Muscari, Traubenhyazinthe

Aus der Türkei stammt die anmutige Traubenhyazinthe, die ihren Namen erhalten hat, weil ihre Blüten an wie auf dem Kopf stehende Trauben erinnern. Die meist blauen bis violetten Blüten zeigen sich zwischen April und Mai, es handelt sich daher hierbei um einen Frühblüher. Bereits in den Jahren zwischen 1560 bis 1620 wurde die dekorative Zwiebelpflanze aus der Türkei nach Europa eingeführt.

Steckbrief

  • Ursprungsland: Türkei
  • seit dem 16. Jahrhundert in Europa kultiviert
  • weitere Namen: Muscari, Perlhyazinthe
  • mehrjährige Zwiebelpflanze
  • blüht zwischen April und Mai
  • Blütenfarbe: blau bis violett
  • ebenfalls in rosa oder weiß erhältlich
  • Blüten erinnern an umgedrehte Trauben
  • kleinwüchsig
  • kann gut mit anderen Zwiebelpflanzen kultiviert werden
  • alle Teile giftig für Kleinkinder und Haustiere
  • auch im Kübel kultivierbar

Ein in unseren Breitengraden sehr beliebter Frühlingsblüher ist die anmutige Traubenhyazinthe, die vielen Hobbygärtnern vielleicht auch als Perlhyazinthe bekannt ist. Zwischen April und Mai bildet sie ihre blauen bis violetten Blüten, die an umgedrehte Trauben erinnern.

Die pflegeleichte Pflanze war ursprünglich in der Türkei beheimatet, hat sich in unseren Gärten mittlerweile jedoch integriert und ist hier zwischen Tulpen, Narzissen und anderen Zwiebelpflanzen im Frühjahr nicht mehr wegzudenken. Gerne wird sie auch in einen naturnahen Garten als erste Nahrungsquelle im Jahr für Bienen oder Hummeln kultiviert.

Muscari, Traubenhyazinthe im Gartenbeet

Zwar gibt es die Traubenhyazinthe in fast jeder gut sortierten Gärtnerei als Zwiebel zu kaufen, doch in ihrer ursprünglichen Heimat Türkei und in ihrem natürlichen Gebiet ist sie stark gefährdet, ihr droht das Aussterben in der freien Natur. Aus diesem Grund wird die anmutige Pflanze auch auf der roten Liste als Seltenheit geführt.

Pflege

Wenn die anmutige Traubenhyazinthe die richtige Pflege erhält, können Sie viele Jahre Freude an dem winterharten und pflegeleichten Frühlingsblüher haben. Ob im Gartenbeet oder im Kübel, pünktlich mit den wärmeren Tagen wird auch die Muscari wieder ihre schönen Blüten in großer Vielfalt zeigen. Beachten Sie die folgenden Punkte der Pflege, ist es ganz einfach.

Standort

Der Standort für die Traubenhyazinthe ist schnell gewählt. Denn ob Halb- oder Wechselschatten oder aber in der direkten Sonne, alles ist ideal. Nur zu dunkel darf der Platz nicht sein, da sich dieses ansonsten auf die Blütenbildung auswirken würde.

So sollten Sie einen der folgenden Standorte für den anmutigen Frühlingsblüher wählen:

  • in einem Gartenbeet in der vollen Sonne
  • das Beet kann auch im Halbschatten liegen
  • in einem Kübel auf einer sonnigen Terrasse
  • oder in einem Balkonkasten
  • ein Nordbalkon ist leider kein passender Standort

Muscari mag jeden Standort, nur zu dunkel darf dieser nicht sein

Wenn Sie die Traubenhyazinthe ins Beet pflanzen, dann sollten Sie ihr die direkte Nachbarschaft von anderen Zwiebelpflanzen, wie Tulpen, Krokussen oder Narzissen gönnen. Ebenso sollten Sie im selben Beet auch Sommer- und Herbstblüher kultivieren. So haben Sie vom frühen Frühjahr bis spät in den Herbst ein blühendes Meer im Garten.

Bodenbeschaffenheit

Ein durchlässiger, lockerer, humoser Boden ist ideal für die Traubenhyazinthe.

Substrat

An sich reicht ein normaler Gartenboden, der mit Kompost angereichert wird, der Traubenhyazinthe bereits aus. Für die Kübelbepflanzung kann normale Blumenerde aus dem Handel gewählt werden. Hierbei sollten Sie jedoch auf Qualität achten, dann kann die Erde mehrere Jahre im Kübel verbleiben und muss nicht ausgewechselt werden.

Pflanzzeit

Da es sich um eine Zwiebelpflanze handelt, die im frühen Frühjahr bereits anfängt sich zu entwickeln und zu blühen, ist die ideale Pflanzzeit der Herbst vor dem ersten Frost. Im späten Winter werden im Handel häufig auch vorgezogene Pflanzen angeboten. Diese sind jedoch nicht ganz so robust, wie die Zwiebeln für den Herbst.

Pflanzen im Beet

Der Begriff Pflanzen ist für Zwiebelpflanzen nicht ganz richtig, denn eigentlich werden sie nicht gepflanzt sondern gesteckt. Vor dem Einstecken der Zwiebeln muss der Boden bis in die Tiefe aufgelockert werden, damit er durchlässig wird. Im gleichen Schritt können Sie eine Drainage gegen Staunässe anlegen. Hierzu werden Steine oder Tonscherben auf den Grund des Beetes gelegt, bevor die aufgelockerte und vorbereitete Erde darüber gegeben wird.

Dann werden die Zwiebeln eingesteckt:

  • in gleichmäßigen Abständen kleine Löcher mit der Hand bohren
  • eine Tiefe von fünf bis acht Zentimetern ist ideal
  • hier hinein werden die Zwiebeln etwa dreimal so tief wie ihre Größe eingesetzt
  • Pflanzen in kleine Gruppen von etwa zehn Stück setzen
  • nicht zu eng, sonst droht Pilzbefall an den Blüten
  • angießen

Pflanzen im Kübel

Beim Einstecken/Pflanzen im Topf wird ähnlich vorgegangen. Da die Traubenhyazinthen als Solitär gesetzt, meist ein wenig einsam wirken, sollten Sie auch bei der Kübelpflanzung mehrere Zwiebeln zusammensetzen.

Weiterhin sollten Sie bei der Vorbereitung und Pflanzung im Kübel wie folgt vorgehen:

  • Topfgröße so wählen, dass mehrere Pflanzen nebeneinander bequem Platz haben
  • Drainage anlegen
  • über das Abflussloch kleine Steine, Kies oder Tonscherben legen
  • hierüber Pflanzenvlies legen
  • so kann Erde den Abfluss nicht verstopfen
  • Erde einfüllen
  • mit dem Daumen mehrere Löcher stechen
  • Zwiebeln mit den Wurzeln nach unten einsetzen
  • leicht angießen

Bevor die Zwiebeln im Beet oder Kübel eingesetzt werden, sollten Sie diese in Augenschein nehmen. Zwiebeln mit fauligen oder schwammigen Stellen sowie eingetrocknete Zwiebeln sollten Sie nicht nutzen und zur Seite legen. Nur die Zwiebeln wählen, die saftig, fest und prall sind.

Gießen

Die Muscari benötigt ausreichend Wasser, vor allem auch dann, wenn ihr ein vollsonniger Standort geboten wird. Staunässe sollte beim Gießen jedoch unbedingt vermieden werden.  Denn bleibt das Wasser in der Erde stehen, kann die Blumenzwiebel faulen, was ein Absterben der Blume zur Folge hat. So reicht an regenreichen Tagen im Frühling dieses Wasser vollkommen aus. Nur bei einer längeren Trockenperiode oder bei einer Kübelbepflanzung unter einem schützenden Dach muss regelmäßig zugegossen werden.

Düngen

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen, sollte die Traubenhyazinthe kurz vor und während der Blütezeit nur spärlich mit Dünger versorgt werden. Wichtiger ist es, die Erde nach der Blüte mit Kompost oder einem anderen Dünger zu versorgen. Denn so kann die in der Erde verbliebene Zwiebel die Nährstoffe über das Jahr speichern, um im nächsten Frühjahr wieder in voller Blüte zu erstrahlen.

Daher sollten Sie bei der Düngung wie folgt vorgehen:

  • Kompost nach der Blüte unter die Erde heben
  • hierzu etwa zwei Liter pro Quadratmeter rechnen
  • alternativ Dünger für blühende Pflanzen nutzen
  • hiermit nicht zu viel düngen, da höherer Phosphorgehalt
  • einmal Flüssigdünger nach der Blüte reicht vollkommen aus

Schneiden

Geschnitten werden muss die Traubenhyazinthe während Ihrer Wachstums- und Blütephase natürlich nicht. Erst wenn die Blüten verblüht sind, wird der gesamte Blütenstock entfernt. Wenn die restlichen Blätter gelb werden, diese stehen lassen, bis sie ganz vertrocknet sind und erst dann vorsichtig aus den Zwiebeln herausziehen.

Die Zwiebeln selbst bleiben bis zum nächsten Austrieb im nächsten Frühling im Boden. Wenn Sie jedoch eine Vermehrung innerhalb des Beetes durch Aussaat wünschen, dann lassen Sie die vertrockneten Blüten so lange stehen, bis diese die Samen verloren haben. Mit ein wenig Glück gelingt so die wilde Aussaat.

Muscari, Traubenhyazinthe stammt aus der Türkei

Überwintern

Die Traubenhyazinthe muss über den Winter im Beet oder im Kübel verbleiben, damit sie direkt nach den kalten Monaten bei den ersten Sonnenstrahlen austreiben kann. Bei den Beetpflanzen werden daher für die Überwinterung keinerlei Vorkehrungen getroffen werden, die Fläche kann jedoch mit Mulch abgedeckt werden.

Wurden die Muscari im Kübel kultiviert, sollte folgendes beachtet werden:

  • Kübel vor dem Frost an einen geschützten Ort verbringen
  • kann kühl und dunkel stehen
  • trockener Keller oder Garage
  • Erde leicht feucht halten
  • regelmäßig auf Fäulnis kontrollieren
  • zeigen sich erste Austriebe, an hellen Platz stellen
  • gerne auch in die Wintersonne

Vermehren

Die Muscari kann durch Samen vermehrt werden. Dies gelingt einmal durch die wilde Aussaat, bei der Sie einfach die Blütenstände nach dem Verblühen und Vertrocknen so lange an der Pflanze belassen, bis diese die Samen verloren haben und diese sich von selbst im Beet verstreut haben.

Sie können aber auch mit Samen eine kontrollierte Aussaat durchführen. Zwiebelpflanzen bilden Tochterzwiebeln, die für eine Vermehrung genutzt werden können und auch eine Teilung der Blumenzwiebeln kann erfolgen, wenn Sie eine Vermehrung Ihrer Traubenhyazinthen wünschen.

Aussaat

Die Samen der Traubenhyazinthe können Sie sich im Gartenhandel besorgen oder selbst an Ihren eigenen Beständen sammeln. Diese sind in der Regel zwischen Mai und Juni ausgereift, je nachdem wie lange die Pflanze vorher geblüht hat. Sobald die Fruchthüllen vertrocknet und geöffnet sind, ist die passende Zeit zum Sammeln. Doch Sie müssen täglich nachschauen, denn ansonsten fallen die Samen heraus und werden über das Beet verweht.

Muscari ist ein pflegeleichter Frühlingsblüher

Daher sollten Sie beim Sammeln der eigenen Samen wie folgt vorgehen:

  • vertrockneten Blütenstand ganz entfernen
  • hierzu Schere nutzen und direkt über der Zwiebel abschneiden
  • dann über einem Stück Papier die Samen herausschütteln
  • Samen in einem Behälter im Kühlschrank bis zur Aussaat aufbewahren
  • es handelt sich um Kaltkeimer

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat sind der Herbst oder der späte Winter. Die Samen können dann direkt in das Gartenbeet oder den Kübel eingesät werden. Die Aussaat im Topf ist jedoch vor allem aus dem Grund zu empfehlen, da die Traubenhyazinthen in den ersten Jahren ihre ganze Energie in die Ausbildung einer kräftigen Zwiebel setzen und daher in dieser Zeit auch keine Blüte erfolgt. Dies kann mehrere Jahre dauern.

Wie Sie daher Idealerweise die Muscari aussäen, wird im Folgenden erklärt:

  • kleine Töpfe mit Erde füllen
  • in jeden Topf einen Samen geben
  • leicht mit Erde bedecken
  • an kühlen Ort stellen
  • Erde immer feucht halten
  • nach der Kälteperiode ein wenig wärmer stellen
  • ideale Keimtemperatur ist 15 ° Celsius
  • hier dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis die Samen keimen

Im Frühjahr und Sommer bis in den Herbst kann der Keimling an einen hellen, geschützten Platz gestellt werden, im Winter muss er frostfrei stehen. Erde über die gesamte Zeit der Zwiebelbildung immer feucht halten. Haben sich kleine Zwiebeln gebildet, können diese ins Gartenbeet oder einen größeren Kübel umziehen.

Teilung

Da es sich um eine Zwiebelpflanze handelt, kann diese ganz einfach durch Teilung vermehrt werden.

Hierzu werden die Zwiebeln im Herbst der Erde entnommen, um wie folgt geteilt zu werden:

  • mit einem Spaten vorsichtig aus der Erde heben
  • darauf achten, dass die Wurzeln nicht geschädigt werden
  • von den Zwiebeln nun die einzelnen Wurzelabschnitte auseinanderziehen
  • die geteilten Zwiebeln sofort wieder in Erde einstecken

Tochterzwiebeln

Ganz einfach ist die Vermehrung durch die über das Jahr gebildeten Tochterzwiebeln. Diese können ganz einfach von der Mutterzwiebel im Sommer ohne großen Aufwand abgenommen und an einen eigenen Platz gesteckt werden.

Giftigkeit

Die Muscari ist in allen Teilen giftig, es können Hautreizungen mit Juckreiz bei Kontakt entstehen. Auch sollten die Teile der Pflanze, sowie auch die Samen nicht in den Mund genommen werden.

Gerade wenn kleine Kinder oder freilaufende Haustiere zu Ihrem Haushalt gehören, sollten Sie auf Traubenhyazinthen besser verzichten oder diese im Topf kultiviert so hoch stellen, dass weder Kinder noch Tiere diese erreichen können. Auch ein höherer Zaun rund um das Beet kann eine Hürde sein. Sie selbst sollten daher bei der Gartenarbeit mit Ihren Traubenhyazinthen immer Handschuhe tragen.

Muscari, Traubenhyazinthe mit weißer Blütenfarbe

Krankheiten

Zu den bekannten Krankheiten der Traubenhyazinthe gehören der Brandpilz sowie die Wurzelfäule, diese treten jedoch meist durch Pflegefehler auf.

Brandpilz

Gerade die anmutigen Blütenköpfe können unter einem Brandpilz leiden. Dieser zeigt sich mit den folgenden Symptomen.

  • staubige Flecken
  • wirken wie verkohlt
  • helle Sporen

Hiergegen hilft leider nur die Entfernung des gesamten Blütenstandes, damit sich dieser Pilz nicht auf die Zwiebel überträgt und die Pflanze insgesamt geschädigt wird. Im nächsten Jahr wird sie wieder neu austreiben. Die Erkrankung wird meist durch eine zu dichte Bepflanzung begünstigt.

Wurzelfäule

Auch bei dieser Krankheit handelt es sich meist um einen Pflegefehler. Entweder, es wurden bereits geschädigte Zwiebeln eingesetzt, es wurde zu viel gegossen oder aber das Wasser kann nicht richtig ablaufen und es entsteht Staunässe. Hier ist es leider sinnvoll und notwendig, die geschädigten Zwiebeln insgesamt zu entfernen. Der Boden sollte in den nächsten Wochen nicht gewässert werden und erst abtrocknen.

Schädlinge

Als Schädlinge sind Wühlmäuse und Feldmäuse bekannt, die gerne an den Zwiebeln fressen. Entweder können Sie hiergegen Knoblauch rund um das Beet pflanzen, ebenso sind Wolfsmilchgewächse in der direkten Nähe eine Abschreckung für die gefräßigen Schädlinge. Hilft dies alles nichts, können auch so genannte Wühlmaus-Sperren im Boden rund um die Traubenhyazinthen eingebaut werden.