Das Garten-Geißblatt (Lonicera) ist eine alte Pflanze, die man in der Vergangenheit häufig in Bauerngärten antreffen konnte. Mühelos erklimmt die verholzende Kletterpflanze dabei Hausfassaden und Schuppenwände. Die faszinierenden, röhrenförmigen Blütenbüschel der Heckenkirsche erscheinen dazu im Frühling und bestechen durch einen intensiven, süßlichen Geruch. Lonicera ist zudem robust und winterhart, trotzdem sollten ein paar wichtige Punkte hinsichtlich der Pflege erfüllt werden.

Steckbrief

  • Gattung: Heckenkirschen
  • Familie: Geißblattgewächse
  • Laub: Sommergrün, gegenständig angeordnete Blätter, 4 – 10 cm lang
  • Blüten: Trompetenförmige Blüten, einige Arten haben einen süßlichen Geruch
  • Blütenfarbe: Je nach Sorte weiß, gelb, orange, weiß und rot
  • Blütezeit: Mai bis September (sortenabhängig)
  • Frucht: 8 mm große Beeren, erbsenartig, korallenrot
  • Wuchs: Verholzende Kletterpflanze, rechtswindend
  • Größe: Maximal 8 m hoch und 3 m breit
  • Besonderheit: Blüten sind wichtige Nahrungsquelle für Insekten

Die artenreiche Gattung der Heckenkirschen bringt hierzu zahlreiche Wuchsformen hervor. Neben Sträuchern und kleinen Bäumen umfasst die Familie der Geißblattgewächse dabei eine Vielzahl von kletternden bzw. rankenden Arten.

Pflege

Diese meist immergrünen Arten sind daher auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet und begrünen in unseren Breitengraden dekorativ Pergolen, Balkone und Terrassen. Selbst vor Hauswänden und Gartenmauern macht die Pflanze nicht Halt. Wer sich an der wohlriechenden Blütenpracht der mehrjährigen Rankgewächse erfreuen will, muss die speziellen Anforderungen der Heckenkirschen dafür erfüllen.

Standort

Standort und Substrat

Die bis zu 8 m hoch wachsenden Garten-Geißblätter sind außerdem unaufdringliche Gartenpflanzen. Unter idealen Bedingungen sind die Gewächse mehrjährig und können im Laufe der Zeit eine Höhe von bis zu 8 m erreichen. Mit einer Breite von 3 m sind Heckenkirschen auffällige Gewächse.

Auf den mittelstarken Wuchs ist es daher zurückzuführen, dass Lonicera Arten selten bis gar nicht zum Verwildern neigen. Die Pflanzen mit ihrer aparten Blütenpracht brauchen zudem einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Ein paar Sonnenstunden täglich sind wichtig, damit das Gewächs folglich nicht kümmert und anfällig für Schädlinge wird.

Lonicera, Heckenkirschen - Standort im Garten

  • an vollsonnigen Plätzen den Wurzelbereich der Pflanzen beschatten
  • flach wurzelnde Bodendecker sind ideal als Schattenspender
  • schattige Orte meiden, der untere Bereich der Heckenkirsche droht sonst zu verkahlen

Heckenkirschen gelten dabei als anspruchslos und gedeihen aus diesem Grund zudem in fast jedem Gartenboden. Um die Wuchskraft und Widerstandsfähigkeit der hochrankenden Pflanzen dagegen zu fördern, sollte das Substrat dementsprechend nährstoffreich und durchlässig sein. Das Garten-Geißblatt reagiert empfindlich auf Staunässe und Trockenheit.

  • stark lehmhaltige Böden daher mit Sand und feinen Kieselsteinen vermischen
  • trockenes Substrat mit geringen Mengen Humus und Lehm anreichern
  • das Erdreich zudem regelmäßig mulchen
  • eine Lage Rindenmulch speichert die Feuchtigkeit

Gießen

Gießen und Düngen

Fast alle Arten von Lonicera bevorzugen dabei in der Hauptvegetationszeit einen feuchten Wurzelballen. Lassen Sie die erste Substratschicht abtrocknen und gießen Sie nach, sobald diese abgetrocknet ist. Mit einer kurzzeitigen Trockenheit kommen ältere Pflanzen dagegen problemlos zurecht.

Kritisch wird es dahingegen nur in der Blütezeit. Immergrüne Lonicera-Sorten dürfen auch im Winter nicht komplett austrocknen. Die Pflanzen sind winterhart, die größte Gefahr droht jedoch nicht durch Frost, sondern demzufolge durch Austrocknen. Gegossen wird daher zu dieser Zeit bevorzugt an frostfreien Tagen. Kalkhaltiges Wasser fügt den Gewächsen keinen Schaden zu.

Das Garten-Geißblatt gehört zu den schwach zehrenden Pflanzen. Wer seinen Garten daher regelmäßig mulcht und mit Kompost anreichert, kommt aus diesem Grund um die Zufuhr von künstlichem Dünger herum. Nur bei nährstoffarmen Böden sollten Sie von März bis Mitte August einen Langzeit- bzw. Flüssigdünger ausbringen. Danach bereitet sich die Heckenkirsche auf den nahenden Winter vor und kann keine Nährstoffe mehr aufnehmen.

Aussaat

Aussaat und Anzucht

Die Anzucht vom Garten-Geißblatt ist langwierig und nur selten von Erfolg gekrönt. Um die Keimhemmung zu brechen, müssen die Samen stratifiziert werden. Am besten gelingt das im Freiland, wenn das Saatgut kalten Temperaturen, sowie Eis und Schnee ausgesetzt ist. Dabei besteht die Gefahr, dass im Frühjahr die jungen Keimlinge unter schnell wachsendem Unkraut verkümmern.

Säen Sie die Samen unter kontrollierten Bedingungen aus:

  • sammeln Sie im Herbst die reifen Beeren
  • an einem warmen Ort trocknen lassen
  • alternativ die Samen direkt aus den frischen Früchten entnehmen und trocknen
  • Samen mit magerem Substrat in einen Gefrierbeutel packen und leicht anfeuchten
  • für 4 bis 6 Wochen in ein unteres Fach des Kühlschranks legen
  • das Aufbewahren auf der äußeren Fensterbank hat sich ebenfalls bewährt
  • bereiten Sie ein flaches Gefäß mit magerer Erde vor
  • Samen leicht mit Substrat bedecken
  • vollsonnige Standorte meiden
  • die Erde darf nicht austrocknen, Staunässe vermeiden

Lonicera mit faszinierendem, röhrenförmigem Blütenbüschel

Stellen Sie das Anzuchtgefäß auf die Fensterbank. Bis sich die ersten grünen Spitzen zeigen, können dazu mehrere Wochen vergehen. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, sollten Sie so viel Samen wie möglich aussäen. Sobald die jungen Keimlinge eine Höhe von 7 cm erreicht haben, werden sie pikiert.

Gönnen Sie jeder Pflanze einen separaten Topf mit humusreicher Erde. Sobald dann die Temperaturen im Frühjahr steigen, können Sie die kleinen Heckenkirschen langsam an das Freiland gewöhnen. Ab Mai bzw. Juni ist der ideale Zeitpunkt gekommen, um die Garten-Geißblätter an ihren endgültigen Standort umzusiedeln.

Pflanzen

Die Kletterpflanze ist ein äußerst vielseitiges Gewächs. Triste Hausmauern erstrahlen mit den langen Ranken der Heckenkirsche im frischen Grün. Von Mai bis teilweise September gesellen sich zudem die farbenprächtigen und teilweise geruchsintensiven Blüten der Pflanze dazu. Geschickt gepflanzt eignet sich das Garten-Geißblatt auch zur Gestaltung blickdichter Terrassen und Pergolen.

Die Form und Wuchsrichtung der langen Triebe geben stabile Rankhilfen vor. Anders als beispielsweise Efeu ist Lonicera daher nicht in der Lage, senkrechte Flächen ohne fremde Hilfe zu erklimmen. Dabei haben sich beispielsweise Holzgitter bzw. Drahtseile bewährt. Zum Fixieren können daher die Triebe mit einem weichen Sisalseil festgebunden werden.

Lebende Rankhilfen sind zudem ungeeignet. Die bis zu 8 m hochwachsende Heckenkirsche schafft es in kurzer Zeit, Bäume und Sträucher komplett zu überwuchern und damit die Gastpflanze komplett von der Versorgung mit Sonnenlicht abzuschneiden.

Die Pflanzung vom Garten-Geißblatt ist dementsprechend unkompliziert und einfach. Der beste Zeitpunkt liegt im Frühling, wenn das Gewächs erst mit dem Austrieb seiner Blätter beginnt.

Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  • wählen Sie den richtigen Standort aus
  • ein Mindestabstand von ungefähr 50 cm zu Mauern hin sollte dabei eingehalten werden
  • das Pflanzloch muss zumal den doppelten Umfang besitzen als der Wurzelballen
  • umliegendes Erdreich ausreichend auflockern
  • geben Sie einige Handvoll Humus in das ausgehobene Loch
  • vor dem Einsetzen die Wurzeln für 60 Minuten in lauwarmes Wasser setzen
  • den Erdaushub mit Humus anreichern
  • bei Bedarf Lehm bzw. Sand und Kieselsteine untermischen
  • Heckenkirsche einsetzen und das Substrat zurückfüllen
  • kräftig angießen

Bei gekauften Pflanzen lohnt es sich, diese noch nicht direkt ins Beet umzusiedeln. Gewöhnen Sie die Gewächse dabei zuerst an das Sonnenlicht. Späte Frosteinbrüche können diesen empfindlichen Pflanzen ebenfalls Schaden zufügen. Werden mehrere Heckenkirschen nebeneinandergesetzt, sollte zudem ein Mindestabstand von ungefähr 1,5 bis 2 m zwischen den einzelnen Geißblättern eingehalten werden. Damit können sich die Wurzeln der einzelnen Gewächse optimal entwickeln.

Schneiden

Die Schlingpflanze ist darum speziell bei Hauseigentümern beliebt. Durch vertikal oder fächerförmig angebrachte Rankhilfen verschönert die Heckenkirsche mit ihrem dichten Blätterwerk innerhalb kurzer Zeit Hausfassaden. In wintermilden Regionen wirft das Gewächs ganzjährig seine Blätter nicht ab.

Erst im Frühjahr wechseln dann immergrüne Pflanzen ihr Blattwerk. Um das aparte Erscheinungsbild von Lonicera zu erhalten, ist daher ein jährlicher Rückschnitt notwendig. Ab ungefähr Mitte März bis Anfang April erwacht das Garten-Geißblatt aus seinem Winterschlaf und beginnt mit der Ausbildung neuer Pflanzenteile. Der Rück- und Auslichtungsschnitt sollte in dieser Zeit erfolgen.

Wie bei fast allen Arbeiten im Garten gilt dabei auch bei dieser Maßnahme: Sicherheit geht also vor. Mit ihren langen Ranken kann zudem das als „Jelängerjelieber“ bekannte Gewächs schwindelerregende Höhen erklimmen. Eine standsichere Leiter, eine Absicherung und gut geschärfte Arbeitsmaterialien sind zudem die optimale Voraussetzung für den Schnitt. Heckenkirschen sind überaus schnittverträglich. Fehler verzeiht die Pflanze schnell, ein zu viel gibt es bei der Lonicera nicht.

  • lange Triebe daher stark einkürzen
  • quer wachsende Ranken dabei entfernen
  • tote oder kranke Pflanzenteile komplett herausschneiden

Lonicera Kamtschatica auch Maibeere oder Honigbeere genannt

Heckenkirschen reagieren also empfindlich auf Lichtmangel. Müssen die Gewächse über einen längeren Zeitraum hinweg darauf verzichten, zeigt sich das deshalb in Form von Verkahlung im unteren Stammbereich. Die einzige hilfreiche Gegenmaßnahme ist ein radikaler Rückschnitt. Schneiden Sie die Pflanze dafür bis auf ungefähr 35 bis 50 cm zurück. Bei einem zu schattigen Platz lohnt sich der Umzug an einen helleren Standort.

Überwintern

Imposante und schöne Gartenpflanzen brauchen dabei nicht immer ein frostsicheres Winterquartier, wie das Garten-Geißblatt eindrucksvoll zeigt. Ältere Gewächse sind zudem winterhart und behalten bei milden Temperaturen sogar ihr dunkelgrünes Blätterkleid.

Gegen eine wärmende Schicht aus Rindenmulch bzw. Reisig haben die Heckenkirschen nichts einzuwenden. Das Material bietet mehrere Vorteile: Durch die allerdings langsame Zersetzung wird der Boden mit wertvollen Nähr- und Mineralstoffen angereichert. Gleichzeitig hält die 3 bis 5 cm dicke Schicht wirkungsvoll die Feuchtigkeit zurück und verhindert das komplette Durchfrieren des Bodens.

Etwas mehr Schutz brauchen daher junge bzw. frisch gezogene Garten-Geißblätter. Im ersten Winter sollten Sie diese an einem kühlen, hellen Ort überwintern. Erst im Folgejahr, sobald kein Kahlfrost mehr droht, können diese Exemplare langsam an das dauerhafte Leben im Freiland gewöhnt werden.

Heckenkirschen in großen Pflanzgefäßen sollten Sie mit Sackleinen bzw. einem speziellen Vlies umwickeln. Dadurch nehmen die Wurzeln der Pflanze selbst bei starken Minustemperaturen keinen Schaden.

Lonicera kamtschatica gehört zur Familie der Geißblattgewächse

Vermehrung

Vermehrung durch Stecklinge

Ein jährlicher Rückschnitt gehört daher mit zu den üblichen Pflegemaßnahmen der Lonicera. Das anfallende Schnittgut können Sie zur vegetativen Vermehrung verwenden. Wahlweise können Sie also auf Kopf- oder Triebstecklinge zurückgreifen. Kürzen Sie diese auf eine Länge von ungefähr 15 cm ein. Bis auf zwei obere Blattpaare wird der gesamte untere Stängel vollständig entlaubt.

Damit muss der Steckling keine unnötigen Pflanzenteile versorgen, sondern kann seine Energie in die Ausbildung der Wurzeln leiten. Mit einem speziellen Bewurzelungspulver erhöhen Sie die Chancen der Wurzelbildung. Stecklinge können Sie daher jederzeit von April bis August schneiden. Es hat sich dabei bewährt, den Schnitt leicht schräg anzusetzen.

Nährstoffe jeglicher Art sind dabei für die noch wurzellosen Pflanzenteile eher kontraproduktiv. Stecken Sie die Stecklinge aus diesem Grund zu ungefähr 2/3 in mageres Substrat. Wie bei der Anzucht sollten Sie vollsonnige Standorte meiden. Überprüfen Sie regelmäßig den Feuchtigkeitsgehalt des Erdreichs.

Dieses darf nicht komplett austrocknen, stehende Nässe kann ebenfalls einen hohen Schaden bei den Stecklingen anrichten. Die Ausbildung der Wurzeln kann unter günstigen Bedingungen bereits nach 14 Tagen erfolgen. Verlieren Sie nicht die Geduld, sollte es trotzdem länger dauern. Die erfolgreiche Bewurzelung erkennen Sie an dem Austrieb neuer Blätter und Triebe an den kleinen Pflanzen.

Lonicera kamtschatica - eine sehr artenreiche Gattung

Schädlinge

Blattläuse sind allerdings unerwünschte Insekten, die das Laub der Heckenkirsche buchstäblich zum Fressen gern haben. Älteren Pflanzen kann eine starke Population der Schädlinge nur wenig Schaden zufügen. Trotzdem ist es ratsam, die Plagegeister zu bekämpfen. Mit dieser Aktion verhindern Sie, dass sich die schadhaften Insekten unkontrolliert in Ihrem Garten verbreiten.

Bevorzugt siedeln sich Blattläuse auf bereits geschwächten Pflanzen an. Vorbeugend können Lonicera mit einem verdünnten Sud aus Brennnesseln bzw. Ackerschachtelhalmen gegossen werden. Bei einem Befall sind Geduld und eine kontinuierliche Bekämpfung angesagt. Bewährt haben sich dafür beispielsweise verdünnter Brennnessel-Sud und das regelmäßige Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl.

Sorten

Von Lonicera caprifolium sind einige Hybriden-Sorten erhältlich. Der Unterschied liegt dabei hauptsächlich in der Blütezeit und -farbe.

  • Lonicera caprifolium „Anna Fletscher“ ist eine spät blühende Sorte mit gelb-weißen Blüten
  • Lonicera caprifolium ‚Praecox‘ besticht durch weiß-lila Blüten
  • Lonicera caprifolium ‚Major‘ ist ein Spätblüher mit einer gelbroten Farbpracht