Nepeta cataria, Katzenminze, Katzenmelisse

Für eine Duftoase in Gärten und auf Balkonen sorgt die Katzenminze, die mit einem zitronigen, minzigen Geruch die Sinne betört. Zudem handelt es sich bei der Katzenminze um eine Heilpflanze, die gegen Atemwegserkrankungen hilft sowie mit antibakteriellen Eigenschaften Infektionen vorbeugt. Mit der richtigen Pflege-Anleitung kann die Katzenminze mit ihren farbigen Blüten über viele Jahre ihre Umgebung mit sommerlicher Frische füllen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Gattung: Katzenminzen (Nepeta)
  • Art: Echte Katzenminze (Nepeta cataria)
  • Trivialnamen: Katzenmelisse, Echte Katzenminze
  • Herkunft: Mitteleuropa, Afrika und Asien
  • Wuchshöhe: 60 Zentimeter bis 100 Zentimeter
  • Blütezeit: von Juli bis September
  • weiße bis hellblaue Blüten – selten rötliche Blüten
  • angenehmer, herber, zitronen- und minzartiger Duft
  • Kübel-, Beet- und Schnittstaude
  • winterhart

Die Katzenminze (botanisch: Nepeta cataria) ist nicht nur für Katzenhalter die ideale Pflanze mit Wohlfühlfaktor für streunende Vierbeiner, sondern begeistert auch Pflanzenliebhaber durch ihren angenehmen Duft nach Zitrone und Minze. Die Staude sorgt für ein sommerliches Ambiente im Freien und dekoriert vor allem farblose Plätze mit ihrer Blütenpracht geschmackvoll.

Nepeta racemosa 'Superba', Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Zudem ist sie in Puncto Pflege sehr anspruchslos und lässt sich auch von Blumenliebhabern ohne „grünen Daumen“ einfach vermehren. Alles, was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier in der umfassenden Pflege-Anleitung.

Pflege

Um jedes Jahr aufs Neue Ihren Außenbereich mit prächtig gedeihenden Blüten zu zieren und die Katzenminze professionell zu vermehren, sollten Sie einige Details beachten.

Standort

Der Standort stellt den Lebensraum der Katzenminze dar und ist mitverantwortlich, ob sich die Staude wohl fühlt. Da sie aus sonnigen Gebieten stammt, fordert sie dies auch in den hiesigen Gefilden. Ein sonniger bis vollsonniger Standort ist perfekt für diese Pflanzenart geeignet. Ob im Beet, einem Balkonkasten oder einen Kübel gepflanzt, sie mag keinen Schatten und sollte entsprechend auch nicht dort stehen, wo sie tagsüber wenig bis keine Sonne erreicht, da sie diese für ihre Vitalität benötigt.

Bodenbeschaffenheit

Ein weiterer Faktor für ein gesundes und kraftvolles Gedeihen, ist der Gartenboden, in welche die Katzenminze eingepflanzt wird.

Hier sollten Sie folgende Kriterien für die optimale Bodenbeschaffenheit beachten:

  • nährstoffreicher Gartenboden
  • gut wasserdurchlässig
  • sandig bis lehmig
  • locker
  • salzfrei
  • pH-Wert: circa 6,4
  • frisch-mäßig feuchtes Milieu
Nepeta racemosa 'Superba', Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Substrat

Gleiche Kriterien wie bei der optimalen Bodenbeschaffenheit, sollte auch ein Substrat erfüllen. Abgesehen werden sollte von herkömmlicher Blumenerde. Diese verhärtet sich im Laufe der Zeit und wird zunehmend wasserundurchlässiger. Es empfiehlt sich ein hochwertiges nährstoffreiches Substrat zu verwenden, das gegebenenfalls durch einen geringen Torfanteil das Substrat lockerer hält. Spezielles Lehm-Substrat sorgt nicht nur für mehr Festigkeit im Boden, sondern speichert auch hervorragend Feuchtigkeit.

Pflanzzeit

Damit sich die Katzenminze an ihrem neuen Bestimmungsort prachtvoll entwickeln kann, ist es wichtig, die richtige Pflanzzeit zu beachten.

  • vorgezogene Katzenminzen: zwischen Ende April und Mitte Mai
  • Katzenminzen Aussaat: zwischen Mitte März bis Mitte Mai

Pflanzen im Beet

Ist der optimale Standort im Gartenbeet für die Katzenminze gefunden, steht das Einpflanzen bevor.

Hier sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • pflanzen Sie ein Pflanzloch, das doppelt so tief und breit ist, wie der Wurzelballen
  • beachten Sie einen Mindestpflanzabstand von 30 Zentimeter
  • legen Sie als unterste Schicht circa zwei Zentimeter Quarzsand oder Kies als Drainage in das Pflanzloch
  • reichern Sie die ausgehobene Erde gegebenenfalls mit Sand und/oder Lehm an
  • für mehr Nährstoffe fügen Sie der Erde Torf oder Kompost bei
  • stellen Sie den Wurzelballen in ein mit Wasser gefülltes Behältnis, bis keine Blasen mehr aufsteigen
  • setzen Sie den Wurzelballen circa zwei Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche ein
  • füllen Sie das Pflanzloch mit der Erde und drücken diese gemäßigt fest
  • gießen Sie im Anschluss reichlich, aber ohne Staunässe zu provozieren
  • pro Quadratmeter können zwischen drei und acht Katzenminzen eingepflanzt werden
Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze
Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze

Pflanzen im Topf

Nepeta cataria macht sich auch in Kübeln und in Balkonkästen wunderschön. Hier können sie durchaus dichter aneinandergereiht werden, da sie sich dann zu einem echten Blickfang als Arrangements entwickeln.

Ansonsten gehen Sie beim Pflanzen in den Topf ähnlich vor, wie bei der Beeteinpflanzung. Achten Sie auch hier auf eine Drainage, damit Staunässe verhindert werden kann. Wenn Sie hochwertiges Substrat verwenden, wie unter der Rubrik „Substrat“ beschrieben, erhält die Staude eine perfekte Basis für ein gesundes, langes Leben.

Gießen

Durch einen lehm- und/oder sandhaltigen Boden hält sich die Feuchtigkeit im Boden recht lang, zumal der Wasserbedarf der Katzenminze gering ist. Auf diese Weise kommt sie hervorragend mit Trockenperioden zurecht und muss nur gelegentlich gegossen werden.

Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Der optimale Gießzeitpunkt ist dann gegeben, wenn Sie die Erdoberfläche mit dem Finger nicht mehr eindrücken können. Gießen Sie wenig, damit die Katzenminze nicht zu feucht steht. Sollten Sie das Gießen vergessen oder verhindert sein, dann kann die Staude durchaus einige Zeit ohne Gießen auch bei heißen Temperaturen auskommen.

Düngen

Gedüngt werden muss diese Staude nicht zusätzlich. Wer ihr dennoch Gutes tun möchten, der kann zweimal im Jahr etwas Kompost oder Torf in die Erde einarbeiten. Ein spezieller Blühdünger kann der Katzenmelisse vor Beginn der Blühsaison circa ab Ende Mai, verabreicht werden, um die Blütenbildung zu stärken.

Schneiden

Ein regelmäßiges Schneiden ist angeraten, um sie in gewünschter Form zu halten und ihren Wachstum zu begünstigen.

Richten Sie sich beim Schneiden an folgende Details:

  • Frühjahr: Formschnitt
  • Sommer: nach der Blüte einige Zentimeter kürzen, um eine zweite Blüte bis weit in den Herbst zu erhalten
  • Spätherbst: Rückschnitt der Stiele
  • Jung- beziehungsweise selbst gezogene Pflanzen sollten im ersten Jahr stark zurückgeschnitten werden
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Beachten Sie beim Rückschnitt im Spätherbst, dass kein Frost bestehen darf. Wählen Sie zudem einen regenfreien Tag dafür aus, damit die Schnittstellen der Stiele besser abtrocknen und keine Bakterien durch das Regenwasser in sie eingespült werden. Oder verschließen Sie die Schnittstellen mit Schwefelpulver.

Überwintern

Obwohl die Katzenminze die warme Sonne bevorzugt, kann sie hervorragend gut mit kalten Wintertemperaturen und Frost umgehen. Besondere Maßnahmen müssen bei Beetpflanzen nicht für das Überwintern getroffen werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Erdoberfläche mit Laub, Stroh oder Tannennadeln abdecken.

Balkon- und Kübelpflanzen reagieren allerdings auf extreme Kälte ein wenig empfindlich. Sie sollten mindestens windgeschützt positioniert werden. Kübel sind auf Styropor oder ähnlichem Material mit isolierenden Eigenschaften zu stellen. Ideal ist allerdings das Reinstellen in wärmere Räumlichkeiten. Hier sollten Sie darauf achten, dass Nepeta cataria keinem extremen Temperaturunterschied ausgesetzt wird.

Optimal zum Überwintern eignen sich kühle Hausflure oder Kellerräume mit Tageslichteinstrahlung, damit die Katzenminzen ausreichend Licht auch im Winter erhält.  Wenn Sie sie in beheizte Räume stellen möchten, holen Sie die Katzenmelisse entweder frühzeitig vor Winteranbruch rein oder gewöhnen sie schrittweise an die Temperaturerhöhung.

Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Sollten Sie erst spät im Jahr Stecklinge gepflanzt haben, sind diese vor dem ersten Bodenfrost ins Haus zu holen. Während der Wintermonate werden Katzenminzen im Freien in der Regel nicht gegossen. Stehen sie wärmer in einem Raum, sollte hin und wieder der Trocknungsgrad der Erde überprüft und dann gegebenenfalls etwas gegossen werden.

Vermehren

In der Regel kommt es bei den Echten Katzenminzen zur Selbstbesamung und sie verteilen sich als Wildwuchs im Garten. Wenn Sie allerdings die Vermehrung selbst übernehmen möchten, so stehen Ihnen drei Varianten zur Auswahl.

Aussaat

Für die Aussaat benötigen Sie Samen, den Sie entweder im Gartenfachhandel erhalten oder aber aus den sogenannten Klausenfrüchten der Blüten entnehmen. Dort befinden sich in der Regel jeweils vier Samen.

Gehen Sie dann für die Aussaat wie folgt vor:

  • Tütensamen sind bereits vorgetrocknet – selbst gesammelte Samen müssen Sie einige Wochen trocknen lassen
  • füllen Sie einen kleinen Topf oder einen Anzuchtkasten mit einem nährstoffarmen Substrat oder spezieller Anzuchterde
  • der pH-Wert sollte nicht über 7.0 liegen
  • drücken Sie die Samen nur minimal in die Erde ein und legen so viel Erde darüber, dass sie nur leicht bedeckt sind
  • besprühen Sie die Erdoberfläche mit kalkfreiem Wasser, sodass dieser mäßig feucht ist
  • spannen Sie nun eine durchsichtige Plastikfolie darüber
  • halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht
  • Keimtemperatur: 20 Grad Celsius
  • Standort: vollsonnig
  • Keimzeit: circa drei bis vier Wochen
  • nach der Keimung nehmen Sie die Kunststofffolie ab
  • ab einer Größe von fünf Zentimetern, sind die Jungpflanzen umzupflanzen
  • ins Freie können sie erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden, wenn kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist
Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze
Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze

Teilung

Recht einfach geht eine Vermehrung durch Teilung des Wurzelballens, was zusätzlich dazu führt, dass die Staude sich danach wieder kräftiger entfalten kann. Deshalb ist eine Wurzelteilung generell alle drei bis Jahre empfehlenswert.

Dazu schneiden Sie den Wurzelballen einer erwachsenden Katzenminze mithilfe eines scharfen Messer oder Spatens mittig in zwei Teile. Pflanzen Sie diese nun ein, wie bereits unter der Rubrik „Pflanzen ins Beet“ beschrieben wurde. Vergessen Sie dabei nicht, auch die geteilten Wurzelballen vor dem Einpflanzen so lange in Wasser zu tauchen, bis keine Bläschen mehr aufsteigen, damit für ein gutes Anwachsen ein optimaler Feuchtigkeitsgehalt gegeben ist. Die Teilung sollte zeitig im Frühjahr oder im Herbst stattfinden.

Stecklinge

Schnell geht eine Vermehrung auch mit Stecklingen, weshalb dies auch zu der gebräuchlichsten Methode zählt.

So wird es gemacht:

  • schneiden sie einen Trieb mit sieben Zentimetern bis zehn Zentimetern Länge ab
  • entfernen Sie die untersten Blätter
  • stellen Sie den Steckling in ein mit kalkfreiem Wasser gefülltes Behältnis, wie beispielsweise ein Glas
  • wechseln Sie alle zwei Tage das Wasser
  • alternativ können Sie den Steckling auch in einen Topf mit einem nährstoffarmen Substrat stecken
  • halten Sie das Substrat gleichmäßig gut feucht
  • Standort: sonnig bis vollsonnig
  • Temperatur: zwischen 20 Grad Celsius und 25 Grad Celsius
  • haben sich erste Wurzeln gebildet, sollte der Steckling in einen Topf pikiert werden
  • entwickelt er sich kräftig, kann er ins Freiland gepflanzt werden
  • beachten Sie, dass Stecklinge keinen Frost vertragen und wärmer überwintern müssen
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Krankheiten

Die Katzenminze gilt als robust, doch gegen alles ist sie nicht gewappnet.

Mehltau

Gelegentlich erkrankt die Staude an Mehltau, vor allem, wenn sie starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Dieser ist an seinem weißen Belag zu erkennen, den er überwiegend auf oder unter den Blattseiten legt. Hier können Sie effektiv mit einer Seifenlaugen gegen angehen, mit der Sie die Blätter abwischen. Eine Behandlung mit stark wirkenden Fungiziden wird hier in der Regel nicht notwendig.

Wurzelfäule

Hat sich Staunässe gebildet oder Sie meinen es zu gut mit dem Bewässern, dann hat dies meist eine Wurzelfäule zur Folge. Diese erkennen Sie an der nachlassenden Stabilität der Stängel und einem modrigen Geruch, der von der Wurzel ausgeht.

Graben Sie die Wurzel aus und schneiden Sie die Wurzelteile ab, die bereits eine Schimmelbildung zeigen und/oder eine sehr weiche Struktur besitzen. Idealerweise kürzen Sie die gesamte Wurzel in der Länge, damit die Katzenminze mehr Kraft bei der Rückpflanzung erhält.

Legen Sie die Staude nun ein oder zwei Tage bei warmer Temperatur hin, damit auch die letzte Restfeuchte abtrocknet. Danach pflanzen Sie die Katzenmelisse wieder in frische Erde beziehungsweise neues Substrat. Damit sollte die Wurzelfäule behoben sein.

Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze
Nepeta racemosa ‚Superba‘, Trauben-Katzenminze

Schädlinge

Die Blätter und Stiele der Nepeta cataria beinhalten den Wirkstoff Nepetalacton, der Schädlinge fern hält. Deshalb wird die Katzenminze auch gern zwischen andere Pflanzen gesetzt, damit beispielsweise Blattläuse oder-flöhe weit weg bleiben. Nur ein Schädling lässt sich von Nepetalacton nicht abschrecken.

Schnecken

Schnecken können einen immensen Schaden anrichten und sogar das Absterben der Pflanze herbeiführen. Klassische Mittel, die verhindern sollen, dass Schnecken an eine Pflanze gelangen, wie unter anderem Bierfallen oder Schneckenzäune, helfen meist nicht.

Effektiv können Sie im Grunde genommen nur durch die Verteilung von Schneckenkorn gegen die Plagegeister vorgehen. Optimal ist zum Ausstreuen von Schneckenkorn das zeitige Frühjahr zwischen März und April, wenn das Nahrungsangebot für die Schnecken noch dürftig ist. Sie bedienen sich dann an dem Schneckenkorn, sterben und müssen dann aufgesammelt werden.

Eine andere Möglichkeit ist, spezielle Lockdüfte zu platzieren, um von den von Schnecken bevorzugten Pflanzen abzulenken. Dies ist zwar die humanere Methode im Vergleich zum Schneckenkorn, aber sie ist nicht so effektiv.

Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze
Nepeta faassenii, Hybrid-Katzenminze

Sorten

Rund 250 verschiedene Katzenminze-Arten sind derzeit bekannt, die sich sowohl in der Wuchshöhe als auch in der Blütenfarbe unterschieden, wie zum Beispiel die Folgenden.

Nepeta grandiflora

  • hat zahlreiche Sorten, die eine Höhe bis zu 140 Zentimeter erreichen und mit Blüten in Blauviolett, Rosa oder Violett-Rosa begeistern

Nepeta nervosa „Kashmir“

  • zeigt sich in Hellblau

Nepeta nuda

  • dabei handelt es sich um eine sehr aufrecht wachsende Staude mit weißen Blüten

Trauben-Katzenminze (Nepeta racemosa)

  • besticht durch einen intensiven Zitronenduft und eignet sich aufgrund ihrer geringeren Höhe perfekt als Randbepflanzung

Gletschereis-Art (Nepeta x faassenii)

  • präsentiert sich Silbrig-Blau und als Frühblüher