Lobelia erinus 'Laura', Männertreu, Blaue Lobelie, Teppich Lobelie

Der wunderschöne Männertreu eignet sich sehr gut, um Lücken im Beet zu füllen. Mehr als das leuchtet dieses Glockenblumengewächs in faszinierend blauen Blüten. Unermüdlich öffnen sich zauberhafte Blüten den ganzen Sommer und füllen manche Ecken, die ansonsten kahl bleiben würden. Als Lobelia erinus bekannt sollten Sie wissen, dass alle Pflanzenteile für Mensch und Tier giftig sind.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Glockenblumengewächse
  • Gattung: Lobelien (Lobelia)
  • Art: Männertreu
  • Trivialnamen: Blaue Lobelie, Teppich Lobelie
  • Herkunft: Afrika
  • niedrig wachsende und aufrecht stehende Pflanze
  • Wuchshöhe: bis 20 cm
  • Blütezeit zwischen Ende Mai bis zur zweiten Septemberhälfte
  • leuchtend blaue Blüten, unermüdlich blühend
  • blaue Röhrenblüten, fünfzählig und zygomorph mit dreilappiger Unterlippe
  • bildet eine zweifächerige Kapselfrucht
  • mit geringer Pollenmengen

Niedrig wachsendes Männertreu erreicht im originalen Lebensraum eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter. In unseren Breitengraden erreicht sie eine Höhe bis maximal 20 cm. Damit eignet sich die blaue Pflanze im Blumenbeet, im Balkonkasten oder dem Kübel.

Sie eröffnet zwischen Tulpen und Stauden die Farbpracht der Gartensaison. Männertreu liebt sonnige Standorte und sollte weder im Schatten stehen noch von anderen Gewächsen vollständig überragt werden. Sobald der Frost beginnt, stirbt das schöne Männertreu ab und benötigt keine Pflege zur Überwinterung.

Lobelia erinus 'Laura', Männertreu
Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu

Auch wenn Männertreu den Bienen nur mäßig Nektar anbietet, ist die bewusste Anpflanzung lohnenswert. Denn im Sinne eines Insektengartens, der Bienen und Schmetterlinge anzieht, eignet sich die blaue Lobelie allemal. Am Ende zählt die Gesamtheit aller Pflanzen, an denen sich Insekten erfreuen.

Pflege

Die Pflege von Männertreu ist denkbar einfach und wird selbst dem Neuling bei der Gartenarbeit gelingen. Es gibt nur wenige Punkte, die wichtig für den kleinen Bodendecker sind.

Standort

Mit ihrem afrikanischen Ursprung liebt Männertreu einen warmen und überaus sonnigen Standort. Ohne ausreichend Licht wird sie verkümmern und bildet nicht viele der wunderschönen blauen Blüten. Sonne ist also das A und O.

Bodenbeschaffenheit

Dafür hat sie keine besonderen Ansprüche an den Boden. Aufgrund ihrer Pflegeleichtigkeit eignet sie sich auch sehr gut für den Balkonkasten. Hier reicht die handelsübliche Blumenerde aus, um die kleinen Pflanzen einzusetzen. Sie können hier einen Langzeitdünger beim Pflanzen hinzugeben. Im Blumenbeet sollte der Boden wasserdurchlässig sein.

Ideal ist eine Drainageschicht, damit Regenwasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet. Sofern möglich, kann ebenso eine Mischung aus Gartenerde und Sand die Basis für gutes Wachstum bilden. Schwache Böden sollten eine Schicht frischen Humus bekommen, dann entwickelt sich die blaue Lobelie während der Sommermonate wunderbar.

Aussaat und Anzucht

Die Aussaat erfolgt ab Februar oder März. Auf der Fensterbank oder einem kleinen Gewächshaus sollten mindestens 15 Grad herrschen, damit sich die Samen entwickeln können. Bei der Lobelie handelt es sich um einen Lichtkeimer. Das bedeutet, dass Sie die feinen Samen nicht mit Erde bedecken, sondern nur leicht andrücken und die Erde besprühen um sie feucht zu halten. Sobald die kleinen Pflänzchen einige Blätter entwickelt haben, werden sie pikiert bzw. vereinzelt und in kleine Pflanztöpfe gegeben.

Abhärtung der Pflanzen

Damit sie den Witterungsverhältnissen standhalten, stellen Sie die Pflanztöpfe ab Mitte April in das Frühbeet oder nach draußen. Während der Nacht sollten sie jedoch wieder ins Haus kommen, da die kalten Nächte von den Pflanzen noch nicht vertragen werden. Sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, werden sie ab Mitte Mai dann ausgepflanzt.

Lobelia erinus 'Laura', Männertreu
Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu

Pflanzen

Den richtigen Termin für das Auspflanzen finden

Nach der Anzucht der kleinen Pflänzchen dürfen sie ab Mai nun endlich in das Blumenbeet. Da Männertreu wirklich sehr frostempfindlich ist, sollten Sie lieber ein paar Tage länger mit dem Auspflanzen warten. Als Grundregel können Sie sich die Eisheiligen im Mai vormerken. Danach kommt es sehr selten noch zu Bodenfrost.

In das Blumenbeet pflanzen

Das Auspflanzen erfolgt in kleinen Gruppen. So bildet sich tatsächlich ein schöner geschlossener Teppich mit einer wundervollen Blütendecke. Ideal ist der Abstand von 20 – 30 cm oder direkt neben andere Pflanzen.

Auf dem Balkon oder im Kübel

Ähnliches gilt für den Balkonkasten. Halten Sie insbesondere den Pflanztermin ein! Mischen Sie handelsübliche Erde mit einer guten Portion Humus und pflanzen Sie gekaufte oder selbst aufgezogene Pflänzchen dicht zusammen.

Umpflanzen im Überblick:

  • im Beet im Abstand von ca. 30 cm
  • im Balkonkasten dicht zusammen
  • alternativ vorhandene Lücken im Blumenbeet schließen

An beiden Pflanzorten wird die Erde gut angedrückt. Mit weichem Regenwasser oder abgestandenem Wasser gießen und feucht halten.

Lobelia erinus 'Techno Up' Blue, Männertreu
Lobelia erinus ‚Techno Up‘ Blue, Männertreu

Gießen

Sofern der natürliche Regen nicht die Aufgabe des Gießens im Garten übernimmt, sollten Sie Ihr Blumenbeet regelmäßig gießen. Staunässe mag Männertreu gar nicht. Hier zahlt sich die Vorarbeit einer guten Drainage auch für die anderen Blumen aus. Dann entwickeln die Pflanzen wie gewünscht viele schöne Blüten.

Wird für den Balkonkasten oder Kübel ein Plastiktopf verwendet, trocknet die Erde schneller aus. Mit einem Fingerdruck merken Sie schnell, ob die Erde noch feucht ist. Wenn in der Tiefe von zwei bis drei Zentimetern die Erde ausgetrocknet ist, sollten Sie langsam mit abgestandenem Wasser oder Regenwasser gießen.

Wichtig ist, dass immer nur dann gegossen wird, wenn die flüssige Nahrung tatsächlich gebraucht wird.

Düngen

Damit Sie die herrliche Farbpracht genießen können, benötigt Männertreu einen kaliumbetonten Dünger. Dieser wird den ganzen Sommer lang im Abstand von ca. 14 Tagen dem Gießwasser zugegeben. Die bereits blühenden Pflanzen benötigen ein harmonisches Verhältnis von Phosphor, Stickstoff und Kalium, in der Komposition von NPK 5 / 7 / 7 oder NPK 7 / 8 / 6.

Lobelia erinus 'Techno Up' Blue, Männertreu
Lobelia erinus ‚Techno Up‘ Blue, Männertreu

Sofern Sie schon beim Auspflanzen langsam wirkende Hornspäne in die Erde gegeben haben, benötigen die Pflanzen weniger Flüssigdünger. In diesem Falle sollten Sie mit entsprechenden Produkten den Phosphatgehalt Ihrer Erde überprüfen und gegebenenfalls etwas nachdüngen.

Tipp: Zum Ende des Sommers im September das Düngen einstellen.

Überwintern

Wie bereits erwähnt, liebt Männertreu nur die warmen Temperaturen. Sobald der erste Frost kommt, sterben die Pflanzen unweigerlich ab. Mit der einjährigen Kultur kommt eine Überwinterung demnach gar nicht in Frage. Sie können durchaus ausprobieren, ob die Pflanzen im Topf im Gewächshaus überwintern.

Diese Überwinterung lohnt sich insbesondere bei anderen Sorten von Männertreu, die nicht immer im Gartencenter erhältlich sind. Schneiden Sie die Pflanzen dann im Herbst ab und schützen Sie den Topf mit einer Vliesschicht. Hier im Gewächshaus oder dem Kellereingang sollten Temperaturen von wenigstens 5 °C herrschen. Selten und wenig gießen, in der Ruhephase auf keinen Fall düngen.

Schneiden

Einen Schnitt benötigt Männertreu nicht wirklich. Empfehlenswert ist ein kurzer Schnitt nach der ersten Blüte. Dabei werden jedoch nur die abgetrockneten Blüten abgeschnitten, dann bilden die Pflanzen schnell wieder neue Triebe. Auf diese Weise kann das Blühen bis in den Herbst verlängert werden. Das grüne Blattlaub bleibt jedoch unangetastet. Nach der Blühphase im Oktober werden die Pflanzen herausgerissen und bieten eine nährstoffreiche Basis für den Kompost.

Vermehren

Die im Handel erhältlichen Pflanzen sind einjährig. Es handelt sich dabei um sterile Hybriden, die nicht zur Vermehrung vorgesehen sind. Als Hobbygärtner können Sie sich in der Bestäubung versuchen. Da die Pflanzen jedoch den Frost nicht überstehen, wird des einfacher sein, im Frühjahr Samen oder Jungpflanzen zu kaufen.

Schädlinge

Es mag den harten Bedingungen in Afrika zu verdanken sein, dass Männertreu zu einer der sehr robusten Pflanzen gehört. Sie strotzen vor Gesundheit und blühen den lieben Sommer lang. Gelegentlich kann es bei zu viel Feuchtigkeit zu leichtem Pilzbefall kommen. Diese Pflanzen sollten einfach entfernt und eventuell ersetzt werden. Dennoch sind sowohl Krankheiten als auch Schädlinge daher nicht bekannt.

Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu
Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu

Sorten

Weltweite Arten

Innerhalb der Glockenblumengewächse gibt es ca. 365 Arten der Lobelien. Nicht alle wachsen in leuchtend blauer Farbe, sondern erscheinen in strahlenden Rottönen oder dem schönen Purple. Die meisten von ihnen bevorzugen die tropischen und subtropischen Gebiete. Viele der Arten werden gern als Blickfang in Parkanlagen kultiviert. Interessant sind für die experimentellen Gärtner sicher Wasser-Lobelien oder Stauden-Lobelien. Solche neuen Sorten werden aus unterschiedlichen Arten heraus gezüchtet und beleben die Pflanzenvielfalt.

Männertreu in Artenvielfalt

Dennoch bringt das blaue Männertreu ebenfalls einige Sorten hervor. Besonders schön anzusehen sind bei diesen Arten die verschiedenen Blautöne. Die „Compacta“ wächst besonders niedrig und gleichzeitig kompakt. Um Ihren Garten vielfältig zu bepflanzen, sollten Sie hierfür die „Cambridge Blue“ in wunderschönem Saphirblau wählen.

Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu
Lobelia erinus ‚Laura‘, Männertreu

In strahlendem Königsblau erscheint die „Kaiser Wilhelm“ oder in tiefem Dunkelblau die Sorte „Kristallpalast“. Das „Schwabenmädchen“ hingegen erscheint in sattem Blau mit einem weißen Auge und der „Schneeball“ natürlich in Weiß. Hängendes Männertreu wird als „Pendula Saphir“ angeboten und ist in den Farben Tiefblau, Hellblau, Rot, Rosa und Weiß erhältlich.

Ausgestorbene Arten

Eine verwandte aber leider ausgestorbene Art ist die Lobelia remyi, im Englischen auch als Grayleaf Lobelia“ oder Remy´s Lobelia bekannt. Sie hatte ihren Lebensraum auf O´ahu der hawaiischen Inselgruppe. Benannt wurde sie nach ihrem Entdecker Jules Remy, einem Naturforscher und Ethnologen.