Monstera deliciosa, Fensterblatt

Ein prachtvolles Exemplar zeigt die Natur mit der Monstera deliciosa, die im Volksmund als „Fensterblatt“ bekannt ist. Ihre auffälligen Blattstrukturen sowie die weiß bis zartgelben Blüten verstreuen ein tropisches Flair. Sie gilt als recht pflegeleicht, wenngleich Sie ein gewisses Maß an Ansprüchen besitzt, um gut gedeihen zu können. Lesen Sie in der Pflanzen- und Pflege-Anleitung nach, welche das sind.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Aronstabgewächse (Araceae)
  • Gattung: Fensterblätter (Monstera)
  • Art: Fensterblatt (Monstera deliciosa)
  • Trivialnamen: Köstliches Fensterblatt, Philodendron
  • Herkunft: Süd- und Mittelamerika, Karibik
  • krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhe: bis zu 5 Metern
  • Blütezeit von Mai bis August
  • teilweise essbarer Beeren-Fruchtstand
  • stehende Blütenstände in weiß bis gelb oder rosa
  • immergrüne Kletterer mit giftigen Blättern
  • nicht winterhart

Monstera deliciosa, Fensterblatt mit grünen und großen Blättern

Das Fensterblatt zählt zu den Zimmerpflanzen, die bei warmen Temperaturen auch gern im Freien stehen und unbedenklich ins Gartenbeet gepflanzt werden können. Dort ranken sie Pergolen, Wände oder Baumrinden empor und füllen farblose Orte mit einem kräftigen Grün und mit ein wenig Glück, auch Blüten. Mit der richtigen Pflanzen- und Pflege-Anleitung können Sie eine optimale Basis für ein Blühen und gesundes Leben schaffen. Lesen Sie hier, wie Sie welche Ansprüche des Fensterblatts erfüllen können.

Pflege

Außer viel Feuchtigkeit und einen perfekten Standort für eine prachtvolle, gesunde Entwicklung, stellt das Fensterblatt kaum Ansprüche, denen Sie leicht gerecht werden können.

Standort

Das Fensterblatt ist ein Liebhaber von Sonnenlicht. Im lichten Schatten kommt es ebenfalls gut zurecht.

Ansonsten sollten Sie auch auf folgende Faktoren achten:

  • Jungpflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt stellen
  • erwachsene Pflanzen vertragen die pralle Mittagssonne gut
  • empfohlene Temperatur: um die 20 Grad Celsius – nie unter 18 Grad Celsius stellen

Zu bemerken ist zusätzlich, dass das Fensterblatt keine Standortveränderungen mag. ideal ist es, wenn Sie einen Standort wählen, an dem die Kletterpflanze voraussichtlich lange verbleiben kann. Beim Hinausstellen oder Einpflanzen in das Gartenbeet sollten Sie einen Standort wählen, der ähnliche Standort-Eigenschaften mit sich bringt, wie die Monstera deliciosa im Innenbereich gewohnt war, um der Pflanze den Standortwechsel zu erleichtern.

Monstera deliciosa wächst bis zu 5 Meter hoch

Bodenbeschaffenheit

Bei der Bodenbeschaffenheit sollte ihr tropischer Ursprung beachtet werden, um eine optimale Basis schaffen zu können.

Deshalb sollte der Boden folgende Kriterien erfüllen:

  • feucht-frische Erde
  • sand- und lehmhaltig
  • kalkhaltig
  • gut wasserdurchlässig
  • nährstoffreich

Substrat

Das „Köstliche Fensterblatt“ benötigt ein hochwertiges, nährstoffreiches Substrat, das für eine optimale Versorgung der schnell wachsenden Pflanze gewährleistet. Es sollte idealerweise aus zwei Drittel Komposterde und einem Drittel Lauberde bestehen. Letzteres kann auch durch Perlite oder Kokoshum ersetzt werden.

Alternativ können die Fensterblätter auch in einer Hydrokultur gehalten werden. Hier sollten Sie dann ein Substrat verwenden, das klassische Inhaltsstoffe besitzt, wie zum Beispiel Blähton oder Vermiculite. Das Substrat sollte alle ein bis zwei Jahre erneuert werden.

Pflanzzeit

Wenn Sie Ihre Monstera deliciosa im Freien einpflanzen beziehungsweise in einen Kübel eintopfen möchten, ist hier die beste Pflanzzeit der Juni, sofern die Temperaturen über 17 Grad Celsius liegen.

Die Pflanzzeit in einen Blumentopf bei Zimmerhaltung ist in der Regel ganzjährig. Optimal ist aber, wenn Sie sich hier auf die Monate Februar bis März beschränken, damit das Fensterblatt aus der Winterruhe heraus ist und noch vor der Blühphase steht. So kann sich die Pflanze schneller in ihrer neuen Erde eingewöhnen und kraftvoll in den Sommer starten.

Pflanzen im Beet

Wenngleich diese Kletterpflanzen-Art als klassische Zimmerpflanze in hiesigen Regionen gilt, stammt sie aus der freien Natur und genießt auch hier die frische Luft in den Gärten. Folgende Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen sollten, wenn der richtige Standort gefunden wurde.

  • graben Sie ein Erdloch, das doppelt so groß ist, wie der Pflanzenballen
  • legen Sie auf den Boden eine Drainage aus einen Zentimeter hohen Quarzsand oder Kies an
  • füllen Sie so viel Erde auf, dass beim Einpflanzen die oberen Wurzeln circa zwei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen
  • setzen Sie danach den Wurzelballen ein
  • die Luftwurzeln sollten mit in das Erdreich gesteckt werden
  • ist keine Rankhilfe vorhanden, setzen Sie diese nun separat in das Pflanzloch
  • reichern Sie die Erde gegebenenfalls mit Sand und Lehm an
  • verschließen Sie nun das Pflanzloch mit der Resterde
  • drücken Sie die Erde gut fest
  • Gießen Sie nun großzügig
  • Düngen Sie in den folgenden zwei Wochen nicht

Monstera deliciosa ist eine prachtvolle Zimmerpflanze

Pflanzen im Topf

Das Einpflanzen in einen Topf, Kübel oder einen Balkonkasten gestaltet sich auf ähnliche Art, wie das Einpflanzen in das Beet. Auch ist das Anlegen einer Drainage empfehlenswert. Alternativ zum Kies und Quarzsand können Sie auch Tonscherben auf den Topfboden legen.

Für die Stabilität bei Hochwuchs muss ebenso bei der Topf-Kultivierung an eine Rankhilfe gedacht werden. Dazu eigenen sich neben klassischen Rankgerüsten und -gittern auch einfache Stäbe. Ideal ist es, wenn diese eine aufgeraute Oberfläche besitzen, wie zum Beispiel Bambus oder Baumäste aufweisen, da sich hier die Monstera deliciosa besser festsetzen kann.

Gießen

Die aus den Tropen stammende Monstera deliciosa benötigt viel Feuchtigkeit, um uneingeschränkt gedeihen zu können. Die Erde beziehungsweise das Substrat müssen dementsprechend stets gleichmäßig feucht gehalten werden, wobei darauf zu achten ist, dass sie nicht zu nass steht.

Hier können Sie sich an der Erdoberfläche orientieren. Erst wenn diese leicht angetrocknet ist, sollten Sie wieder gießen. Ideal und weniger aufwendig, zeigt sich eine Bewässerung durch einen Unterteller. Dieser sollte einen entsprechend hohen Rand besitzen, sodass Sie auf den Unterteller Wasser füllen können, ohne das es an den Seiten abläuft. Stellen Sie dazu den Pflanzentopf auf den Unterteller und fühlen dann erst das Wasser bis zum Tellerrand auf.

Trocknet nun die Erde aus, schafft sie neue Aufnahmekapazitäten und „saugt“ das Wasser vom Unterteller ähnlich auf, wie ein Schwamm. Voraussetzung ist natürlich, dass der Pflanzentopf über Bodenlöcher verfügt.  Dieses Unterteller-Bewässerungssystem können Sie übrigens auch in einen schicken Übertopf stellen, wenn Ihnen ein Unterteller optisch nicht zusagt.

Fensterblatt verbreiten ein tropisches Flair

Zudem liebt das Fensterblatt regelmäßiges Abduschen. Zwischen den Duschtagen sollten die Kletterpflanze täglich besprüht werden. Ein Abwischen der Blätter mit einem feuchten Lappen oder Schwamm, wird Sie Ihnen mit einer glänzenden Optik danken. Zum Gießen und Besprühen sollten Sie ausschließlich kalkfreies Wasser benutzen. Optimal ist Regenwasser. Steht dies nicht zu Verfügung, können Sie Leitungswasser für zwei bis drei Tage abstehen lassen, sodass sich der Kalkgehalt darin abgesetzt hat.

Düngen

Damit das Fensterblatt prächtig gedeiht, sollte eine regelmäßige Düngung vorgenommen werden.

Dabei können Sie sich an folgendem Düngeplan orientieren:

  • im Sommer im 14-tägigen Rhythmus verdünnten Flüssigdünger verabreichen
  • im Winter wird alle vier bis sechs Wochen verdünnter Flüssigdünger hinzugegeben
  • anstatt Flüssigdünger, können Sie auch speziell für Grünpflanzen geeignete Düngestäbchen in das Substrat setzen
  • bei Standort-Temperaturen um die 18 Grad Celsius wird nicht gedüngt
  • vermeiden Sie ein Düngen mit unverdünntem Flüssigdünger, da dies zu über einer gesundheitsgefährdender Überversorgung führen könnte

Schneiden

Die Fensterblätter wachsen rasant, sodass ein Schneiden erforderlich wird, um sie im Wachstum auszubremsen beziehungsweise die Größe Ihren persönlichen Wünschen anzupassen. Ansonsten müsste die Kletterpflanze nicht geschnitten werden.

  • um das Höhenwachstum zu verlangsamen, empfiehlt es sich, den Haupttrieb regelmäßig zu kürze
  • seitliche Triebe können Sie als Formschnitt vornehmen
  • ideal ist es, die Schnittstellen mit Schwefelpulver oder speziellen Wundverschlussmitteln zu behandeln
  • bei einem radikalen Rückschnitt, sollte der Haupttrieb mindestens eine Höhe von circa zehn Zentimetern oberhalb der Erdoberfläche beibehalten
  • Luftwurzeln sollten prinzipiell nicht geschnitten werden
  • geschnitten werden kann ganzjährig

Monstera deliciosa auch für den Garten geeignet

Überwintern

Fensterblätter sind nicht frosthart und können dementsprechend nicht im Freien überwintern. Aber sie kommen mit kühleren Temperaturen um die 18 Grad Celsius gut zurecht. Spätestens, wenn die Nachttemperaturen unter 18 Grad Celsius fallen, ist sie ins Warme zu stellen.

Beträgt die Temperatur weniger als 20 Grad Celsius, muss die Monstera deliciosa weniger gegossen werden und wird nicht mehr gedüngt. Bei der Zimmerkultivierung und warmen Zimmertemperaturen über 20 Grad Celsius wird die Kletterpflanze wie gewohnt über die Wintermonate gepflegt. Der Dünge-Rhythmus ist unter der Rubrik „Düngen“ zu finden. Im späten Frühjahr ab Ende Mai/ Anfang Juni kann das Fensterblatt wieder ins Freie gesetzt werden.

Vermehren

Die Monstera deliciosa lässt sich wunderbar auf zwei Arten vermehren und bares Geld für den Kauf einer ausgewachsenen Pflanze sparen. Beide Vermehrungsmethoden sind recht unkompliziert und können auch ohne Pflanzenkenntnisse leicht durchgeführt werden.

Steckling

  • schneiden Sie einen mindestens fünf Zentimeter langen Trieb direkt an der Mutterpflanze ab
  • wählen Sie einen Trieb, der zwei Blätter aufweist und mindestens eine Luftwurzel besitzt
  • füllen Sie einen kleinen Topf oder Anzuchtkasten mit Anzuchterde
  • stecken Sie den Trieb mit der Luftwurzel circa 2.5 Zentimeter in die Erde
  • spannen Sie eine lichtdurchlässige Kunststofffolie über den Steckling, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
  • halten Sie die Erde leicht feucht
  • alternativ können Sie den Steckling in ein wassergefülltes Behältnis stellen
  • stellen Sie den Steckling an einen sonnigen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • optimale Temperatur: zwischen 22 Grad Celsius und 25 Grad Celsius
  • nach circa drei bis vier Tagen sollten sich Wurzeln gebildet haben
  • pikieren Sie den Steckling und pflanzen ihn in einen Pikiertopf, bis sich ein Wurzelsystem gebildet hat
  • im Anschluss kann der Steckling in normales Substrat eingepflanzt werden
  • bringen Sie eine Rankhilfe an, damit die Jungpflanze gerade nach oben wächst

Aussaat

In den Fruchtknoten befinden sich in der Regel zwei Samenanlagen, denen Sie leicht den Samen zur Aussaat-Vermehrung entnehmen und ganzjährig aussäen können. Am erfolgversprechendsten ist es aber, wenn Sie den Samen entnehmen und sofort frisch aussäen.

Fensterblatt verzaubert mit seinem kräftigen Grün

Gehen Sie hier folgendermaßen vor:

  • befüllen Sie eine kleinen Topf oder eine Saatschale mit Anzuchterde
  • drücken Sie die Erde leicht an und befeuchten sie
  • verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche
  • legen Sie circa eine ein Zentimeter dicke Erdschicht locker auf die Samen
  • stülpen Sie eine transparente Kunststofffolie über den Topf beziehungsweise über die Saatschale
  • halten Sie die Anzuchterde gut feucht, aber nicht nass
  • optimale Keimtemperatur: 25 Grad Celsius
  • Standort: sonnig, ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Keimdauer: zwischen zwei und sechs Wochen
  • ab einer Größe von circa zehn Zentimetern kann die Jungpflanze in normales Substrat umgetopft und wie eine erwachsene Pflanze gepflegt werden

Krankheiten

Das Fensterblatt zeigt sich gegenüber Krankheiten extrem unempfindlich. Lediglich durch eine falsche Haltung können Krankheitserscheinungen auftreten. Bilden sich gelbe Blätter, ist dies ein Anzeichen für einen zu nassen Pflanzenballen. Wenn Sie ihn trockener halten, erholt sich die Pflanze schnell.

Steht das Fensterblatt zu kühl, macht sich dies in der Regel durch braune Flecken oder Blattumrandungen bemerkbar. Stellen Sie die Monstera deliciosa dann an einen wärmeren Standort.

Monstera deliciosa liebt das Sonnenlicht

Schädlinge

Anfällig ist diese Monstera-Art allerdings für diverse Schädlinge. Vor allem im Winter während der Heizperiode kann das Fensterblatt von einem Befall betroffen sein.

Schildläuse

Diese Pflanzenparasiten geben beim Saugen aus dem Blatt ein Gift durch ihren Speichel ab, das schlimmstenfalls zum Absterben der gesamten Pflanze führen kann. Vor allem die weiblichen Schildläuse sind an ihrer bräunlichen Oberfläche gut zu erkennen. Sie scheiden Honigtau aus, der sich als kleine weiße, klebrige Punkte auf den Blättern zeigt.

Am effektivsten und schnellsten erfolgt eine Bekämpfung mit Niemöl-Sprays oder speziellen Laus-Bekämpfungsmitteln, die als Sticks in den Boden gesteckt und direkt über die Wurzel in die Blätter gelangen. Die Schildläuse sterben auf diese Weise ab.

Spinnmilben

Diese setzen sich bevorzugt unter den Blättern ab und vermehren sich rasant. Ein deutliches Anzeichen für einen Spinnmilbenbefall ist ein weißliches Gespinst, das sich vor allem auf den Blattunterseiten ausbreitet. Die Blätter verfärben sich im Laufe der Zeit leicht silbrig, bis sie dann braun werden und absterben.

Spinnmilben können effektiv bekämpft werden, indem Sie die Pflanze lauwarm abduschen, im Anschluss in einen transparenten Müllsack oder eine Plastiktüte stellen und diese verschließen. Nach circa drei Tagen sollten alle Spinnmilben abgestorben sein und das Fensterblatt kann wie gewöhnt platziert sowie gepflegt werden.

Monstera deliciosa darf nie unter 18 Grad Celsius stehen

Sorten

Die Anzahl der verschiedensten Arten wird zwischen 30 und 60 und inklusive des gattungsgleichen Philodendrons, auf über 500 geschätzt. Zu den in Europa am meist Verbreiteten zählen neben der Monstera deliciosa auch der Philodendron erubescens sowie der Philodendron hederaceum sowie selloum.

Der Philodendron erubescens erreicht eine mittlere Wuchsgröße. In jungen Jahren können diese eine rötliche Farbe aufweisen. Kleine Blätter zwischen fünf und 14 Zentimeter in Herzform, besitzt der Philodendron hederaceum.

Der Philodendron selloum stammt aus Brasilien und ist keine Kletterpflanze. er zeigt sich mit einem kompakten Wuchs.