werden ca. 10 Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Stecklinge in einen Topf setzen. Drei bis fünf Stück pro Topf sollten ausreichend sein.

  • Die Stecklinge benötigen ca. acht Wochen, um erste Wurzeln zu bilden.
  • Die Töpfe werden über die Winterphase mit einer Plastikfolie geschützt.
  • Verholzte und trockene Pflanzenteile der Mutterpflanze lassen sich nicht mehr vermehren!

Vermehrung durch Teilung

Sind Ihre Lavendelsträucher zu stattlichen Pflanzen herangewachsen, können Sie diesen natürlich auch teilen. Dazu wird der Strauch mit Wurzelballen ausgegraben. Unter Umständen benötigen Sie hier eine kräftige Hand. Anschließend wird die Wurzel geteilt und kann am neuen Standort oder im Kübel wieder eingegraben werden. Idealer Zeitpunkt zum Teilen ist der Herbst.

Vermehrung durch Absenker

Der Absenker ist recht einfach. Bei dieser Art der Vermehrung nehmen Sie einen langen Zweig und drücken diesen in eine 10 Zentimeter tiefe Furche im Boden. Fixieren Sie diesen Absenker im Boden mit einem Draht und einer Anhäufung von Erde.

Achtung! Ein anderer „Absenktermin“

Für diese Art der Vermehrung wird das Frühjahr gewählt. Im Herbst können Sie dann durch leichtes Ziehen überprüfen, ob sich Wurzeln gebildet haben. Gleichzeitig ist wichtig dass die Wurzeln kräftig genug sind, um die neue Pflanze zu halten. Der entscheidende Schnitt geschieht dann erst im Frühjahr. Für die neuen Pflanzen müssen Sie also ein Jahr einplanen. Dafür haben Sie dann jedoch gleich mehrere Pflanzen, die im Beet eingesetzt werden können.

wilder Lavendel

Schneiden

Im Frühjahr und Sommer können Sie dem Lavendelstrauch einen Verjüngungsschnitt verabreichen. Dabei handelt es sich auch um einen Formschnitt, der jedoch die Qualität der ätherischen Öle mindern kann. Bester Zeitpunkt sind die Tage nach dem letzten Frost, bevor die Pflanze austreibt. Geschnitten werden ca. ein bis maximal zwei Drittel. Jüngerer Lavendel sollte weniger beschnitten werden.

Überwintern

Nicht alle Lavendelarten sind winterhart, achten Sie beim Kauf bereits darauf. Der Echte Lavendel gilt als winterhart, gleichwohl ein Schutz angebracht ist. Kübel können im Haus wie dem Keller, der Garage oder dem Wintergarten stehen. Die unbeheizten Räume sind ideal. Im Freien müssen die Kübel in jedem Fall frostfrei und trocken stehen. Hilfreich ist ein schützendes Vlies.

Krankheiten

Glücklicherweise müssen Sie Lavendel nicht vor Krankheiten schützen. Die robuste Pflanze mit seinen ätherischen Ölen bringt Robustheit mit. Einzig Staunässe oder viel Nässe bei andauerndem Regen sind nahezu tödlich. Daher ist eine gute Drainage hier existenziell.

verblühter Lavendel

Schädlinge

Auch Schädlinge halten sich vor der aromatischen Pflanze fern. Wohl auch aus diesem Grund wird sie gern als Pflanzennachbar zu Rosen gepflanzt.