Zierpfeffer, Zwergpfeffer, Peperomia obtusifolia

Zwerg- oder Zierpfeffer Peperomia obtusifolia ist eine dekorative Zimmerpflanze mit einer großen Vielfalt an Blattformen-, Farben- und Strukturen. Jede einzelne Pflanze hat ihren eigenen Look. Mit ihren grünen, rötlichen oder mehrfarbigen Blättern entfaltet sie ihre Wirkung im Fensterbrett ebenso wie als Tischdekoration oder in einem Arrangement mit anderen Zimmerpflanzen. Nicht nur Sammler haben ihre helle Freude an dieser vielgestaltigen Pflanze.

Steckbrief

  • Familie: Pfeffergewächse (Piperaceae)
  • Herkunft: Mittel- und Südamerika
  • botanischer Name: Peperomia obtusifolia
  • Trivialnamen: Zierpfeffer, Zwergpfeffer, fleischige Peperomie, Pfeffergesicht
  • Wuchs: buschig aufrecht, kompakt
  • Wuchshöhe: 15 – 30 cm, selten bis zu 35 cm
  • Blätter: fleischig, immergrün, matt glänzend, grün, rötlich bis bräunlich, mehrfarbig, gemustert
  • Blattform: meist elliptisch bis verkehrt eiförmig, stumpfe Blattspitze
  • Blüte: grünlich-weiß
  • Blütezeit: Frühsommer bis Herbst
  • Giftigkeit: schwach giftig

Peperomia obtusifolia kommt ursprünglich aus Südamerika. wo sie häufig unter Bäumen wächst. Sie ist die bekannteste Art des Zwergpfeffers und eine von etwa 1600 Peperomia-Arten. Sie wächst buschig aufrecht, auf dicken Stielen und bringt kleine und mittelgroße Schönheiten mit langen, zart purpurfarbenen Trieben und kurzstieligen, meist elliptischen bis verkehrt eiförmigen und fleischigen Blättern hervor. Im späten Frühjahr erscheinen die grünlich-weißen Blütenähren, die die Pflanze bis in den Herbst hinein begleiten. Peperomia obtusifolia wird nur selten höher als 30 cm.

Pflege

Zierpfeffer ist nicht nur eine sehr attraktive Pflanze, seine Blätter haben darüber hinaus auch eine luftreinigende Wirkung, sie können beispielsweise die Konzentration von Formaldehyd in Wohnräumen um bis zu 47 Prozent senken. Um diese besondere Fähigkeit aufrechtzuerhalten und  dauerhaft prächtig gedeihen zu können, sollten man auf optimale Wasser- und Nährstoffversorgung und Standortbedingungen achten. Stimmen diese, ist Zierpfeffer eine sehr dankbare Pflanze.

Peperomia obtusifolia mit seinen immergrünen Blättern

Standort

Die Wahl des richtigen Standorts hängt davon ab, ob es sich um rein grün blättrige oder buntlaubige Exemplare handelt. Sorten mit grünen Blättern gedeihen an hellen bis halbschattigen Standorten und sollten vor allem im Sommer vor Sonne geschützt bzw. beschattet werden. Gut ist ein Fensterplatz an einem Ost- oder Westfenster. In einem Südfenster sollten grünlaubige Arten nicht unmittelbar am Fenster stehen.

Dagegen liebt buntlaubiger Zierpfeffer hellere Standorte, mit einigen Stunden Sonne pro Tag, und zwar ausschließlich die mildere Morgen- oder Abendsonne. Je höher die Gelb- oder Weißanteile der Blätter sind, desto heller sollte die betreffende Pflanze stehen. Nur so können sich die unterschiedlichen Färbungen und die hellen Zeichnungen auf den Blättern ausbilden. Stehen diese Sorten zu dunkel, vergrünen sie mit der Zeit. Allerdings sollte auch hier direkte Sonne vermieden werden. Gleiches gilt für größere Temperaturschwankungen und Zugluft.

Während des Sommers kann Zierpfeffer Peperomia obtusifolia durchaus auch an einem vor Sonne geschützten Platz im Freien stehen. Was alle Sorten mögen, ist Wärme und normale Zimmertemperaturen zwischen 18 und 23 Grad. Für längere Zeit unter 15 Grad sollten die Temperaturen jedoch nicht fallen.

Peperomia obtusifolia wächst bis zu 35 Zentimeter hoch

Boden

Bei der Wahl des Substrates ist vor allem auf eine hohe Wasserdurchlässigkeit zu achten, um Staunässe im Topf zu verhindern, die Fäulnisbildung zur Folge hätte. Sehr gut geeignet sind Substrate auf Torfbasis, die mit Kies und Sand gemischt werden. Sand und Kies deshalb, weil Zwerg- oder Zierpfeffer einen hohen mineralischen Anteil im Substrat benötigt. Auch ein Mix aus handelsüblicher Blumenerde, Tongranulat und Orchideensubstrat oder Kakteenerde mit Torfmoos werden sehr gut vertragen. Trotz dieser gut durchlässigen Substrate ist eine zusätzliche Drainage im Topf unverzichtbar.

Gießen

Ursprünglich kommt der Zierpfeffer Peperomia obtusifolia aus warmen, gleichmäßig feuchten und luftfeuchten Regionen. Dementsprechend sollte man die Wasserversorgung im heimischen Wohnzimmer den natürlichen Bedingungen anpassen.

  • grundsätzlich sollte sparsam gegossen werden
  • das Substrat darf weder austrocknen noch zu stark vernässen
  • kurzzeitige Ballentrockenheit wird vertragen, mit Betonung auf kurzzeitig
  • am besten das Substrat vor jedem Gießen oberflächlich etwas abtrocknen lassen
  • zum Gießen zimmerwarmes und möglichst weiches, kalkfreies Wasser verwenden
  • Regenwasser wäre optimal
  • Leitungswasser sollte vor dem Gießen mindestens einen Tag lang abgestanden sein
  • neben dem Gießen ist für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen
  • steht die Pflanze zu trocken, was die Raumluft angeht, besteht die Gefahr eines Schädlingsbefalls
  • gelegentliches Besprühen der Pflanzen kann dem entgegenwirken

Zwergpfeffer ist eine dekorative Zimmerpflanze

Düngen

In dem Jahr, in dem der Zwergpfeffer gekauft oder umgetopft wurde, kann auf eine Düngung verzichtet werden. Erst im darauf folgenden Jahr wird er während der Wachstumsphase, etwa von April bis August, alle 4 Wochen mit Dünger versorgt. Der verwendete Dünger sollte nur in schwacher Konzentration verabreicht werden, um eine Überdüngung zu vermeiden. Geeignet sind sowohl Kakteendünger als auch handelsübliche Dünger für Grünpflanzen.

Schneiden

Ein klassischer Rückschnitt wie man ihn von anderen Pflanzen kennt, ist bei dem eher niedrig wachsenden Zierpfeffer nicht erforderlich. Dennoch kann das Ausbrechen oder Abschneiden der Triebspitzen im Frühjahr die Bildung neuer Seitensprosse und somit einen buschigeren Wuchs fördern. Triebe von hängendem Zierpfeffer, der beispielsweise in Ampeln kultiviert wird, können ebenfalls im Frühjahr um etwa ein Drittel eingekürzt werden. Ansonsten werden nach der Winterruhe welke und abgestorbene Pflanzenteile mit einer scharfen Schere entfernt.

Umpflanzen

Mit der Zeit laugt das Substrat mehr und mehr aus, sodass der Zierpfeffer Peperomia obtusifolia in frische Erde umgetopft werden sollte. Das ist etwa alle 2-3 Jahre der Fall. Bester Zeitpunkt hierfür ist im Frühjahr zwischen März und April.

Zierpfeffer wird auch fleischige Peperomie genannt

  • dieser Flachwurzler bildet nur wenige und relativ kleine Wurzeln
  • deshalb sollte der neue Topf nicht zu groß sein
  • empfehlenswert sind halbhohe Töpfe oder flache Schalen und Ampeln
  • für einen guten Wasserablauf ist eine entsprechende Drainage unverzichtbar
  • auf zu viel Nässe reagiert der Zierpfeffer ebenso empfindlich wie auf Ballentrockenheit
  • folglich ist ein gut wasser- und luftdurchlässiges Substrat für diese Pflanze überlebenswichtig
  • die Drainage kommt als unterste Schicht auf den Boden des neuen Pflanzgefäßes
  • sie kann aus grobem Kies oder Tonscherben bestehen
  • auf die Drainage füllt man einen Teil des Substrats
  • darauf setzt man mittig den Zierpfeffer
  • anschließend den Topf bis kurz unter den Rand mit Substrat auffüllen
  • Substrat andrücken und das Ganze angießen
  • der Zierpfeffer sollte im neuen Topf genauso tief stehen wie im alten

Hydrokultur

Zwergpfeffer Peperomia obtusifolia gehört zu den wenigen Pflanzen, die auch sehr gut in Hydrokultur gehalten werden können. Idealerweise zieht man die Pflanzen bereits als Steckling in Hydrokultur. Das Umpflanzen von Erd- in Hydrokultur ist nicht empfehlenswert. Die Erde müsste restlos von den Wurzeln entfernt werden, schon kleinste an der Wurzel verbleibende Erdreste können in dem feuchten Milieu einen Befall mit Schimmelpilzen hervorrufen und die Pflanzen relativ schnell eingehen lassen.

Unverzichtbar bei dieser Kulturform ist ein Wasserstandsanzeiger, an dem ersichtlich ist, wann die nächste Wassergabe benötigt wird. Meist muss nach 3-7 Tagen wieder gegossen bzw. Wasser aufgefüllt werden. Auch hier sollte möglichst kalkfreies oder zumindest kalkarmes Wasser verwendet werden. Standort und Temperatur gleichen denen in Erdkultur. Gedüngt wird mit einem Hydropflanzendünger, entsprechend den Angaben des jeweiligen Herstellers.

Überwintern

Stand der Zierpfeffer den Sommer über im Freien wird es sobald die Temperaturen auf 15 Grad fallen, Zeit ihn ins Haus zu holen. Diese Pflanze benötigt keine ausgesprochene Ruhephase. Sie mag es das ganze Jahr über warm mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad. Zwar kann es im Winter etwa kälter sein, dennoch sollten die Temperaturen nicht dauerhaft unter 15 Grad fallen. Ein Standortwechsel ist nicht notwendig, die Pflanzen können ganzjährig am selben Platz stehen.

Aufgrund dessen, das das Lichtangebot im Winter geringer ist, wachsen die Pflanzen jetzt deutlich langsamer. Erfolgt die Überwinterung dazu noch etwas kühler, werden die Gießmengen stark reduziert, ohne dass der Ballen komplett austrocknet. Je kühler die Überwinterung, desto weniger muss gegossen werden. Auf Dünger wird von September bis Februar komplett verzichtet.

Trockene Raumluft und Lichtmangel besonders im Winter führen häufig dazu, dass die fleischigen Blätter der Peperomia obtusifolia in großer Anzahl absterben. Um dem vorzubeugen, besprüht man sie hin und wieder mit zimmerwarmem Wasser. Mindestens ebenso schädlich ist Staunässe im Winter. Sie bringt die Wurzeln zum Faulen, was tödlich für diese Pflanzen sein kann.

Peperomia obtusifolia gibt es in verschiedenen Blattstrukturen

Vermehren

Zierpfeffer Peperomia obtusifolia kann sowohl durch Kopf- als auch Blattstecklinge vermehrt werden. Dazu benötigt man neben mindestens einer erwachsenen Pflanze, ein flaches Anzuchtgefäß,  mageres Substrat (Torf und Sand), lichtdurchlässige Folie sowie ein scharfes und sauberes Messer oder eine Schere. Vermehren sollte man vorzugsweise im Frühjahr oder im zeitigen Sommer. Wenn man über viele Jahre hübsche und gesunde Pflanzen sein Eigen nennen möchte, ist es ratsam, alle zwei Jahre neue Pflanzen aus Stecklingen zu ziehen.

Kopfstecklinge

Je nachdem, wie viel Jungpflanzen man ziehen möchte, ist es ratsam, Stecklinge nicht nur von einer, sondern von mehreren erwachsenen Pflanzen zu schneiden, um die Mutterpflanzen nicht zu stark zu verunstalten.

  • zunächst werden ein oder mehrere 5-7 cm lange Stecklinge geschnitten
  • man schneidet sie unterhalb eines Blattknotens ab
  • die unteren Blätter werden entfernt
  • die Stecklinge zum Bewurzeln in ein Wasserglas oder direkt in Erde stecken
  • die Erde sollte nährstoffarm, keimarm und vor allem locker sein
  • vorzugsweise aus gleichen Teilen Sand und Torf
  • größere Torfbrocken zerkleinern oder aussieben
  • ein spezielles Bewurzelungspulver kann die Bewurzelung beschleunigen
  • wird in Erde bewurzelt, sollten die Stecklinge über 2-3 Blätter verfügen
  • die Anzuchttöpfe mit Substrat befüllen und die Stecklinge einsetzen
  • bis zur Bewurzelung die Erde nur leicht feucht halten
  • über die Töpfe eine lichtdurchlässige Folientüte stülpen
  • die Folie am Topf mit einem Haargummi oder Ähnlichem fixieren
  • täglich die Folie kurzzeitig entfernen, um Schimmelbildung zu vermeiden.

An einem hellen, vor direkter Sonne geschützten Platz und bei Temperaturen von mindestens 18 Grad, dauert es etwa 4-6 Wochen, bis die Stecklinge bewurzeln. Treiben die Stecklinge aus, ist das ein Indiz dafür, dass sie angewurzelt sind. Die Folie kann entfernt und die jungen Pflänzchen in mit Mineralien angereicherte und gut durchlässige Erde umgetopft werden. Je nach Sorte kann es sinnvoll sein, mehrere Stecklinge in einen Topf zu pflanzen, so wirken sie recht schnell wesentlich üppiger.

Zierpfeffer mit seinen matt glänzenden Blättern

Blattstecklinge

Für die Vermehrung von Peperomia obtusifolia über Blattstecklinge eignen sich vor allem die grünblättrigen Arten. Dabei kann es allerdings passieren, dass bei den neuen Pflanzen typische Merkmale der Mutterpflanze verloren gehen. Mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge schneidet man ein mehrere gesunde und kräftige Blätter möglichst tief an den Trieben ab. Bestenfalls verfügt das Blatt über einen ca. 2 cm langen Stiel.

Dann steckt man sie entweder in ein Bewurzelungspulver und anschließend in die Erde oder sofort mit dem Blattstiel in ein Torf-Sand-Gemisch oder Kakteenerde. Die Erde wird vorsichtig angedrückt und befeuchtet. Die Abdeckung mit einer Folientüte in den ersten zwei Wochen sorgt auch hier für optimale Bedingungen.

Wie bei der Stecklingsvermehrung sollten auch aus Blattstecklingen gewonnene Pflanzen warm und hell stehen, ohne der direkten Sonne ausgesetzt zu werden. Nach etwa 6 Wochen und Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad bilden sich an den Blatträndern kleine bewurzelte Pflänzchen, die vorsichtig abgetrennt und separat in lockeres, durchlässiges Substrat gepflanzt werden können. Im neuen Topf auf keinen Fall die Drainage vergessen.

Zierpfeffer ist schwach giftig

Schädlinge

Spinnmilben

Warme und trockene Heizungsluft im Winter kann schnell zu einem Befall mit Spinnmilben führen. Die typischen Spinnweben sind an den Blattachseln besonders gut zu erkennen. Stellenweise liegt ein silbriger Schimmer auf den Blättern, die schließlich vergilben und vertrocknen. Durch vorsichtiges Abbrausen, besonders auch unter den Blättern, kann der Befall meist schon deutlich reduziert werden. Das Substrat sollte dabei unbedingt abgedeckt werden. Darüber hinaus bietet sich der Einsatz von Raubmilben oder niemölhaltigen Präparaten an.