Nerium oleander, Oleander

Der Oleander, auch Immergrüner Rosenlorbeer genannt, hat seine Heimat in warmen Gebieten wie dem Mittelmeerraum. Deshalb wird die mediterrane Blühpflanze bei uns vorzugsweise als Kübelpflanze kultiviert. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Oleandersorten im Handel, die sich nicht nur in der Blütenfarbe unterscheiden. Wie Sie bei der Pflege des immergrünen Blühstrauches alles richtig machen, erfahren Sie in dieser Pflege-Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Hundsgiftgewächse (Apocynoideae)
  • Oleander (Nerieae)
  • Art: Oleander (Nerium oleander)
  • einzige Art der Pflanzengattung Nerium
  • Trivialnamen: Immergrüner Rosenlorbeer
  • insgesamt etwa 160 Sorten
  • Herkunft: Mittelmeergebiet, Mittlerer Osten, Indien und China
  • immergrüne, verholzende Pflanze
  • Wuchshöhe: bis zu 3 m
  • Blütezeit: in warmen Gebieten ganzjährig, sonst Mai bis Oktober
  • Blütenrispen in Weiß oder Rosatönen
  • Blätter: ledrig, lanzettig
  • in allen Teilen giftig

Mit dem Oleander holen Sie sich ein mediterranes Ambiente auf Ihre Terrasse oder Balkon. Die sonnenverliebte Pflanze blüht bei guten Bedingungen reichhaltig und ausdauernd in den unterschiedlichsten Blütenfarben. Nerium oleander gibt es nicht nur in Weiß, Rosatönen oder hellen Orangetönen, sondern auch mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Eines ist bei der Kultivierung jedoch besonders wichtig: Der Oleander braucht ein frostfreies Winterquartier, denn für die Freilandkultur sind die meisten Regionen in Deutschland nur unzureichend geeignet.

Der Oleander ist ein immergrüner, blühender Strauch, der im Alter bis zu drei Meter hoch werden kann, wenn man ihn wachsen lässt. Die ledrigen Blätter haben eine lanzettliche Form und werden bis zu 15 cm lang. Die Blüten der Oleanderpflanzen wachsen in traubigen Blütenständen, wobei die einzelnen Blüten zwischen drei und fünf Zentimeter Durchmesser haben.

Nerium oleander, Oleander im Gartenbeet

Meist sind die Blüten, die je nach Standort ganzjährig, in kühlen Regionen ab Mai an der Pflanze erscheinen, in Weiß oder verschiedenen Rosa- oder Rottönen erhältlich. Inzwischen sind neben den ursprünglichen Arten mit ungefüllten Blüten auch Hybriden mit gefüllten Blüten im Handel.

Pflege

An einem optimalen Standort ist der mediterrane Strauch recht robust und benötigt außer hohen Mengen an Wasser und Nährstoffen nahezu keine Pflege.

Standort

Ein Oleander ist eine ausgesprochene Sonnenpflanze, bei ausreichender Sonneneinstrahlung und Wärme blüht die Pflanze ganzjährig. Ideal ist ein Standort an einer Süd- oder Südwestwand des Hauses, an der die Pflanze geschützt vor Wind und Regen steht. In kühleren Nachtstunden kann die am Tag aufgeheizte Hauswand die Wärme dann wieder abgeben.

  • Lichtbedarf: hoch
  • so warm wie möglich
  • wind- und regengeschützt

An der Ostseite des Hauses geht die Blütenentwicklung deutlich langsamer vonstatten, Nordseiten sind völlig ungeeignet. Freie Standorte in der Sonne sind zwar möglich, doch ist der Oleander hier meist Wind und Regen ausgesetzt, worunter besonders Sorten mit gefüllten Blüten stark leiden.

Bodenbeschaffenheit

Oleander haben hohe Ansprüche an das Substrat. In der freien Natur wachsen die Pflanzen an Flussläufen, teils auf steinigen und von Hochwasser überschwemmten Böden. Diese Böden sind meist kalkhaltig und stark verdichtet. Normale Blumenerde, die in der Regel Anteile aus Torf enthält, ist demnach zur Kultivierung ungeeignet.

  • nährstoffreich
  • lehmhaltig
  • kalkhaltig
  • spezielle Kübelpflanzenerde für Oleander
  • Gemisch aus Gartenerde, Kompost und Lehm
  • zusätzlich etwas Gartenkalk untermengen

Pflanzen

Pflanzzeit

Bei warmen klimatischen Verhältnissen kann ein Oleander im Frühjahr in den Garten gepflanzt werden. Da die Winterhärte vieler Pflanzen jedoch bei uns nicht ausreicht, können die Pflanzen lediglich in Weinbaugebieten die kalte Jahreszeit im Freiland verbringen und ausgepflanzt werden. Dafür sollten ausschließlich solche Sorten verwendet werden, die frostunempfindlicher sind und ungefüllte Blüten haben.

Pflanzen im Beet

Wer einen Oleander ins Freiland pflanzen möchte, muss im Vorfeld den Gartenboden gut vorbereiten. Nur die wenigsten Böden sind von Natur aus als Substrat geeignet. In der Natur wachst der Immergrüne Rosenlorbeer in Überschwemmungsgebieten von Flussauen, die reich an Nährstoffen und stark verdichtet sind.

  • Boden mit Kompost und Lehm anreichern
  • reichlich Kalk untermengen
  • Boden stark verdichten
  • pH-Wert: zwischen 6 und 8,3

Nerium oleander mit Blütenrispen in Weiß oder Rosatönen

Pflanzen im Topf

Leider sind im Zeitalter der Massenproduktion im Gartencenter vorwiegend Oleander im Angebot, die aus über zehn Stecklingen in einem Topf bestehen. Was auf den ersten Blick attraktiv aussieht, zeigt sich aber in Zukunft – vor allem bei den Schnittmaßnahmen – als besonders nachteilig.

Wenn Sie Ihren Oleander über viele Jahre halten möchten, entscheiden Sie sich lieber für eine Pflanze, die nur aus einem einzigen Steckling gezogen wurde.  Diese Pflanzen mögen etwas teurer und möglicherweise kleiner erscheinen, doch ist die meist schon stark verholzte Basis robuster und die Pflanze einfacher zu erziehen.

Umtopfen

Die beste Zeit zum Umtopfen ist das Frühjahr, wenn die überwinterte Pflanze ausgeputzt und auf die neue Vegetationsperiode vorbereitet wird. Jungpflanzen sollten jährlich umgetopft werden, ältere Oleanderpflanzen je nach Bedarf. Das neue Pflanzgefäß muss nur wenig größer sein als das alte.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • nur spezielles Substrat benutzen
  • Jungpflanzen: jährlich umtopfen
  • ältere Exemplare nur alle 5 bis 10 Jahre

Ist die maximale Kübelgröße erreicht, wird lediglich ein verhaltener Wurzelschnitt getätigt. Dazu nehmen Sie den Oleander aus dem Topf und schneiden seitlich und unten am Ballen eine Schicht der Wurzeln ab. Dann kommt die Pflanze mit etwas frischem Substrat wieder zurück in den bisherigen Topf, der vorher gründlich gereinigt wurde. Gleichzeitig empfiehlt sich auch ein Rückschnitt der Triebe.

Gießen

Der Wasserverbrauch richtet sich stark nach Sonneneinstrahlung und Temperatur. Im kühlen Winterquartier benötigt der Oleander nur wenig Gießwasser. Es reicht aus, wenn der Ballen einmal wöchentlich überprüft wird. Kurzfristig toleriert der Oleander auch im Winterquartier Nässe problemlos. Ein etwas trockenerer Ballen ist jedoch auf Dauer vorzuziehen.

Steigen die Temperaturen im Frühjahr wieder an, erhöht sich auch der Wasserbedarf. Auf Terrasse oder Balkon stellt man den Kübel am besten auf einen Untersetzer, sodass ausgespülte Nährstoffe und Wasser wieder aufgenommen werden können. In sehr heißen Perioden wird der Oleander von oben auf den Boden und zusätzlich in den Untersetzer gegossen, sodass die Pflanze ständig im Wasser steht.

Sehr große Exemplare müssen gelegentlich bis zu dreimal täglich gegossen werden. Damit der Boden permanent alkalisch bleibt, darf die Pflanze nicht mit Regenwasser gegossen werden, sondern bevorzugt mit kalkhaltigem, abgestandenem Leitungswasser. Verwenden Sie immer angewärmtes Wasser, denn eiskaltes Gießwasser (direkt aus der Leitung) verträgt der Immergrüne Rosenlorbeer nicht.

Düngen

Oleander gehören zu den Starkzehrern. Das bedeutet, sie haben einen sehr hohen Nährstoffbedarf und müssen in der Wachstumsphase deshalb genügend Dünger zur Verfügung gestellt bekommen. Nach dem Ausräumen im Frühjahr wird mit dem Düngen begonnen. Nach Ende August darf nicht mehr gedüngt werden, damit die jungen Triebe noch vor dem Winter ausreifen können.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Langzeitdünger leicht in die Erde einarbeiten
  • wirkt bis zu 6 Monate (teilweise bis zu 12 Monate)
  • speziellen Oleanderdünger verwenden
  • NPK 15-8-12 plus Spurenelemente
  • einmaliges Düngen im Jahr reicht aus
  • zum Abpuffern des pH-Wertes zusätzlich Düngekalk zufügen

Nerium oleander - eine immergrüne, verholzende Pflanze

Überdüngungen werden von Oleander besser vertragen als von anderen Blühpflanzen, lediglich die Blätter werden außen braun. In diesem Fall müssen überschüssige Nährstoffe mit reichlich Wasser aus dem Wurzelballen gespült werden.

Schneiden

Wer seinen Oleander über viele Jahre hinweg erfolgreich kultivieren möchte, kommt nicht ohne die eine oder andere Schnittmaßnahme aus, obwohl der mediterrane Strauch vorzugsweise nur sehr verhalten geschnitten werden sollte. Ein Rückschnitt empfiehlt sich im Frühjahr. Da die Wurzeln der Pflanze ganzjährig aktiv sind, würde ein Schnitt im Herbst einen erneuten Austrieb hervorrufen.

  • Schutzhandschuhe tragen (Pflanzensaft ist giftig)
  • Blüten nicht schneiden!
  • an den Spitzen der Blüten finden sich die Anlagen für neue Blüten
  • Samenkapseln entfernen
  • Stecklinge im Frühsommer auf 15 cm zurückschneiden
  • lange, unverzweigte Triebe immer wieder einkürzen
  • immer kurz über einem Blattpaar oder Auge schneiden
  • ältere, verkahlte Pflanzen bis auf das Grundgerüst zurückschneiden
  • dabei alle Triebe schneiden, die dünner als fingerdick sind

Beim Schnitt des Oleanders ist Folgendes zu beachten: Schnitte ins alte Holz bringen lange Triebe hervor. Schnitte in Blütenregionen erzeugen dagegen kurze Triebe, die rasch blühen. Hier muss der Gärtner ein gutes Verhältnis finden.

Überwintern

Kübelpflanzen benötigen im Winter ein kühles, aber helles Quartier. Je heller ein Oleander überwintert, umso mehr Blütenanlagen können sich bilden. Bevor die Pflanze ins Winterquartier gestellt wird, sollte sie auf Schädlinge überprüft und gegebenenfalls behandelt werden. Lassen Sie Ihre Kübelpflanze so lange wie möglich im Freien stehen, die meisten Pflanzen halten auch schon einmal leichte Fröste aus.

  • erst ab Temperaturen von etwa -5 Grad ins Winterquartier räumen
  • bis dahin an geschützten Platz an der Hauswand stellen
  • bei Dauerfrösten ins Kalthaus stellen
  • Temperatur: 5 bis 10 Grad
  • so hell wie möglich
  • je kühler die Pflanze steht, umso weniger muss gegossen werden

Eine Überwinterung in warmen Räumen ist beim Oleander sehr ungünstig, denn selbst der hellste Platz im Haus reicht nicht aus, sodass die Pflanze lange, dünne Triebe bildet (vergeilt). Diese Triebe kosten die Pflanze nur unnötig Kraft. Außerdem sind die vergeilten Triebe im Freiland nicht überlebensfähig.

Wer einen Wintergarten oder ein Gewächshaus hat, kann den Oleander ab Mitte März etwas wärmer stellen und wieder kräftiger gießen. Alle anderen Kübelpflanzen müssen ab etwa Ende April wieder langsam an Licht- und Temperaturverhältnisse im Freiland gewöhnt werden.

Vermehren

Nerium oleander kann  aus Stecklingen oder aus Samen vermehrt werden.

Stecklinge

Die Stecklinge des Oleanders lassen sich leicht bewurzeln. Schneiden Sie dazu im Frühjahr oder Frühsommer ein paar kräftige frische Triebspitzen und stecken Sie diese in Töpfe mit Erde.

  • Trieblänge: 15 cm
  • mindestens drei Blattpaare
  • unteres Blattpaar entfernen
  • Rinde unten leicht abschaben
  • in feuchtes Substrat stecken
  • Substrat: Anzuchterde mit Lehm
  • stets leicht feucht halten
  • Standort: halbschattig und warm

Nach etwa vier Wochen zeigt die Bildung neuer Triebe oder Blätter an, dass der Steckling Wurzeln gebildet hat. Jetzt kann er in das gleiche Substrat wie ausgewachsene Pflanzen gesetzt werden. Nachdem der Steckling eine Größe von etwa 20 cm erreicht hat, wird der Trieb auf zwei bis drei Blattansätze eingekürzt, um die Verzweigung zu fördern.

Samen

Zwar ist es möglich, den Oleander durch Samen zu vermehren, allerdings blühen diese Pflanzen meist erst nach vielen Jahren. Der Gärtner muss deshalb einiges an Geduld aufwenden, bis eine vorzeigbare Größe erreicht ist.

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Substrat: Anzuchterde, Kakteenerde
  • Samen aufstreuen
  • nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer)
  • Substrat leicht feucht halten
  • mit Folie oder Gefrierbeutel bedecken
  • Standort: halbschattig
  • Temperatur: über 23 Grad
  • Keimzeit: etwa 2 Wochen
  • nach weiteren 2 Wochen die Keimlinge vereinzeln
  • langsam an die Bedingungen im Freiland gewöhnen

Nerium oleander auch immergrüner Rosenlorbeer genannt

Krankheiten

Trotz bester Versorgung kann es gelegentlich zu Erkrankungen des Oleanders kommen. Meist sind in diesen Fällen Pflegefehler schuld.

Blattfall

An heißen Tagen kommt es vor, dass die Pflanze schlagartig alle Blätter abwirft. Das ist in den meisten Fällen ganz normal, da ein Oleanderblatt maximal zwei Jahre alt wird und die Pflanze nicht obligatorisch im Winter ihre Blätter verliert. Es kann aber auch sein, dass die Pflanze unter Wassermangel leidet. Prüfen Sie nach, ob der Wurzelballen möglicherweise zu trocken ist.

Braune Blattränder

Werden die Blätter von außen her braun und trocknen ein, kann das entweder auf einen Sonnenbrand oder eine Überdüngung hindeuten. Die Schäden sind nicht reparabel, stellen in der Regel aber auch kein Problem für den Oleander dar. Achten Sie deshalb auf einen Sonnenschutz im Frühjahr. Überdüngtes Substrat muss mit sehr viel warmem Wasser durchgespült werden.

Blasse Blätter

Färben sich die Blätter der Pflanze blassgrün und sind die Blattadern deutlich dunkel zu erkennen, liegt ein Mangel an Eisen vor. Meist ist nicht fehlender Dünger ursächlich, sondern ein falscher Boden-pH-Wert. Hier helfen frische Erde und Düngekalk.

Oleander mit Krankheitsbild

Schädlinge

Um einen Oleander gesund zu halten, sind im Laufe seines Lebens wahrscheinlich einige Maßnahmen zu ergreifen. Das größte Problem stellt dabei ein zu warmes Winterquartier dar. In diesen Fällen ist ein Befall mit saugenden Insekten wie Milben oder Schildläusen vorprogrammiert.

Spinnmilben

Besonders anfällig ist der Oleander, wenn er warm und ohne gute Belüftung steht. Die Pflanze sollte deshalb mehrfach im Jahr kontrolliert werden, besonders vor dem Einräumen und während des Winters. Bewährt hat sich das mehrfache Einsprühen mit einem Gemisch aus Rapsöl, Seife und Wasser. Dabei müssen auch die Blattunterseiten behandelt werden.