Nephrolepis exaltata, Schwertfarn

Sie besiedeln seit Millionen Jahren schattige Plätze unter Bäumen und wachsen in winzigen Felsspalten. Die Rede ist den Farnen, die mit ihren edlen Wedeln so manches dunkle oder unwirtliche Plätzchen schmücken. Zu den beliebtesten Arten gehört sicherlich der Schwertfarn, der seit Generationen unsere Wohnungen bereichert. Diese Pflege-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie bei der Pflege des Schwertfarns alles richtig machen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Lomariopsidaceae
  • Gattung: Schwertfarne (Nephrolepis)
  • Art: Nephrolepis exaltata
  • Trivialnamen: Schwertfarn
  • Herkunft: tropische Wälder und Sümpfe
  • ausdauernde, krautige Pflanze
  • Wuchshöhe: 60 bis 100 cm
  • Blätter: gefiederte oder zusammengesetzte Wedel
  • entspringen rosettenförmig
  • immergrün
  • Zimmerpflanze, Ampelpflanze

Für ein ganz besonderes tropisches Ambiente in der Wohnung sorgen Farne. Einer der beliebtesten Arten ist der Nephrolepis exaltata, auch Schwertfarn genannt. Er gehört zu den immergrünen Farnen, die ursprünglich aus den tropischen Regionen der Erde stammen, vor allem aus Mittelamerika und Afrika.

Dort wächst der Schwertfarn entweder in Sümpfen oder auch als Aufsitzerpflanze auf Bäumen. Seine Wedel sind ohrmuschelförmig geformt und werden zwischen 60 und 100 cm lang, in der Natur auch bis über zwei Meter.

Farne wachsen auf der Erde bereits seit über 300 Millionen Jahren und ein wenig urwüchsig sehen sie heute immer noch aus. Vielleicht ist gerade deshalb die aparte Blattschmuckpflanze seit langem auch in Haushalten so beliebt. Im Gegensatz zu ihren Vorfahren sind heutige Exemplare wie Nephrolepis exaltata etwas handlicher und pflegeleichter. Der Schwertfarn ist recht robust und verzeiht auch schon mal den einen oder anderen Pflegefehler. Nur auf Feuchtigkeit kann die Pflanze nicht verzichten.

Nephrolepis exaltata, Schwertfarn als Zimmerpflanze oder Ampelpflanze
Nephrolepis exaltata, Schwertfarn

Pflege

Nephrolepis exaltata ist einer der Farnarten, die am einfachsten bei uns in Zimmerkultur gehalten werden können. Trotzdem sind ein paar wichtige Voraussetzungen notwendig, damit der Schwertfarn gesund und kräftig wachsen kann.

Standort

Bieten Sie Ihrem Schwertfarn einen hellen Platz in der Wohnung ohne direktes Sonnenlicht. Zwar toleriert die krautige Pflanze auch über einen kurzen Zeitraum von vier bis fünf Wochen einen schattigen Platz, wird dann mit der Zeit aber kränklich.

Am besten gedeiht Nephrolepis exaltata an einem Ost- oder Westfenster, an dem er vor der prallen Mittagssonne geschützt ist. Da der Schwertfarn aus tropischen Gebieten stammt, ist er Kälte nicht gewohnt und stirbt bei Temperaturen unter 10 Grad ab. Perfekt ist deshalb eine ganzjährige Kultivierung bei Zimmertemperatur.

  • Lichtbedarf: hell, ohne direkte Sonne
  • die direkte Wintersonne am Morgen und Abend wird toleriert
  • optimale Temperatur: über 21 Grad
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • verträgt keine Zugluft

Zwar wächst der Schwertfarn in der freien Natur bevorzugt im Halbschatten oder sogar im Schatten von Bäumen, wird er als Zimmerpflanze gehalten, gedeiht er jedoch am besten in hellem, gefilterten Licht. Am schönsten kommt der Farn zur Geltung, wenn er auf einem Podest oder in einer Blumenampel kultiviert wird.

Pflanzen im Topf

Hinsichtlich der fehlenden Winterhärte eines Schwertfarnes wird dieser bevorzugt in Zimmerkultur gehalten. Um der Pflanze bestmögliche Wachstumsbedingungen zu bieten, ist ein passendes Substrat von entscheidender Bedeutung. Nephrolepis exaltata benötigt kein besonders großes Pflanzgefäß, da Farne nur feine, flache Wurzeln ausbilden.

Nephrolepis cordifolia 'Duffi', Schwertfarn
Nephrolepis cordifolia ‚Duffi‘, Schwertfarn

Bodenbeschaffenheit/Substrat

Die Wurzeln des Schwertfarnes benötigen sehr viel Feuchtigkeit, dürfen aber niemals im Wasser stehen. Deshalb stellt die Pflanze sehr hohe Ansprüche an ihr Substrat, da dies einerseits die Feuchtigkeit gut speichern, andererseits aber auch durchlässig für Wasser und Luft sein muss.

  • humos
  • mittlerer Nährstoffgehalt
  • gut wasserdurchlässig
  • pH-Wert: leicht sauer
  • Mischung aus herkömmlicher Blumenerde, Kompost und einem Drittel Torf

Ist der Standort perfekt und die Luftfeuchtigkeit ganzjährig hoch, kommt der Schwertfarn auch mit normaler Grünpflanzenerde gut zurecht.

Umtopfen

Haben die Wurzeln von Nephrolepis exaltata den aktuellen Topf gefüllt, benötigt die Pflanze ein größeres Pflanzgefäß. Am besten ist das zu erkennen, indem Sie den Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf ziehen. Sind die frischen weißlichen Wurzelfäden bereits außen am Ballenrand erkennbar, ist es Zeit zum Umtopfen.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Jungpflanzen eventuell öfter umtopfen
  • Gefäßgröße: eine Nummer größer als der vorherige Topf
  • Wurzelballen von altem Substrat befreien
  • Drainageschicht einfüllen (Splitt, Tongranulat)
  • Substratgemisch etwa zur Hälfte einfüllen
  • Farn einsetzen
  • Hohlräume mit Substrat auffüllen
  • kräftig angießen

Ist die größtmögliche Gefäßgröße erreicht, kann die Pflanze getrimmt werden. Entfernen Sie den Schwertfarn aus dem Topf und schneiden Sie einige der außen liegenden Wurzeln ab. Anschließend kommt der Farn wieder in das gleiche Pflanzgefäß zurück, nachdem dieser gründlich gereinigt wurde. Füllen Sie so viel frische Erde nach wie notwendig.

Gießen

Achten Sie peinlich darauf, dass der Wurzelballen des Schwertfarns niemals austrocknet. Solange die Temperaturen deutlich über 15 Grad liegen, benötigt die Pflanze reichlich Wasser. Gießen Sie den Farn so häufig, dass das Substrat permanent feucht bleibt.

Gelegentliche Nässe toleriert die Pflanze gut, andauernde Staunässe führt jedoch zu Wurzelfäule. Im Sommer darf der Wurzelballen des Schwertfarns gerne auch für etwa 10 bis 15 Minuten in zimmerwarmes, weiches Wasser getaucht werden. Danach muss überschüssiges Wasser gut ablaufen können.

Nephrolepis cordifolia 'Duffi', Schwertfarn
Nephrolepis cordifolia ‚Duffi‘, Schwertfarn

Sinken die Temperaturen für länger als zwei bis drei Tage unter 16 Grad, lassen Sie das obere Drittel des Substrates vor dem nächsten Wässern austrocknen, bevor Sie das nächste Mal wässern. Der Wurzelballen darf jedoch niemals komplett eintrocknen. Darauf reagiert die sonst so robuste Pflanze mit sofortigem Eintrocknen der Blätter. Als Gießwasser verwendet man im besten Fall abgestandenes weiches Wasser (Raumtemperatur).

Luftfeuchtigkeit

Neben einem feuchten Wurzelballen benötigt der Schwertfarn außerdem eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit, um seine saftig grünen Wedel auszubilden. Deshalb gedeiht er besonders gut in der Küche oder im Bad.

Ein gelegentliches Einsprühen mit kalkarmem Wasser fördert die Gesundheit, vor allem im Winter, wenn die Heizung die Luftfeuchtigkeit zusätzlich herabsetzt. Um optimale Kulturbedingungen zu gewährleisten, hat es sich bewährt, das Pflanzgefäß auf einen Untersetzer mit feuchten Kieselsteinen zu stellen oder einen Luftbefeuchter im Raum aufzustellen.

Düngen

Frisch eingepflanzte Farne benötigen im ersten Jahr keinen zusätzlichen Dünger, da das neue Substrat ausreichende Mengen an Nährstoffen enthält. Alle Schwertfarne, die langfristig in ein und demselben Substrat kultiviert werden, benötigen in der aktiven Wachstumsphase zusätzlichen Dünger.

  • humose oder torfbasierte Substrate: einmal alle vier Wochen
  • sandig-lehmige Substrate: einmal alle zwei Wochen
  • Dünger: flüssiger Grünpflanzendünger in halber Konzentration
  • spezielle Farndünger in angegebener Konzentration
  • nur zwischen April und August düngen

Schneiden

Grundsätzlich muss der Schwertfarn nicht regelmäßig geschnitten werden. Lediglich dann, wenn seine Wedel durch Trockenheit oder eine Erkrankung absterben, ist ein gezielter Schnitt sinnvoll oder gar überlebensnotwendig.

Nephrolepis cordifolia 'Duffi', Schwertfarn
Nephrolepis cordifolia ‚Duffi‘, Schwertfarn
  • vertrocknete Blätter: bis auf 5 cm zurückschneiden
  • erkrankte Blätter herausnehmen

Überwintern

Nephrolepis exaltata benötigt keine ausgeprägte Winterruhe. Bei Temperaturen unter 10 Grad stellt die Pflanze ihr Wachstum ein, weshalb Exemplare, die den Sommer im Freien verbracht haben, wieder ins Haus zurückgeholt werden müssen. Sobald die Temperaturen nachts unter 12 Grad fallen, müssen Freilandpflanzen in ihr warmes Winterquartier umziehen. Zimmerpflanzen wachsen zwischen Oktober und Februar wegen des reduzierten Lichtangebotes deutlich langsamer.

In dieser Zeit werden sie etwas weniger gegossen und nicht gedüngt. Sollte der Schwertfarn einmal versehentlich zu kühlen Temperaturen ausgesetzt werden, sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Schneiden Sie alle Wedel bis auf fünf Zentimeter über Erdniveau ab und bringen den Farn an einen warmen Standort. In der Regel erholt sich das Gewächs in kurzer Zeit und treibt wieder neu aus.

  • verträgt keine Temperaturen unter 10 bis 12 Grad
  • warm und hell überwintern
  • etwas weniger gießen
  • Wurzelballen weiterhin leicht feucht halten
  • nicht düngen
  • unbedingt auf hohe Luftfeuchtigkeit achten

Freilandpflanzen werden ab Mitte Mai langsam wieder an die Licht- und Temperaturverhältnisse im Außenbereich gewöhnt. Fallen die Temperaturen nachts unter 12 Grad, sollte der Schwertfarn die Nacht im Haus verbringen.

Vermehren

Farne wie der Schwertfarn gehören zu den Sporenpflanzen und bilden deshalb keine Blüten und Samen aus, über die sie sich vermehren. Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten, den Schwertfarn zu vermehren: über Rhizome oder mittels Sporen. Die einfachste und effektivste Methode, die auch von ungeübten Hobbygärtnern problemlos durchgeführt werden kann, ist die Vermehrung durch Ableger.

Nephrolepis exaltata, Schwertfarn
Nephrolepis exaltata, Schwertfarn

Rhizome/Ableger

Der Schwertfarn wächst grundsätzlich auch in recht kleinen Pflanzgefäßen. Soll sich der Farn jedoch über Rhizome ausbreiten, benötigt er einen größeren Topf, damit der Gärtner nach einiger Zeit die Ableger „ernten“ kann. Zur Vermehrung bildet die Pflanze knapp unter Bodenniveau seitliche Ausläufer, an deren Ende sich Wurzeln und Blätter bilden. Diese Jungpflanzen müssen noch einige Zeit von der Mutterpflanze mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.

  • Zeitpunkt: ganzjährig
  • Ansatzstelle für einen kleinen Wedeltrichter suchen
  • Pflanze vorsichtig ausgraben
  • dabei auf die empfindlichen Wurzeln achten
  • diese dürfen nicht abreißen
  • Topfgröße: 6 bis 8 cm Durchmesser
  • Substrat: wie für ausgewachsene Pflanzen

Der junge Schwertfarn benötigt keinerlei besondere Maßnahmen, sondern wird von Anfang an wie ein ausgewachsener Farn gepflegt.

Teilung

Alte, gut entwickelte Schwertfarne mit mehr als einem Vegetationspunkt (Trichter) lassen sich problemlos auch durch Teilung vermehren. Dazu wird die Pflanze aus dem Topf gezogen und mittels eines sehr scharfen Messers durchtrennt. Achten Sie darauf, dass Sie keine der rosettenförmigen Trichter durchtrennen. Anschließend werden beide Teilstücke in separate Töpfe gepflanzt.

Sporen

Lediglich die reinen Arten des Schwertfarns lassen sich über Sporen vermehren. Die Sporen von Hybriden und bestimmten Zuchtformen sind leider nicht entwicklungsfähig.

Neben sehr viel Geduld benötigen Sie für die Vermehrung folgende Materialien:

  • Papier (Tüte, Zeitung etc.)
  • zimmerwarmes, abgekochtes Wasser
  • flache Pflanzschale (plus Folie) oder Zimmergewächshaus
  • sterile Anzuchterde

Auf der Rückseite der Wedel befinden sich die Sporen in den dunklen Kapseln. Bei gesunden und kräftigen Pflanzen sind diese Sporen jedoch nicht in einem reifen Zustand. Sie reifen erst dann aus, wenn die Pflanze vom Sterben bedroht ist. Dies kann simuliert werden, indem die Wedel abgeschnitten und für ein paar Tage auf Zeitungspapier oder in eine offene Papiertüte gelegt werden. Bei trockener und warmer Lagerung öffnen sich die Kapseln innerhalb weniger Tage und geben die Sporen frei.

Nephrolepis exaltata, Schwertfarn
Nephrolepis exaltata, Schwertfarn
  • Sporen einsammeln
  • auf angefeuchtete, sterile Anzuchterde geben
  • Gefäß mit Deckel oder Folie verschließen
  • sehr hohe Luftfeuchtigkeit notwendig
  • Deckel täglich für einige Minuten lüften
  • Standort: hell, ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Temperatur: über 20 Grad

Innerhalb der nächsten Zeit bildet sich auf dem stets feuchten Substrat ein moosartiger Belag. In den folgenden Monaten entwickeln sich unter günstigen Bedingungen kleine Schwertfarnpflanzen, die nun vereinzelt werden können. Zu den wichtigsten Störfaktoren gehören neben Trockenheit und kühlen Temperaturen vor allem Keime. Benutzen Sie daher nur sterile Erde und Werkzeuge und kochen Sie das Wasser zum Befeuchten des Substrates vorher ab.

Krankheiten

Gewöhnlich sind Schwertfarne recht resistent und werden nur selten von Schädlingen heimgesucht. Gelegentlich tauchen Pilzerkrankungen auf. Diese sind in vielen Fällen die Folge von Pflegefehlern, insbesondere durch falsches Gießverhalten.

Wurzelfäule

Extreme Staunässe und ein niedriger Sauerstoffgehalt im Wurzelballen bei kühlen Temperaturen fördern das Wachstum und die Verbreitung von Schadpilzen: Pythium und Phytophthora. Diese faulaktiven Parasiten verursachen an Pflanzen verschiedene Krankheiten wie Wurzelfäule und Schwarzbeinigkeit.

Die Pflanzen werden schwächer und beginnen zu verwelken, die Wurzeln werden faul und färben sich braun. Erkrankte Pflanzenteile müssen umgehend herausgeschnitten werden. Füllen Sie frisches, steriles Substrat nach und halten Sie dies weniger nass.

Rhizoctonia-Blattkrankheit

Im Gegensatz zu Wurzelfäule verursachenden Pilzinfektionen gibt es bei Gräsern und Farnen wie dem Schwertfarn auch Pilzerkrankungen, die vorwiegend bei feuchter und heißer Witterung auftreten. Hierzu gehören die Arten aus der Pilzgattung Rhizoctonia. Diese verursachen braune Flecken auf den Blättern.

In der Praxis trifft man häufig auf Mischinfektionen mit Pythium und Rhizoctonia. Der Erreger befällt nur selten den Vegetationskegel, sondern bevorzugt Blätter und Wurzeln. So stirbt die Pflanze zwar ab, kann in der Regel aber wieder austreiben, falls sich die Bedingungen für den Pilz ungünstig verändern.

Nephrolepis cordifolia ‚Duffi‘, Schwertfarn
Nephrolepis cordifolia ‚Duffi‘, Schwertfarn

Schädlinge

Wie nahezu alle Zimmerpflanzen kann auch der Schwertfarn bei ungünstigen Bedingungen wie beispielsweise bei niedriger Luftfeuchte (vor allem in der Heizperiode) von diversen Schädlingen befallen werden.

Hierzu gehören:

  • Wollläuse
  • Milben
  • Thripse
  • Trauermücken
  • Blattälchen

Die Schädlinge können radikal mit einer Spiritus-Seifenlösung bekämpft werden, die täglich auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht wird. Bei Trauermücken haben sich Gelbtafeln bewährt. Kranke Wedel sollten abgeschnitten und entsorgt werden. Gleichzeitig sollte immer auch das Substrat auf gute Drainage sowie der Standort kontrolliert werden.