Pachira aquatica, Glückskastanie, Zierkastanie

Die Glückskastanie, Pachira aquatica, ein Wollbaumgewächs aus Mittelamerika, kennt man in Deutschland auch als Geld- oder wilder Kakaobaum. Das Auffällige an dieser dekorativen Pflanze sind ihre großen, handförmig gebuchteten Blätter. Die Zierkastanie ist eine ausgesprochene Zimmerpflanze und richtig in Szene gesetzt, ein echtes Schmuckstück. Im Handel wird sie überwiegend mit geflochtenem Stamm angeboten, was jedoch nicht unproblematisch ist.

Steckbrief

  • Familie: Malvengewächse
  • Deutsche Namen: Geldbaum, wilder Kakaobaum
  • Herkunft:  Mittelamerika von Mexiko bis Costa Rica
  • Wuchseigenschaften: aufrecht, schirmförmig, Kleinbaum
  • Wuchshöhe: 80 – 150 cm
  • Wuchsbreite: 0,50 – 100 cm
  • Blatt: sattgrün glänzend, ledrig, handförmig geteilt
  • Blüte: rasierpinselartig, in Topfkultur aber eher unwahrscheinlich
  • Blütenfarbe: mehrfarbig, grünlich-gelb, cremefarben
  • Verwendung: Zimmerpflanze
  • Winterhärte: frostempfindlich

Die Zierkastanie gehört zur Familie der Malvengewächse. In Mittelamerika, ihrem natürlichen Lebensraum, wächst die Pachira aquatica als immergrüner Laubbaum mit Wuchshöhen von bis zu 20 m. Diese Größe erreicht sie in Topfkultur bei Weitem nicht. Hier wird sie in der Regel nicht höher als 150 cm.

Ihr Name Glückskastanie kommt aus dem asiatischen Raum, wo sie Glück und Wohlstand verspricht. Beim Kauf einer Zierkastanie sollte man sich möglichst für ein Exemplar mit geradem, ungeflochtenem Stamm entscheiden, diese entwickeln sich wesentlich besser.

Pflege-Anleitung

Diese attraktive Zimmerpflanze ist recht genügsam, wenn es um die Pflege geht. Im Sommer fühlt sie sich drinnen wie draußen wohl. Und wenn sie nicht überwässert wird, am richtigen Standort steht und ausreichend Platz hat, kann sie ihre ganze Pracht entfalten.

Pachira aquatica - auch Geldbaum, wilder Kakaobaum

Standort

Der Standort für diese Pflanze sollte hell sein, wobei zeitweise auch Halbschatten vertragen wird. Stellenweise ist sie auch dankbar für etwas Sonne, sofern diese nicht während der Mittagsstunden auf die Pflanze scheint. Sollte sie im Freien stehen, ist außerdem auf einen windgeschützten Standort zu achten. Am besten stellt man sie draußen anfangs an einen halbschattigen Platz, damit sie sich langsam an die neuen Umgebungsbedingungen gewöhnen kann.

Häufige Standortwechsel sollten allerdings vermieden werden, darauf könnte die Glückskastanie mit Abwurf von Blättern reagieren. Bei Raumtemperaturen zwischen 12 und 25 Grad fühlt sie sich auch in der Wohnung wohl. Sie mag weder zu kalte noch zu heiße Temperaturen. Da sie nach dem Licht wächst, sollte man sie regelmäßig drehen, um einen schiefen Wuchs zu vermeiden.

Substrat

Um gut gedeihen zu können, benötigt die Zierkastanie einen lockeren, durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Dieser kann aus handelsüblicher Kakteen- oder Blumenerde bestehen oder aus Kübelpflanzenerde, die man durch die Zugabe von Blähton, Perlite oder Sand auflockert. Darüber hinaus kann die Pflanze auch in Hydrokultur gehalten werden.

Umpflanzen

Spätestens, wenn der Topf gut durchwurzelt ist, sollte man die Glückskastanie in ein etwas größeres Pflanzgefäß in frisches Substrat umsetzen. Bester Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Der neue Topf sollte über ausreichend Abzugslöcher verfügen. Eine entsprechende Drainage aus grobem Kies sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Nachdem die Pflanze aus dem alten Topf herausgenommen wurde, sollten sämtliche abgestorbene, trockene und beschädigte Wurzelteile entfernt werden. Nach dem Einpflanzen die Erde andrücken und reichlich gießen.

Umpflanzen ist aber nicht nur empfehlenswert, wenn der Topf zu klein geworden ist. Das erste Mal umtopfen sollte man diese Pflanzen bereits direkt nach dem Kauf. Grund hierfür ist der meist zu kleine Topf, in dem diese, wie auch viele anderen Pflanzen angeboten werden. Später reicht es aus, wenn sie etwa alle drei Jahre umgetopft wird.

Gießen

Die Zierkastanie Pachira aquatica liebt leicht feuchte bis trockene Böden. Nasse Füße und ein nasser Stamm bekommen ihr gar nicht. Der Stamm dieser Pflanze ist nach unten hin verdickt. In dem verdickten Teil kann sie Wasser für längere Trockenperioden speichern.

  • Gegossen wird vom Frühjahr bis zum Herbst
  • Etwa einmal wöchentlich durchdringend wässern
  • Idealerweise wässern, bis der Ballen gesättigt ist und die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann
  • Vor der nächsten Wassergabe das Substrat gut abtrocknen lassen
  • Wasser im Untersetzer nach einigen Minuten entfernen
  • So kann Staunässe und Fäulnis im Wurzelbereich verhindert werden
  • Wenn möglich, sollte man ausschließlich mit Regenwasser gießen
  • Ansonsten sehr kalkarmes Wasser zum Gießen und Besprühen verwenden
  • Gleichermaßen wichtig ist eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55 Prozent
  • Um diese zu gewährleisten, ist häufiges Besprühen der Blätter ratsam
  • Eine gelegentliche Dusche bekommt der Pflanze ebenfalls sehr gut
  • Sie befreit sie gleichzeitig von Staubpartikeln

Zierkastanie mit geflochtenem Stamm

Düngen

Um den Nährstoffbedarf zu decken, düngt man die Glückskastanie von Mai bis August/September etwa alle 14 Tage mit einem Grünpflanzendünger. Dieser sollte nur in halber Konzentration verabreicht werden. Ansonsten bieten sich spezielle Düngestäbchen an, die man in das Substrat steckt. Bei der Dosierung sind grundsätzlich die Angaben des Herstellers maßgebend. Das Jahr, indem die Pflanze gekauft oder umgetopft wurde, kann auf Dünger verzichtet werden. Zu viel Dünger würde die Pflanze schädigen oder in die Höhe schießen lassen, ohne dass sich eine dichte Krone entwickeln kann.

Schneiden

Auch wenn ein Schnitt bei dieser dekorativen Zierkastanie nicht unbedingt notwendig ist, kann sie, sofern sie zu groß geworden oder unregelmäßig gewachsen ist, problemlos verschnitten werden. Ein entsprechender Rückschnitt kann bei Umgebungstemperaturen von über 20 Grad ganzjährig erfolgen. Allerdings ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt. Die Glückskastanie lässt sich auf jede beliebige Höhe zurückschneiden. Man kürzt alle zu langen Triebe ein und schneidet dabei am besten unterhalb einer Blattachsel. Die Pflanzen treiben innerhalb kurzer Zeit zuverlässig wieder aus. Nach einem Schnitt ist es in der Regel so, dass die ursprüngliche gleichmäßige Form der Pflanze verloren geht. Übrigens kann man diese Zierkastanie auch gut als Bonsai ziehen.

Überwintern

Sollte die Zierkastanie den Sommer im Freien verbracht haben, wird es etwa ab September Zeit, sie  ins Haus zu holen. Im Winter kann sie etwas kühler stehen als den Rest des Jahres, aber unter 15 Grad sollten die Temperaturen dennoch nicht fallen. Kurzzeitige Temperaturen von 10 Grad werden aber vertragen.

Der winterliche Standort sollte hell sein ohne direkte Sonneneinstrahlung. Gegossen wird in der kalten Jahreszeit deutlich weniger und auf Dünger komplett verzichtet. Auch im Winter sollte die Pflanze hin und wieder besprüht werden. Besonders wichtig ist die regelmäßige Schädlingskontrolle, denn trockene und warme Heizungsluft im Winter kann schnell zu einem Schädlingsbefall führen.

Vermehren

Stecklinge

Die gängigste Form der Vermehrung der Glückskastanie Pachira aquatica ist über Stecklinge. Diese kann man im späten Frühjahr oder Sommer von der Mutterpflanze entnehmen.

  • Optimal sind 10-15 cm lange halb verholzte Stecklinge
  • Bewurzelung ist im Wasserglas oder Blumenerde möglich
  • Unmittelbar nach dem Schnitt ins Wasser oder in die Erde
  • Im Wasserglas sollte der Steckling mindestens 2 cm tief im Wasser stehen
  • Das Glas an einem hellen Platz bei Temperaturen um 20 Grad aufstellen
  • Haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, kann eingepflanzt werden
  • Beim Einpflanzen vorsichtig vorgehen, die feinen Wurzeln sind sehr empfindlich
  • Alternativ zum Wasserglas, Stecklinge gleich in die Erde setzen
  • Bewurzelung im Wasserglas verläuft in der Regel schneller

Pachira aquatica, Glückskastanie - eine dekorative Pflanze

Samen

Die Vermehrung durch Samen ist etwas langwieriger als eine Stecklingsvermehrung aber ebenso unkompliziert. Neben entsprechendem Saatgut benötigt man dazu ein Anzuchtgefäß und ein Erde-Sand-Gemisch. Das kann Anzuchterde gemischt mit Sand oder Perlite ebenso sein, wie handelsübliche Kakteenerde oder Kokohum, ein pflanzliches Kultursubstrat. Die Samen weicht man zuvor für etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Danach befüllt man das Anzuchtgefäß mit dem jeweiligen Substrat.

Die Samen werden gleichmäßig auf dem Substrat verteilt und ca. 1 cm mit Erde bedeckt. Anschließend wird mäßig gegossen und das Ganze an einen hellen Ort mit Temperaturen um 22 Grad gestellt. Während der kompletten Keimdauer hält man das Substrat gleichmäßig feucht, ohne dass es staunass ist. Sobald die Keimlinge groß und kräftig genug sind, können sie in Töpfe umgepflanzt und entsprechend weiterkultiviert werden.

Krankheiten

Gelbfärbung der Blätter

Zu einer Gelbfärbung der Blätter kann es durch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit, häufige Standortwechsel sowie zu viel und zu wenig Dünger kommen. Je nachdem, was die Ursache ist, sollte durch häufiges Besprühen die Luftfeuchtigkeit erhöht werden und die Pflanze einen festen Standort erhalten, an dem sie dauerhaft stehen kann. Letztendlich sollte man die Düngergaben entsprechend anpassen und gegebenenfalls in frisches Substrat umtopfen.

Blattflecken

Blattflecken können auf einen Kaliummangel hindeuten. Abhilfe kann ein spezieller Dünger schaffen, den man entsprechend den Herstellerangaben verabreicht.

Wurzelfäule

Wurzelfäule ist die Folge von zu viel Nässe bzw. stauender Nässe und zeigt sich u.a. an einem vermehrten Blattabwurf oder einem weichen Stamm. Stellt man eine entsprechende Erkrankung fest, sollte man die Pflanze unverzüglich aus dem Topf nehmen, den Wurzelballen von der Erde befreien und sämtliche faulende und abgestorbene Wurzelteile entfernen. Anschließend wird in frisches Substrat umgepflanzt.

Schimmel auf Substrat

Bildet sich ein gräulich-weißer Belag auf dem Substrat, ist das vermutlich Schimmel. Auch er ist ein Indiz für zu viel Feuchtigkeit. Bestenfalls tauscht man das komplette Substrat aus. Ist der Schimmelbefall nur oberflächlich, reicht es meist auch aus, nur die oberste Erdschicht zu erneuern.

Glückskastanie - Blätter

Schädlinge

Schildläuse

Schildläuse treten vor allem in den Wintermonaten und bei gleichzeitiger Luft- und Bodentrockenheit auf. Sie sind an kleinen braunen Schildchen bzw. Höckern sowie einem klebrigen Film, den Ausscheidungen der Schildläuse, auf den Blättern zu erkennen. Bekämpfen lassen sie sich z.B. durch das mehrmalige Bestreichen mit einer Lösung aus Schmierseife, Wasser und Alkohol sowie durch den Einsatz von Schlupfwespen oder Marienkäferlarven. Zudem sollten Luftfeuchte und Gießverhalten angepasst werden.

Blattläuse

Die Gefahr eines Blattlausbefalls ist vor allem dann gegeben, wenn die Pflanze im Sommer draußen steht. Ein anfänglicher bzw. leichter Befall lässt sich meist schon durch Abduschen beseitigen oder zumindest deutlich reduzieren. Anderenfalls kann man die betreffende Pflanze auch mit einer Lösung aus Wasser und Neemöl behandeln. Sollte das alles nicht ausreichen, kann man notfalls, als letzte Maßnahme, geeignete Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Spinnmilben

Ursächlich für einen Spinnmilbenbefall ist in der Regel auch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Er zeigt sich an feinen weißen Gespinsten vorwiegend in den Blattachseln. Durch gründliches Abbrausen kann man den Befall meist schon deutlich reduzieren. Zusätzlich bietet sich der Einsatz von speziellen Raubmilben oder geeigneter Präparate auf Rapsölbasis an.

Pachira aquatica, Zierkastanie

Trauermücken

Wenn kleine schwarze Fliegen um den Topf herumschwirren, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Trauermücken, die ihre Eier in dem Substrat ablegen. Das kann man verhindern, indem man das Substrat mit einer dünnen Schicht Sand oder feinem Kies abdeckt oder Gelbtafeln aus dem Fachhandel aufhängt.

Geflochtener Stamm problematisch

Am häufigsten wird die Glückskastanie mit geflochtenem Stamm angeboten. Dabei handelt es sich immer um mehrere Pflanzen in einem Topf, deren Sprossachsen zu einem Stamm geflochten wurden. Das sieht auch sehr dekorativ aus, kann für die Pflanze aber problematisch werden. Durch die enge und straffe Flechtung wird die Rinde am Stamm beschädigt, was die Zierkastanie wiederum anfälliger für Schädlinge macht.

Um die Pflanze gesund zu erhalten, ist es ratsam, den Stamm so frühzeitig wie möglich vorsichtig zu entflechten. Das geht umso leichter je jünger und kleiner die Pflanze ist. Bei älteren Exemplaren wird das schon deutlich schwieriger und ab einer gewissen Größe kaum noch durchführbar. Bestenfalls entscheidet man sich bereits beim Kauf für ein Exemplar ohne geflochtenen Stamm, das kann einigen Problemen vorbeugen. An Attraktivität stehen diese Pflanzen denen mit geflochtenem Stamm in nichts nach.